Herz voraus!

Als der Minimensch nach 3,5 Wochen Urlaub vor Kurzem wieder in die Kita kam, da freuten er und seine beste Freundin sich unbändig einander wiederzuhaben. Er redete seit Tagen von nichts anderem und sie wohl auch, so erzählte ihre Mutter. Als der Minimensch allerdings dann am ersten Tag kam, da kam sie zwar strahlend angerannt, erklärte aber dann, sie habe eh nur etwas aus dem Vorraum holen wollen. – Ganz offenbar schämte sie sich ihrer Freude.

Diese Begebenheit geht mir sehr nach. Ist es nicht schlimm, dass schon vierjährige Kinder sich ihrer Gefühle schämen? Dass sie zögern ihre Zuneigung sichtbar sein zu lassen?

Ich bin in einer liebevollen Familie groß geworden. In der es normal war über Gefühle zu sprechen. In der offensichtlich vorgelebt war, dass es etwas großartiges ist, andere Menschen lieben zu dürfen und dass Zuneigung und Vertrauen wertvolle Geschenke sind. In der auch immer klar war, dass es eine Bereicherung ist, anderen Menschen mit Toleranz und einem liebenden Blick zu begegnen. In der ich früh gelernt und oft besprochen habe, dass man sich vielfach, hundertfach in Menschen verlieben kann, dass man sich, mit dem richtigen Blick auf die Welt für viele Menschen begeistern und in vielen etwas besonderes entdecken kann.

Ich hatte das große Glück in der Pubertät in einem Bekannten- und Freundeskreis erwachsen werden zu dürfen, in dem keine Spielchen mit den Gefühlen anderer getrieben wurden. In dem es keine Eifersüchteleien gab. In dem Gefühle haben und zeigen kein Grund war, sich zu schämen, keine Schwäche bedeutete. Ein Freundeskreis, der sehr selbstverständlich alters- und geschlechtsgemischt war. In dem Menschen sehr so genommen und geliebt wurden, wie sie sind. In dem es normal war, miteinander zu kuscheln, sich in den Arm zu nehmen, einander zu vermissen und sich zu freuen einander zu sehen.

Ich kenne auch das andere erleben, das viele in der Pubertät durchlaufen. In meinem Schulumfeld, gerade unter Mädchen, war es oft gefährlich, allzu deutlich Zuneigung zu zeigen. es machte eine schwach und verletzlich. Man konnte ausgenutzt oder ausgelacht werden. Schon wegen kleinen „Verfehlungen“ war man persona non grata. Man hatte die eine Freundin gegrüßt, dann konnte man leider nicht mehr mit der anderen befreundet sein. Pech. Man stand auf den falschen Typen, den hatte doch schon die andere reserviert. Und so weiter. Loyalitäten wechselten täglich. Dieses Umfeld allein, hätte mich verkümmern lassen. Noch etwas schlimmer fand ich das übrigens im Auslandshalbjahr in Frankreich. Da war ich, weil ich auch mit Jungs befreundet war sofort eine Schlampe.

So aber habe ich die meiste Zeit meines Lebens erfahren, dass es eine Bereicherung ist, sich Menschen zu öffnen. Ich zögere selten, Menschen zu zeigen, dass ich sie mag. Ich werfe mein Herz weit voraus und meist kommt es zurück und bringt Freunde mit. Nicht immer natürlich, mein Herz hat auch Blessuren davon getragen. Ich habe Menschen sehr gemocht, geliebt, die das nicht erwidert haben. Ich habe mich Menschen geöffnet, die nicht gut für mich waren. Ich bin verletzt oder ausgenutzt worden.

Aber das war es wert. Denn ohne mein weit offenes Herz hätte ich viele großartige Menschen nie oder nicht näher kennengelernt. Ich hätte den Mann nicht, den ich liebe. Ich hätte nicht geschafft einige Internet-Bekanntschaften in tolle echte Freundschaften zu verwandeln. Ich wäre um viele großartige Erfahrungen ärmer, um Perspektiven, die mein Leben bereichern, um zahlreiche wundervolle Gespräche und sehr viel wärmendes Lachen. Ich hätte sicher einige Tränen gespart, aber auch die ein oder andere Umarmung zur rechten Zeit nicht bekommen. Ich hätte weniger geküsst, weniger geredet, weniger gelacht, weniger getanzt und weniger gechattet. Und ich wäre nicht die, die ich heute bin. Nicht die Frau, die Freundin, die Mutter, die ich bin.

Wenn ich meinen Kindern eins mitgeben möchte, dann das. Dass ein offenes Herz und ein liebender Blick das Leben bereichern. Dass es nicht lohnt zu zaudern. Dass es großartig ist, Menschen kennenlernen zu dürfen. Dass Zuneigung keine Schwäche ist. Dass man begeistert sein darf und sollte, weil es so viel zu gewinnen gibt.

