Sonntagssachen #7/2015

Auch gestern wieder Bilder gemacht:
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Der Tag begann recht früh. Der Minimensch erwachte vom Platzregen und sehnte sich nach Gemütlichkeit. Also wurde eine Höhle zum verkriechen gebaut und ein paar Bücher gelesen. Das obligatorische Frühstücksbild vergessen, zum Glück musste niemand zum Bäcker bei dem Regen. Noch schnell die Ladung Marmelade vom Vortag gelabelt (ja, Kreppband und Edding, mehr Liebe gibt’s hier nicht in Sachen Labels) und dann auch schon das Nähkränzchengepäck zusammengesucht und ab aus dem Haus. Die Anfahrt zu Freundin L. gestaltete sich allerdings schwierig, ein Radrennen blockierte den Weg und der Regen verlangsamte den Verkehr zusätzlich. So traf ich als letzte ein und Frau Pepita und Nähfreundin Z. waren auch schon da. Ich nähte einen Faltenrock aus der Fashion Style. Und trennte ca. jede Naht dreimal weil ich die Anleitung ignorierte und nebenher zu viel quatschte. Und natürlich gab es auch reichlich leckeres Essen, das probiert werden wollte. So verging der Nachmittag wie im Flug und schwuppdiwupp stand der Heimweg an. Immernoch im strömenden Regen, schön ist anders und langsam ging’s auch schon wieder. Grmpf. Zuhause wurde dann Gulasch gegessen, das Kind ins Bett gebracht und schließlich noch der Rock gepüstert (18cm zu lang!!!) sowie – huch, wie konnte das passieren – ein Schlüpper genäht. Ja. Ich weiß. Ich sagte, ich würde niemals Unterwäsche nähen. Geschwätz. Gestern. Und dann aber hopp ins Bett mit ebook und der Aussicht auf einen Regenmontag.

Macht euch eine schöne Woche!

Stoffwechsel III – Mein Kleid

So. Seit vorgestern ist mein Kleid nun auch fertig und gestern warf ich es kurz für Fotos über, obwohl die schwüle Wärme natürlich nicht ganz adäquat für das Kleid ist.

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Ich hatte ja einen wunderschönen türkisen Baumwollstoff bekommen mit feinen rot-weiß-Ornamenten. Es war für mich sofort klar, dass ich das rot mit Paspeln aufgreifen möchte und so schwankte ich lediglich zwischen dem Frau-Kirsche-Kleid (Knip 9/2011) und dem Cambie-Dress (sewaholic). Da ich aber ohnehin viel zu wenig Kleider mit Ärmeln habe und das Frau-Kirsche-Kleid außerdem der für mich routiniertere Schnitt ist, wurde es ein Frau-Kirsche-Kleid. Und zwar ein tolles.

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Ich habe mir, wie immer beim Stoffwechsel, extra viel Mühe gegeben. Irgendwie möchte man es einfach so gut wie irgend möglich machen, um dem mit Liebe ausgesuchten Stoff auch gerecht zu werden.

Ich habe daher das Oberteil, das ich sonst immer etwas ad-hoc angepasst habe nochmal vernünftig angepasst nach Abgleich mit meinem Grundschnitt. Ich habe Gr. 38 genäht, ein FBA gemacht und die Schultern zusätzlich verschmälert. Ungewollt habe ich auch das Taillenband um 1cm verbreitert, weil ich vergaß, wieviel Nahtzugabe ich zugegeben hatte. Nunja. Ansonsten habe ich nur den Rock in Falten gelegt statt ihn zu kräuseln und den Ausschnitt tiefer ausgeschnitten.

