Me made Mittwoch: Ballerinen

Heute zeige ich euch mein Büro-Outfit von gestern. Ich trug einen Rock, den ich schon länger habe, aber evtl nicht im Blog zeigte, weil es der fünfte oder sechste Rock nach dem Schnitt Simplicity 2451 ist. Dazu eine nagelneue Bluse mit Ballerinen drauf:

Den Ballerina-Stoff musste ich einfach mitnehmen als ich eigentlich nur den Stoff für meinen Morgenmantel bei Alfatex kaufen wollte. Es ist ein sehr feiner Viskosecrepe, der sich fürchterlich verzieht, wenn man ihn nur schief anguckt aber sehr schön fällt und sich schön anfühlt.

Der Blusenschnitt ist „Pam“ aus der La Maison Victor. Allerdings hab ich den bis zur Unkenntlichkeit verändert. Ich habe Abnäher im Rücken hinzugefügt, Taille schmaler gemacht und statt des Schlitzes einen Rundhalsausschnitt gemacht. Der Inhalt der Falten kommt von FBA, den hab ich in den Halsausschnitt statt in die Brustabnäher gedreht.

Ich bin mit der Bluse an sich sehr zufrieden, genauso wie mit der zweiten Pam, die ich in letzter Zeit genäht habe. Allerdings hab ich jetzt auch erstmal wieder genug von Flutschviskose.

Und damit gehe ich nun noch ganz schnell rüber zum Me made Mittwoch. Katharina zeigt dort auch Dienstkleidung, heute.

Me made Mittwoch: Gewappnet für Überraschungen

Mittwochs ist nun mein langer Arbeitstag, fotografieren im Büro ist noch nicht drin, da bin ich noch etwas zurückhaltend. Also nur schnelle Fotos zerknittert und erschöpft nach 9 Stunden Arbeitstag. Seit knapp zwei Wochen arbeite ich im neuen Job. Obwohl einige Kollegen und Kolleginnen in Jeans und T-Shirt dort sind und somit meine bisherige Bürogarderobe problemlos tauglich wäre, habe ich festgestellt, dass ich eine Spur förmlicher dort hin gehe, als ich zum alten Büro ging. Einerseits weil eben auch ein Teil meiner Kolleginnen eher business tragen, vor allem aber, weil ich derzeit noch jederzeit damit rechne überraschend zu Terminen mitgenommen zu werden, um wichtige Menschen kurz mal kennenzulernen. Das ist leider etwas inkompatibel mit den derzeitigen Temperaturen, denn meine Sommerröcke und -Kleider sind in großen Teilen eher laut und gemustert und bunt. Zum Glück habe ich mir aber kurz vor Jobbeginn noch zwei Sommer-taugliche Röcke genäht, die annähernd einfarbig sind. Heute trage ich einen davon:

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Simplicity 2451, bekannt als der Disputationsrock. Hier aus einem lila Elasthan-Viskose-Baumwolle-Poly-Gemisch aus dem Ramsch-Goldsucher-Bereich von alfatex. Der Stoff ist schlicht, bequem und nicht allzu dick. Der Rock ist ungefüttert und damit ganz gut fürs Wetter. Um die sehr cleane Optik des einfarbigen Stoffes etwas aufzubrechen, habe ich den Taschen und dem Saum eine Ziernaht verpasst. Ich bekommen zunehmend Spaß an Zierstichen. Leider hat meine Maschine nur drei Stück. Evtl. wird es doch mal Zeit für ein Maschinenupgrade.

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Die Taschen sind überhaupt das beste an dem Schnitt. Geräumig, klaffen nicht auf, sehen gut aus und sind gut zu nähen. Ansonsten hat sich der Schnitt für mich etwas überlebt. Die Röcke nach dem Schnitt sitzen etwas unterhalb der Taille, ich trage inzwischen lieber taillenhohe Röcke. Allerdings habe ich die Mühe, einen anderen höheren Bleistiftrock-Schnitt,, wie etwa den Gertie Pencil-Skirt, auf mich anzupassen bisher etwas vor mir her geschoben. Und so dient dieser Schnitt als bewährtes Arbeitstier und ich trage die Röcke nach wie vor.