Ich hoffe, das können wir schaffen, allem Gruppenzwang, aller anderslautenden Erfahrungen zum Trotz. Wir können das vorleben, aber es kommt mir wenig vor, was wir Eltern bewegen können verglichen mit dem sonstigen Umfeld. Aber wenn uns das gelänge, das wäre schön für sie und ein bisschen auch für die Welt.

Sonntagssachen 3/2017

Der Sonntag begann auf der anNÄHerung, dem weltbesten Nähtreffen in Bielefeld – mit dem annähen der Knöpfe an meinen neuen lila Blazer. Und dem Kräuseln von vielen vielen (ich glaube 25m) Metern Feintüll für einen schwarzen, bildschönen Petticoat. Dann zusammenpacken der Kleinteile, der Nähmaschine und der vertauschten Stoffe. Und alles ab ins Auto. Schwerer Abschied von all den tollen nähnerds und ab auf die Autobahn – hier schon heimische Industrieidylle. Zuhause ziemlich müde rumgekramt, den Adventskranz auseinandergenommen. Und dem Kind beim malen zugesehen. Lecker bekocht worden. Und zum Abschluss ein Guns’n Roses-Konzert auf prime geguckt. Sehr früh ins Bett gefallen…

Me made Mittwoch: Lieblingsteil 2016

Heute startet der Me Made Mittwoch in das Jahr 2017 und fragt – nun schon traditionell – nach dem Lieblingsstück des letzten Jahres. Ich dachte, als ich das Thema sah zunächst  (wie eigentlich jedes Jahr) „och letztes Jahr hab ich doch nur ganz wenig und nix besonderes genäht“ – dann ging ich mal meine Posts des vergangenen Jahres durch und stellte fest: „Huch, ganz schön tolle Sachen dabei.“ Daher nun hier meine Lieblingsteile:

Das allerwelttollste Gesamtoutfit ist dieses:

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Das Outfit ist aus verschiedenen Gründen das Gewinneroutfit des Jahres. Zum einen vereint es zwei neu entdeckte Schnitte, die für mich gut funktionieren: den Falten-Tellerrock nach eigenem Schnitt und die Vintage-Bluse aus der Knip. Beide Schnitte sind absolut super, weil sie zu meinem Stil passen und mir eine Variante des „Tellerrock+Shirt-Outfits“ eröffnen, mit dem ich sonst 95% der Zeit zumlaufe. Außerdem mag ich die Farben des Outfits sehr sehr sehr. Der Stoff der Bluse war ein wundervoller Glücksfund, sie passt super zu vielen meiner Röcke und beides passt super zu diesen schönen Schuhen.

Das komplizierteste, was ich im vergangenen Jahr genäht habe, war mein Blazer:

wp-1456317748740.jpegAuch den trage ich sehr oft – unter anderem zu dem besagten Rock – weswegen er auch noch keinen passenden Rock aus dem selben Stoff bekommen hat. Das müsste ich dann wohl mal machen.

Und dann noch das Kleid, für das ich am meisten Komplimente bekommen habe, das ist nämlich mein Far-from-perfect-1940s-TeaDress:

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Das Kleid ist wirklich noch nicht perfekt angepasst, der Schnitt hat noch Luft nach oben. Dennoch erhalte ich immer sehr viele Komplimente, wenn ich es trage. Ich glaube, das liegt an der Kombination aus dem verspielten Schnitt und dem eher strengen Anzugstoff, das fällt auch „Laien“ als was besonderes auf. Den Schnitt werde ich definitiv noch einer weiteren Optimierung unterziehen und nochmal nähen, denn ich trage das Kleid oft, gerade auch, weil es sich auch gut mit Blazer drüber macht.

Und damit genug der Rückschau und auf zum Me Made Mittwoch-Blog. An dieser Stelle ein dickes Danke an das unermüdliche Team hinter dem Me made Mittwoch. Ich finde es immernoch, auch nach nun 6 Jahren Nähbloggerinnendasein, eine sehr große Bereicherung diese Plattform zu haben und bin unendlich dankbar für vieles, das daraus erwachsen ist. Ich erahne, dass es sehr viel Arbeit ist, das zu wuppen und finde umso wichtiger, das anzuerkennen!

Me made Mittwoch: Das störrische Tea Dress

Gestern trug ich zu einer Fortbildung mein nagelneues 1940s Tea Dress, und heute trage ich es gleich nochmal (aber habe keinen so schönen Spiegel zur Hand wie im Fortbildungshotel).