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Mit dem Ausschnitt bin ich nicht ganz zufrieden, der steht ein bisschen ab. Und unter der Brust und im Rücken ist etwas viel Stoff. Das ist mir in letzter Zeit ständig passiert und das obwohl ich eigentlich über den Urlaub sogar zugenommen hab. Ich frage mich, ob mein Unterbewusstsein damit rechnet, dass ich noch mehr zunehme oder was da los ist. Hier ist es aber noch erträglich und stört mich nicht. (Wahrscheinlich bin ich einfach pingeliger geworden)

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Ich finde das Kleid toll, ich werde es sicher, sobald die Temperaturen wieder unter 25 Grad sind, gern und viel tragen. Leider passen die Schuhe, die meine Stoffpatin zum Gedanken an rote Akzente inspirierten, gar nicht zur Paspel. Zu himbeerig. Muss ich mir wohl rote Stiefel kaufen… Aber ich habe das Kleid ja extra für Strumpfhose, Stiefel, Petticoat konzipiert damit ich es dieses Jahr noch ganz viel tragen kann.

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Innen in den Taschen verstecken sich Reste von einem anderen Lieblingskleid. Und hier sieht man auch nochmal den allertollsten Stoff. Und vom wem kam er? Ich dachte erst an Muriel, dann fiel mir auf, dass ich wusste, wem Muriel Stoff schickt. Die Patin schreibt, sie liest mein Blog schon lange. Der Brief war mit viel Mühe mit kleinen Bildchen gestaltet. Ich könnte mir Frau Kreativsucht oder Frau Schildkröte vorstellen. Und??????

Stoffwechsel III – Das Finale

Ihr Lieben, ein Hallo in die Runde vom Krankenbett. Mich hat seit gestern abend eine böse Erkältung erwischt. Daher bin ich etwas spät dran mit dem Finalpost und habe auch entgegen meiner – leicht knäpplichen – Planung gestern abend nicht das Kleid fertig genäht. Aber, im Bett liegend kann ich mir ja zumindest schonmal ganz toll EURE Kleider/Röcke/Hosen/Schlafanzüge angucken. Ich bin schon sehr gespannt. Dieses Mal waren ja einige echte Herausforderungen aber auch einige – vermeintliche – Selbstläufer dabei. Habt ihr alle Klippen umschifft und am Ende ein Traumstück genäht? Oder fremdelt ihr noch? Oder seid ihr gar – so wie ich – noch etwas auf der Zielgeraden stecken geblieben? Ihr könnt euch die ganze Woche lang verlinken. Bitte verlinkt, selbst wenn ihr noch nicht fertig seid, einen Zwischenstand, damit eure Stoffsucherin sieht, was denn so aus ihrem Stoff wird. Und natürlich dürfen sich dann nun auch die geheimen Stoffsenderinnen zu erkennen geben. Mitorganisatorin Lotti (es war mir eine Freude, meine Liebe!) ist schon fertig und steht in den Startlöchern, sich zu verlinken. Bei mir fehlen noch Ärmel, Belege, RV und Saum, ich bin aber schon sehr verliebt und werde im Laufe der Woche das Kleid zeigen. Jetzt aber erstmal ihr:

 

Stoffwechsel III – Die Stoffvorstellung

Zack bumm, tadaa! Kaum einmal geblinzelt und schon sind sechs Wochen Stoffbesorgungszeit verflogen und es ist an der Zeit, dass wir uns wieder in trauter Stoff-Süchtigen-Runde versammeln und unsere neu gewonnenen Schätze zeigen. Dieses Mal kam uns an der einen oder anderen Stelle der Poststreik etwas in die Quere und so sind leider einige Pakete noch nicht bei ihrem Bestimmungsort eingetroffen und ein paar von uns sind noch ohne Stoff. Wir hoffen, dass sich schon bald alle Stöffchen einfinden und lassen das Link-Tool falls nötig entsprechend offen, bis alle ihren Stoff bekommen, fotografiert und beschrieben haben.

Heute wollen wir nun also unser Paket herzeigen. Stolz präsentieren, was wir bekommen haben. Unsere Gedanken und Pläne dazu in die Runde werfen. Und vielleicht auch ins Blaue hinein raten und wild spekulieren von wem denn nun welches Stoffpaket war – aber bitte noch nicht auflösen, da erhalten wir noch die Spannung…

Seid ihr vollkommen zufrieden mit eurem Stoff? Mitten rein in die Comfort Zone und schon tausend Ideen im Kopf? Oder ist der Stoff doch eher eine Herausforderung? Etwas – für euch – außergewöhnliches? Fremdelt ihr noch? Seid ihr gar mit eurem Stoff so gar nicht zufrieden, oder euch fällt einfach nicht ein, was ihr daraus machen könntet? Immer her mit euren Stoffgedanken und -gefühlen. Wir sind gespannt und öffnen hiermit den Vorhang für eure Stoffe:

 

(Linkup offen bis mindestens 4.7., 12 Uhr)

AnNÄHerung 2015

Dieser Post wurde in Etappen über einige Tage geschrieben.

