Weihnachtspost #1: (keine) Deko

Ich muss jetzt mal schnell noch alle Weihnachtsdinge verbloggen, die noch in den Blogplänen schlummern, sonst ist nachher Weihnachten vorbei.

Ich bin ohnehin nicht so die Riesendekorateurin. Früher, als ich noch in Blumen machte und später in Geschenkverpackungen, da sah es in meiner Wohnung immer sehr weihnachtlich-festlich aus. Das habe ich mangels Zeit und Priorität schon in den letzten Jahren stark reduziert. Dieses Jahr sind dann noch einige bisher etablierte Dekoelemente wie auf dem Boden stehende Windlichter mit Christbaumkugeln, der Krabbelkindprävention zum Opfer gefallen. So ist es hier eher unfestlich. Einen Adventskranz gibt es, auf einem höheren Regal, wo das Kind nicht rankommt.
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Und Transparentpapiersterne. Damit habe ich schon letztes Jahr begonnen und ich finde sie sehr schön. Katharina zeigte ihre (die sehr viel komplexer sind als meine) schon vor einiger Zeit. Hier nun meine:

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Diese 3 stammen alle aus diesem Buch. Das Buch kann ich nicht so ganz empfehlen. Es enthält letztlich nur einige wenige Elemente, die zu insgesamt 6 Sternen kombiniert werden können und sich z.T. sehr ähneln. Alle sind aus Rechtecken im Seitenverhältnis 1:2 oder 1:3. Die Auswahl an Büchern zum Thema war zumindest in den 3 hiesigen Bastelgeschäften aber auch stark begrenzt – es gab genau eins und das war sehr teuer, so dass ich dieses von meiner Mutter geliehen habe.
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Dieser Stern ist nach einer Anleitung von Handmade Kultur und ich finde ihn für einen achtzackigen Stern sehr hübsch. Er wird aus Quadraten gefaltet, verbraucht also – im Verhältnis – recht viel Papier.
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Diesen „Waldorfstern“ habe ich mir bei Katharina abgeguckt. Ich finde den vollen Farbkreis, so wie in der Anleitung, schon recht *räusper* anthroposophisch, habe daher mit halben Farbkreisen experimentiert und finde das sehr schön. Dieser Stern ist aus Fünfecken und es bedarf etwas mehr Zeit zum zuschneiden der Elemente, dafür faltet er sich total simpel und macht echt was her. Meine Fünfecke haben eine Kantenlänge von 9cm, ich habe aber auch mit 6cm experimentiert, das wird auch sehr schön. Wer, wie ich, das letzte Fünfeck in der Mittelstufe konstruiert hat: ein gleichseitiges Fünfeck hat Innenwinkel von 108 Grad. Ich musste das kurz googlen, shame on me.

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Auf der Fensterbank habe ich zwei – gekaufte – Lichttüten in die ich je durch einen der unteren Sterne auf der Rückseite eine 10er Lichterkette gepfriemelt hab.

Und wenn mich irgendwann am Wochenende noch ganz dicke die Dekorierlaune trifft, verstreu ich vielleicht noch ein paar Filzsterne auf freien Flächen. Wobei: Welche freien Flächen eigentlich?

Kampf dem Zettelchaos

Kennt ihr das, dass man im Portemonnaie und an irgendeinem Platz in der Wohnung lauter Kassenzettel sammelt, weil man die ja 4 Wochen aufbewahren muss wegen der EC-Zahlung? Bei uns liegen sogar bar bezahlte Quittungen rum, weil sie noch ins Haushaltsbuch eingetragen werden müssen. Dieses Problem wollte ich endlich mal angehen.
Dabei konnte ich ein anderes Problem gleich mitlösen. Denn folgende Situation tritt derzeit bei uns mehrfach pro Woche auf:
Frau Siebenhundertsachen: „Oh, wir brauchen XYZ.“ Notiert XYZ auf herumfliegendem Zettel.
2 Tage später bei Erstellung des Einkaufszettels wird alles mögliche aufgeschrieben, nur nicht XYZ weil Zettel weg und Gedächtnis auch.
Einen weiteren Tag später:
“ Ach Mist, XYZ hatte ich dir gar nicht aufgeschrieben. Da müsstest du nochmal schnell los, weil das brauchen wir dringend.“
Kaum ist Herr Siebenhundertsachen unterwegs, fällt mir ein: “ Oh, ABCD ist auch leer.“ Notiert auf herumliegendem Zettel und …
Es muss also ein zentrales Einkaufsgedächtnis her, denn meins ist derzeit nicht verfügbar. Also eine Tafel. Aber nirgendwo in der Wohnung ist Platz für eine Tafel, wir haben nicht viel freie Wand weil viele Fenster. Die Lösung beider Probleme sieht nun so aus:
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Oben die Kassenzettelablage nach Wochen. 1 = max. 1 Woche alt, 2 = 1-2 Wochen alt, usw. Jeden Samstag wird durchgereicht und die älteren entsorgt oder abgeheftet falls Garantie-relevant.
Die Wäscheklammern sind mit Powerstrips angeklebt, darunter ein Streifen Tafelfolie.
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Die große Tafel ist auch aus Tafelfolie, inspiriert von Nike. Da hab ih auch den Trick her, alles erstmal gründlich einzukreiden.