 

wp-1477489499800.jpgDas 1940s Tea Dress von Sew Over it hat in Nähbloggerinnen-Kreisen einen ziemlich katastrophalen Ruf. Mir ist keine bekannt, die es einfach so ohne großen Änderungsmarathon nähte. Eher kenne ich Berichte von Wut, Verzweiflung und langem Kampf um dieses Kleid. Also stehen alle Zeichen auf: NICHT NACHMACHEN! Leider ist es aber halt ein echt schönes Kleid. Und leider bin ich ja auch von Natur aus etwas trotzig veranlagt. Also hatte es sich schon ein bisschen in meinem Kopf festgesetzt, dass ich das Kleid trotzdem (ätschi) haben möchte. In der wunderbaren Drehumdiebolzeningenieurin fand ich da eine Schwester im Geiste, auch trotzig entschlossen das Kleid zu nähen. Und weil es sich terminlich spontan ergab fanden wir uns letzten Samstag zu einem Nähkränzchen zusammen und gingen das Projekt an. Allerdings mit zwei unterschiedlichen Strategien. Ich nahm den Originalschnitt, nähte im Vorfeld zwei Probeoberteile und passte den Schnitt auf Basis von anderen gut passenden Schnitten an. Die Drehumdiebolzeningenieurin konstruierte sich aus ihrem Grundschnitt einen Schnitt mit den Designmerkmalen des Originalschnittes nach. Zeitmäßig scheint mir, kam es etwa auf das selbe hinaus – alles in allem viel Arbeit, so viel sei zur Warnung potenzieller trotziger Nachmacherinnen gleich gesagt. Ich habe zwei Abende gebraucht um die Proben anzupassen und einen Nachmittag und zwei Abende für Zuschnitt, nähen, anpassen des Kleides.

Leider habe ich versäumt, meine Proben zu dokumentieren. Die erste Probe habe ich in meiner Größe laut Maßtabelle genäht, das wäre Größe 12, das ist soweit auch sonst meine Größe. Das Ergebnis war ein Oberteil, das im Rücken locker 6 vielleicht sogar 8 cm zu weit war. Das Taillenband vorn war 4 cm zu weit. Unter den Armen und über der Brust  war auch reichlich überflüssiger Stoff, um die Brust war das Oberteil aber dennoch zu eng.

Mein Eindruck ganz klar: vollkommen unprofessionell gradiert. Mir scheint, der Schnitt wurde für ein A-Körbchen erstellt und dann basierend auf den Brustweiten der einzelnen Größen überall gleichmäßig weiter gemacht. Da die Schnittteile aber schon recht speziell sind, ist es gleichzeitig nicht trivial, das ganze anzupassen.

Die Differenz im Rücken habe ich zu gleichen Teilen i der Teilungsnaht, der Mittelnaht und der Seitennaht rausgenommen. Beim Taillenband habe ich 2cm mittig und je 1 cm an den Teilungsnähten rausgenommen. Die Brustteile habe ich mit dem Schnitt New Look 6069 abgeglichen, den ich sehr gut angepasst habe und der eine ähnliche Form der Brustteile hat.  Daraus ergab sich das zweite Probeteil.

Das war dann um die Brust etwas eng und über der Brust etwas weit. Ich habe also nochmal 1cm FBA gemacht und dann das Kleid zugeschnitten. Mein Stoff ist ein Wollstoff, Kammgarn, klassische Anzug/Kostümware mit feinen Streifen in blau und dunkelgrau. Gekauft bei alfatex letztes Jahr im Winterschlussverkauf. Nur so halb die richtige Wahl, kann ich jetzt sagen.

Beim nähen ergab sich dann noch, dass die Schultern etwas zu breit waren, dass über der Brust zu viel Stoff war, der interessanterweise zu einer Beule neben der Brust führte. Zum Glück hatte ich ja fachkundige Unterstützung und kurzweilige Unterhaltung dank Frau Drehumdiebolzen, steo konnte mich das nicht allzu sehr aus der Ruhe bringen. Der Schnitt sieht übrigens keine Einlage nirgends vor. Vollkommen eigenmächtig haben wir aber das Mittelteil des Taillenbandes und den Ausschnitt-Beleg einfach trotzdem bebügelt. Der Rock in Gr. 12 passte irritierenderweise fast perfekt an das insg. 8cm engere Oberteil, ich musste nur hinten die Abnäher etwas versetzen – was immer das zu bedeuten hat.

Das zu viel Stoff über der Brust konnte ich nur mit Hilfe eines recht unkonventionellen Abnähers ins Armloch bannen, da muss ich dann nochmal ans Schnittteil ran. Ansonsten sitzt das ganze aber prinzipiell wie ich mir das vorstellte. Einzig dass die Ausschnittkante trotz Staystitchens erheblich leierte und der Ausschnitt dann auch zu tief wurde, das war ziemlich doof. So trug ich das Kleid gestern notgedrungen mit Shirt drunter und das Baumwollshirt und der Wollstoff sind keine guten Partner. Zuppelig. ußerdem zeichnete sich der Beleg durch den Oberstoff ab und rutschte an den Schultern auch etwas raus trotz understitching. Mit Schal gings natürlich, ich bekam für das Kleid zahlreiche Komplimente, das motivierte mich, das Ausschnittproblem anzugehen.