Während ich deutlich zu spät, stark übermüdet und kopfschmerzig unterwegs ins Büro bin, wo ich dann wohl ohne Vorbereitung meine Vorlesung halten werde, lasse ich das Wochenende in Bielefeld Revue passieren. Schön war’s!
Nachdem ich letztes Jahr das kleine Stillkind noch nicht allein lassen konnte und nur sehnsüchtig die Berichte las, konnte ich dieses Jahr dabei sein. Juchu!

Für Vorbereitungen hatte ich nicht allzu viel Zeit, die Woche war vollgepackt mit Wohnungsbesichtigungen, Arbeit und organisatorischen Herausforderungen. So kam ich Freitag, dank einer „Kuppelstörung“ am Bahnhof Hamm, verspätet, müde und irgendwie derangiert, mit nur halb zugeschnittenen Projekten und ohne passendes Nähgarn mitten während des Abendessens an. Und brauchte erstmal etwas Ankommzeit. Ich kannte, für mich ungewohnt, ca die Hälfte der Teilnehmerinnen nicht, und habe es wohl auch nicht geschafft mit wirklich jeder länger zu reden. Aber die Mischung aus quatschen und nähen ist mir gut gelungen, finde ich. Nach der Vorstellungsrunde musste ich mich ziemlich aufraffen, überhaupt an die Maschine zu gehen. Zu müde und erschlagen. Dass ich mich doch aufgerafft und noch richtig warm genäht hab, war gut. An der Bügelpresse gab es ja dennoch Gelegenheit, sich aufs angenehmste zu verquatschen und so ausreichend Pausen zu haben. Und auch als ich nicht mehr konzentriert arbeiten konnte, gab es noch viel zu bereden.
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Am Samstag habe ich mich richtig warm genäht und war am Abend gegen 22 Uhr tatsächlich mit meiner Version von Simplicity 2403 komplett fertig. Und das obwohl ich den Rock trennen und alles was ging raus lassen musste, weil der enge Rock und meine Hüfte nicht so ganz gut miteinander harmonierten. Ein bisschen eng ist es immer noch, aber damit kann ich leben, denn es ist nicht unbequem. Und wunderschön.
Zwischendurch habe ich gern Robson-Coat-Beratung geleistet, über alles mögliche Näh-spezifische und weniger nähbezogene gequatscht und staunend betrachtet was andere so fabrizierten. Ich saß in bester Gesellschaft und lernte ganz nebenher mit, wie Paspelknopflöcher gemacht werden und ließ mir von der <3-Lotti sowohl Tulpenärmel als auch magische Futter-an-Reißverschluss-Maschinennähung erklären. Und neue Nähfüßchen konnte ich auch noch abstauben (danke Chrissy). Unsere Nähinsel war für mich absolut perfekt zusammengestellt und die „Rückennachbarinnen“ passten da auch noch super dazu. So eine schöne wohlwollende und anregende Umgebung.
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie wohlwollend und dennoch ehrlich der Umgang unter nähnerds ist. Wie vertraut wir schnell sind, wie mühelos wir Gesprächsthemen auch fernab von Fachsimpelei finden. Und wie toll nerdig es gleichzeitig zugeht (Füßchenschwärmerei, ein Füßchen-Schrank mit Plexiglastür, ein Dampfkleiderständer oder wie immer das heißt, ein Dinosaurier-Bügel-Ei, …). Ich habe mich sehr gefreut einige „internetaltbekannte“ persönlich kennen zu lernen, andere bereits persönlich bekannte wiederzutreffen und einige mir gänzlich unbekannte neu kennenzulernen. Gefühlt hatte ich viel zu wenig Zeit mit allen ins Gespräch zu kommen, aber andererseits hatte ich auch seit sehr langer Zeit nicht mehr die Gelegenheit lang am Stück konzentriert zu nähen und so habe ich mich hier um ein sowohl-als-auch bemüht und mich auf ein Wiedertreffen verlassen. Gegen 22 Uhr am Samstagabend konnte ich mit fertigem Kleid dann auch entspannt die Nähmaschine ausmachen und noch ein paar Stunden quatschen. Zu zweit oder in größerer Runde war es eine große Freude die Zeit zu vergessen und ein paar Prosecco zu trinken, über dies und das und jenes zu reden und Stoffe aus Verl zu befühlen.
