Me made Mittwoch: Vortragsoutfit

Heute habe ich einen beruflichen Vortrag gehalten. Da das der erste Vortrag im neuen Job war, war ich ein bisschen nervös. Um so besser, kleidungstechnisch auf der sicheren Seite zu sein, in einem wohlerprobten Outfit für feine Bürotage:

Das Kleid nach dem Schnitt Retro-Simplicity 7275 habe ich wohl zum Ende des Winter 2011/2012 genäht. Der Stoff ist ein sehr feiner grau-blau karierter Wollstoff, den ich sehr günstig bei einer Geschäftsauflösung gekauft habe und von dem ich noch ein komfortables Reststück horte. 

(Leider sieht man das Muster auf keinem meiner Fotos)

Ich habe an diesem Kleid erstmals ein FBA gemacht, es markiert damit auch den Beginn der Phase, in der ich Anpassungen systematisch anging und nicht länger so hinschluderte. Das Innenleben des Kleides wäre mir allerdings heute dann doch unangenehm. 

Darunter trage ich eine Kaufbluse. Und eigentlich trug ich darüber noch ein gekauftes Cordjackett und einen Schal.

Lucy zeigt heute schon Strickware, das hätte ich heute mittag im Regen-Wind-Wetter auch gut gefunden. 

Me made Mittwoch: Gewappnet für Überraschungen

Mittwochs ist nun mein langer Arbeitstag, fotografieren im Büro ist noch nicht drin, da bin ich noch etwas zurückhaltend. Also nur schnelle Fotos zerknittert und erschöpft nach 9 Stunden Arbeitstag. Seit knapp zwei Wochen arbeite ich im neuen Job. Obwohl einige Kollegen und Kolleginnen in Jeans und T-Shirt dort sind und somit meine bisherige Bürogarderobe problemlos tauglich wäre, habe ich festgestellt, dass ich eine Spur förmlicher dort hin gehe, als ich zum alten Büro ging. Einerseits weil eben auch ein Teil meiner Kolleginnen eher business tragen, vor allem aber, weil ich derzeit noch jederzeit damit rechne überraschend zu Terminen mitgenommen zu werden, um wichtige Menschen kurz mal kennenzulernen. Das ist leider etwas inkompatibel mit den derzeitigen Temperaturen, denn meine Sommerröcke und -Kleider sind in großen Teilen eher laut und gemustert und bunt. Zum Glück habe ich mir aber kurz vor Jobbeginn noch zwei Sommer-taugliche Röcke genäht, die annähernd einfarbig sind. Heute trage ich einen davon:

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Simplicity 2451, bekannt als der Disputationsrock. Hier aus einem lila Elasthan-Viskose-Baumwolle-Poly-Gemisch aus dem Ramsch-Goldsucher-Bereich von alfatex. Der Stoff ist schlicht, bequem und nicht allzu dick. Der Rock ist ungefüttert und damit ganz gut fürs Wetter. Um die sehr cleane Optik des einfarbigen Stoffes etwas aufzubrechen, habe ich den Taschen und dem Saum eine Ziernaht verpasst. Ich bekommen zunehmend Spaß an Zierstichen. Leider hat meine Maschine nur drei Stück. Evtl. wird es doch mal Zeit für ein Maschinenupgrade.

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Die Taschen sind überhaupt das beste an dem Schnitt. Geräumig, klaffen nicht auf, sehen gut aus und sind gut zu nähen. Ansonsten hat sich der Schnitt für mich etwas überlebt. Die Röcke nach dem Schnitt sitzen etwas unterhalb der Taille, ich trage inzwischen lieber taillenhohe Röcke. Allerdings habe ich die Mühe, einen anderen höheren Bleistiftrock-Schnitt,, wie etwa den Gertie Pencil-Skirt, auf mich anzupassen bisher etwas vor mir her geschoben. Und so dient dieser Schnitt als bewährtes Arbeitstier und ich trage die Röcke nach wie vor.