Wegen Abneigung gegen Kreide beim männlichen Teil des Haushalts schreiben wir mit Kreidemarkern. Die stauben und quietschen nicht.

Die Tafelfolie ist sehr günstig gewesen und wie auch die Bewertungen prophezeiten, hält sie nur so mäßig gut und das ganze ist wohl nicht für die Ewigkeit. Ich wollte aber das Prinzip erstmal antesten bevor ich da mehr Geld reinstecke, außerdem habe ich Angst vor bleibender Türverschandelung. Weiß jemand eine Quelle für hochqualitativere Folie? Denn im Onlinekaufhaus hatten auch teurere Fabrikate ähnliche Bewertungen.

Bisher klappt das ordnen ganz gut, mal gucken ob das so bleibt.

Tag 5 – Finale

Heute konnten wir den Tag gemütlicher angehen, denn es stand nur noch putzen und Müll wegbringen auf dem Programm. Außerdem noch sehr viel Wäsche.

Aber jetzt erstmal Fotos vom Ergebnis. Unser neuer Schrank, der eigentlich ein Regal ist:

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Links der Tür, wo vorher meine Nähecke war

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Rechts der Tür - die ehemalige Schmuddelecke des Zimmers

Es ging bei dem Projekt darum, Stauraum zu schaffen, für all den Kram, den wir in unseren Dachgeschosszimmern bisher offen in Regalen, Kisten und rumstehend lagerten. Zusätzlich natürlich neuer Platz für die Sachen des Minimenschen. Dabei sollten folgende Bedingungen erfüllt sein: Den Platz trotz Schräge optimal ausnutzen, weitgehend ‚child proof‘ sein, nicht allzu teuer und nicht gänzlich nur in dieser Wohnung nutzbar. Nach einer denkbar knappen Recherche zu angepassten Schrägen-Schränken war klar, dass diese Option nicht in Frage kommt. Auch einen Schrank komplett zu bauen, haben wir verworfen. In einer Mietwohnung extra angepasste Möbel zu bauen, schien uns wenig zielführend. So kamen wir schnell auf den Trichter, dass eine Regalkombination Sinn machen könnte. Wir entschlossen uns für IKEA-Hacking und das Alltime-Standard IVAR.

Natürlich passen die verfügbaren Leiterlängen nicht exakt. Die längste Grösse (2,26) würde in dem Raum nur genau in der Mitte passen – uns blieben also nur die zwei Maße 1,79 und 1,24 – mehr bietet das abgespeckte Sortiment nicht mehr. Folglich haben wir die Leitern individuell zugesägt. Die kürzeste Leiter ganz links in der Ecke ist unter 40cm lang, die langen neben der Tür 1,79.

Wir haben einige Wochen lang alles abgegrast, was sich an gebrauchten Teilen in der Umgebung aufkaufen ließ und außerdem Bretter und Leitern von Eltern und Schwiegereltern bekommen. Neu kaufen mussten wir nur einen Schrank (links) & eine Kommode (rechts). Folglich eint unser Schrank nun Elemente aus den späten 70ern bis heute. Daher sind sie farblich auch recht unterschiedlich, aber das wird sich ja geben.

Die Kommode mit den kleinen Fächern war pottenhässlich OP-grün lackiert. Nach Anschliff hab ich sie 3mal weiß lackiert- leider ist fast nichts so schwer wieder auszubügeln wie ein mit viel Liebe und Dilletantismus erfolgter Lackanstrich-perfekt ist das Ergebnis nicht. Alle anderen Teile hat Herr Siebenhundertsachen z.T. sehr mühsam abgeschliffen und ich hab sie danach geölt.