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Den Sonntag begann ich noch einen Rock nach Butterick 6060, allerdings war ich nur so halb konzentriert, verblieb erst lang im Zimmer mit den beiden tollsten Zimmergenossinnen dann am Frühstückstisch und danach an der Bügelpresse, die ohnehin stets für eine kleine Runde Plausch gut war. So nähte ich zwar die Rockbahnen zusammen und den Reißverschluss ein, der ging aber bei der Anprobe kaputt und dann hatte ich auch nicht mehr recht Lust. Stattdessen bestaunte ich noch ein paar fertige und fast fertige Kleidungsstücke und ließ mich etwas treiben, packte meine Sachen und fuhr etwas früher als die anderen zusammen mit Monika zum Bahnhof um rechtzeitig zur Nachmittagsschicht beim Minimensch zu sein.
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Leider war ich an beiden Abenden früher im Bett als viele andere. Hier forderte dann doch das derzeit anstrengende Real Life seinen Tribut, zumal ich recht zuverlässig zur „Kind-wach-Zeit“ um 7 wach im Bett lag und daher nicht wirklich was vom „ausschlafen können“ hatte. So habe ich Musik und Tanz wohl zweimal verpasst und auch kein Foto von stimmungsvoller Nähmaschinen-Beleuchtung. Dafür habe ich das Wochenende überlebt ohne krank zu werden und die darauffolgende Woche semi-komatös hinter mich gebracht, mehr war dieses Jahr nicht drin.
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Die fertigen Kleidungsstücke kann ich leider noch nicht zeigen, dem Kleid fehlen noch Knöpfe, der Rock hat sich als zu weit rausgestellt und muss nun noch enger gemacht und gefüttert werden, ich hoffe, das schaffe ich noch bevor ich die Nähmaschinen in einen Umzugskarton verpacke.
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Es bleibt ein riesiger dicker Dank an die drei formidablen Organisatorinnen Frau Drehumdiebolzeningenieurin, Frau Mamamachtsachen und Frau Alle Wünsche werden wahr. Die tolle Erinnerung an ganz viel nähnerdflausch. Die Erkenntnis, dass ich noch viel lernen kann, aber auch viel helfen. Die immer wieder riesige Begeisterung, wie wundervoll offen, herzlich, ehrlich und wertschätzend unsere „Community“ ist. Große Freude über das persönliche Treffen mit Lotti und Chrissy sowie Frau Pepita, das nun wirklich jeweils schon lang überfällig war, das Wiedertreffen mit so vielen anderen und das neu kennenlernen insb. von Pott-Bloggerin-Genossin Birgit und anderen und auch einigen der nicht-bloggenden Teilnehmerinnen. Und die große Hoffnung auf mehr davon. Dieses Wochenende war für mich eine gute Auszeit nach und vor sehr unruhigen Zeiten, ein letztes langes Date mit meiner Nähmaschine, die in nächster Zeit wohl eher stiefmütterlich behandelt werden wird und einfach auch eine tolle Erfahrung. Alle, mit denen ich mich nur kurz unterhalten konnte, sehe ich ja dann sicher spätestens nächstes Jahr, oder?

Das war 2014 – danke tschüss und auf ein Neues!