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Die Bluse dazu habe ich im Räumungsverkauf einer ortsansässigen E*prit-Filiale gekauft, weil mir klar wurde, dass ich das Bedürfnis nach mehr blusigen Oberteilen habe, aber keine Zeit ausreichend viele in kurzer Zeit zu nähen. Sie sitzt zwar nur okayish, aber auch hier: tut ihren Dienst. So setzt mich mein gefühlter Blusenbedarf nicht unter Nähstress. Eigentlich müsste die Bluse taillierter und länger sein , sie rutscht dauernd aus dem Rockbund und beult – man wird ja doch ein bisschen anspruchsvoll wenn man nur noch Maßklamotten hat.

 

Es war übrigens gut, dass ich klamottentechnisch für alle Eventualitäten vorbereitet war, denn heute stand auf einmal der Prorektor in meinem Büro. Alles richtig gemacht.

Monika nimmt heute Abschied aus dem MMM-Team. In meinem Lieblingsschnitt, dem Anna Dress. Liebe Monika, danke für deinen Einsatz für diese tolle Sache!

Me made Mittwoch: Osterrock

Hallo in die mittwöchige Runde der schönen selbstgeschneiderten Bekleidung. Ich trug am Sonntag und gestern meinen neuesten Brot- und Butter-Rock, den Osterrock.
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Es handelt sich um Simplicity 2451 in einem dezent karierten grauen Wollstoff. Mit pinken Nähten an den Taschen und einem pinken Zierstichsaum. Den Saum könnte ich mir tatsächlich stundenlang verliebt anschauen, nee was find ich den tolimage

l.

Ich habe nach dem Schnitt im Herbst/Winter 2011/2012 insgesamt 5 Exemplare genäht, dreimal Variante C und zweimal Variante B. Dann nähte ich nochmal zweimal Variante C als Umstandsrock im Winter 2012/2013. Von diesen ganzen Röcken sind aber einige schon längst durch gewesen und so hatte ich zum Größenvergleich nur den allerersten Rock, den ich nach dem Schnitt nähte. Den hatte ich scheinbar seinerzeit enger gemacht, ohne das zu notieren, denn der jetzt nach den gleichen Folienschnittteilen aus sehr ähnlich dickem Stoff genähte Rock ist signifikant weiter als der erste. Ja nun. Ich versuche es mir dieses Mal zu merken…

Bis auf den etwas hüftigen Sitz bin ich aber sehr zufrieden. Außerdem habe ich damit ein recht kleines Reststück aus dem Stoffschrank erfolgreich wegverarbeitet. Mit Zuschnitttetris geht nämlich Variante C in Größe 14 auf unter einen Meter Stimage

off.

Der pinke Zierstich führt leider bei mir zum zwanghaften Versuch, nur pink dazu zu kombinieren, was dem eigentlichen Sinn eines grauen Rockes, dass er zu jedem einzelnen Teil meines Kleiderschrankinhaltes passt, recht deutlich entgegen steht. Glücklicherweise habe ich noch 1-2 pink-rote Jerseys herum liegen…

Aussagekräftige Fotos sind heute ein wenig Mangelware, da der Minimensch meine ohnehin nur zwischen Tür und Angel anberaumte Fotosession gehijackt hat.

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Beim Me made Mittwoch gibt es heute schon zum Teil recht frühlingshaftes zu sehen. Schaut doch mal vorbei!

Me made Mittwoch: Alt und warm

Heute trage ich, für einen langen Bürotag mit ein bisschen öffentlichem Auftritt, eins der ersten Kleider, die ich mir genäht habe. Es ist aus dem Winter 2011/2012 und ich trage es nach wie vor gern, aber selten.

 
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Das Kleid ist genäht nach dem Schnitt Simplicity 7275, ein Retro-Schnitt, den ich insgesamt 3 mal genäht habe, einmal mit weitem Rock und noch ein weiteres Mal mit schmalem Rock. Ich dachte auch immer, dass ich noch einige weitere Versionen nähen würde – aber dann kamen andere Schnitte dazwischen und ich schob das ganze auf. Ich mag den Schnitt nach wie vor sehr und trage die Kleider alle gern, auch wenn Kleider mit schmalem Rock einfach seltener aus dem Schrank dürfen, als Kleider mit weitem Rock.

