Projekt Brot und Butter – Erstes Treffen: Bestandsaufnahme

Ich freue mich sehr, dass offenbar einige Lust haben, mit mir zusammen das Projekt „Brot und Butter“ anzugehen. Seid herzlich willkommen und auf geht’s!

wp-1451817513533.jpeg

Das Sewalong-Logo dürft ihr gern verwenden.

Heute wollen wir erstmal den Bedarf analysieren und uns einen groben Plan machen, was wir in den nächsten drei Monaten von diesem Bedarf wohl decken können, ohne dabei in allzuviel Stress zu verfallen. (Denn Stress finde ich ja an Sew-Alongs meistens doof, und ein Hobby, das Stress macht will ja auch keine.)

Also stellen wir uns mal die Frage, was wir denn tatsächlich bei normalem Ganzjahreswetter – Frübst – und normalen Gegebenheiten so tragen? Welche unserer Kleidungsstücke werden ständig direkt von der Leine wieder angezogen, sind schon ganz fadenscheinig und brauchen Kollegen? Gibt es eine Gemeinsamkeit? Ein „Standardoutfit“ – das wir vielleicht bisher verleugnen, das aber de facto zu uns gehört? Ziehen sich Farben durch? Das Projekt „Brot und Butter“ will aufgreifen, was da ist und dort auffüllen, wo Lücken sind. Also suchen wir den roten Faden in unserer Alltagsgarderobe stilistisch, farblich, vom Material und orientieren uns daran.

Bei mir heißt Alltag: In ein Büro gehen, das im Winter überheizt und sobald die Sonne scheint, dank Südfenster tropisch ist, aber auch von einem Frischluft-fanatischen Kollegen bewohnt, der gern mal über Nacht das Fenster offen lässt. Alltag heißt aber auch auf den Spielplatz, in den Sandkasten, einkaufen und spazieren gehen – zu Fuß und auf dem Fahrrad unterwegs sein genauso wie im Auto. Und auf dem Boden spielen, auf dem Sofa kuscheln, den Haushalt mit-erledigen. Ich ziehe mich dabei selten untertags um. Das heißt meine Garderobe muss modular funktionieren. Ich muss einen Schal oder eine Strickjacke überziehen können, ich muss auch mal ein Teil, das Flecken abbekommen hat, austauschen können und ich muss mich in meiner Kleidung bewegen können. Dafür habe ich selten Bedarf für förmlichere Kleidung, ich fühle mich aber dennoch gern hübsch angezogen und das bedeutet, dass ich fast in jedem Kontext vermutlich als „chic“ wahrgenommen würde.

Eine riguros ehrliche Betrachtung meiner Bekleidung in den letzten Monaten hat ergeben, dass meine Outfits zu mindestens 80% aus Tellerrock und Shirt bestehen. Das ist nicht unbedingt, wie ich es mir wünsche. Ich mag sehr gern Kleider und würde sie gern mehr tragen. Aber einerseits ist ein Kleid halt schnell mal als ganzes dreckig und kann nicht teilweise ausgetauscht werden, ich habe aber andererseits auch zu wenig kombinations-schlaue Kleider. Meine Kleider sind fast durchweg gemustert, haben oft Puffärmel und sind farblich weder auf meine Shirts, noch auf meine Strickjacken abgestimmt. Dadurch sind sie für meine Bedürfnisse zu unflexibel.

Was trage ich also genau?

Ich trage im Wesentlichen derzeit 5 Röcke: 1 roter, 1 petrol-karierter, 1 lilaner, 1 blauer. Ergänzt durch einen Jeansrock, der aber unbequem ist und den Probeträgerrock. Jetzt wo die Temperaturen unter 5 Grad waren, trug ich zudem einen Wollrock in rot, einen Wollrock in grau und den wollenen Trägerrock.

 

Dazu trage ich einfach Shirts aus Baumwoll- oder Viskosejersey in schwarz, dunkelblau, petrol und rot oder Feinstrickpullis in blau, grau, schwarz. Ich besitze derzeit 2 tragbare schwarze, 1 petrolfarbenes, 1 rotes, 1 braunes, 1 blaues mit Punkten und ein türkis-gestreiftes. 2 schwarze, 1 blauer, 1 grauer Feinstrickpulli. Außerdem einen blau-weiß-gestreiften und einen petrolfarbenen Cardi und 3 ungeliebte und ausgewaschene längere Baumwollstrickjacken. Die meisten meiner Shirts sind viele Jahre alt und ich flicke sie nach so gut wie jeder Wäsche, z.T. haben sie Löcher…

Falls ich Kleider trage, dann kurzärmelige mit Strickjacke drüber oder Shirt drunter. Z.b. das Stoffwechsel I-Kleid oder eins meiner beiden Anna-Dresses.

Ich trage außerdem natürlich auch Unterwäsche und Schlafanzüge und um die ist es ebenfalls katastrophal bestellt.