Mein Jahresrückblick kommt dieses Jahr spät und evtl. wird er auch eher kurz. Das Jahr 2014 hat sich auf die letzten Tage nochmal richtig ins Zeug gelegt und uns mit Stress, schlechten Nachrichten und Krankheit so richtig geflutet. Da war für Weihnachtswünsche, Rückblicksposts oder ähnliches keine Zeit und vor allem auch keine Energie. In den letzten Wochen hatten wir beide, insbesondere aber Herr Siebenhundertsachen, sehr sehr viel Arbeit, viele Termine zusätzlich zum üblichen Vorweihnachtsstress, den man sich jedes Jahr wieder gar nicht machen will und dann ist er doch da. Ich war schon Mitte Dezember sehr urlaubsreif und froh nicht noch ein Weihnachtskleid begonnen zu haben. Außerdem ereilte uns dann noch kurz vor Weihnachten eine Todesfall-Nachricht aus der Familie, dicht gefolgt von einer Kündigung für unsere Wohnung und einem ziemlich miesen grippalen Infekt über die Feiertage. So waren dann alle Besuchs- und Reisepläne obsolet und wir kränkeln (Mann und Kind mit teils sehr hohem Fieber) uns nun so durch die Woche zwischen den Jahren, eine Woche, die für mich immer einen besonderen entspannten Zauber hatte. Im Real Life und in meinen Timelines kam es mir so vor, als seien alle in ähnlicher Verfassung, krank, genervt, gestresst, gründlich fertig mit diesem ablaufenden Jahr. Der vorherrschende Eindruck ist also: 2014 hau bloß ab.

Gefühlt war 2014 voll von Regen, viel zu kalt. Ich war abgehetzt und gestresst, ständig nur im Kampf mit langen lange To Do Listen. Lieben Menschen in meiner Umgebung sind sehr doofe Dinge widerfahren. Es gab keinen Sommer, dafür ein paar Frust-Kilos und unreine Haut. Ich hab gefühlt nichts so richtig, alles nur halb geschafft. Aber eine Sichtung der Fotos aus diesem Jahr, sowohl hier in der Blog-Mediathek als auch beim Erstellen des jährlichen Fotobuchs (natürlich auf den allerallerletzten Drücker) ergibt durchaus ein sehr viel positiveres Bild. Tatsächlich sieht man viel Sonne. Wenn wir auch meist für die Jahreszeit irritierend warm angezogen sind. Es gibt sehr viele Bilder vom glücklich im Garten matschenden Minimensch. Von Erntesegen und Blumenreichtum. Von leckerem Essen und Gebäck. Und von einigen genähten Lieblingsstücken. Von zwei schönen entspannten Urlauben im Mittelgebirge und -klar- auch viele von kindinduziertem Chaos. Aber das ist gutes Chaos.

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Das Jahr war für mich bestimmt vom hereinwachsen in die Vereinbarkeit, für uns vom suchen nach ausgewogener Verteilung von eigener und gemeinsamer Zeit, Arbeitszeit, Familienzeit und Freizeit. Wir sind da, glaub ich, auf einem guten Weg, auch wenn natürlich ständig und immer neu nachjustiert werden muss. Wir haben viel viel wertvolle und tolle Unterstützung erfahren, durch unsere Eltern und Geschwister und auch durch wirklich liebe und kompetente Babysitterinnen. Auch das ist ja viel wert. Zu merken „puh, das ist verdammt knapp alles, man jongliert da mit verdammt vielen Bällen, aber wir sind nicht allein.“

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Auch hatten wir beide recht grundsätzliche, richtungsweisende berufliche Entscheidungen zu treffen. Ich musste mich hier ganz genau fragen, was ich eigentlich will und zu welchem Preis. Das war für mich vor allem deshalb frustrierend, weil ich alle bisherigen Entscheidungen in meiner Ausbildung mit der Prämisse getroffen hatte, dass ich als Frau, auch mit Kindern, keinen Nachteil haben würde, nun aber doch einsehen muss, dass Familie haben in Bezug auf eine akademische Karriere sehr wohl ein Nachteil ist, es sei denn die Familie besteht aus einer Hausfrau und noch nicht schulpflichtigen Kindern. Es bleibt ein Gefühl von betrogen worden sein. Aber nur an schlechten Tagen.  Denn das nachdenken über die berufliche Zukunft hat mir auch deutlich gemacht, wie gern ich die Arbeit mache, die ich mache. Es mag stressig sein, alles unter einen Hut zu bringen und ungewiss, wohin mich das führt, aber ich gehe wirklich gern arbeiten und das tatsächlich an fast jedem Arbeitstag.