Die Schränke links der Tür fassen nun grob den Bereich „werkeln“ . Hier ist nun mein Stofflager, meine Schnitte und Nähzeitschriften. Die weiße Kommode enthält Bastelsachen und Kurzwaren. Darüber ist die Fotolabor-Ausstattung des Gatten eingezogen.

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Rechts der Tür ist weitgehend Minimensch-Zone. Die Kommode ist seiner Kleidung zugedacht, der Schrank darüber fasst Decken und zugehörige Bezüge, Schaffelle und anderes. Ganz außen das kleine Regal, soll mal Kisten mit Spielzeug enthalten.

Leider fehlen uns noch passende Holzkisten für die kleinen Ecken. Es gibt nirgendwo welche in 50 tief und 40 breit. Ich werde daher wohl noch welche basteln müssen – eine Idee hab ich schon.

Das Zimmer ist einmal dem Minimenschen zugedacht, aber erst, wenn er unserem Schlafzimmer entwachsen ist. Zum Glück muss icn selbst dann nicht auf eine Nähecke verzichten. Ein Alternativplatz ist schon ausgeschaut. Erstmal bleibt sie aber noch im MuFuZi, sie ist an die gegenüberliegende Wand, neben das Fenster umgezogen.

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Auch unsere Instrumente dürfen noch etwas bleiben, bevor der Minimensch ihnen gefährlich wird…

Ich bin sehr zufrieden. Das Zimmer hat deutlich an Ordnung und Stauraum gewonnen. Einiges wurde entsorgt, Kram aus anderen Zimmern untergebracht, ein Grundstein für die langsame Evolution vom Gäste-Näh-Musik-Zimmer zum Kinderzimmer ist gelegt.

Nebenbei sind damit nun auch die anderen Räume bewohnbar geworden, so dass wir nun die restlichen Urlaubstage genießen können.

Tag 4

So langsam wird es. Nach einer Runde Eier färben und Wäsche aufhängen wurde heute nun der Schrank eingeräumt. Endlich ist mein Stofflager gut verstaut und auch die Bastelsachen sind sortiert und in Schubladen und Schränken verstaut. So manches, was bisher an anderen Orten im Wege stand, hat nun einen echten Platz. Zum Beispiel die Fotoentwicklungsausstattung von Herrn Siebenhundertsachen oder das eine oder andere herumfliegende Notenblatt. Die Kommode und der Schrank des Minimenschen sind noch leer und warten, dass alle kleinen Klamotten aus der Wäsche kommen. Ein bisschen Platz hat der Schrank noch – aber der darf ruhig erstmal als Puffer dienen. Was bisher lose und in Regalen im Zimmer war, ist nun verstaut.
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Ein Scheitern auf der ganzen Linie, war allerdings der Baumarktbesuch. Wir wollen das Holzlager mit OSB-Platten verkleiden. Eine Platte hatten wir noch und wollten nun passend noch zwei weitere besorgen und zuschneiden lassen … tja. Leider gab es nur das falsche Maß und zugeschnitten werden die auch nicht… also sieht das Holzlager nach wie vor so aus:
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Außerdem wollten wir Holzkisten besorgen, für die Stellen, an denen Regal ohne Türen ist. Leider hat die Holzkisten-Auswahl doch stark abgenommen und unser gewünschtes Maß von 40*50cm Grundfläche, das den Platz optimal ausnutzen würde, gab es gar nicht. Deshalb gibt es nun leider noch solche Schmuddelecken:

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Weiß jemand, wo man günstig Holzkisten in 50 tief, 40 breit und 20-30 hoch herkriegen könnte?

Ansonsten steht nun für morgen das große Putzen an, denn sowohl das MuFuZi als auch alle anderen Zimmer sind noch ziemlich baustellig anmutend. Und wenn dann das eine Zimmer geschafft ist (und die Anstellkammer als Bonus) – dann steht uns in 2-3 Wochen noch das Arbeitszimmer bevor, das tritt nämlich einen Teil seines Inhalts an den neu hinzugewonnenen Keller ab…

Tag 3

Auf Grund einer quasi schlaflosen Nacht, war ich heute eher nicht so zu gebrauchen. Nachdem ich heute morgen die zweite Hälfte der Abstellkammer des Schreckens aufgeräumt hatte und wir die Schwedentour zur Beschaffung der fehlenden Teile hinter uns hatten, musste ich erstmal schlafen. Zum Glück habe ich einen tollen Gatten, der derweil den neuen Schrank geschliffen und den Rest der Regalschrankwand aufgebaut hat. Nun steht sie fix und fertig da und wartet darauf, befüllt zu werden.