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Dieses hier war die erste Version, und sehr vieles würde ich heute viel besser können, z.B. weiß ich jetzt, wie man ein ordentliches FBA macht, dass es meiner Hüfte nicht gut gefällt, wenn ich enge Röcke mit ihrem Futter verstürze und dass ich statt Kräuseln unter der Brust Falten oder Abnäher bevorzuge.

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Dennoch, ist das Kleid super, vor allem auch wegen des wirklich schönen und wollig warmen Stoffes, dessen tolle Farben hier in der Sonne erstrahlen:

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Meine heutige Tragevariante ist eher leger, meist kombiniere ich dazu eine Bluse, falls ich irgendwann mal meinen geplanten lila Blazer nähe, würde der auch dazu passen.

Heute gibt es auf dem Me made Mittwoch-Blog eine Gastbloggerin im kurzärmeligen Blumenkleid (brrrrr, kalt!) zu sehen. Und ich freu mich schon, dort vorbeizuschauen, wo sich allmitwöchlich, die Kleidungsnäherinnen der deutschsprachigen Blogszene ein Stelldichein geben. Wunderbarst moderiert und betreut von der Crew!

Me made Mittwoch: anNÄHerungskleid

Endlich endlich endlich, kann ich auch mein AnNÄHerungskleid zeigen. Es war ja in Bielefeld eigentlich bis auf die Knöpfe fertig geworden. Die Knöpfe hat Nina mir auch recht schnell geschickt (DANKE!!!), aber dann fehlte erst Zeit und Muße mir ihre Position zu überlegen und sie anzunähen und danach war ich krank und daher nicht dazu aufgelegt das Kleid zu tragen oder gar Fotos zu machen.
Am Montag war es endlich soweit und das anNÄHerungskleid durfte zum ersten Mal ins Büro:IMG_20150209_094409

Es handelt sich um Simplicity 2403, ein Kleid, das ich wirklich schon ewig nähen wollte. Der Schnitt, den man in Deutschland leider nicht kaufen kann, war schon vor langer Zeit als Leihgabe bei mir und ich hatte ihn auch kopiert, dann aber immer angesichts der recht zahlreichen (23!) Schnittteile immer wieder zur Seite gelegt. Da ich aber wusste, dass ich in Bielefeld würde konzentriert und am Stück daran arbeiten können und mindestens zwei Ratgeberinnen zugegen sein würden, die das ganze schonmal umgesetzt hatten, bot sich hier die passende Gelegenheit.

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Ich habe mich mit dem Kleid recht weit aus meiner Comfortzone begeben. Zunächst mal ist braun schonmal nicht meine Farbe. Mir steht nur exakt dieser eine Braunton, und der auch nur so okeish. Ich finde allerdings die Kombi braun-türkis sehr hübsch und wollte deshalb gern ein solches Kleid. Aber vermutlich greife ich nicht unbedingt zu diesem Kleid, wenn es unkompliziert und schnell gehen muss.

Auch ist der schmale Rock für mich vollkommen ungewohnt. Ich habe schmale Röcke bisher nur an Etuikleidern. Die weniger Bleistiftkleider und -röcke, die ich besitze trage ich eigentlich nur zu schicken Anlässen, als Verkleidung quasi. Richtig zuhause fühle ich mich darin nie. Es reizte mich, das ganze auszuprobieren (ich habe sogar in Bielefeld auch noch einen Bleistiftrock genäht) aber auch hier gilt: nichts, das mir natürlich in die Hand fiele, sollte ich ein typisches Kleidungsstück auswählen.

Nichtzuletzt ist der auffällige Kragen sicher nichts für jeden Tag, da muss man schon auch in der Laune sein, ein solches Kleid, das immer leicht nach Stewardessen-Uniform aussieht anzuziehen, find ich.