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Tatsächlich habe ich auch Dinge fertig gestellt. Sogar ziemlich viele Lieblingsstücke. Ich habe mir erstmals (in reverse order) einen Wintermantel, zwei Petticoats und ein Jackett genäht. Das hätte ich noch vor 2 Jahren kaum für möglich gehalten. Außerdem mehrere sehr schöne Kleider, einige Tellerröcke, zwei Trägerröcke und viele viele Kindersachen. Ich habe sogar ein Jäckchen gestrickt. Heureka.

 

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wpid-img_20140626_103110.jpg  wpid-P1060258.jpg Und in der Nähnerdwelt war das ein ziemlich tolles Jahr, finde ich. Ich war – wenn auch nur kurz – beim Bloggerinnentreffen in Bielefeld, wir hatten zwei großartige Stoffwechselrunden, die mir ziemlich viel Spaß gemacht, nur so mit Nähnerdflausch um sich geworfen und zwei tolle Kleidungsstücke eingebracht haben und den Abschluss bildete das Köln-Bielefeld-Treffen mit Stoffshopping in Krefeld. Ich habe viele tolle nähnerds (wieder) getroffen, sehr viele neue Blogs zu meinem Reader hinzugefügt und enger werdende Online-Freundschaften gehegt und gepflegt.

2015 wird, das ist nun ja schon sicher, für uns einen Umzug (und je nach Lage dann auch noch die Suche nach einem neuen Kitaplatz) bringen, eine räumliche Neuorientierung also. Ich hoffe, dass dafür beruflich etwas mehr Routine einkehrt und wir uns da so langsam eingrooven. An der Nähfront würde ich dann doch gern dem Probejackett nun mal ein Kostüm folgen lassen, auch Unterkleider und -röcke stehen auf der Liste. Und natürlich, ganz bald, schon ein paar Oberteile. Schnitte und Stoff sind da. Zeit allerdings gerade eher nicht so. Nunja. Ein paar Nähte hier und da schaffe ich ja scheinbar auch zwischendurch.

 

Stoffwechsel – Finale der Herzen

Zum Stoffwechsel-Finale am ersten Advent hatten einige der Teilnehmerinnen ihren Stoff noch nicht so ganz fertig verarbeitet. Nun, wo die stressige Adventszeit vorbei, die Feiertage hinter uns sind und das Jahr recht stramm aufs Ende zugeht, wäre es doch ganz gut, diese Schulden noch schnell abzutragen und das Jahr mit einem Finale der Herzen zu schließen. Wer schon in Partylaune oder vielleicht im Urlaub oder in Blogabstinenz ist, hat aber dennoch eine ganze Woche Zeit zum verlinken, nämlich bis zum 6.Januar 2015. Also Vorhang auf, Kamelle und Prosit – hier kommen die fertigen Kleider der Nachzüglerinnen. Und ich bin sicher, sie sind alle toll!

P.S.: schon gesehen? Chrissy organisiert dieses Jahr die Wahl zum Nähnerdwort des Jahres und meine Wortschöpfung Zuschnitttetris ist auch nominiert. Bis heute 12 Uhr könnt ihr noch Vorschläge einreichen und danach geht es ans Abstimmen.

