Sonntagssachen 3/2017

Der Sonntag begann auf der anNÄHerung, dem weltbesten Nähtreffen in Bielefeld – mit dem annähen der Knöpfe an meinen neuen lila Blazer. Und dem Kräuseln von vielen vielen (ich glaube 25m) Metern Feintüll für einen schwarzen, bildschönen Petticoat. Dann zusammenpacken der Kleinteile, der Nähmaschine und der vertauschten Stoffe. Und alles ab ins Auto. Schwerer Abschied von all den tollen nähnerds und ab auf die Autobahn – hier schon heimische Industrieidylle. Zuhause ziemlich müde rumgekramt, den Adventskranz auseinandergenommen. Und dem Kind beim malen zugesehen. Lecker bekocht worden. Und zum Abschluss ein Guns’n Roses-Konzert auf prime geguckt. Sehr früh ins Bett gefallen…

Weihnachtskleid 2016, Teil 1 und 2

Ich komme in letzter Zeit zu wenig zum bloggen, weil ich zu viel Serien bingewatche und abends immer deutlich antriebslos bin. Nichtsdestotrotz werde ich definitiv ein Weihnachtskleid nähen, denn ich hab bereits seit September 2015 den festen Plan zu diesem Kleid.

Diese Woche ist schon der zweite Teil des sewalongs und daher nur ein Mini-Abriss meiner bisherigen Weihnachtskleider.

Das erste Weihnachtskleid nähte ich 2011, das war glaub ich auch der erste Weihnachtskleid-Sewalong bei Catherine auf dem Blog. Das Kleid trage ich bis heute ganz gern, auch wenn es heute nicht mehr meinen Nähansprüchen genügt.

2012 war ich schwanger und nähte ein Kleid aus dicken Jersey, an dem ich ziemlich herumdokterte mit dem ich dann nur leidlich zufrieden war und dass ich auch seither kaum trug.

2013 stillte ich und nähte ein Wickelkleid aus tollem Karostoff. Leider ist mir das Kleid ohne Stillbrust zu weit, es ist nämlich wirklich sehr schön.

2014 arbeitete ich dann wieder und hatte insgesamt in der Adventszeit und im Leben zu viel Stress und nähte daher nur ohne Sewalong einen roten Weihnachtsrock.

Im vergangenen Jahr war die Vorweihnachtszeit ebenfalls nicht durch besonders viel Ruhe, Besinnung und Freude geprägt und so machte ich auch nicht beim Sewalong mit, nähte mir aber in der Woche vor Weihnachten, die ich krank  geschrieben war, einen sehr schönen Schotten-Karo-Weihnachtsrock, den ich wirklich heiß und innig liebe und auch dieses Jahr schon anhatte.

Dieses Jahr bin ich fest entschlossen wieder mitzumachen beim Sewalong. Vor allem auch, weil ich eine neue Nähmaschine habe. Allerdings habe ich sicher keine Zeit, mir einen komplexen neuen Schnitt zu erkämpfen. Ich arbeite bis zum 23.12. und habe noch ca. eine halbe Million handgemachte Geschenke auf meiner Liste. Daher wird mein Kleid ein neuer Aufguss des bekannten Themas „Elisalex + Tellerrock“. Ich habe da bereits seit September 2015 diesen Stoff im Lager:

 

wp-1479748360294.jpgDen habe ich in Paris gekauft. Ich habe davon einen halben Coupon, also 1,5m. Es handelt sich um einen mittelschweren Satin-artigen Stoff in schwarz mit Beflockung. Es wird sich vermutlich etwas Stoffknappheit einstellen. Daher werde ich evtl. statt eines Tellerrocks den Rock vom Anna Dress nehmen, der ist durch die Bahnen relativ stoffsparend und hat einen schönen Fall.

Da der Stoff recht schwer ist, werde ich ihn nicht füttern und lieber nur Belege arbeiten, das Futter ist mir bei all meinen Elisalexen bisher noch nie recht gelungen, da muss ich das jetzt auch nicht haben.

Wenn noch Stoff da ist, gibt es einen Gürtel. Dann geht das ganze dann doch sehr in Richtung dieses Kleides aus der Oktober-Knip, das ich wirklich ganz und gar verzückend finde:

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Und jetzt schau ich schnell, was alle andren nähen und bringe mich adäquat in Stimmung.

Der Falten-Tellerrock

Beim Sommerrock-Sewalong möchte Meike gern einen Faltenrock mit Streifen nach dem Vorbild dieses Rockes von Frau grueneblume nähen. Auch in meinem Kopfkleiderschrank war jahrelang ein nicht-realisierter Faltenrock nach diesem Vorbild. Ich habe viele Schnitte ausprobiert und niemals einen tragbaren Faltenrock produziert. Das Problem war: durch meine große Taille-Hüft-Differenz sprangen die Röcke immer ab der Hüfte sehr unschön auf. Ich gab entnervt die Suche nach einem Faltenrock auf. Bis ich zu einer Hochzeit meinen langjährig geliebten schwarzen Faltenrock von H&M anzog und dachte „Geht doch!“.