Naja, fast fix und fertig. Das Op-Kittel-Grün hat sich immernoch nicht geschlagen gegeben. Deshalb habe ich heute abend die Schubladen der Kommode nochmal lackiert. Sie trocknen nun und werden dann morgen auch befüllungsfertig sein.

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Schon eingerichtet ist hingegen der Nähtisch am neuen Platz. Endlich konnte ich auch meinen Garnrollenhalter montieren.

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Morgen früh werden also erstmal Stoffvorrat, Bastelutensilien, Fotoausstattung und Dekokram einziehen. Und danach werden die Kleidungsstücke des Minimenschen ein-zwei Ründchen in der Waschmaschine drehen. Derweil wird Herr Siebenhundertsachen zur Abwechslung mal wieder den Baumarkt visitieren. Denn das Holzlager braucht noch eine ordentliche Verkleidung.

Lagebericht 8/2013

Das war ja nun wirklich wettertechnisch ein Lichtblick Anfang der Woche. Leider ist das heute schon wieder vorbei. Aber gut, machste nix, ne? Der Minimensch und ich haben diese Woche ein wenig über die richtige Schlafposition gestritten. Deshalb waren die Abende von Müdigkeit und wenig Aktionismus geprägt. Keine besonders produktive Woche also.

Das bisschen Haushalt: läuft. Die Wäscheberge schrumpfen. Ordnung ist hier im Moment sehr relativ, vor allem weil hier überall derzeit die freien Plätze von sowas hier besetzt sind:

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Und sowas:

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Wir horten gerade Regalteile und Kommoden- und Schrankelemente, wann immer sie gebraucht zu bekommen sind (und das ist selten genug). Über Ostern werden sie dann bei der Umgestaltung des MuFuZi ihren Auftritt haben. Dann sollen sie dazu beitragen, dass dort nix mehr lose oder in Pappkisten rumfliegt und sollen die Sachen des Minimenschen beherbergen. Der hat nämlich schon ganz schön viel Kram dafür, dass er noch gar nicht da ist… Bis dahin stehen allerdings sowohl die Regalteile als auch die Minimensch-Sachen irgendwie im Weg herum und sorgen dafür, dass nur Teile der Wohnung je ordentlich aussehen. Deshalb stockt auch das ausmisten etwas – lohnt irgendwie nicht, so kurz vorm erneuten räumen.

Kulinarisches: öhm wenig. Eingelegte Rote Beete mit Bratkartoffeln und Spiegelei, Nudeln, Falafeln, Rohkost.

Werkeln: diese Woche stark erschwert, weil das Nähzimmer seiner zweiten Aufgabe als Werkraum nachkommen musste. Da blieben die Maschinchen unter schützenden Hüllen. Die meiste Werkelzeit hab ich diese Woche mit dem umbügeln von knapp 7m Saum verbracht. Doppelt. Und abgesteppt. Auch doppelt. Gesegnet sei mein Zicken-freies Janome-Arbeitstier, das auch unter solch erschwerten Bedingungen noch schnell und zuverlässig gerade und regelmässige Nähte produziert.

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Nike riet am Sonntag richtig: eine Hängematte für den Minimensch wird es. Der langweiligste Part ist überstanden, mal schauen ob meine Konstruktionsgedanken aufgehen.

Ansonsten ist das erste Knäuel meines neuen Pullis weggestrickt. Manch eine mag sich fragen, warum ich im Frühjahr einen Herbstpulli anfange. Die Antwort ist einfach: Ich erwarte nicht, vor dem Herbst fertig zu sein, denn ich bin Weltmeisterin im langsam stricken.

Morgen ist Nähkränzchen. Da gibts dann auch mal wieder was für mich. Ein Jerseykleid. Vielleicht mit kurzen Ärmeln? Außerdem sollte ich mal einen weiteren Nicht-Wollrock fertig machen. Wird ja irgendwann Frühling, oder? Die neue Knip ist endlich da und ich finde sie grandios. Habe sogar den Plan für das erste Post-Bauch-Kleid nochmal übern Haufen geworfen!

Und sonst? Gelesen habe ich über Jan Müller, der genug hat. Und über Kinder, die nicht mehr Kinder sein dürfen. Und gesehen hab ich eine erschreckende Doku über Fukushima und das schlimme Katastrophen-Missmanagement. Und einen Bericht beim WDR darüber, wie viel Essen wir täglich wegwerfen und wie vermeidbar das wäre.