 

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Ich trennte den Beleg raus und verstürzte die Ausschnittkante mit einem minimal gedehnten Spitzen-Wäschegummi. Jetzt steht nichts mehr ab, nichts krabbelt raus und der Einblick ist auch nicht mehr so tief. Somit kann ich das Kleid nun mit einem Seidenunterkleid tragen, da klebt dann auch der Wollstoff nicht mehr ganz so dran. So sieht das ganze also dann heute optimiert aus:

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Ich bin ganz zufrieden. Dem Rock hatte ich schon 2cm an Saumlänge zugegeben, dennoch konnte ich nur 1cm umbügeln für den Saum. Der Wollstoff ist eine Spur  zu steif, ein Stoff mit weicherem Fall wäre besser, die Optik des strengen schlichten Stoffes mit dem eher blusigen Schnitt finde ich allerdings sehr super.

Für eine zweite Version, die ich fest plane, würde ich mal Feingabardine mit Viskoseanteil versuchen. Crepe, der sicher geeignet wäre, mag ich von der Haptik einfach nicht. Aber es muss ein Stoff mit einem weichen aber schweren Fall sein, Baumwolle wäre definitiv zu steif. Dann würde ich auch nochmal das Brustschnittteil und die Ausschnittlinie anpassen, 1 cm höherer Ausschnitt wäre nicht gänzlich verkehrt.

Das Fazit zum Schnitt: Nett gedacht, schlecht umgesetzt. Nur mit Blut, Schweiß und Tränen gut umzusetzen. Definitiv kann man am fertigen Kleid nicht mehr viel anpassen, Anpassungen gehen hier nur mittels Probeteilen. Also eigentlich so gar nicht mein Ding – aber der Trotz hat gesiegt.

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Frau Prinzenrolle fordert uns heute auf, einfach mal Komplimente zu machen. Ich kann das nur befürworten, schon ein freundliches Lächeln macht echt viel aus! Also auf auf zum MMM-Blog und die vielen schönen Kleider komplimentieren!

Sonntagssachen 31/2016

Drei Schlafanzugkindern Schorle und Obst serviert. Gestrickt. Losgewandert. Leider ein Pflaster holen müssen. Bestes Wetter genossen. Schminken erklärt. Wartezeit mit bestem lazy parenting überbrückt. Snacks gereicht. Lieblingsbuch zum einschlafen vorgelesen. Wundervoller Sonntag. (Vergessen, Frühstück, langes quatschen am Mittagstisch, packen und fahren zu fotografieren)

Probegenäht: Der Partyrock von crafteln.de

Ich mache ja nie Werbung und lehne immer alle Kooperationsanfragen ab, selbst welche, die ich bei anderen vollkommen ok finde, wie etwa probennähen. Das mag ich wenn ich das woanders lese, aber selbst hab ich eine klare Linie. Aber manchmal gibt es eben Ausnahmen und meine liebe Nähfreundin Meike alias Frau Crafteln ist die Ausnahme. Als sie bei der AnNÄHerung diesen Rock zur Probe nähte, vermuteten wir schon, dass der Rock mir auch gut stehen könnte. Und so passte es ganz gut, als sie mich fragte, ob ich ihn zur Probe nähen wolle. Dann hatte ich allerdings irgendwie keine Zeit und dann passte die Jahreszeit nicht recht zu meiner Vorstellung des Rockes, und so dauerte es etwas, bis ich begann den Rock zu nähen.

Inzwischen war in meinem Kopf schon ein recht genaues Bild von meinem Rock entstanden. Er sollte aus einem festen nachtblauen  Stoff sein. So würde er sich gut in meine Garderobe einfügen. Ich habe nämlich gar keinen dunkelblauen Rock und viele passende Oberteile. In meinem Stoffschrank fand ich zwei marineblaue Stoffe vor, der eine war aber recht schwer und hatte wenig Stand. Der zweite hingegen hatte perfekten Stand, sah schön aus und so vergaß ich kurzfristig, dass dies der Rest meines Probejacketts war. Und dass der Stoff mich bereits beim Jackett in den Wahnsinn getrieben hatte, war auch kurzfristig meinem Hirn entfallen. Tja… Das Problem an diesem bildschönen quergerippten Stoff war nämlich, dass er sich quer zum Fadenlauf in Rekordgeschwindigkeit auflöste. Schneller als man auch nur versäubern kann. Also auch sehr viel schneller, als man an 6 Rockbahnen je 4 Falten legen kann. Ums kurz zu machen: ich nähte zunächst einen Partyrock für die Tonne. Die Falten waren krumm, schief und unterschiedlich hoch, weil wichtige mm dem Stoff fehlten so dass die Geometrie des Schnittes nicht mehr hinhauen konnte. Aber gut, immerhin wusste ich nun schon, dass mir die gewählte Größe passt, die Anleitung sehr gut ist und die merkwürdig geformten Schnittteile ziemlich magisch zu einer sehr schönen Form zusammenfinden. Also bestellte ich mir neuen Stoff. Nachtblau natürlich. Aber nix mit Zicken. Sondern einen schönen einfachen Baumwollköper von stoffkontor.eu. Der kam gewohnt schnell und die zweite Version des Rockes wurde somit angegangen und zur Zufriedenheit beendet.