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Irgendwas musste an diesem Rock anders sein, als an all den Faltenrockschnitten, die ich getestet hatte. Langes Grübeln und vergleichen brachte mich darauf: Der Basisrock, in den die Falten eingebaut wurden, hatte eine andere Form: Fast alle Faltenröcke, die solch schöne tiefe Falten haben, werden aus einem rechteckigen oder annähernd rechteckigen Stück Stoff genäht. Die Variation sind vor allem Faltentiefe und -verteilung sowie die Breite des Bundes. Mein Lieblingsrock hat dagegen einen Tellerrock als Basis. Dadurch wird der Rock selbst um die Hüfte schon weiter und nicht die Falten müssen die Taille-Hüft-Differenz ausgleichen. Gemerkt habe ich das übrigens, weil ich beim Bügeln gesehen hab, dass die Stücke zwischen den Falten nicht rechteckig sondern trapezförmig sind. Das passende Fachwort hatte ich in Köln bei Plissee Becker schon gelernt: Sonnenplissee! Das war der sprichwörtliche Groschen, als ich das einmal raus hatte, war die Konstruktion gar nicht schwer. Ich fand eine Anleitung im Buch „Kleider nähen“ und machte mich an die Nachkonstruktion.

Ich vermaß zunächst die Falten genau und berechnete den gesamten Falteninhalt. Dann maß ich den Saum aus, zog die Falteninhalte ab und konnte so die Saumlänge des zugrundeliegenden Tellerrocks bestimmen. Diese verglich ich mit meinen existenten Tellerröcken und bekam so heraus, dass ich etwa einen 2/5 Teller zugrunde legen sollte, also etwas weniger Saumweite als ein halber Teller. Ich schob also meinen Halbteller-Basisschnitt etwas zusammen und pauste diese Basis auf festem Papier zweimal neu ab.

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Dann fügte ich die vermessenen Falten ein, indem ich das Schnittteil an den entsprechenden Stellen durchschnitt und um die Faltentiefe parallel auseinanderzog. Das Vorderteil hat in der Mitte eine 15cm tiefe Kellerfalte und links und rechts davon zwei 8cm tiefe Quetschfalten, das Rückteil hat drei 10cm tiefe Quetschfalten gleichmäßig verteilt.
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Diese verbreiterten Schnitteile pauste ich erneut ab, diesmal auf Folie, und markierte mir die Falten. Den Bund konnte ich vom Rock abpausen, es ist ein relativ schmaler Formbund, der in der Taille sitzt.

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Dem Original folgend, steppte ich die Quetschfalten jeweils 6cm tief zu, die Kellerfalte in der vorderen Mitte öffnet sich direkt unterhalb des Bundes. Ich fügte noch eine Seitennahttasche hinzu und setzte das ganze zusammen. Das Ergebnis kommt dem Original sehr nahe und ist genau was ich mir gewünscht hatte. Ein Futter ließe sich leicht hinzunehmen, da kann man nämlich einfach den Basis-Tellerrock ohne Falten nehmen und ist fertig… ich denke, um die Proportionen zu erhalten, würde ich in größeren Größen die Falten auch breiter wählen, so dass die Mehrweite in den Falten etwa proportional mit der Saumweite skaliert. Daher als Orientierung: Mein Rock hat eine Saumweite ohne Falten von ca. 2,50m und mit Falten ca. 3,15m.

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Sommerrock-Sewalong: Inspiration und Planung

Auf dem Me made Mittwoch-Blog gibt es diesen Juni einen Sommerrock-Sewalong in vier Teilen. Das passt mir sehr, denn ich habe auf meiner Urlaubsgarderoben-Liste noch drei Röcke stehen. Die nähe ich doch gern in Gesellschaft.

Ich habe zu Sommerrock an sich ein eher ein gespaltenes Verhältnis. Röcke mag ich einfach gern aus etwas griffigerem Material. Bei flatterigen Röcken bin ich immer sehr unsicher, welcher Schnitt. Im Sommer nähe ich am liebsten Kleider, im Winter dafür gern Röcke. Ausnahme: Maxiröcke, die mag ich sehr sehr sehr.

Ich habe zwei Maxiröcke so wie diesen, die mag ich, aber sie sind nicht unbedingt für jede Gelegenheit geeignet. Dann habe ich einige A-Linienröcke wie diesen. Die sind schön, aber nicht so vollkommen das wahre und auch schon einige Jahre alt.

Allerdings fahren wir im Sommer campen und da muss die Garderobe möglichst kombinierbar und klein zu verpacken sein. Da bieten sich Röcke mit jeweils mehreren passenden Oberteilen sehr an. Daher stehen mindestens 2 Röcke auf der Packliste.

Folgende Rockpläne habe ich so allgemein bis Ende Juli:

1. Lotti-Rock in Jeans: Die beiden Bahnenröcke nach Burda 5/2012 trage ich sehr gern und viel. Grund genug, noch einen zu ergänzen. Im Sinne der Kombinierbarkeit und auch weil es sehr schön ist, will ich gern einen Jeans-artigen Stoff nehmen. Chambray habe ich schon bei The Sweet Mercerie bestellt, aber er ist noch nicht hier. Dazu gibt es Punkte-Paspeln in blau-weiß. Nur Knöpfe muss ich noch suchen.

2. Noch ein Jeans-Bahnenrock, aber schmaler und aus Stretch-Denim. Ich habe einen sehr lang gehüteten Rock von H&M, der an der Hüfte eng anliegt und dann aber im Saum ausgestellt ist. Den würde ich gern nachbauen, als Schnitt werde ich wohl Simplicity 2451 nehmen. Der wird aber zu dick für den Hochsommer und kann deshalb vielleicht noch was warten.

