Me made Mittwoch: Nicht so frühlingserwacht in Ceduna

Heute ist das Motto beim Me made Mittwoch „Frühlingserwachen“ und während mein Kleid mit seinem dünnen Viskosejersey und seinen 3/4-Ärmeln dazu ganz gut passt, hat das Wetter heute das Thema verfehlt.


Ich trage heute am ersten Tag im Büro nach 9 Tagen krank eine weitere Variante von Schnittstelle Ceduna. Der lila Jersey mit schwarzen Punkt-Kringeln ist von Coupons St. Pierre in Paris. Der Schnitt hat sich für mich für Schwangerschaft, Stillzeit und Bauchschrumpfungszeit bewährt und deshalb hab ich jetzt das dritte Ceduna.

Dem vorderen Rockteil habe ich 10cm Mehrweite spendiert, eigentlich fällt der Rock recht schmal.


Von der Seite sieht man die Kugel ein bisschen. In diesem Schnitt versteckt sie sich aber noch gut.


Für das Kleid und seine dunkelblaue Schwester habe ich schon viele Komplimente bekommen. Es trägt sich auch ganz gut unterm offenen Blazer und ist damit sehr Büro-tauglich.

Ich habe für das Kleid ca 1,30m verbraucht, obwohl ich das Rockteil verbreitert und verlängert hab. Aus den Resten des 1,50m Coupons wurden noch zwei Slips.

Und nun schau ich mich beim Me made Mittwoch um.

Me made Mittwoch: Stans

Heute der erste reguläre MMM des Jahres und es tummelt sich schon ganz schön auf dem MMM-Blog. Ich trage heute ein bequemes Woll-Knisterkleid aus Strickstoff nach dem Schnitt Stans von Schnittquelle.
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Genäht habe ich das Kleid im ewigen Winter des letzten Jahres als umstandstaugliches Wollkleid und es wurde auch sehr viel getragen. Leider sieht man ihm das ziemlich an, denn der Stoff ist ein Poly-Wollstrick von lausiger Qualität, der nun schon ziemlich pillt. Außerdem wächst das Kleid auch über den Tag gern mal um ein paar cm in alle Richtungen. Allerdings ist es dafür auch schnell nach dem Waschen wieder trocken und zurechtgeschrumpft, ein großes Plus, wenn kaum ein Kleid länger als einen Tag getragen weil kleine breibeschmierte Patschhände der Sauberkeit schnell den Garaus machen.
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Ich sollte den Schnitt nochmal aus etwas festerem Strick nähen, denn er ist eigentlich genau mein Ding und mit Unterkleid auch genau richtig für das derzeitige Schmuddelwetter.
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Julia zeigt auf dem MMM-Blog einen geupcycleten Rock mit reizendem Folkloremuster und lässt mich wünschen, ich würde auch mal mehr Strickoutput haben als eine Strickjacke alle 5 Jahre.

Himmelfahrtskommando – doch dabei!

Ich mag Sew-Alongs. Es macht mir Spaß durch die vielen Pläne der anderen zu klicken und mich inspirieren zu lassen und ich wachse beim nähen durch die Gruppe „über mich hinaus“. Allerdings war ich zunächst vollkommen sicher, dass ich NICHT beim von Alex und Steffi initiierten Himmelfahrtskommando mit machen werde. Warum? Nunja – ich bin schwanger. Was auch immer ich nähen würde, könnte ich nur wenige Wochen tragen – zu viel Mühe also… und auch nicht im Sinne des Sewalongs. Außerdem lechzt mein Herz nach Webstoffen. Nach Kleidern mit Taille und einem schönen Mantel. Aber das alles würde mir nicht passen und auf noch ein Jerseykleid hab ich keine Lust… Tja… so weit meine Gedanken.