Das ist alles in allem gar nicht so wenig, allerdings habe ich mich an vielen dieser Kleidungsstücke auch erheblich satt gesehen, sie sind z.T. Jahre alt und ich trage sie in eingespielten Kombinationen.

Bereits für „Brot und Butter beta“ genäht habe ich: 1 geraden Rock, 1 lila Tellerrock, 1 beerenfarbenen Cardi und 2 der genannten Shirts. Der Cardi löst sich leider schon etwas auf und der gerade Rock ist etwas weit. Außerdem habe ich einen Pullunder fertig gestrickt und einen Walk-Cardigan genäht. Ich habe dabei festgestellt, dass ein neues Teil oft ausreicht, um alte Teile reaktivieren und dem aktiven Bestand hinzufügen zu können. So hat z.B. der beerenfarbenene Cardigan das Stoffwechsel I-Kleid winterfähig gemacht und der Walk-Cardigan nimmt dem Stoffwechsel III-Kleid genug seiner gemusterten sommerlichen Festlichkeit, dass ich es auf einmal häufig trage und nicht zu hell für den Winter finde. Der Pullunder macht viele Outfits weniger grau-schwarz und ich trage ihn sehr oft.

Meine Farbpalette ist klar, und da rüttel ich auch nicht dran: blau, petrol, lila, rot, beere. Ergänzt durch grau und schwarz. Ich kombiniere allerdings nach etwas anfänglicher Befangenheit nun lila und rot und petrol und beere oder petrol und lila – was auch wieder erheblich die Vielfalt erhöht.

Ein großes Kopfzerbrechen bereiten mir Muster. Ich  bin sehr zurückhaltend mit Mustermix, mag aber eigentlich auch nicht „ganz in uni“ rumlaufen. Ich nähe also meist gemusterte Röcke und uni-farbene Shirts (weil Muster-Jersey so schwer in schön aufzutreiben ist) und stehe dann aber oft da und es gibt nur noch Uni-Rock und Uni-Shirt und das finde ich langweilig. Mehr kombinierfreudige Muster wären schon schön. Auch müssten es gar nicht zwangsläufig Shirts sein. Ich mag auch Blusen. Unter der Bedingung, das sie keinen Hemdkragen haben und Elasthan im Stoff ist.

Ich werde im Rahmen des Brot-und-Butter-Nähens etwas zweigleisig fahren. Einerseits fülle ich auf, was ich bis dato viel trage, nähe also Röcke und Shirts. Andererseits nähe ich Ergänzungsteile, die mir erlauben auch mal wieder öfter ein Kleid/was gemustertes zu tragen – auch hier wären das dann Shirts, Cardigans, Blazer oder Pullunder aber auch mal Blusen. Vorzugsweise werde ich dabei Stoffe verarbeiten, die ich schon habe und da kann ich in meinem Schrank ganz bequem im Bereich lila, petrol, beere, grau und schwarz was finden. Blau ist derzeit eher dünn besetzt, aber an blau hängt mein Herz auch nicht so wirklich.

Hätte ich unendlich viel Zeit, würde ich mir eine komplette Batterie von 12-14 Oberteilen, 4-5 Röcken, 2-3 Kleidern und 5 Jacken sowie mehrere Schlafshirts und sehr viele Unterhosen nähen. Konkret plane ich für diesen Sew-Along, also für knapp 3 Monate aber nur folgendes:

  • 5 Oberteile in mindestens 3 Farben und mindestens eins davon eine Bluse
  • 2 Röcke, davon keiner ein halber Teller
  • 1 Trägerkleid, das mit Shirt drunter getragen werden kann
  • 1 Blazer
  • 1 Cardigan
  • 2 Schlafshirts
  • Bonus: ein Jerseykleid

Hui, das klingt viel. Aber ich kalkuliere ein, dass ich zur AnNÄHerung fahre und mindestens ein Nähkränzchen in die Zeit fallen wird, außerdem werde ich präferiert auf bereits abgepauste und angepasste Schnitte zurückgreifen.

Welche Schnitte und Stoffe ich umsetze werde ich dann beim nächsten Treffen in drei Wochen berichten und dann kann ich auch sicher schon erzählen, was ich in der Zwischenzeit so genäht haben werde.

Und nun ihr! Was tragt ihr viel, was braucht ihr dringend, was nehmt ihr euch vor?

Das Linktool öffnet sich bei Klick auf den Button in einem neuen Fenster – das erlaubt wordpress mir nicht anders. Das „Projekt Brot und Butter“ ist ein offener Sewalong, jede ist herzlich eingeladen mitzumachen egal wieviele Teile ihr euch vornehmt, ob gehäkelt, gestrickt oder genäht, solang es sich um Alltagskleidung für euch selbst handelt. Ich bitte allerdings darum, keine Werbung zu verlinken und im verlinkten Blogpost auf die Aktion zu verweisen und einen Backlink zu diesem Post zu setzen. Das Linktool bleibt jeweils eine Woche geöffnet.