Unnötig zu sagen, dass die Revision meines Papers immernoch nicht fertig ist. Aber zumindest auf dem Wege. Ich schätze sogar schon auf der Schlussrunde.

Lagebericht meets Zuckerfrei meets Pottgeschichten

Ohoh, gar kein guter Tag heute. Ohnehin war es nicht ganz leicht aus dem Bett zu kommen nach Tortenprobeessen, Nähkränzchen UND Fußball (alles in Personal- und Ortsidentität) gestern abend. Dann war ich schonmal auf und so, da stellte ich fest, dass ich außer einem Strickkleid noch eine Jeans, eine Strickjacke, einen Jerseyschal und Stiefel (!) sowie eine Lederjacke trage. An mir runterschauend kam ich mir ziemlich verkehrt vor. Aber warm war’s trotzdem nicht. Und dann fuhr der Bus an der Bushaltestelle 3 Minuten zu früh an mir vorbei und nahm mich nicht mehr mit! Frechheit!

Also saß ich so 20 Minuten an der Bushaltestelle. In dieser Zeit wurde ich glücklicherweise mindestens 12 Minuten lang von einer älteren Dame zwangsunterhalten. Wer schonmal im Ruhrgebiet in der Öffentlichkeit etwa 1-2 Minuten verweilt hat (Supermarktkasse, Umkleidekabine, Bus, Bahn, Kneipe) der weiß: Leute reden mit einem. Ungefragt. Sie erzählen einem alles. Und ihre Meinung. Die vor allem. Normalerweise mag ich das. Aber nicht, wenn es kalt und früh ist und der Bus doof und ich viel zu viele Klamotten anhabe gemessen an der Jahreszeit und vor allem nicht, wenn derjenige sich als präferiertes Gesprächsthema Zucker aussucht. Es verhält sich nämlich so, dass die geschätzte Dame unterwegs zum Arzt war, wo sie ihren Termin verpassen würde wegen des weggefahrenen Busses. Das schien sie aber nicht weiter zu stören. Demgegenüber stört es sie sehr, dass sie neuerdings auf Zucker achten soll. Denn wo überall Zucker drin ist, ob ich das schonmal bemerkt hätte. Also sie hat das ja dem Arzt erst nicht geglaubt. Aber man ahnt es nicht. Sogar in Senf. Und Ketchup (sprich: Kätschupp). Und in Brot. Wie kann das sein? Zucker im Brot? Wer hat das erlaubt? Ich fühlte mich seltsam an ein Abendessen vor etwa 5 Jahren bei meinen Großeltern erinnert, als meine Oma voller Entrüstung die im Fernsehen vernommene Entdeckung verkündete, dass Weißmehlbrötchen nicht besser sind als Zucker… Ich habe also der Dame brav zugehört und besser mal meine Klappe gehalten. Denn erstens war ich ja nicht als Gesprächspartnerin sondern als Zuhörerin erwählt worden und zweitens musste ich fürchten, mir könnten beim öffnen des Mundwerks unflätige Ausdrücke entwischen.

Denn heute ist ein wirklich wirklich schlechter Tag um mit mir über Zucker zu reden! Nach zwei Ausnahmetagen befinde ich mich in einer ganz schlimmen Zucker-Turkey-Phase! Wir waren vorgestern probeabendessen und gestern probetortenessen. Und morgen hat meine Oma Geburtstag und ich werde ihr den nicht verderben indem ich ihr die Erkenntnisse der Bus-Dame erläutere und keine Sachen mit Zucker essen, sondern ganz brav essen was auf den Tisch kommt. Dazwischen eingequetscht: ein Vernunftstag. Ganz schlimm für den inneren Schweinehund das! Und dann auch noch kalt, müde, Kopfschmerzig und unmotiviert. Merkt ihr wie nett es war, dass ich nix zu der Dame gesagt, sondern nur apathisch genickt hab?

Ich hab überlebt, aber der nächste Bus wurde von einem offenbar aus Athen eingewanderten Irren gefahren, so dass mir dann am Bahnhof angekommen auch noch schlecht war. Dann habe ich bei dm Fotos abgeholt, die waren z.T. leicht fehl belichtet. Trotzdem kein Grund die Negativstreifen so zu schneiden, dass alle Fotos halbiert sind, oder? Und zu guter letzt habe ich mich beim Online-Stoffhändler bitterlich beklagt, weil mein sehnsüchtig erwartetes Stoffpaket nicht pünktlich zum Nähkränzchen da war, nur um zu erfahren, dass es seit Dienstag beim Nachbarn ist und der DPD-Mensch nur offenbar versäumt hat, uns darüber zu benachrichtigen. Nicht mein Tag.