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Nun erstmal zum Kleid an sich: Ich habe einen braunen Stretchstoff gewählt, der bei – ich glaube – buttinette als „Hosenstretch“ verkauft wurde und im Angebot war. 97% Baumwolle, 3% Elasthan, das erschien mir bei einem engen Rock ratsam. Die Paspel ist Satinpaspel, als petrol bestellt, türkis bekommen, ein altbekanntes Problem. Aber gut, ich mag ja auch türkis. Der Stoff schnitt und nähte sich gut, fusselt nicht, lässt sich gut bügeln und hat eine angenehme Dicke für winterliche Baumwollkleider. Ich habe den Rock gefüttert, mit Resten vom Mantelfutter und das innere Taillenband und die Taschen – rebellisch wie immer – aus Punktestoff zugeschnitten. IMG_20150209_094352

Frau Drehumdiebolzeningenieurin hatte mich bereits gewarnt, dass das Oberteil eher knapp ausfällt und in der Tat habe ich die Oberteil-Stücke um ca. 2 cm weniger weit überlappen lassen, als vorgesehen – weswegen die doppelreihige Knöpfung auch nicht mehr hinhaute. Auch das Taillenband musste ich verlängern, und zudem – das hat mich in Bielefeld viel Arbeit gekostet – um die Hüfte ganz ordentlich die Nahtzugaben rauslassen. Zuhause habe ich dann festgestellt, dass bei meinen anderen engen Röcken die Hüftrundung einfach etwas weiter unten ist, als dieser Schnitt vorsieht.   Ich würde beim nächsten Mal wohl um die Brust und Hüfte eine Größe größer wählen als für den Rest. Den Rock habe ich um 2 cm verlängert und 2 cm weiter eingestellt. Die im Schnitt vorgesehenen Puffärmel habe ich durch Tulpenärmel ersetzt. Wie das geht hat Lotti mir geduldig erklärt. Danke! IMG_20150209_094605

Bei der Anpasserei habe ich übersehen, dass ich –  zur Hohlkreuzkorrektur – das hintere Taillenband zwar verschmälert, dies aber an der Reißverschlussseite nicht hatte auslaufen lassen. So treffen sich die Paspeln am Reißverschluss nun nicht so wirklich. Ich sag da dann jetzt Kunst dazu. Ich habe die Knöpfe einfach durch alle Stofflagen hindurch aufgenäht, öffnen würde ich sie – dank Reißverschluss – ja doch nie. Ich habe auch den Ausschnitt, um ungewünschte Einblicke zu vermeiden, mit der Hand etwas zugenäht.

Nach dem ersten Tag tragen kann ich recht sicher sagen, dass ich das Kleid zwar schon mag. Allerdings ist es sehr sehr ungewohnt. Der enge Rock kommt mit meinem weit ausholenden Gang nicht so gut zurecht, obwohl der Rock dank Stretch sehr bequem ist, bin ich befremdet, wenn das typische Rock-Schwingen fehlt. ich finde auch, dass die Falten im oberen Rock, die ihn von vorn sehr hübsch machen, in der Seitenansicht ein wenig am Bauch auftragen. Auch der Kragen, so schön er ist, verleitet mich etwas zum zuppeln und er liegt auch wirklich manchmal recht komisch. Dicker Pluspunkt sind natürlich die hübsch gelösten Taschen.

Ich besitze leider keine passende Strickjacke. Als ausgewiesen langsamste Strickerin der Welt war es mir bisher noch nicht möglich, eine türkise Strickjacke zu produzieren. Immerhin habe ich aber gleich zwei farblich exakt passende Schulterwärme-Dingse. Das eine davon, ein Schultertuch ist recht neu. Es handelt sich *tusch* um mein Sommer-Projekt 2014, das im Januar fertig wurde (ja, wirklich!). Ein Schultertuch, das aber ordentlich Substanz hat. Denn Lace-Stricken macht mich fertig, mit so dünnen Fädchen rumhampeln liegt mir nicht. Daher habe ich bei ravelry nach der Garnstärke gefiltert (Nadelstärke 4,5 – bei mir dann 4, ich stricke lose) und mir dann die einfachste Anleitung rausgesucht. Das war diese. Kuura. Ich bin sehr zufrieden, strickte sich gut und interessant, wurde wie erhofft und gefällt mir gut. So sieht das ganze dann aus:

 

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Heute tanzt Frau Exclamation Point beim Me made Mittwoch vor. Ihr Blog ist jetzt schon meine Entdeckung des Jahres!

AnNÄHerung 2015

Dieser Post wurde in Etappen über einige Tage geschrieben.