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Die Bluse dazu habe ich im Räumungsverkauf einer ortsansässigen E*prit-Filiale gekauft, weil mir klar wurde, dass ich das Bedürfnis nach mehr blusigen Oberteilen habe, aber keine Zeit ausreichend viele in kurzer Zeit zu nähen. Sie sitzt zwar nur okayish, aber auch hier: tut ihren Dienst. So setzt mich mein gefühlter Blusenbedarf nicht unter Nähstress. Eigentlich müsste die Bluse taillierter und länger sein , sie rutscht dauernd aus dem Rockbund und beult – man wird ja doch ein bisschen anspruchsvoll wenn man nur noch Maßklamotten hat.

 

Es war übrigens gut, dass ich klamottentechnisch für alle Eventualitäten vorbereitet war, denn heute stand auf einmal der Prorektor in meinem Büro. Alles richtig gemacht.

Monika nimmt heute Abschied aus dem MMM-Team. In meinem Lieblingsschnitt, dem Anna Dress. Liebe Monika, danke für deinen Einsatz für diese tolle Sache!

Me made Mittwoch: Die unendliche Pullunder-Geschichte

Heute trage ich einen recht alten Rock, nämlich meinen Disputationsrock, zusammen mit einem recht neuen Pullunder. Auch dieses Outfit ist wieder klar Kategorie #projektbrotundbutter und dass es das sein könnte, fiel mir gestern abend so spontan ein, dass ich mich endlich aufraffen konnte, die Fäden am Pullunder zu vernähen.

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Der Rock ist von Anfang 2012 und ich trug ihn zu meiner Disputation und seitdem recht regelmäßig ins Büro zu semi-offiziellen Anlässen und auch mal zur Vorlesung. Der Schnitt ist Simplicity 2451, ein Geht-bei-mir-immer-Schnitt. Der Stoff, eine wirklich hochwertige Feingarbardine aus 100% Wolle, war ein kleines Reststück und bei der (vollkommen gerechtfertigten) Geschäftsaufgabe eines recht unfreundlichen und eher nicht gut sortierten Essener Stoffgeschäfts („Stoff Müller“, heute „Stoffe am Kopstadtplatz“) für mich erschwinglich zu kaufen. Und der Stoff ist wirklich toll, er ist auch nach 3 Jahren noch kaum abgenutzt und weder verzogen noch gepillt, ein „Hurra“ auf hochwertige Stoffe.

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Und der Pullunder. Nunja. Ich begann diesen Pullover als Winterstrickprojekt 2012/2013. Das Strickmuster „Cadence“ (Link führt zu ravelry, der war aber auch in der Knitty Fall 2010) war allerdings voller Fehler, so dass ich es sehr ausführlich neu berechnen musste. Zudem strickte ich in sehr viel dünnerer Wolle als angegeben und daher in größerer Größe als meiner benötigten. So schleppte ich mich durch den Kragenmustersatz hindurch, wurde in der Zeit schwangerer und schwangerer und verlegte mich dann, als nur noch rechte Maschen in Runden auf mich warteten lieber auf Babymützchen und Babysöckchen. Der angefangene Pullover wanderte in den Korb, aus dem ich ihn erst im Winter 2014/2015 befreite, als mir aufging, dass Pullunder für mich eine sehr gute Garderobenergänzung sein könnten, als Alternative zum Cardigan und nicht so brüllend heiß wie wollene Pullover. Ich strickte einige Runden und bemerkte dann, dass das Strickmuster vorsah, das Rücken und Brust gleich breit sind. Ja hm, das mag an flachbusigen Menschen mit Ringerschultern funktionieren, bei mir geht das nicht. Also legte ich den Pullover erstmal wieder weg. Dann fasste ich mir ein Herz, strickte nach Vorbild anderer Pullover Abnahmen, denn den Rücken im ganzen schmaler anlegen ging ja nicht mehr, die Maschenzahl folgt ja aus dem Muster. Irgendwann im Sommerurlaub wurde er dann schließlich fertig. Und lag dann unvernäht weiter herum. Bis mir gestern abend aufging, dass ja Pullunder auch total Übergangsgarderobe sind und ich dort ein heimliches Mitglied der #projektbrotundbutter-Gang liegen hatte. Da vernähte ich ratzfatz im Bett noch schnell die Fäden und kann so schließlich nach nur fast drei Jahren den Winter 2012/2013 für beendet erklären. Heureka!

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Die Kombi gefällt mir richtig gut und das Konzept Pullunder geht für mich gut auf, wärmt Schulter und Rücken bei ungemütlichem Wind aber ist nicht zu warm auch im  wohlgeheizten Büro oder ÖPNV. Da muss ich wohl dann doch mal noch ein-zwei grau/schwarz/rote Röcke dazu produzieren, was?

