Stillgarderobe: Das schlicht-edle Petrolkleid

Dieses Kleid hatte ich schon seit Monaten in Planung, aber dann kam solang was dazwischen, dass ich es jetzt erst Anfang Februar fertiggestellt und auf der Geburtstagsfeier der Drehumdiebolzeningenieurin erstmals getragen habe.

Der Schnitt ist aus der Knipmode 4/2016 und mein geschultes Auge erkannte gleich: das ist eine Abwandlung des Frau-Kirsche-Kleides (Knip 9/2011). Und zwar eine stilltaugliche Abwandlung, jucheee.

Als Stoff habe ich eine petrolfarbene Baumwollpopeline mit Stretch genommen, die ist von Fashion for Designers und ich hab die eigentlich für eine Bluse gekauft. Ich wollte aber ganz gern was aus dem Vorrat nehmen, und da alle winterfarbigen (sprich nicht-weißgrundigen) Baumwollstoffe, die ich fand Geschenke waren und ich die nicht für ein Experiment nehmen wollte, fiel die Wahl vollkommen untypisch auf einen einfarbigen Stoff. Entsprechend war der Zuschnitt Tetris für Fortgeschrittene, besonders da ich den Tellerrock des Frau-Kirsche-Kleides statt des schmaleren Rockes nehmen wollte. Auch die Wahl der Paspel Ton-in-Ton war vor allem dem Vorrat geschuldet. Eine Musterpaspel in petrol hatte ich nicht und eine Kontrastfarbe wollte ich nicht. Jetzt ist die Stoff-Paspel-Kombi ungewohnt schlicht für mich, aber gefällt mir in dieser edlen Anmutung sehr sehr gut.

So ganz direkt losnähen, wie gehofft, konnte ich nicht. Das Oberteil brauchte ein FBA und außerdem habe ich es seitlich in der Rundung an das Schnittteil des Frau-Kirsche-Kleides aus der Knip 9/2011 angepasst. Da schien mir das Schnittteil zu viel Stoff zu haben.  Die FBA-Mehrweite habe ich in den Falten untergebracht. Ich hätte, das sieht man auf den Fotos ganz gut, allerdings noch mehr in der Oberteillänge zugeben sollen. Da zieht die Brust etwas das Taillenband hoch.

Als ich das Kleid dann fast fertig anprobierte, stellte ich fest, dass es so gut sitzt, dass es auch  ohne Knopfleiste vorn nicht aufspringt. Und gleichzeitig sieht es ohne Knopfleiste viel weniger nach Kittel aus, als das Hemdblusenkleider üblicherweise tun. Kurzum beschloss ich, keine Knopfleiste zu nähen sondern nur innen einen kleinen Druckknopf anzubringen.

Im Endeffekt ist das Taillenband dieses Schnittes deutlich weniger gebogen als das des Frau-Kirsche-Kleides. Das werde ich bei einer nächsten Variante vielleicht noch mal ändern und das Taillenband des älteren Schnittes verwenden.

Sehr toll finde ich an dem Schnitt, dass er innen im Oberteil überall Belege vorsieht, dadurch sieht das Kleid auch von innen sehr schön aus.

Den Saum habe ich mit Schrägband verstürzt und dann von Hand umgenäht – wo es schon so edel aussah, wollte ich es dann nicht durch eine sichtbare Saumnaht entstellen.

Ich mag das Kleid sehr sehr und hoffe, dass ich es nach der Stillzeit entsprechend kleiner machen kann. Ich werde den Schnitt auch nochmal aus einem gemusterten Stoff nähen. Was ich allerdings erst fast am Ende sah und was sich mir überhaupt nicht erschließt: In der Anleitung steht, der Schnitt sei für Jersey. Aber er hat definitiv zu wenig negative ease um für Jersey zu sein, mit dem bisschen Stretch ist er super bequem aber auch aus nicht-stretchigem Stoff ginge er problemlos. Hmhmhm.

Last days of summer

Heute trage ich nochmal ein sommerliches Bürooutfit – beide Teile sind über den Sommer entstanden. Und etwas wehmütig wurde ich schon, als mir heute morgen bei der Kleiderwahl klar wurde, dass die Tage der leichten Kleidung gezählt sind. Besser schnell die unverbloggten Teile noch verbloggen. (Das ideale Foto-Setting im Büro suche ich noch)

 

Das Shirt nähte ich im Juli im Rahmen meines Camping-Nähens bzw. des Sommernäh-Produktivitäts-Flashs. Ich wollte dringend alternative Shirtschnitte ausprobieren und so kaufte ich download-Schnitte einer deutschen Designerin. Das mache ich sonst selten. Hier seht ihr das Shirt Melli von Confetti Patterns. Ich mag den Schnitt sehr und bin damit inzwischen schon in Kleinserie gegangen. Das Shirt sitzt genau richtig locker und genau richtig eng. Es ist außergewöhnlich genug um nicht nach 0815-T-Shirt auszusehen und geht so auch super fürs Büro. 
Das Shirt hat Raffungen am Halsausschnitt und im Bauchbereich. Die sieht man in den Rock gesteckt natürlich nicht. Voilà:

Ich würde für den Schnitt Viskosejersey empfehlen. Er fällt recht weit aus, ich nähe ihn in 36 und mache ihn dann noch was enger. Es gibt den Schnitt als A0-Version zum plotten und in A4 zum kleben, er ist gut markiert, ob die Beschreibung gut ist, kann ich nicht so genau sagen, ich hab nicht viel reingeguckt. 

Der Rock ist vom Ende August aus meinem langen Urlaub. Der Schnitt ist der brandneu erschienene Partyrock von crafteln.de, Meike beschreibt ihn heute noch einmal drüben in ihrem Blog. Ich durfte den Rock probenähen und kann auch nach einigen Malen tragen nur unterstreichen, dass ich ihn sehr mag. Ich trage ihn auch mal mit Bluse da wirkt er edler und heute mit Gürtel und Shirt legerer. Mal schauen, wie ich ihn bei kühleren Temperaturen kombinieren kann.

Auch dieser Schnitt ist ein download-Schnitt, den es ebenfalls in A0 und A4 gibt. Hier fallen die Größen sehr maßgerecht aus, mein Stoff ist ein fester Baumwollköper und feste Stoffe sind wohl auch am besten geeignet um die tollen Falten zu betonen. 

Ich bin rundum zufrieden mit diesem Outfit und da passt es ja, dass heute RUMS ist.