Während ich deutlich zu spät, stark übermüdet und kopfschmerzig unterwegs ins Büro bin, wo ich dann wohl ohne Vorbereitung meine Vorlesung halten werde, lasse ich das Wochenende in Bielefeld Revue passieren. Schön war’s!
Nachdem ich letztes Jahr das kleine Stillkind noch nicht allein lassen konnte und nur sehnsüchtig die Berichte las, konnte ich dieses Jahr dabei sein. Juchu!

Für Vorbereitungen hatte ich nicht allzu viel Zeit, die Woche war vollgepackt mit Wohnungsbesichtigungen, Arbeit und organisatorischen Herausforderungen. So kam ich Freitag, dank einer „Kuppelstörung“ am Bahnhof Hamm, verspätet, müde und irgendwie derangiert, mit nur halb zugeschnittenen Projekten und ohne passendes Nähgarn mitten während des Abendessens an. Und brauchte erstmal etwas Ankommzeit. Ich kannte, für mich ungewohnt, ca die Hälfte der Teilnehmerinnen nicht, und habe es wohl auch nicht geschafft mit wirklich jeder länger zu reden. Aber die Mischung aus quatschen und nähen ist mir gut gelungen, finde ich. Nach der Vorstellungsrunde musste ich mich ziemlich aufraffen, überhaupt an die Maschine zu gehen. Zu müde und erschlagen. Dass ich mich doch aufgerafft und noch richtig warm genäht hab, war gut. An der Bügelpresse gab es ja dennoch Gelegenheit, sich aufs angenehmste zu verquatschen und so ausreichend Pausen zu haben. Und auch als ich nicht mehr konzentriert arbeiten konnte, gab es noch viel zu bereden.
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Am Samstag habe ich mich richtig warm genäht und war am Abend gegen 22 Uhr tatsächlich mit meiner Version von Simplicity 2403 komplett fertig. Und das obwohl ich den Rock trennen und alles was ging raus lassen musste, weil der enge Rock und meine Hüfte nicht so ganz gut miteinander harmonierten. Ein bisschen eng ist es immer noch, aber damit kann ich leben, denn es ist nicht unbequem. Und wunderschön.
Zwischendurch habe ich gern Robson-Coat-Beratung geleistet, über alles mögliche Näh-spezifische und weniger nähbezogene gequatscht und staunend betrachtet was andere so fabrizierten. Ich saß in bester Gesellschaft und lernte ganz nebenher mit, wie Paspelknopflöcher gemacht werden und ließ mir von der <3-Lotti sowohl Tulpenärmel als auch magische Futter-an-Reißverschluss-Maschinennähung erklären. Und neue Nähfüßchen konnte ich auch noch abstauben (danke Chrissy). Unsere Nähinsel war für mich absolut perfekt zusammengestellt und die „Rückennachbarinnen“ passten da auch noch super dazu. So eine schöne wohlwollende und anregende Umgebung.
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie wohlwollend und dennoch ehrlich der Umgang unter nähnerds ist. Wie vertraut wir schnell sind, wie mühelos wir Gesprächsthemen auch fernab von Fachsimpelei finden. Und wie toll nerdig es gleichzeitig zugeht (Füßchenschwärmerei, ein Füßchen-Schrank mit Plexiglastür, ein Dampfkleiderständer oder wie immer das heißt, ein Dinosaurier-Bügel-Ei, …). Ich habe mich sehr gefreut einige „internetaltbekannte“ persönlich kennen zu lernen, andere bereits persönlich bekannte wiederzutreffen und einige mir gänzlich unbekannte neu kennenzulernen. Gefühlt hatte ich viel zu wenig Zeit mit allen ins Gespräch zu kommen, aber andererseits hatte ich auch seit sehr langer Zeit nicht mehr die Gelegenheit lang am Stück konzentriert zu nähen und so habe ich mich hier um ein sowohl-als-auch bemüht und mich auf ein Wiedertreffen verlassen. Gegen 22 Uhr am Samstagabend konnte ich mit fertigem Kleid dann auch entspannt die Nähmaschine ausmachen und noch ein paar Stunden quatschen. Zu zweit oder in größerer Runde war es eine große Freude die Zeit zu vergessen und ein paar Prosecco zu trinken, über dies und das und jenes zu reden und Stoffe aus Verl zu befühlen.
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Den Sonntag begann ich noch einen Rock nach Butterick 6060, allerdings war ich nur so halb konzentriert, verblieb erst lang im Zimmer mit den beiden tollsten Zimmergenossinnen dann am Frühstückstisch und danach an der Bügelpresse, die ohnehin stets für eine kleine Runde Plausch gut war. So nähte ich zwar die Rockbahnen zusammen und den Reißverschluss ein, der ging aber bei der Anprobe kaputt und dann hatte ich auch nicht mehr recht Lust. Stattdessen bestaunte ich noch ein paar fertige und fast fertige Kleidungsstücke und ließ mich etwas treiben, packte meine Sachen und fuhr etwas früher als die anderen zusammen mit Monika zum Bahnhof um rechtzeitig zur Nachmittagsschicht beim Minimensch zu sein.
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Leider war ich an beiden Abenden früher im Bett als viele andere. Hier forderte dann doch das derzeit anstrengende Real Life seinen Tribut, zumal ich recht zuverlässig zur „Kind-wach-Zeit“ um 7 wach im Bett lag und daher nicht wirklich was vom „ausschlafen können“ hatte. So habe ich Musik und Tanz wohl zweimal verpasst und auch kein Foto von stimmungsvoller Nähmaschinen-Beleuchtung. Dafür habe ich das Wochenende überlebt ohne krank zu werden und die darauffolgende Woche semi-komatös hinter mich gebracht, mehr war dieses Jahr nicht drin.
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Die fertigen Kleidungsstücke kann ich leider noch nicht zeigen, dem Kleid fehlen noch Knöpfe, der Rock hat sich als zu weit rausgestellt und muss nun noch enger gemacht und gefüttert werden, ich hoffe, das schaffe ich noch bevor ich die Nähmaschinen in einen Umzugskarton verpacke.
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Es bleibt ein riesiger dicker Dank an die drei formidablen Organisatorinnen Frau Drehumdiebolzeningenieurin, Frau Mamamachtsachen und Frau Alle Wünsche werden wahr. Die tolle Erinnerung an ganz viel nähnerdflausch. Die Erkenntnis, dass ich noch viel lernen kann, aber auch viel helfen. Die immer wieder riesige Begeisterung, wie wundervoll offen, herzlich, ehrlich und wertschätzend unsere „Community“ ist. Große Freude über das persönliche Treffen mit Lotti und Chrissy sowie Frau Pepita, das nun wirklich jeweils schon lang überfällig war, das Wiedertreffen mit so vielen anderen und das neu kennenlernen insb. von Pott-Bloggerin-Genossin Birgit und anderen und auch einigen der nicht-bloggenden Teilnehmerinnen. Und die große Hoffnung auf mehr davon. Dieses Wochenende war für mich eine gute Auszeit nach und vor sehr unruhigen Zeiten, ein letztes langes Date mit meiner Nähmaschine, die in nächster Zeit wohl eher stiefmütterlich behandelt werden wird und einfach auch eine tolle Erfahrung. Alle, mit denen ich mich nur kurz unterhalten konnte, sehe ich ja dann sicher spätestens nächstes Jahr, oder?