Hier also zunächst mal ein Eindruck von meinem Rock, dann etwas mehr zu meinem Eindruck vom Schnitt:

 

Der Schnitt war für mich zunächst etwas ungewöhnlich. Sechsmal das exakt gleiche, sehr merkwürdig geformte Schnittteil zuschneiden, das hatte ich wohl noch nie. Die Angabe über die Stoffmenge ist übrigens eher exakt zu verstehen. Auch mit Zuschnitttetris lässt sich da nicht viel rauskitzeln. Ich habe das Schnittteil mit Kreide in einfacher Stofflage 6 mal aufgezeichnet. Daran kann man erkennen, dass ich Meike wirklich sehr gern hab. Sowas treibt mich nämlich gepflegt in den Wahnsinn. Ich bin ja mehr so der Typ: drauflegen bei doppelter Stofflage, beschweren, mit dem Rollschneider drum und zack. Das ging hier nicht und ich habe dennoch nicht die Flinte ins Korn geworfen. Löblich, oder? Zum Glück wurde ich ja durch einen sehr schönen Rock für die Mühe entlohnt.

Als nächstes galt es, die Faltenmarkierungen zu übertragen. Als eher wissenschaftlicher Typ habe ich das quasi reverse-engineered, also die Winkel relativ zur Seitennaht und die Länge der Markierungen ausgemessen und das dann auf den Stoff übertragen. Auch hier: Sorgfalt lohnt, nach Nähschlampenmethode mit Stecknadeln markieren geht definitiv nicht.

Nach dem Steppen der Falten – die Anleitung hierzu ist wirklich hervorragend – geht der Rest dann wirklich wie ein Klacks. Und es ist schon ziemlich magisch, wie aus den bizarren Formen der Schnittteile ein total perfekte Seitenlinien und ein total perfekter angeschnittener Formbund mit Beleg wird. Hossa. Da konnte ich sofort Meikes Begeisterung für die stokx-Schnitte verstehen, da merkt eine sofort, dass da jemand am Werk war, der sein Handwerk versteht.

Die erste Anprobe zeigte: Passt wie eine 1, die Maßtabelle ist also – zumindest in meiner Größe – ziemlich gut. Bei der Anprobe habe ich eigenmächtig entschieden, dass ich den Reißverschluss lieber auf der rechten Seite tragen werde, weil der dann nach hinten verläuft (er sitzt in einer schrägen Naht) – entsprechend habe ich den Rock in der Trageweise gepüstert und dann (ausgehend von der langen Version) um ca. 3-4 cm gekürzt. Das war die einzige Änderung. Juchheissassa. Ich habe den Saum mit Schrägband verstürzt, ich mag das einfach sehr, einerseits, weil ich den Rock gern im Büro tragen können wollte und das schicker finde, andererseits, weil man dann so schön kleine geheime Schrägbandschätze in den Saum bauen kann – so wie dieses Herzchenschrägband. Mit dem hab ich den Saum gemacht und auch den Beleg versäubert, das ging von der Menge genau auf und sieht wirklich nett und sauber aus.

Für den fertigen Rock habe ich schon einige Komplimente bekommen, obwohl ich ihn erst einmal anhatte und ich fand ihn auch den ganzen Bürotag über sehr bequem und habe ihn gern getragen. Er passt sehr gut zu meinem im Urlaub gekauften Breton-Shirt und das macht ihn natürlich noch einmal besser. Ein einziger Punkt stört mich: Keine Taschen, und auch keine einfache Möglichkeit, eine einzubauen. Das ist für mich tatsächlich ein wenig störend.

Der Schnitt „Partyrock“ aus dem Hause stokx von crafteln.de ist ein digitaler Schnitt, den es als Klebe- und Copyshopversion gibt. Es gibt zwei Längen und man erhält jeweils vier Größen, die Maßtabelle erscheint mir zuverlässig für die Größenwahl. Ich habe den Rock in Größe 2 genäht und trage sonst Röcke in Gr. 40(D)/12(US). Ich würde sehr dazu raten, das Schnittteil nach Möglichkeit mehr als einmal abzupausen oder auszuschneiden, dann klappt das auflegen und zuschneiden besser, ideal wären vermutlich drei Schnittteile. Sehr in meinem Sinne ist, dass der Schnitt die Nahtzugabe enthält. Das mag ich ja sehr und da zusätzlich die Nahtlinie eingezeichnet ist, kann man sich das im Notfall ja auch abschneiden, wenn man das nicht mag mit der Nahtzugabe.

Der Schnitt wird als Schwierigkeitskategorie „Erfolgserlebnis“ verkauft. Tatsächlich ist die Anleitung auch wirklich gut für Anfängerinnen geeignet und detailreich bebildert, und das nähen an sich ist nicht kompliziert. Allerdings muss man sauber arbeiten, sowohl beim Zuschnitt als auch beim Markieren und beim legen und nähen der Falten. Der Schnitt funktioniert nur, wenn man exakt arbeitet – dann funktioniert er aber gut.