3. Richtige Hochsommerröcke aus dünner Baumwolle. Da werde ich vermutlich irgendeine Variante Tellerrock nehmen, die Weite lege ich je nach Stoffstück fest. Vielleicht auch tatsächlich mal nur einen Viertelteller, das ist mir im Winter zu schmal.
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4. Eine Culottes. Jajaja, ich bin eher late Adopter was Hosenröcke anbelangt, die Nähnerds waren schon letztes Jahr dran an dem Thema. Aber irgendwie war ich immer nur halb bereit, das mal zu versuchen. Aber weil ich ja doch meistens irgendwann mal alles ausprobieren muss, liegt jetzt eine lila Baumwoll-Stretch-Gabardine bereit. Als Schnitt habe ich mir diesen aus der Fashion Style ausgesucht. Ich bin allerdings noch etwas in Schockstarre ob des angegebenen Schwierigkeitsgrades 4/4…
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Und da gemeinsam nähen dazu beiträgt, die Dämonen anzugehen, werde ich mit den Culottes im Rahmen des Sew-Alongs anfangen. Die sind zwar nicht direkt hochsommerlich – aber so werfe ich wenigstens nicht die Flinte ins Korn. Und einen Tellerrock aus Baumwolle kann ich auch mal zur Entspannung dazwischen schieben, wenn die Culottes gerade kritische Klippen zu umschiffen haben.

Sonntagssachen 9/2016

Heute ist mein Handy zwischendurch abgestürzt und hat einige Fotos einfach nicht gespeichert. Daher müsst ihr euch z.b. das leckere Essen beim Nähkränzchen hinzu phantasieren. Aber es gibt trotzdem Bilder:

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Der Morgen begann gegen 6 mit laut im Traum weinendem Minimensch, der pennte dann zwar bis 7.20 weiter, ich hingegen lag wach… Dödöö. Dann also raus aus dem Bett, duschen, Rohkost fürs Nähkränzchen vorbereiten (Foto fehlt), zum Bäcker gehen. Frühstück mit den Lieben und danach Nähmaschine, Essen und Projekte geschultert (Foto fehlt) und ab zu Frau Fantipanti gedüst. Dort war ich erstaunlich effizient, was sonst bei Nähkränzchen eher nicht so ist, da trenne ich sonst gern mal jede Naht. Heute konnte ich aber schon vor den leckeren Snacks in der Sonne und unter dem Magnolienbaum von Frau Fantipanti (Foto fehlt) erste Erfolge in Form einer NFA-Windeltasche vermelden. Danach nähte ich einen Lotti-Rock mit türkisem Futter, der fertig wurde und ziemlich toll ist – alle wollen ihn jetzt auch. Und sogar sehr sauber verarbeitet, denn ich hatte tatsächlich Zeit, da ich weder ein weiteres Projekt noch Strickzeug dabei hatte. Da blieb auch noch Zeit für einige Kaffees und Muffin an der Sonne. Und dann war auch schon später Nachmittag und ich machte mich auf den Heimweg. Wo wir zunächst noch einen keinen Laufradspaziergang machten (Foto fehlt), einen Brotteig kneteten und leckeren afghanischen Reis speisten. Nach Kind-ins-Bett-Bringung hatte ich dann – noch ganz im Flow – Energie genug noch den ersten der zahlreichen schönen Schnitte aus der Vintage-Knip April 16 abzupausen und zuguterletzt kam noch ein sehr schönes Brot aus dem Ofen.

#projektbrotundbutter: Finale

Und schwuppdiwupp sind drei Monate vorbei! Das ging dann jetzt zum Ende hin doch irgendwie schneller als gedacht. Bei euch auch? Heute zeigen wir, welche Garderobenerweiterungen wir geschafft haben, wie wir in unserer neuen tollen Alltagskleidung erstrahlen und wie perfekt wir gerüstet sind für die Auf und Ab-Zustände, denen uns das Wetter und das Leben so ausliefern.
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Ich war im März ziemlich ausgebremst, seit dem letzten Treffen war ich 3 Wochen lang angeschlagen und habe so gut wie nie Zeit und Muße zum nähen gehabt. Auch war ich irgendwie durch Kleinigkeiten blockiert und habe mich statt meinen Garderoben-Staples lieber einer Mütze fürs Kind und einem Pulli für den Mann gewidmet. Immerhin hab ich auf die letzten Meter noch etwas Energie zurückgewonnen und mir den letzten der geplanten Röcke genäht. Dennoch bin ich hinter meinem Plan etwas zurückgeblieben. Der Plan und die Umsetzung sehen so aus:

  • Oberteile:
    • 3 Shirts (langärmelig) – erledigt (2 mal gemustert, einmal Unterziehshirt aus sehr feinem Merinojersey in schwarz)
    • 1 Shirt (kurzärmelig) – ersetzt durch eine Kurzarmbluse, erledigt
    • 1 Bluse (langärmlig)  – noch offen
  • Röcke:
    • 1 Ginger – erledigt und zufrieden
    • 1 Faltenrock – erledigt und sehr zufrieden
    • 1 anderer Rock – erledigt und zufrieden
  • Jacken:
    • 1 Blazer – erledigt und sehr zufrieden
    • 1 Cardigan Hope – erledigt, aber jetzt schon in Richtung Winterklamotten verbannt
  • Kleider:

Außerdem habe ich 3 Unterhosen genäht und ein paar Sachen geflickt. Ich habe auch einiges aussortiert und einige Shirts in Schlafshirts umdeklariert. Mit einer Bluse und einem Kleid, die noch offen sind, bin ich sehr zufrieden. Schließlich ist das geplante März-Nähkränzchen entfallen und ich war einige Zeit ziemlich raus aus meiner Nähroutine.