Me made Mittwoch: Urlaubskoffer

Heute ist der letzte MMM vor der Sommerpause – auch wenn der Blick aus dem Fenster, zumindest hier im Westen, absolut nichts von Sommer erahnen lässt. Zum Glück kann ich mir einfach meine Fotos angucken, die ich letzte Woche gemacht habe und mich direkt etwas sommerlicher fühlen.
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Ich werde dieses Jahr zwar wieder nur ins Mittelgebirge fahren, hoffe aber, dass auch dort im August etwas Sonne zu erwarten ist, so dass ich dieses sehr geliebte Kleid werde einpacken können. Es handelt sich um New Look 6069, bzw. Modell 34 aus Meine Nähmode 2/2012. Genäht habe ich das Kleid im Sommer 2012 aus einem sehr sehr dünnen Baumwollbatist, den ich beim Essener Stoffhaus (Rottstr.) im Sommerschlussverkauf für 3,-/m gekauft habe.
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Das Kleid ist so sommerlich, dass ich bisher nur eine Handvoll Gelegenheiten hatte, es zu tragen. Letzte Woche war mir aber sehr danach, es zur Arbeit anzuziehen. Ich habe es deshalb mit einem Shirt und einem Unterrock kombiniert, damit es in der Vorlesung keine ungewollten Einblicke gewährt.
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Weil es morgens -vor allem auf dem Fahrrad- noch recht kühl war (nachmittags dann aber um so wärmer) habe ich das ganze mit einer Jacke und einem ewig nicht getragenen Loop kombiniert. Eigentlich ist der mir viel zu bunt, aber zu den Punkten passt er ganz gut und schafft so das Sommer-Fähnchen etwas bürotauglicher zu machen.
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Catherine fährt – oh wie ich vor Neid noch blasser werde – nach Süditalien und hat dazu einen Schnitt vernäht, der auch bei mir noch weit oben auf der Liste steht: Cambie. Einmal hier entlang bitte zum letzten MMM vor dem langen Sommer (der dann bitte auch kommt, ok?).