Winterkaro mit extra Nähnerdflausch

Heute trage ich ein Hommage-an-Lotti-Outfit. Es war gestern zum MMM noch nicht fertig aber kann auf keinen Fall bis nächste Woche warten. Denn es ist mal wieder ein Beweis, wie toll Internet-Freundinnen sind.
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Der Rock, aus den Resten meines letztjährigen Weihnachtskleides, lag schon eine Weile zugeschnitten und gekettelt auf meinem Nähtisch. Ich hatte aber nicht mehr genug Stoff für den Bundbeleg und wollte auch keinen kratzigen Wollstoff für innen, so scheiterte das nähen daran, dass ich keine Muße fand, nach einem passenden Rest Baumwollstoffs für Belege zu suchen. Ich hatte auch anderes zu tun und dachte nicht so viel daran, bis letzte Woche dieses Päckchen bei mir ankam.
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Lotti sortiert aus (sie verkauft auch tolle Schuhe, schon gesehen?) und schickte mir, einfach so, aus heiterem Himmel eine kleine Kollektion petrolfarbiges. Nicht nur fand ich in ihrem Päckchen einen Köperrest, der perfekt als Bundbeleg für diesen Rock geeignet war, auch eine passende Strumpfhose von beeindruckend toller Qualität und – der Oberhammer – ein Vögeltuch in tollsten Petrol waren dabei. Ich war total gerührt, hab mich irre gefreut und dann den Rock in Angriff genommen.
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Beim Schnitt nix neues, halber Teller, Bund von Simplicity 2451, Tasche rechts, Reißverschluss links. Der Stoff ist Wolle mit Elasthan von alfatex und ziemlich warm (das Weihnachtskleid geht erst bei Temperaturen unter 5 Grad), das Schrägband von höchst schlechter Qualität ist auch vom Weihnachtskleid über und wurde – natürlich – eine Lotti-Gedächtnis-Paspel. Dass ich den Rock liebe, brauche ich nicht betonen, Karo, Teller, Paspel, petrol – was soll da schief gehen?
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Das Oberteil ist schon was länger fertig, aber ich bin nicht recht zufrieden. Der Schnitt ist Plaintain von Deer&Doe, wie üblich. Die Idee mit dem Spitzeneinsatz am Rücken hab ich von einem Kaufshirt. Während ich seinen Spitzeneinsatz sehr sehr schön finde, ist es mir unter der Brust zu weit und wirft komische Falten, ich muss den Schnitt nochmal anpassen, die Taille schlanker und das ganze Shirt kürzer machen. In den Rock gesteckt wirft es noch schlimmere Falten. Insgesamt ist es einfach ab unter der Brust zu weit. Ich fühle mich aber generell in grau auch irgendwie komisch, zu farblos, schätze ich. Ich hatte aber nur Baumwollspitze in grau und wollte das mit der Spitze unbedingt machen. Mit Lottis Tuch ist es aber jetzt nicht mehr zu grau.
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Insgesamt ist das Outfit ein Gewinner und ich denke außerdem den ganzen Tag an die tolle Lotti. Super, oder?
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Stoffwechsel II: Mein Stoffpaket

So, jetzt komme ich auch dazu, euch meinen Stoff zu zeigen. Es ist etwas stressig bei mir derzeit, deshalb kam ich erst jetzt zu Fotos und Bloggen. Und das, obwohl mein Stoff schon seit Wochen bei mir ist, er kam, glaub ich, schon Mitte September. So sah das Paket beim öffnen aus.
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Ein wundervoller Karostoff. In petrol. Ich war sofort hin und weg. Wolle mit etwas Kunstfaser, schön weich, gar nicht kratzig oder knisternd. Kariert. Mit einem Hauch von pink. Hin und weg. Vollkommen.
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Dabei war ein netter Brief, der darauf schließen lässt, dass die Absenderin mich entweder kennt, zumindest schon länger mein Blog liest oder sehr sehr gut recherchiert hat. Ich habe dennoch keinen Schimmer, von wem das Paket ist. Der Absender war eine Adresse in Frankfurt, das ist somit auf keinen Fall die echte Absenderin. Irritierenderweise wusste Lotti verdächtig genau über den Stoff Bescheid, sie kann aber nicht die Absenderin sein. Aber vielleicht war sie beim Stoffkauf dabei? Das würde auf eine Berliner Absenderin hindeuten. Andererseits wusste Frifris auch erstaunlich gut Bescheid obwohl sie nicht in Berlin wohnt und nicht bei Stoffwechsel mitmacht. Sehr mysteriös alles.
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Die unbekannte Absenderin schlägt mir vor aus dem Stoff einen Rock zu nähen, vielleicht passend zu meiner Lieblingsbluse. Aber weil sie unsicher ist, ob ich einen Rock oder ein Kleid nähe, hat sie mir keine Kurzwaren, sondern stattdessen eine farblich perfekt passende Ansteckbluse dazu gepackt. Keine Sorge, liebe Unbekannte: passende Kurzwaren zu petrol habe ich immer im Haus.
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Ich brauchte nur wenige Stunden, dann hatte ich die perfekte Vision für diesen Schnitt: ein Trägerrock im Stil der 40er. Und regelmäßige Leserinnen wissen, dass ich auch direkt zur Tat schritt und einen Proberock nähte, den ich seitdem sehr gern trage und dessen Schnitt nun also auch diesem Karotraum zur Ehre gereichen wird. Ich werde allerdings etwas basteln müssen, um den Karoverlauf trotz nur 1,60m Stoff sauber hinzubekommen. Aber ich bin ja nicht umsonst die stellvertretende Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Stoffknauserinnen (Vorsitzende ist natürlich Frau Kreuzberger Nähte). Mit ein wenig Zuschnitttetris wird das doch wohl zu schaffen sein. Problematisch ist natürlich auch, dass ich mir dann ganz dringend noch ca 4 Blusenreplikate in schwarz, petrol, pink und nochmal schwarz nähen muss. Und vorher den Schnitt abnehmen.
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Zum Glück geht just heute für mich eine sehr arbeitsreiche Phase zu Ende und ich habe nun wieder Zeit und Muße, dieses und andere Projekte anzugehen.