 

Details:

Rock: Simplicity 2451, Gr. 12, Stoff: Wollgabardine in grau, Verbrauch 0,8m. Wiederholungsgefahr: groß

Pullunder: Grob angelegt an Cadence, gestrickt in Gr. XL mit Nadelstärke 3,5 aus Garn Drops Karisma, Verbrauch: 4 (?) Knäuel. Ergibt nach MaPro und Umrechnung die Maße von M. Ist aber dann de facto zu groß. Die Anleitung hat außerdem grandios viele Fehler. Daher eher keine Wiederholung in Sicht obwohl ich das Muster mag und gern Raglan von oben stricke.

Nina zeigt auf dem Me made Mittwoch-Blog ein Ultimate Shirt Dress, das bei mir einen ganz schlimmen Habenwollen-Reflex auslöst, obwohl ich genau weiß, dass mir Hemdblusenkleider an mir überhaupt nicht gefallen.

Me made Mittwoch: Abgerockt

Heute ist es schon richtig kalt. 4 Grad als ich heute morgen los wollte. Da muss man, wenn man früh zum Markt und dabei das schlafunwillige Kind einschläfern will schonmal in die Schublade mit den Wollröcken greifen.

Ich bemühe mich derzeit ein wenig auszusortieren. Meine Methode dabei ist es, lang nicht getragene Kleidung einmal anzuziehen und einen Tag zu tragen. Wenn ich mich darin wohlfühle, darf das Stück bleiben. Wenn nicht, ich zuppele oder mäkele, dann wird gleich ein Foto für Kleiderkreisel gemacht, oder das Teil entsorgt.

Dieser Rock wird leider entsorgt werden.

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Nicht, dass er mir nicht passen oder gefallen würde… es ist Simplicity 2451, wie sollte ich ihn nicht mögen? Aber es handelt sich hier um das erste Ergebnis von Seriennähen und ich habe daran alle Nachteile von Serienfertigung erstmals erfahren. Mein erster Simplicity 2451 ist immernoch mein liebster und ich glaub ich werde weinen, wenn ich ihn mal werde wegtun müssen. Ich beschloss also mit dem Schnitt in Serie zu gehen und machte alle leidvollen Erfahrungen einer Nr. 2 mit ihm:

– Der Stoff (Wolle-Poly-Fischgrat von Buttinette) verhielt sich ganz anders, als beim ersten Rock. Der Rock wird seit entstehen mit jedem tragen weiter und der Stoff fusselt und pillt gar fürchterlich.
– Natürlich hatte ich gedacht, ich hätte alle Änderungen im Kopf. Hatte ich nicht. Und aufgeschrieben hatte ich sie auch nicht.
– Weil ich den Schnitt schon kannte, war ich weniger aufmerksam. Prompt machte ich eine Reihe von dummen Fehlern wie: den Bund nicht im Bruch zuschneiden, das Futter mit Tascheneingriff zuschneiden, so dass es jetzt Löcher hat, den Reißverschluss schief einsetzen, …
– Auch ist diese Variante einen Tacken zu kurz, weil unaufmerksam und schnipp isser ab.

Inzwischen habe ich natürlich Nr.3 – 100 nach dem Schnitt genäht und sie sind allesamt besser und schöner als dieser. Entsprechend wird er gehen. Er entspricht von Material und Verarbeitung her nicht mehr meinen Anforderungen. Aber er hatte heute einen schönen letzten Tag. Mit Sonne und langen Spaziergängen – dem schlaflosen Minimensch sei dank.

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Ich kombiniere den Rock heute mit einem sehr sehr geliebten Jäckchen. Das fällt in die Kategorie “ Ach könnte ich sowas doh selbst herstellen “ . Mir fällt nur nicht ein wie. Ohne Strickmaschine. Handstricken wäre immer zu dick und grob, niemals so klein und fein wie diese. Immer etwas truschig. Aus Strickstoff nähen geht auch schlecht, wie soll man diese langen Bündchen „nähen“? Hat eine eine Idee oder gar eine Schnittempfehlung? Ich wäre ewig dankbar.

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Lucy zeigt sich heute auch berockt und sehr farbenfroh brim MMM. Und die anderen? Hier entlang zum gucken.