Davon abgesehen habe ich es aber geschafft, ein Wochenende auf der Schwäbischen Alb zu verbringen, ohne Zucker und Fleisch. Das ist etwas schwer vermittelbar und zum Glück war ich gut vorbereitet und hatte z.B. eigenes Brot dabei. Aber ich hab’s geschafft. Jetzt noch morgen der Ausnahmetag und dann kommen erst in zwei Wochen wieder Hindernisse. Außerdem kann ich auch Pläne verkünden:

Am Wochenende putze ich die Fenster! Ganz echt. Und außerdem muss was im Nähzimmer und im Arbeitszimmer geschehen. Einmal hergestellte Ordnung hat dort immer nur sehr kurz Bestand. Ich werte das als Zeichen eines schlechten Ordnungssystems. Wenn diese Pflichtübungen und der sonstige Haushalt erledigt sind, dann werde ich mit Hilfe des wiederentdeckten Stoffpaketes den Blümchenrock und ein Blümchenkleid fertigstellen. Sowie ein lang gewünschtes und gestern angefangenes rotes Kleid mit weißen Punkten. Und dann müsste es dann bitte Sommer werden. Ich versteh sowieso nicht, was mit dem guten alten Automatismus Fußballturnier=Grillwetter passiert ist. Achja und Probedeko, die wird es auch noch geben!

Und jetzt wende ich mich hochgespannt wiederum dem Alltagsgeschehen zu und warte, welche Fiesigkeiten der Tag noch so bereit hält.

Update: Es kamen noch weitere Fiesigkeiten. Welche von der fiesesten Sorte. Solche die einen denken lassen: „Was mach ich eigentlich hier? Plan B ich komme!“ Ich habe das Büro früher als geplant, weil vollkommen entnervt, bei doofem Wetter und der schlechtesten Laune seit langem verlassen. Dann musste ich mir noch die Füße ablaufen um die restlichen Komponenten der Probedeko aka. Omas 80er Geburtstag Deko zu besorgen. Mit steifem Nacken, schmerzenden Füßen und Laune zum heulen bin ich bei Herrn Siebenhundertsachen ins Auto gesunken. Aber zu Hause wurde die Welt fast direkt besser. Zuerst ein paar Erdbeeren geerntet. Dann eigenen Salat und Rucola. Dann das Stoffpäckchen abgeholt und darin vorgefunden wonach ich mich seit Tagen sehnte und dann kam auch noch, überraschend schnell, mein Drops Supersale-Paket. Wie toll ist das bitte?

So kann ich nun die Stick-Spitze an den Blümchenrock nähen, das Kleid aus den schicken türkisen Stoffen für eine Hochzeitseinladung zuschneiden und von warmen roten, blauen und grauen Jäckchen träumen. Hach wie schön.

Lagebericht

So, Zeit für den Ergebnisbericht von letzter Woche. Wir erinnern uns, im Soll hatte ich:
1 Kellerfaltenrock
1 Kübelgartenerlaubnis
1 Kräuterkasten
Blumen umtopfen.