Fotos der kompletten Kollektion werde ich im Verlauf der Woche machen und nachreichen. Hier erstmal mein Osterrock und damit gebe ich ab zu euch:
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#projektbrotundbutter: Zwischenstand

Heute treffen wir uns wieder beim „Projekt Brot und Butter“ mit den inzwischen über 50 Mitstreiterinnen. Ich freu mich sehr, dass sich sogar noch einige beim letzten Treffen dazu gesellt haben.

In der Zwischenzeit sind wir alle schon mitten drin im Brot-und-Butter-nähen und ich habe mit großer Freude auch schon das eine oder andere Ergebnis auf Twitter und beim Me Made Mittwoch gesehen. Ich finde es sehr schön, dass Zwischenergebnisse auftauchen und relativ viel von dem Projekt „gesprochen“ wird. Das ist sehr anspornend und inspirierend. In den letzten Wochen machte das Wetter ja auch wieder einige Kapriolen, so dass wir die Frübst-Tauglichkeit der neuen Garderobe schon testen konnten. Heute wollen wir also berichten, wie es uns mit dem Projekt geht. Läuft es gut, sind wir im Plan? Oder sind wir stecken geblieben, wissen nicht weiter, haben alle Pläne über den Haufen geworfen und gänzlich neu angefangen? Oder sind gar einige schon fertig und beginnen schon mit der Sommergarderobe und den Extras? Und wie geht es euch mit dem Brot-und-Butter-Nähen? Ist es so zäh und langweilig wie unsere Drückebergerei vor dem Thema im Vorfeld uns Glauben machte?

Ich stelle fest, dass das Projekt auf jeden Fall meinen Sinn für Kombinationsmöglichkeiten und modulares Denken im Kleiderschrank schärft. Ich habe schon einige neue Kombinationen aus älteren Teilen getragen in letzter Zeit und achte auch beim Zuschnitt von neuen Teilen viel mehr auf Kombipartner. Das ist wirklich sehr positiv. Ich habe auch meinen Stoffschrank systematisch gesichtet und jetzt wieder einen besseren Überblick.

Und ich bin auch tatsächlich voll im Plan. Ich halte mich sehr sklavisch an meinen Plan, habe zwar viel gestrickt aber fast nichts abseits des Plans genäht (außer ein bisschen NfA). Nach den Teilen, die ich letzten Monat schon hatte (1 Shirt, Blazer und Telisabie), habe ich nun im Februar ein weiteres Shirt, einen Cardigan und zwei Röcke, ein Jerseykleid sowie (Bonus!) zwei Unterhosen und einen Unterrock genäht.

Vom Shirt habe ich nur ein etwas ausschnitthaftes Foto, aber es passt sehr gut zu Telisabie, hier die Kombi:

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Den Cardigan zeigte ich schon am Me made Mittwoch, ebenso wie den Faltenrock. Zudem ist ein Ginger Skirt mit Diagonalstreifen fertig geworden, den ich am Freitag husch husch fotografierte aber nochmal ausführlicher zeigen werde. Nach etwas Anpassungen passt er gut und macht mich sehr zufrieden.
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Das Anna Dress aus Jersey stimmt mich nicht vollends froh. Es hat dieses typische Jerseykleidgefühl, dass irgendwie zu wenig Kontur da ist. Ich fürchte, es braucht wärmere Temperaturen und weiße Strümpfe. Mal sehen. Und vielleicht suche ich nochmal nach anderen Schnitten für Jerseykleider, die irgendwie kleidiger und weniger schlumpfig wirken.
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Nun stehen auf meinem Plan noch 3 Oberteile (2 Shirts und 1 Bluse). Hier werde ich evtl. eine Abwandlung vornehmen und nur 1 Shirt und 2 Blusen nähen. Ich habe spontan eine exakt zum Faltenrock passende Alma Blouse zugeschnitten. Da diese aber aufgrund stark begrenzter Stoffmenge kurzärmlig wird, werde ich dann noch eine Langarm-Alma dazu nähen. Es ist ja auch sehr effizient, den Schnitt gleich zweimal zu nähen, dann sitzen die Änderungen.

Weiterhin fehlt noch 1 Rock. Hier bin ich immernoch unentschieden und schwanke zwischen Simplicity 2451, Variante C, noch einem Ginger oder irgendwas neuem. Auf jeden Fall wird der Rock grau oder blau. Das sagt der Stoffschrank.

Und dann noch ein Kleid. Dann bin ich durch. Das werde ich schaffen, denke ich. Und dann guck ich mal, ob ich vielleicht noch einen Cardigan, mehr Shirts und noch mehr Unterhosen nähe. Stoff für weitere Shirts ist zufällig schon irgendwie zu mir gekommen, evtl. habe ich ihn bestellt. Allerdings schiebe ich, damit es etwas spannender wird, jetzt erstmal einen Pullover für den Mann und eine Mütze für den Minimensch ein. Es muss ja alles sportlich bleiben.

Und ihr so?