Das Ergebnis ist ein sehr alltagsgeeigneter Rock mit dennoch sehr anderer Schnittführung. Ich finde den Schnitt vor allem deshalb gut, weil ich ihn mir nicht einfach so hätte selbst bauen können. Denn das ist mein Hauptkritikpunkt an vielen Indie-Schnitten, sie unterscheiden sich kaum von Schnitten, die ich schon habe, ich muss nur ein Detail hinzufügen und habe ein sehr vergleichbares Ergebnis. Das gilt hier keinesfalls, der Schnitt ist tatsächlich besonders und sehr professionell umgesetzt.

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Noch einmal deutlich: Ich habe den Schnitt von Meike kostenlos zum testen zur Verfügung gestellt bekommen. Ich gebe aber hier meine Meinung wider und die Möglichkeit zum Probenähen war nicht an ein positives Posting gekoppelt.

Me made Mittwoch: Stoffwechselliebe und Shawl

Ich zeige heute mein Bürooutfit von gestern. Ich truge nämlich ein 1a-Nähnerdflausch-Outfit, das mich sehr erfreut. Leider ist mein Handy derzeit unkooperativ und macht in großer Mehrzahl unscharfe Fotos. Aber einige habe ich geschafft:
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Das Kleid habe ich im Rahmen des ersten Stoffwechsels genäht, das ist nun schon zwei Jahre her. Der Stoff kam von Meike und der Schnitt ist New Look 6069, ein Schnitt den ich sehr regelmäßig wieder herauskrame. Das Kleid hat sich in meinem Kleiderschrank sehr etabliert. Ich trage es von Frühling bis Herbst, denn dank der schwarzen Grundfarbe passt es prima zu schwarzen Strumpfhosen, das ist ein echtes Problem anderer Baumwollkleider, die oft hellgrundig sind und mir deshalb im Frühjahr und Herbst Kombinations-Kopfschmerzen bereiten. Ich trage heute darunter ein langärmeliges Jersey-Unterkleid (im Prinzip ein verlängertes Shirt), aber auch nur mit Shirt oder mit Strickjacke kombiniert es sich prima.
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Hätte man mich am Anfang, als ich den Stoff bekam, gefragt, ob ich das Kleid viel tragen würde, hätte ich obwohl ich den Stoff direkt sehr schön fand, bestimmt genau wegen des Schwarz zurückhaltend geantwortet. De facto trage ich es aber so oft, dass es mittlerweile schon zweimal geflickt ist. Das schwarz gibt dem Kleid die nötige Ruhe, die mir sonst bei gemusterten Stoffen manchmal fehlt, dennoch hat es ein sehr schönes Muster, das besonders und locker wirkt. Zudem geben Paspel und Spitzensaum dem ganzen auch noch einen Hauch zusätzliche Farbe. Und der Rest kommt dann von Accessoires, wie etwa dem Schal, den ich umschlug, um den morgendlich kalten Temperaturen zu trotzen.
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Diesen Schal habe ich parallel zu Monikas Summer Shawl Knitalong fertig gestrickt, begonnen hatte ich ihn im Juni 2015. Es handelt sich um das Muster Meandering Vines Shawl (hier Link zu ravelry), das ich schon zuvor mal aus Lacegarn probiert , dann aber abgebrochen hatte.

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Jetzt nun also fertig, aus vier Knäueln Drops Alpaka in lila, gestrickt mit Nadelstärke 3,25 und ohne das beschriebene zweigeteilte Stricken, sondern einfach so viele Mustersätze bis ich mit der Länge zufrieden war.

Ich bin mit dem Gesamteindruck sehr zufrieden, finde auch, dass sich die Wolle gut dafür eignet (solang man Alpaka am Hals vertragen kann), allerdings zuppele ich viel daran herum, weil sich ein Schal nicht ganz so schön drapieren lässt, wie ein ovales oder rundes Tuch, finde ich. Außerdem wird er natürlich stetig länger und schmaler und ich ziehe ihn alle paar Tage wieder in die Breite.

Hier nochmal bessere Bilder vom Kleid einzeln:

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Und Katharina zeigt uns heute Ergebnisse ihrer Kleiderschrankentrümpelung, die sich wirklich sehen lassen können.