Jetzt die Habenseite: zunächst war ich gleich am Freitag im Gartencenter und habe 5 verschiedene Sorten Erde, Samen, Pflanzen und noch ein paar weitere Sachen gekauft. Am Samstag wurde zuerst erfolgreich die Kübelgartenerlaubnis eingeholt (check!), dann die bedürftigen Pflanzen umgetopft (check!) Und der Kräuterkasten bepflanzt. (check!)
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On top of this einige Töpfe mit Erdbeerpflanzen bestückt und Tomaten und Radieschen in Anzuchtschälchen gepflanzt. Haha! Und es geht ihnen sichtlich gut:
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Der Kübelgarten steht derzeit noch provisorisch auf einem umgedrehten Fass. Er muss hoch stehen, weil der Garten auch von Hunden genutzt wird.
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Tja und dann der Kellerfaltenrock… Ich habe einen Rockbasisschnitt mit Hilfe eines ukrainischen Schneiderbuchs für den Schulunterricht konstruiert. Nicht dass ich ukrainischen könnte. Ich habe die Notizen meiner Nähfreundin Z. zu Hilfe genommen, die sich einen bezaubernden Faltenrock nach dem Schnitt genährt hat. Dann habe ich die Kellerfalte ergänzt und das ganze aus einer alten Jeans und einem Quiltstoff für den Einsatz zugeschnitten. Dabei musste ich ziemlich stückeln, denn die Teile waren breiter als die Jeansstücke. Hm. Irgendwo auf diesem Weg ist mir ein Fehler unterlaufen. Der Rock passte nicht. Eindeutig zu eng. Mist. Also in die Tonne damit und auf die Suche nach neuen Probestoffen gegangen. Das war schwierig, denn alle waren entweder zu klein oder hatten nicht genug Stand oder oder. Der einzige, der ging war ein alter Vorhang von meinen Eltern. Dunkelgrün – nicht so meine Farbe. Und der einzige, der dazu passte war ein wilder Blumenstoff vom Schweden. Puh, bunt! Aber ich hatte ja Bringschuld. Also nochmal zugeschnitten, genährt – zu weit. Wieder aufgetrennt, enger gemacht. Passt! Die bunte Stoff- und Farbkombi war zwar so nicht geplant und ich hatte auch Mühe ein Oberteil dazu zu finden. Er hat auch noch ein paar Kinderkrankheiten. Aber er ist sehr frühlingshaft und ich habe jetzt einen 100% nach meinen Vorstellungen gemachten Kellerfaltenrock-Schnitt. Endgegner bezwungen. Check!
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Jetzt sieht das Nähzimmer allerdings aus, als wäre jemand eingebrochen… Deshalb hier die Zielvorgaben für die kommende Woche:
Stoffvorrat aufräumen und sortieren. Aus zu kleinen Stücken sofort Herzkissen zuschneiden oder weg damit. Topf für die Radieschen besorgen. Einen Tisch und Hocker für den Kübelgarten bauen. Das schon abgepauste Jerseykleid nähen. Fotos für’s Wohnzimmer bestellen. Die Wette gilt.

Butter bei die Fische !

Das kann ja so nicht weitergehen. Seit Wochen schleiche ich um meine imaginäre Projektliste herum und kriege nichts davon so richtig angepackt. Weil immer nur wenig Zeit war und viel anderes zu tun, müsste ich eigentlich sehr viel organisierter da dran gehen. Aber jetzt kommt das Frühjahr und ich bin fest entschlossen mir NICHTS zu kaufen, also nichts, was ich schöner, ökologischer, gerechter und günstiger selbst herstellen könnte. Außerdem will ich unbedingt auch einige Sachen im Wohnumfeld angehen. Kurzum: Ein Plan und sozialer Druck müssen her. Jawollja!

Deshalb hier nun meine Kopf-Projekte in grober Struktur:

Kleidung Frühjahr:

  • ein Kellerfaltenrock aus Jeans nach eigenem Schnitt (Stoff vorhanden)
  • ein Jerseykleid in Wickeloptik (Modell 29 aus Knipmode 12/2011) (Stoff vorhanden)
  • ein Rock gerade oder tulpig geschnitten (entweder auch Knipmode 12/2011 oder Simplicity 2451) aus leichtem Woll/Polystoff (Stoff vorhanden)
  • ein Jerseykleid mit gekreuztem Ausschnitt (Knipmode 2/2012) (Stoff noch zu kaufen)
  • ein weiteres Etuikleid aus nicht-wollenem Stoff (mal das Stofflager durchforsten)
  • mindestens 3 Oberteile, davon eins (nach „Meine Nähmode Frühjahr“) bereits halb fertig (Stoff teilweise vorhanden, Schnitte nur teilweise ausgesucht)

Wohnung:

  • Lampe in der Nähecke anbringen
  • Haken für Lineale und Scheren in der Nähecke anbringen
  • Wand in der Nähecke anstreichen
  • Kabuff-Verkleidung im MuFuZi (das Holzlager sollte endlich mal vom Rest des Raumes abgetrennt werden)
  • Lampenlösung fürs Wohnzimmer finden (die Diskokugel ist einfach keine adäquate Beleuchtung, männo)
  • Die Wand neben dem großen Bücherregal farbig gestalten
  • Fotos bestellen, rahmen und aufhängen
  • Die Spiegel und Spiegelleuchten im Bad anbringen

Garten/Fensterbänke/Blumen:

  • Tomaten und Salat vorziehen
  • Die Vermieterin um Kübelgartenerlaubnis bitten
  • Kübel suchen, bauen, kaufen
  • Hocker für die Kübel bauen
  • Den Kräuterkasten entwintern und mit neuen Kräutern füllen
  • Tomaten, Kartoffeln, Zucchini, Salat und Radieschen anpflanzen
  • Die Aloe Vera und den Olivenbaum umtopfen

Tja, hm. Wieviele Wochenenden hat das Frühjahr nochmal?Kommt das nur mir ziemlich viel vor? Womit fang ich also an? Da das Wetter schön wird, werde ich wohl am Wochenende das umtopfen und die Kräuter angehen, dann kann ich das draußen machen. Und vielleicht näh ich erstmal das, wofür schon Stoff da ist, was? Nur die Lampen im Wohnzimmer, da will uns einfach nichts nichts nichts zu einfallen.