Zum Linktool bitte hier entlang:

Noch ein Hinweis: Ich schaue mir alle eure Beiträge an, leider kann ich auf vielen Blogs nicht kommentieren, da sie die Option Name/URL nicht zulassen. Vielleicht wissen manche von euch nicht: das Nicht-Erlauben von Kommentaren via Name/URL und die Roboter-Prüfung machen es für wordpressnutzer aber auch vom Handy aus extrem schwierig zu kommentieren. Vielleicht testet ihr ja mal, wie es ohne Roboter-Prüfung und Login geht. Das würde sicher viele freuen, die bisher nicht bei euch kommentieren konnten.

anNÄHerung in Bielefeld 2016

Am letzten Wochenende war ich mit meinen Nähmaschinen und der Bügelpresse mal wieder auf Reisen. Es ging nach Bielefeld, wo sich ja nun schon traditionell im Januar die Creme de la Creme der Nähnerdszene versammelt um ungestört und nach Lust und Laune mal bis zu 42 Stunden durchzunähen. Wie immer noch großen Treffen mit nähnerds bin ich angefüllt mit Eindrücken, die vermutlich den Rahmen eines einzelnen Posts sprengen und die zum Teil auch noch in mir nachreifen müssen. Aber ich beginne einfach mal mit einem „Reisebericht“ und hebe mir die weitergehenden Gedanken dann für später auf. Kommt Zeit, kommt Post, gewissermaßen.
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Ich hatte das Glück, schon auf der Fahrt beste Gesellschaft der Pott-nähnerds Frau Fantipanti und Ella Mara zu haben. Das Auto aber ächzte ziemlich unter der Last von 5 Nähmaschinen, 1 Bügelpresse, 1 Bügelstation und diverser Taschen. Ein bisschen spät waren wir auch, aber alle bekamen noch einen Platz und das Abendessen kriegten wir auch noch mit. Bei der Vorstellungsrunde waren mir tatsächlich die allermeisten bekannt, es ist ja irgendwie auch wie nach Hause kommen, so ein nähnerd-Treffen. Die Nervosität, die ich bei meinen ersten Bloggerinnentreffen hatte ist längst einer kribbeligen Vorfreude gewichen. Spannend auch, dass locker 1/3 bis die Hälfte der Teilnehmerinnen sich – heimlich oder öffentlich – als #projektbrotundbutter-Mitstreiterinnen entpuppten und ich so schon einen ersten Eindruck von einigen der geplanten Stücke bekommen konnte. Wie schön das war!

Ich hatte mir für das Wochenende vorgenommen, endlich meinen schon lang geplanten Blazer zu nähen und war wegen dieses Projektes ordentlich nervös. Im Vorfeld hatte ich schon mit dem Stoff und fehlenden Schnittteilen gekämpft und meine Notizen zu den notwendigen Änderungen waren auch recht unvollständig. Zum Glück hatte ich auch einiges hier im Blog notiert.

Am Freitagabend stellte ich den Korpus fertig, am Samstagmorgen beschäftigte ich mich lange mit Passform-Optimierung der Ärmel, am Nachmittag nähte ich meine allerersten Paspeltaschen und am Abend folgte das Futter. Kurz nach 23 Uhr am Samstag nähte ich die Knöpfe an und platzte fast vor Stolz. Am Sonntagmorgen begann ich noch ein Trägerkleid, schaffte aber nur das Oberteil fertig.

Es ist für mich etwas ganz besonderes, wirklich lang am Stück nähen zu können. Ich nähe oft in Häppchen von halben Stunden am Abend. Da schleichen sich Fehler ein und es stellt sich nicht so richtig ein „Flow“ ein. So wundervoll lang am Stück nähen zu können, ist sehr motivierend. Zusätzlich habe ich dieses Mal auch sehr von der Expertise der vielen Nähnerdettes profitieren können. Immer war eine da, um etwas zu stecken, einen Passformrat zu geben, das Händchen zu halten vor dem entscheidenden Schnitt in die Paspeltasche. Ich habe viel gelernt, das ist auch sehr gut.

Und natürlich blieb Zeit für spannende Gespräche, wühlen auf dem Tauschtisch, Sekt und Knabberkram, fachsimpeln, lachen und ernst sein. Es ergab sich die Möglichkeit in Büchern zu blättern, Schnitte anzugucken, Kleidungsstücke anzuprobieren und Nähgadgets zu testen. Taktisch geschickt saßen Frau Crafteln, die eine wundervolle Sitznachbarin ist, und ich in der Nähe der Bügelbretter, so dass wir stets guten Nachschub an Gesprächspartner innen hatten, die sich während des Wartens kurz zu uns gesellten. Auch die schwarz gefädelte Overlock war da ein guter Magnet für Besuch.

Auch wenn ich früher als andere ins Bett gegangen bin (und  mich dann jeweils noch lang mit meinen <3-Zimmerkolleginnen verquatscht habe), war ich doch am Sonntag unendlich müde, vollkommen gesättigt mit Eindrücken und doch motiviert, direkt weiterzunähen. Und natürlich noch tagelang bezaubert von der wundervollen Atmosphäre und den vielen tollen Frauen dort.

Mit vielen hätte ich gern noch länger geredet, wie immer bleibt auch der Eindruck, nicht jede lang und breit genug gesprochen zu haben. Aber was soll’s, es wird weitere Gelegenheiten geben und das ist doch auch eine wundervolle Aussicht.

 

Projekt Brot und Butter – Erstes Treffen: Bestandsaufnahme

Ich freue mich sehr, dass offenbar einige Lust haben, mit mir zusammen das Projekt „Brot und Butter“ anzugehen. Seid herzlich willkommen und auf geht’s!

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Das Sewalong-Logo dürft ihr gern verwenden.

Heute wollen wir erstmal den Bedarf analysieren und uns einen groben Plan machen, was wir in den nächsten drei Monaten von diesem Bedarf wohl decken können, ohne dabei in allzuviel Stress zu verfallen. (Denn Stress finde ich ja an Sew-Alongs meistens doof, und ein Hobby, das Stress macht will ja auch keine.)