Und dann begann ich diese Woche mit der Arbeit an einem besonderen und sehr dringend benötigten Umstandskleid. Ich bin Anfang Mai (jaaaa, vor Himmelfahrt) auf einer Hochzeit und Ende Mai auf einem 80. Geburtstag. Für diese beiden Anlässe brauch ich ein Anlass-Umstandskleid. Der Plan stand schon lang, alle Materialien waren vorrätig, allein die Motivation nicht. Weil die Zeit drängt, hab ich dann aber diese Woche doch mal angefangen und – oh Schreck – bevor ich überhaupt in die Nähe einer Bauchanpassung kam, stieß ich schon auf erheblichen, nahezu unerbitterlichen Widerstand. Es passt nicht, nichtmal das Oberteil, nichtmal ansatzweise. Außerdem ist der Stoff die Hölle. Rechte und linke Seite praktisch nicht zu unterscheiden, flutschig, löst sich vom angucken schon auf und ist außerdem leicht durchsichtig. Krise. Zeter und Mordio. Kleid schon auf dem Weg in die Tonne. Ich geh im Jogger. Ende. Doch dann, die rettende Idee: Ein wenig militärischer Drill und eiserne Disziplin – vielleicht ist Polen noch nicht verloren (höhö)… ich ordne mich also dem Kommando der Damen mamamachtsachen und 81gradnord unter und schließe mich ihrem Himmelfahrtskommando an. Wobei ich ganz streberhaft bereirts am 4.5. fertig sein werde. Muss.

Also hier der Auftrag:
Was will ich nähen?
Ein Hochzeitsgastkleid.
Umstandstauglich soll es sein, und nicht zu Stoffverbrauchs- und arbeitsintensiv, damit es kosten-nutzen-technisch vertretbar ist.

Welcher Schnitt?
Aufgrund bisher weitgehend guter Erfahrung mit Empiretaille bzgl. Umstandsänderung, hab ich mich für Brindisi von der Schnittquelle entschieden. Den gerafften Ausschnitt finde ich sehr nett. Außerdem ist der Rock an sich eher schmal, dann sehe ich vielleicht nicht von hinten wie eine Tonne aus, wo sich das ja von vorn nicht vermeiden lässt
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Welcher Stoff?
Ein bestickter Taft, von dem hier noch 2m im Regal rumlungerten, die schon letztes Jahr ein Hochzeitsgastkleid werden sollten. Nach dem Zuschnitt offenbart der Stoff diverse unangenehme Eigenschaften: er ribbelt, als würde er dafür bezahlt, zerfällt einem quasi unter den Fingern, rechte und linke Seite sind nur bei sehr genauem Hinschauen zu unterscheiden, er ist leicht durchsichtig und nicht trennfreundlich – kurzum, ein echtes Schätzcken.
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Probeteil?
Ähm ja. Das hat sich nun quasi so ergeben. Ich habe das Kleid zugeschnitten und die Teile samt Nähmaschine mit in den Kurzurlaub genommen. Dort hat sich herausgestellt, dass das Oberteil von allein als Probeteil volontiert, denn: 1. Die Anleitung ist richtig mies. Die Belege müssen sehr merkwürdig aneinander genäht werden, was nirgendwo ersichtlich ist, es ist nicht mal vermerkt, ob die Arbeitsschritte sich auf Vorderteil oder Hinterteil beziehen, … 2. Da Raglan plus Tunnelzug plus eingekräuselt, war sinnvolles anprobieren erst nach vollständigem heften des Oberteils möglich. Und das ergab: Das Ding passt nicht, obwohl eigentlich zu groß für meine Maße… Brustumfang zu klein, Ausschnitt zu weit, Ärmel zu eng, Oberteil insg. zu kurz. Eyeyey. Ich betrachte das Oberteil also nun als Probeteil und werde ein neues Oberteil zuschneiden, das dann hoffentlich passt.

Was ist also nun die Herausforderung?
1. Ich muss das Kleid füttern. Ich wollte das nicht, zu viel Stoff, zuviel Arbeit, aber ich werde nicht drumrum kommen. Ich habe daher für das Oberteil einen Baumwollstoff aus dem neu sortierten Stoffschrank gezuppelt und für den Rock einen weißen Crashtaft, der eh nicht genug für ein ernsthaftes Projekt ist.
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2. Alle Oberteil-Schnittteile müssen offenbar angepasst werden, ich hab mit Raffung und Raglanarm da etwas Respekt vor… aber so geht es ja nicht…
3. Dann kommt ja erst die Bauchanpassung, die ich als eigentliches Problem ansah. Es ist allein schon schwierig abzuschätzen, wie groß der Bauch noch wird. Ich hab jetzt mal den Bauch derzeit vermessen, da sehr großzügig was drauf geschlagen und das ganze zum vorderen Rockteil im Bruch zugegeben. Der Plan ist, es mittig in Boxpleats oder Kellerfalten zu legen. Die Saumweite habe ich annähernd unverändert gelassen.
4. Mein Zeitdruck an sich. Deadline 4.5., morgens… wenns klappt, kann ich dann an Himmelfahrt souverän Hochzeitsbilder zeigen, vom Kleid in Aktion.