Habt ihr schon gesehen, was für tolle Stoffe die anderen alle bekommen haben? Da sind wirkliche Schätze dabei! Ich bin schon wieder ganz begeistert, wie passgenau die Stoffsucherinnen genau das richtige für ihre Wichtelchen gefunden haben. Und spannend ist es auch.

Stoffwechsel II – Zeigt her eure Stoffe!

Huch. Da ist auf einmal Mitte Oktober und damit schon Zeit unsere Stoffe zu zeigen. Endlich! Einige streicheln ihre Stoffe schon seit Wochen, andere warteten bis zur letzten Minute auf ihr Paket. Ich hoffe, so langsam haben alle Stoffe ihre liebevollen neuen Besitzerinnen gefunden und sind bereit ins Rampenlicht gerückt zu werden.
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Also. Zeigt uns euren Stoff. Wie kam er zu euch? Ist er, was ihr euch vorstelltet, oder doch ganz anders als erwartet? Habt ihr schon eine Idee, was daraus wird, oder seid ihr noch auf der Suche nach Inspiration? Und gab es Beigaben im Paket? Schnittmustervorschläge?

Ich finde, die Suche nach einem Herbststoff war ganz anders als die nach einem Frühjahrsstoff. Viel mehr Materialien kamen in Frage, dafür gab es viel weniger Muster. Ich vermute, dass es deutlich mehr einfarbige Stoffe geben wird, als im Sommer. Und mehr Textur vermutlich auch. Ich fand die Stoffauswahl sehr spannend und freue mich deshalb sehr, nun die Ergebnisse eurer Stoffsuche zu bestaunen. Lotti und ich sind schon sehr gespannt. Ihr auch?

Meinen eigenen Stoff werde ich, leider erst in den nächsten Tagen, in einem gesonderten Post vorstellen und verlinken. Ich habe ihn schon recht lang hier und weiß auch schon genau, was daraus wird. Und ich habe dieses Mal gar keine Ahnung, von wem er sein könnte.

Wiederum gilt auch dieses Mal: Falls ihr schon wisst, von wem euer Stoff kommt, verratet es nicht, dann können alle anderen (auch die Nicht-Teilnehmerinnen – ich weiß da von gewissen Listen 😉 ) erstmal fröhlich raten und später wird dann aufgelöst. Das Linkup bleibt eine Woche geöffnet, damit auch die, die ihren Stoff erst auf die letzte Minute bekommen haben, genug Zeit zum Posten finden.

Und nun: Her mit den Links!

Hinweis: Stoffwechsel ist eine geschlossene Aktion. Links von Nicht-Teilnehmerinnen werden kommentarlos gelöscht.