Also stellen wir uns mal die Frage, was wir denn tatsächlich bei normalem Ganzjahreswetter – Frübst – und normalen Gegebenheiten so tragen? Welche unserer Kleidungsstücke werden ständig direkt von der Leine wieder angezogen, sind schon ganz fadenscheinig und brauchen Kollegen? Gibt es eine Gemeinsamkeit? Ein „Standardoutfit“ – das wir vielleicht bisher verleugnen, das aber de facto zu uns gehört? Ziehen sich Farben durch? Das Projekt „Brot und Butter“ will aufgreifen, was da ist und dort auffüllen, wo Lücken sind. Also suchen wir den roten Faden in unserer Alltagsgarderobe stilistisch, farblich, vom Material und orientieren uns daran.

Bei mir heißt Alltag: In ein Büro gehen, das im Winter überheizt und sobald die Sonne scheint, dank Südfenster tropisch ist, aber auch von einem Frischluft-fanatischen Kollegen bewohnt, der gern mal über Nacht das Fenster offen lässt. Alltag heißt aber auch auf den Spielplatz, in den Sandkasten, einkaufen und spazieren gehen – zu Fuß und auf dem Fahrrad unterwegs sein genauso wie im Auto. Und auf dem Boden spielen, auf dem Sofa kuscheln, den Haushalt mit-erledigen. Ich ziehe mich dabei selten untertags um. Das heißt meine Garderobe muss modular funktionieren. Ich muss einen Schal oder eine Strickjacke überziehen können, ich muss auch mal ein Teil, das Flecken abbekommen hat, austauschen können und ich muss mich in meiner Kleidung bewegen können. Dafür habe ich selten Bedarf für förmlichere Kleidung, ich fühle mich aber dennoch gern hübsch angezogen und das bedeutet, dass ich fast in jedem Kontext vermutlich als „chic“ wahrgenommen würde.

Eine riguros ehrliche Betrachtung meiner Bekleidung in den letzten Monaten hat ergeben, dass meine Outfits zu mindestens 80% aus Tellerrock und Shirt bestehen. Das ist nicht unbedingt, wie ich es mir wünsche. Ich mag sehr gern Kleider und würde sie gern mehr tragen. Aber einerseits ist ein Kleid halt schnell mal als ganzes dreckig und kann nicht teilweise ausgetauscht werden, ich habe aber andererseits auch zu wenig kombinations-schlaue Kleider. Meine Kleider sind fast durchweg gemustert, haben oft Puffärmel und sind farblich weder auf meine Shirts, noch auf meine Strickjacken abgestimmt. Dadurch sind sie für meine Bedürfnisse zu unflexibel.

Was trage ich also genau?

Ich trage im Wesentlichen derzeit 5 Röcke: 1 roter, 1 petrol-karierter, 1 lilaner, 1 blauer. Ergänzt durch einen Jeansrock, der aber unbequem ist und den Probeträgerrock. Jetzt wo die Temperaturen unter 5 Grad waren, trug ich zudem einen Wollrock in rot, einen Wollrock in grau und den wollenen Trägerrock.

 

Dazu trage ich einfach Shirts aus Baumwoll- oder Viskosejersey in schwarz, dunkelblau, petrol und rot oder Feinstrickpullis in blau, grau, schwarz. Ich besitze derzeit 2 tragbare schwarze, 1 petrolfarbenes, 1 rotes, 1 braunes, 1 blaues mit Punkten und ein türkis-gestreiftes. 2 schwarze, 1 blauer, 1 grauer Feinstrickpulli. Außerdem einen blau-weiß-gestreiften und einen petrolfarbenen Cardi und 3 ungeliebte und ausgewaschene längere Baumwollstrickjacken. Die meisten meiner Shirts sind viele Jahre alt und ich flicke sie nach so gut wie jeder Wäsche, z.T. haben sie Löcher…

Falls ich Kleider trage, dann kurzärmelige mit Strickjacke drüber oder Shirt drunter. Z.b. das Stoffwechsel I-Kleid oder eins meiner beiden Anna-Dresses.

Ich trage außerdem natürlich auch Unterwäsche und Schlafanzüge und um die ist es ebenfalls katastrophal bestellt.

Das ist alles in allem gar nicht so wenig, allerdings habe ich mich an vielen dieser Kleidungsstücke auch erheblich satt gesehen, sie sind z.T. Jahre alt und ich trage sie in eingespielten Kombinationen.

Bereits für „Brot und Butter beta“ genäht habe ich: 1 geraden Rock, 1 lila Tellerrock, 1 beerenfarbenen Cardi und 2 der genannten Shirts. Der Cardi löst sich leider schon etwas auf und der gerade Rock ist etwas weit. Außerdem habe ich einen Pullunder fertig gestrickt und einen Walk-Cardigan genäht. Ich habe dabei festgestellt, dass ein neues Teil oft ausreicht, um alte Teile reaktivieren und dem aktiven Bestand hinzufügen zu können. So hat z.B. der beerenfarbenene Cardigan das Stoffwechsel I-Kleid winterfähig gemacht und der Walk-Cardigan nimmt dem Stoffwechsel III-Kleid genug seiner gemusterten sommerlichen Festlichkeit, dass ich es auf einmal häufig trage und nicht zu hell für den Winter finde. Der Pullunder macht viele Outfits weniger grau-schwarz und ich trage ihn sehr oft.

Meine Farbpalette ist klar, und da rüttel ich auch nicht dran: blau, petrol, lila, rot, beere. Ergänzt durch grau und schwarz. Ich kombiniere allerdings nach etwas anfänglicher Befangenheit nun lila und rot und petrol und beere oder petrol und lila – was auch wieder erheblich die Vielfalt erhöht.