Alle anderen Himmelfahrenden sammeln sich heute hier. Viele Mäntel hab ich schon gesehen…

Me made Mittwoch: Knotenkleid

Hallo und herzlich willkommen zum Tag der schlechtesten Fotos des Jahres. Gerade als ich das Handy zückte und zu fotografieren ansetzte, fing es draußen an – zur Abwechslung mal wieder – wie wild zu schneien! Ich wollte eigentlich heute keinen Piep über das Wetter schreiben… aber ehrlich gesagt, das da draußen kann man ja schon nicht mehr Wetter nennen – eher postapokalyptische Endzeit-Witterung oder so… erinnert sich jemand an die Neuverfilmung von „Mit Schirm, Charme und Melone“ mit Uma Thurman? Ging es da nicht um Wetterbeeinflussung? Ich fürchte, der Bösewicht ist aus der Fiktion in die Realität entkommen! Trüge ich heute nicht ein neues Kleid, ich hätte alle Fotos auf der Stelle wieder gelöscht und den MMM verstreichen lassen!

Ich hatte bisher kein Knotenkleid. „Waaaas? Wie kann das sein? Es gibt MMM-Teilnehmerinnen, die kein Knotenkleid besitzen? Ist das nicht die Voraussetzung um mitmachen zu dürfen?“ Nunja. Zunächst mal hatte ich weder die entsprechende Knip, noch den entsprechenden Onion-Schnitt. Beide sind vergriffen und ich hab auch nicht ultra-intensiv danach gesucht, denn … in jeder Knip ist mindestens ein Jerseykleid-Schnitt. Zwei davon zählen zu meinen Standards und erfüllen den selben Zweck, wie bei anderen das Knotenkleid. Ich war glücklich und zufrieden…

Tja, und dann blätterte ich mich beim Schnittquelle-Sale so durch die Kleiderschnitte und BÄMS … ein Knotenkleid. Da schlug der olle Lemming in mir dann doch zu und schwuppdiwupp war ‚Ceduna‘ im Warenkorb. Und da ich ja nun im Moment vor allem Jerseykleider nähe, in der vielleicht irrigen Hoffnung, dass ich sie auch ohne Bauch noch werde tragen können, hab ich den Schnitt dann beim letzten Nähkränzchen mal in Angriff genommen.

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Der Stoff ist aus der Winterkollektion von Stoff und Stil. Gewohnt gute Qualität. Ich bin trotz 2cm Bauchzugabe im Bruch und Verlängerung mehr als reichlich mit 1,5m ausgekommen.

Die Anleitung ist -wie von Schnittquelle gewohnt- ziemlich sparsam gehalten. Das hat mich etwas gestört, denn ich war bis zum Ende nicht ganz sicher, ob ich alles richtig gemacht hab. Bei gedoppeltem und verdrehtem Oberteil hätte ich mir etwas präzisere Angaben gewünscht.

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Frau Pepita hat den Schnitt auch schonmal genäht und hatte die Möglichkeit, ihn mit dem Onion-Schnitt zu vergleichen. Sie schreibt, Ceduna sei im Rockteil schmaler geschnitten. Da ich sicher gehen wollte, dass mir das Kleid auch um die Kugel herum passt, habe ich im Stoffbruch des Vorderteils 2cm zugegeben und die Mehrweite in der vorderen Mitte in Falten gelegt. Außerdem schien mir das Kleid etwas kurz und ich habe den Saum um 4cm verlängert. Ansonsten saß alles auf Anhieb und ich bin sehr zufrieden.

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Die Flügelärmelchen gefallen mir sehr gut -auch wenn das natürlich noch nix für dieses Wetter ist. Aber mit Unterkleid und Cardigan geht es schon… ich boykottiere das Wetter jetzt einfach konsequent! Ich glaub ich nehm Ceduna in die Reihe meiner Standards auf.

Auf dem MMM-Blog begrüßt uns heute allen bösen Viren zum Trotz und aus dem Schneegestöber heraus Wiebke und ihrem Ruf folgen wieder viele schön bekleidete Selbstnäherinnen!

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