anNÄHerung in Bielefeld 2016

Am letzten Wochenende war ich mit meinen Nähmaschinen und der Bügelpresse mal wieder auf Reisen. Es ging nach Bielefeld, wo sich ja nun schon traditionell im Januar die Creme de la Creme der Nähnerdszene versammelt um ungestört und nach Lust und Laune mal bis zu 42 Stunden durchzunähen. Wie immer noch großen Treffen mit nähnerds bin ich angefüllt mit Eindrücken, die vermutlich den Rahmen eines einzelnen Posts sprengen und die zum Teil auch noch in mir nachreifen müssen. Aber ich beginne einfach mal mit einem „Reisebericht“ und hebe mir die weitergehenden Gedanken dann für später auf. Kommt Zeit, kommt Post, gewissermaßen.
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Ich hatte das Glück, schon auf der Fahrt beste Gesellschaft der Pott-nähnerds Frau Fantipanti und Ella Mara zu haben. Das Auto aber ächzte ziemlich unter der Last von 5 Nähmaschinen, 1 Bügelpresse, 1 Bügelstation und diverser Taschen. Ein bisschen spät waren wir auch, aber alle bekamen noch einen Platz und das Abendessen kriegten wir auch noch mit. Bei der Vorstellungsrunde waren mir tatsächlich die allermeisten bekannt, es ist ja irgendwie auch wie nach Hause kommen, so ein nähnerd-Treffen. Die Nervosität, die ich bei meinen ersten Bloggerinnentreffen hatte ist längst einer kribbeligen Vorfreude gewichen. Spannend auch, dass locker 1/3 bis die Hälfte der Teilnehmerinnen sich – heimlich oder öffentlich – als #projektbrotundbutter-Mitstreiterinnen entpuppten und ich so schon einen ersten Eindruck von einigen der geplanten Stücke bekommen konnte. Wie schön das war!

Ich hatte mir für das Wochenende vorgenommen, endlich meinen schon lang geplanten Blazer zu nähen und war wegen dieses Projektes ordentlich nervös. Im Vorfeld hatte ich schon mit dem Stoff und fehlenden Schnittteilen gekämpft und meine Notizen zu den notwendigen Änderungen waren auch recht unvollständig. Zum Glück hatte ich auch einiges hier im Blog notiert.

Am Freitagabend stellte ich den Korpus fertig, am Samstagmorgen beschäftigte ich mich lange mit Passform-Optimierung der Ärmel, am Nachmittag nähte ich meine allerersten Paspeltaschen und am Abend folgte das Futter. Kurz nach 23 Uhr am Samstag nähte ich die Knöpfe an und platzte fast vor Stolz. Am Sonntagmorgen begann ich noch ein Trägerkleid, schaffte aber nur das Oberteil fertig.

Es ist für mich etwas ganz besonderes, wirklich lang am Stück nähen zu können. Ich nähe oft in Häppchen von halben Stunden am Abend. Da schleichen sich Fehler ein und es stellt sich nicht so richtig ein „Flow“ ein. So wundervoll lang am Stück nähen zu können, ist sehr motivierend. Zusätzlich habe ich dieses Mal auch sehr von der Expertise der vielen Nähnerdettes profitieren können. Immer war eine da, um etwas zu stecken, einen Passformrat zu geben, das Händchen zu halten vor dem entscheidenden Schnitt in die Paspeltasche. Ich habe viel gelernt, das ist auch sehr gut.

Und natürlich blieb Zeit für spannende Gespräche, wühlen auf dem Tauschtisch, Sekt und Knabberkram, fachsimpeln, lachen und ernst sein. Es ergab sich die Möglichkeit in Büchern zu blättern, Schnitte anzugucken, Kleidungsstücke anzuprobieren und Nähgadgets zu testen. Taktisch geschickt saßen Frau Crafteln, die eine wundervolle Sitznachbarin ist, und ich in der Nähe der Bügelbretter, so dass wir stets guten Nachschub an Gesprächspartner innen hatten, die sich während des Wartens kurz zu uns gesellten. Auch die schwarz gefädelte Overlock war da ein guter Magnet für Besuch.

Auch wenn ich früher als andere ins Bett gegangen bin (und  mich dann jeweils noch lang mit meinen <3-Zimmerkolleginnen verquatscht habe), war ich doch am Sonntag unendlich müde, vollkommen gesättigt mit Eindrücken und doch motiviert, direkt weiterzunähen. Und natürlich noch tagelang bezaubert von der wundervollen Atmosphäre und den vielen tollen Frauen dort.

Mit vielen hätte ich gern noch länger geredet, wie immer bleibt auch der Eindruck, nicht jede lang und breit genug gesprochen zu haben. Aber was soll’s, es wird weitere Gelegenheiten geben und das ist doch auch eine wundervolle Aussicht.

 

Me made Mittwoch: Der Flauschrock (#projektbrotundbutter Nr. 3)

Gestern trug ich erstmals und mit großer Freude einen neuen Rock, der als weiteres Element meiner Frübst-Garderobe auf der Stelle super in meine Garderobe passte und ein neues Lieblingsstück ist:

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Der Rock heißt Flauschrock, weil sich in ihm ganz viel #nähnerdflausch versteckt. Der Schnitt ist aus der Burda 5/2012 (Modell 106) und ist für mich vollkommen untrennbar mit Lotti verbunden, die mir auch das Heft lieh. Sie hat gefühlt 10 Röcke nach diesem Schnitt, alle toll oder toller und so erwachte bei mir der dringende Wunsch nach auch einem. Da ich aber ja keine Probeteile mache, musste zunächst ein günstiger Stoff dafür her. Diesen fand ich bei einem Spontanbesuch bei Alfatex vor drei Wochen. In der Filiale in Bochum gibt es seit einigen Monaten einen „Schnäppchen“-Bereich, der normalerweise nur absolut ekelhaften Ramsch enthält (aber alles unter 5 Euro/m) – als ich dort kurz hinschaute stand da aber ein ganzer Tisch mit stark reduzierten Anzug- und Kostümstoffen mit Wollanteil und es lagen auch etliche Ballen sehr brauchbare Hosen- und Kostümstoffe zwischen den üblichen Polytierchen. Ich kaufte daher 8m Stoff für 24 Euro, darunter diesen hier. Ein dünner Köperstoff, denim-artig vom Ansehen aber dünner vom Anfassen her. Der Stoff hat schwarze, lilane und hellgraue Fäden und war laut seinem Ballen aus 60% Baumwolle und 40% Polyester. Durch die schwarzen Schussfäden und die abwechselnd lila und grauen Kettfäden ergibt sich eine leicht melierte oder verwaschene Optik. Nach Feinwäsche und Bügeln bin ich da nicht ganz sicher, denn er ist etwas steif und recht bügelekelig geblieben. Innen im Bundbeleg und in den Taschen verstecken sich wohl-gehütete Reste meines Stoffwechselstoffs von Meike aus dem ersten Stoffwechsel, was mich bei jedem angucken erneut sehr erfreut und so hab ich einen Rock der mich zeitgleich an gleich zwei wundervolle tolle Mitbloggerinnen erinnert. Total super.

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Ich bin mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden. Die Burda-Anleitung habe ich natürlich ignoriert, ich bin Burda-Legasthenikerin aus Überzeugung und wollte ohnehin die unsichtbare vorgesehene Knopfleiste durch eine sichtbare Knopfleiste ersetzen, so wie Lotti dies jüngst bei ihrem Sommerexemplar aus Jeans tat. Ich habe zudem nur die obersten vier Knöpfe tatsächlich nutzbar gemacht, der Rest der Knopfleiste ist zwar genäht aber dann miteinander versteppt und die Knöpfe sind durch alle Lagen aufgenäht. Warum? Weil der Rock gefüttert ist. Der Futterrock hat demnach eine vordere Mittelnaht und ist im oberen Bereich unsichtbar von Hand an die Knopfleisten angenäht. Bis auf die Tatsache, dass die vorderen Belegteile zu schmal waren – weiß der Henker was mir da passiert ist, ich nehme an, ich habe irgendwo die Nahtzugabe vergessen, denn ich nähe ja selten nach Schnitten ohne enthaltene Nahtzugabe – passt der Rock hervorragend ohne Änderungen bis auf radikales kürzen um ca. 10cm.

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Allerdings werde ich das Oberteil wohl stets drüber und nicht in den Bund gesteckt tragen, denn trotz sorgfätigen Bebügelns mit (Gewebe-)Einlage, recht robustem Stoff und der Tatsache, dass mir der Bund sogar etwas weit ist, ziehen sich die oberen beiden Knopflöcher leider unschön. Das habe ich bei Röcken mit Knöpfen öfter und kann es mir nicht recht erklären, ich werde es wohl mit einem Druckknopf zwischen den beiden Knöpfen zumindest etwas abmildern.

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Der Me made Mittwoch steht heute unter dem Motto Jeans und da passt mein optischer Jeansrock doch ganz gut rein, nicht wahr?

Sonntagssachen #7/2015

Auch gestern wieder Bilder gemacht:
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Der Tag begann recht früh. Der Minimensch erwachte vom Platzregen und sehnte sich nach Gemütlichkeit. Also wurde eine Höhle zum verkriechen gebaut und ein paar Bücher gelesen. Das obligatorische Frühstücksbild vergessen, zum Glück musste niemand zum Bäcker bei dem Regen. Noch schnell die Ladung Marmelade vom Vortag gelabelt (ja, Kreppband und Edding, mehr Liebe gibt’s hier nicht in Sachen Labels) und dann auch schon das Nähkränzchengepäck zusammengesucht und ab aus dem Haus. Die Anfahrt zu Freundin L. gestaltete sich allerdings schwierig, ein Radrennen blockierte den Weg und der Regen verlangsamte den Verkehr zusätzlich. So traf ich als letzte ein und Frau Pepita und Nähfreundin Z. waren auch schon da. Ich nähte einen Faltenrock aus der Fashion Style. Und trennte ca. jede Naht dreimal weil ich die Anleitung ignorierte und nebenher zu viel quatschte. Und natürlich gab es auch reichlich leckeres Essen, das probiert werden wollte. So verging der Nachmittag wie im Flug und schwuppdiwupp stand der Heimweg an. Immernoch im strömenden Regen, schön ist anders und langsam ging’s auch schon wieder. Grmpf. Zuhause wurde dann Gulasch gegessen, das Kind ins Bett gebracht und schließlich noch der Rock gepüstert (18cm zu lang!!!) sowie – huch, wie konnte das passieren – ein Schlüpper genäht. Ja. Ich weiß. Ich sagte, ich würde niemals Unterwäsche nähen. Geschwätz. Gestern. Und dann aber hopp ins Bett mit ebook und der Aussicht auf einen Regenmontag.

Macht euch eine schöne Woche!