Ok, Zielvorgabe für die kommende Woche: Pflanzen umtopfen, Kräuter aufmöbeln, Kübelgartenerlaubnis, Kellerfaltenrock. Ergebnisbericht nächste Woche, gleiche Zeit, gleicher Ort. Die Wette gilt! Chacka!

Bücherregal-Upgrade

Eigentlich ist heute Upcycling-Dienstag und ich hätte sogar was zu zeigen. Aber gerade stauen sich die Posts etwas und weil das Wetter mir doofe Laune macht, die Arbeit auch derzeit nicht unbedingt zur Launenerhellung beiträgt und überhaupt hier zu viele Nähposts sind in letzter Zeit gibt es jetzt erstmal unser Herzensprojekt zu sehen: Der wesentliche Ausbau der literarischen Einrichtung unseres Wohnzimmers.

So sah unsere Leseecke kurz nach dem Einzug aus:

Davor steht inzwischen ein gemütlicher Sessel und das Regalchen sieht wunderschön aus, wie es sich da unter die Treppe kuschelt, beleuchtet und genau passend. Das Problem ist: Es ist inzwischen rappelvoll. Auf allen Buchreihen liegen noch Bücher quer und manche Fächer haben noch eine zweite Reihe. Bei unserem Bücherkonsum keine dauerhaft tragbare Situation.

Vor kurzem saßen wir auf dem Sofa und betrachteten diese Misere und philosophierten darüber, wie schön es wäre, eine Bibliothek zu haben mit Regalen bis unter die Decke und Leitern um überall dran zu kommen. Dann fiel unser Blick auf den leeren Platz neben dem Sofa und die dort knapp 4m offene Raumhöhe (Galerieausbau) und unsere Augen begannen zu glitzern.

Neben dem Eingang zum Wohnzimmer liegt ein Kaminvorsprung und dahinter ist ein Plätzchen welches genau einen Meter breit und 3 Meter hoch ist. Wie geschaffen für ein richtig richtig richtig großes Bücherregal in Bibliotheksdimension. Nach gründlichem Messen sind wir also in unserem Urlaub Anfang Januar zum Einkaufskampf beim Möbelschweden aufgebrochen und haben dort ein hohes (1,99) und ein kleines (1,06) Billyregal erworben. Der liebe Mann hat dem kleinen Billy zunächst das „Füßchen“ abgesägt. Da waren sie zusammen noch 2,98 m hoch. Und ein kleines Puzzlestündchen am Sonntag später waren wir bereit, die beiden zu stapeln.

Unten steht das große, drauf das kleine. Zur Sicherheit ist das kleine oben mit Winkel an der Wand verankert (seitlich in Billy geschraubt und dann durch die Rückwand und ein Abstandsklötzchen in die Wand). In dieser Disziplin haben wir schon Erfahrung denn in unserer alten Wohnung hingen unsere Billys an der Wand. Wer sich genauer für die Konstruktion interessiert, möge sich melden.

Und nach zweimal bohren, schrauben und feste Daumendrücken und Bretter einsetzen sah das ganze dann so aus:

Alle Fotos sind leider sehr schlecht von der Qualität, denn ich bin im Moment IMMER nur im Dunkeln zu Hause (kein Wunder, dass meine Laune täglich schlechter wird). Sonntagabend sind dann die bisher gestapelten und gequetschten Bücher in das große Regal umgezogen. Und es ist noch sooooo viel Platz für viel viel mehr Lesestoff. Und Zeitschriftenkörbe. Traumhaft. Erstaunlicherweise wirkt der Raum jetzt höher als vorher und nicht enger und vollgestellter.

Für die Kaminwand direkt rechts daneben wünsche ich mir noch ein literarisches Wandtattoo. Aber hier ist noch ein wenig innerhaushaltliche Verhandlung nötig, bis Text, Schrift und Farbe konsensfähig sind. Trotzdem: wir sind begeistert!