Ein großes Kopfzerbrechen bereiten mir Muster. Ich  bin sehr zurückhaltend mit Mustermix, mag aber eigentlich auch nicht „ganz in uni“ rumlaufen. Ich nähe also meist gemusterte Röcke und uni-farbene Shirts (weil Muster-Jersey so schwer in schön aufzutreiben ist) und stehe dann aber oft da und es gibt nur noch Uni-Rock und Uni-Shirt und das finde ich langweilig. Mehr kombinierfreudige Muster wären schon schön. Auch müssten es gar nicht zwangsläufig Shirts sein. Ich mag auch Blusen. Unter der Bedingung, das sie keinen Hemdkragen haben und Elasthan im Stoff ist.

Ich werde im Rahmen des Brot-und-Butter-Nähens etwas zweigleisig fahren. Einerseits fülle ich auf, was ich bis dato viel trage, nähe also Röcke und Shirts. Andererseits nähe ich Ergänzungsteile, die mir erlauben auch mal wieder öfter ein Kleid/was gemustertes zu tragen – auch hier wären das dann Shirts, Cardigans, Blazer oder Pullunder aber auch mal Blusen. Vorzugsweise werde ich dabei Stoffe verarbeiten, die ich schon habe und da kann ich in meinem Schrank ganz bequem im Bereich lila, petrol, beere, grau und schwarz was finden. Blau ist derzeit eher dünn besetzt, aber an blau hängt mein Herz auch nicht so wirklich.

Hätte ich unendlich viel Zeit, würde ich mir eine komplette Batterie von 12-14 Oberteilen, 4-5 Röcken, 2-3 Kleidern und 5 Jacken sowie mehrere Schlafshirts und sehr viele Unterhosen nähen. Konkret plane ich für diesen Sew-Along, also für knapp 3 Monate aber nur folgendes:

  • 5 Oberteile in mindestens 3 Farben und mindestens eins davon eine Bluse
  • 2 Röcke, davon keiner ein halber Teller
  • 1 Trägerkleid, das mit Shirt drunter getragen werden kann
  • 1 Blazer
  • 1 Cardigan
  • 2 Schlafshirts
  • Bonus: ein Jerseykleid

Hui, das klingt viel. Aber ich kalkuliere ein, dass ich zur AnNÄHerung fahre und mindestens ein Nähkränzchen in die Zeit fallen wird, außerdem werde ich präferiert auf bereits abgepauste und angepasste Schnitte zurückgreifen.

Welche Schnitte und Stoffe ich umsetze werde ich dann beim nächsten Treffen in drei Wochen berichten und dann kann ich auch sicher schon erzählen, was ich in der Zwischenzeit so genäht haben werde.

Und nun ihr! Was tragt ihr viel, was braucht ihr dringend, was nehmt ihr euch vor?

Das Linktool öffnet sich bei Klick auf den Button in einem neuen Fenster – das erlaubt wordpress mir nicht anders. Das „Projekt Brot und Butter“ ist ein offener Sewalong, jede ist herzlich eingeladen mitzumachen egal wieviele Teile ihr euch vornehmt, ob gehäkelt, gestrickt oder genäht, solang es sich um Alltagskleidung für euch selbst handelt. Ich bitte allerdings darum, keine Werbung zu verlinken und im verlinkten Blogpost auf die Aktion zu verweisen und einen Backlink zu diesem Post zu setzen. Das Linktool bleibt jeweils eine Woche geöffnet.

#projektbrotundbutter jetzt für alle

Im vergangenen Jahr ging mir irgendwann im Herbst auf, dass ich im Verhältnis viel zu wenig ‚Übergangskleidung‘ habe. Also Kleidung für die ca 10 Monate im Jahr mit Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, die wir gemeinhin als Übergangszeit in unserer Jahreswahrnehmung klein reden. Aber gerade wer in tendenziell überheiztem Büro arbeitet, braucht recht wenig wollene Gewänder und die ganz flattrig dünnen Sommerfähnchen auch nur in der Freizeit. Ich stellte an mir eine Tendenz fest, mir zu viel außergewöhnliches und zu wenig alltägliches zu nähen, denn klar, das außergewöhnliche macht ja viel mehr Spaß.

Ich habe gerade 10 Sommerkleider und 10 Sommerröcke eingemottet und es warten ebensoviele Winterkleider, die aber eigentlich selbst im Winter oft zu dick sind. Und dazwischen stehen nur einige Röcke und zunehmend löchrig-dünne Shirts und ungeliebte Feinstrickpullis. Dabei ist es die Übergangs- oder eigentlich Jahreshauptbekleidung, die die Hauptrolle in der Kleidungsrealität spielen sollte. Und auch könnte, wenn man sie nicht so stiefkindlich behandeln würde.

Und so proklamierte ich ab Oktober das Brot-und-Butter-Nähen und fertigte tatsächlich immerhin zwei Röcke und zwei Oberteile, einen Cardigan und einen Pullunder, zudem reparierte ich auch noch zwei Röcke. Dennoch ist das #projektbrotundbutter für mich noch lang nicht beendet. Gerade Oberteile brauche ich dringend. Und einige Workhorses meines Keiderschrankes muss ich aussortieren. Daher werde ich dem berühmten Januar-Nähtief mit einer Fortsetzung des Projektes entgegenwirken. Denn im November und Dezember musste das Ganze wegen Wintermantel, Geschenkfabrikation, Arbeitsstress und allerlei gesundheitlichen Tiefschlägen leider ruhen. Und weil ich auf Twitter ein verhaltenes aber positives Echo erhielt, möchte ich euch einladen, dabei zu sein.
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Hiermit rufe ich das #projektbrotundbutter als Sewalong oder Blogchallenge ins Leben. Wer auch schon länger denkt, sein Kleiderschrank brauche mal ein paar mehr Alltagsstücke, ein bisschen Basics, ein paar Workhorses*, Kombitalente für Zwiebellook an all den unentschieden halb kalt halb warmen Tagen, die das Jahr zu bieten hat, der ist hiermit aufgerufen, sich mir anzuschließen und die traditionelle Saure-Gurken-Zeit vor der fiebrigen Frühjahrsnäherei sinnvoll zu nutzen.

Ich bin eigentlich keine große Meisterin auf dem Gebiet des planvollen Nähens, der SWAPs und großer Konzeptnäherei. Ich folge oft der Lust oder dem letzten Stoffkauf, der sofort vernäht werden möchte. Ich beginne meist das letzte Sommerkleid noch im September und den Wintermantel am ersten Schneetag. Ich kann also nicht sehr viel strategisches beitragen. Aber einen groben Zeitplan, ein klein wenig Orientierung, den biete ich schon an. Und ansonsten seid ihr frei, euch eure Ziele so zu stecken, wie es passt. Manche mag – wie ich – eher die Masse in ihrem Schrank missen, anderen mag eher das eine Teil fehlen, das zu vielem passt. Wieder andere haben vielleicht gerade ihren Stil gewandelt und wollen neue Sachen schaffen, die sie bisher noch gar nicht hatten. All das kann uns zu einer besseren Grundausstattung führen, zu einem Kleiderschrank, der uns erlaubt, blind hineinzugreifen und erwas herauszuziehen, das in unseren Alltag passt.

Ich will hier stilistisch keine Grenze setzen. Alltag und Übergangswetter stellen sicher nicht bei jeder die gleichen Erfordernisse. Die inhaltliche Klammer soll allein die Alltagstauglichkeit sein, Brot und Butter eben. Da kann dann durchaus auch ein Blazer dazu gehören. Oder endlich gut sitzende Unterwäsche. Oder eben doch Oberteile, zur Bekämpfung der berühmt-berüchtigten Oberteilschwäche.

Also der Zeitplan:

Ich habe mir überlegt, dass ein Zeitraum von drei Monaten wohl ganz passend ist. Auch würde ich nicht öfter als alle vier Wochen ein Treffen ansetzen, denn wir arbeiten ja nicht engmaschig an einem – alle dem gleichen – Kleidungsstück, sondern jede folgt ein wenig ihrem eigenen Tempo und Rhythmus. Der Wochentag ist dabei nicht ganz so entscheidend, da ich das Linktool eh jeweils eine Woche offen lasse. Daher wie folgt:

Freitag, 8.1.2016: Plan und Konzept
Was brauche ich denn überhaupt? Welche Kleidungsstücke trage ich in heavy rotation, bis sie auseinanderfallen? Welche vermisse ich jedes Mal, wenn ich ratlos am Morgen vorm Kleiderschrank stehe? Fehlen mir nur bestimmte Elemente (Oberteile, Röcke, Hosen, Jacken, Bhs) oder ganze Outfits oder doch das entscheidende eine Teil (ein grauer Blazer, ein schwarzes Strickjäckchen, eine weiße Bluse)? Was hat Priorität? Was kann ich realistisch in knapp drei Monaten schaffen?

Sonntag 31.1.2016: Projekte vorstellen
Jetzt haben wir alle begonnen zu nähen, stricken und häkeln, haben uns Stoffe rausgelegt, konkrete Schnitte gesucht, Material nachgekauft. Zeit unsere Pläne zu konkretisieren, die ersten konkreten Projekte vorzustellen, oder gar schon erste Ergebnisse zu präsentieren. Vielleicht lagen ja noch ein paar Ufos rum, die schnell beendet wurden? Oder ein flott genähtes Shirt gibt uns ersten Aufwind im kalt-grauen Januar?

Sonntag, 28.2.2016: Zwischenstand
Jetzt haben wir ganz sicher schon was fertig, es gar schon getragen und auf Herz und Nieren geprüft. Vielleicht haben wir auch unseren Plan korrigiert. Oder wir kommen nicht weiter und brauchen aufmunternde Worte? Oder wir haben ausgemistet und uns von 3/4 der abgeliebten Schätze getrennt und Platz für frisches geschaffen?

Sonntag, 27.3.2016: Fertig!
Schon sind annähernd drei Monate rum, der Frühling ist da und wir haben ordentlich was geschafft. Keine Temperatureskapaden, keine Waschrückstände können uns mehr etwas anhaben. Wir haben was anzuziehen und können uns jetzt mit Wonne in die Planung von außergewöhnlichem, unpraktischem und Schnickschnack stürzen. Zeigt her eure Brot und Butter-Stücke!

Auf Twitter können wir uns unter #projektbrotundbutter austauschen. Stricken, nähen, häkeln, alles ist erlaubt. Auch umarbeiten, reparieren, fertigstellen**. Alles was euch passt. Ich bitte jedoch darum, keine Werbung zu verlinken und die Aktion adäquat im jeweiligen Post zu erwähnen. Das Bildchen dürft ihr gern mitnehmen!

*Zitat von Mamamachtsachen, die mit ihrem Style Bootcamp eine Möglichkeit gibt, dem ganzen konzeptionell auf den Grund zu gehen.

** wie ich höre wird Muriel auf ihrem Blog Nahtzugabe5cm wieder einen Ufo-Sewalong hosten, das lässt sich doch verbinden.