Me made Mittwoch: Disputationsrock meets Schnupfenkind

Heute negativ Rekord bei der Fotoqualität: Fotos in der Dämmerung, nach 3 Std Vorlesung und insg. 3 Std Autofahrt und mit ultra anhänglichem weil krankem Kind auf dem Arm.
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Ich finde ja, eine der größten Herausforderungen am Arbeiten mit kleinem Kind ist, dass die Klamotten sauber bleiben, bis man das Haus verlässt. Besonders bei dem Rock, den ich gestern trug, ist mir das dann doch recht wichtig, denn ich habe ihn für einen besonderen Anlass – meine Disputation – genäht und er ist aus sehr edlem Stoff – Wollgabardine – weswegen ich ihn nach Möglichkeit selten wasche. Ich habe den Rock daher erst 5 Minuten vor Verlassen des Hauses angezogen (ich sollte mir auch mal einen mondänen Morgenmantel nähen) und die Fotos erst am Abend gemacht – mit mäßigem Erfolg.
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Zum Glück habe ich den Rock schon hier und hier in besser gezeigt. Zum Schnitt brauche ich auch nicht mehr viele Worte verlieren. Simplicity 2451 ist mein Lieblingsrockschnitt und dies ist wohl die gelungenste Variante der schmalen Version, die ich besitze. Ich trage diesen Rock sehr gern wenn ich etwas schicker sein will, er ist sehr bequem.
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Und was tragen andere Damen heute so ins Büro oder sonstwohin? Lucy lädt uns zum mittwöchlichen Defilee.

Me made Mittwoch: Frau Dozentin

Gestern hatte ich meine erste Vorlesung in einmal quer durch NRW und habe hoffentlich erfolgreich wertvolles Wissen an zuvor ahnungslose kleine Studis vermittelt. Dazu trug ich ein bewährtes „Frau-Dozentin-im-Winter-Outfit“.
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Das Kleid war eines der ersten „richtigen“ Kleider, das ich mir genäht habe, im Januar 2012. Also ein richtiges Kleid meint : mit Abnähern, das auf Figur sitzen muss und so – nicht nur ein Hängerchen aus Baumwolle mit Gummizug in der Taille. Ich habe dieses Kleid sehr ausführlich optimiert und erstmals ein FBA gemacht. Deshalb hat das Oberteil vorne eine Teilungsnaht, die aber nur sehr aus der Nähe zu erkennen ist.
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Der Schnitt ist Simplicity 7275 in der schlanken Variante, von der es weniger Varianten im Netz zu sehen gibt. Zu unrecht, wie ich finde. Ich habe den Schnitt zweimal genäht und trage beide Kleider gern insb. wenn ich etwas formeller gekleidet sein muss.
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Das Kleid hat zahlreiche Schwächen, was wenig verwunderlich ist, gegeben meiner beschränkten Näherfahrung damals. Zum Beispiel habe ich das Futter komplett am Saum mit dem Kleid verstürzt. Was dazu führt, dass das Futter nach dem hinsetzen oftmals den Außenstoff hochzieht, so dass er Falten wirft. Das sieht man hier gut in der Ansicht von hinten. Ich werde das vielleicht einfach mal auftrennen, denn der tolle Stoff lohnt allemal ein bisschen Arbeit und das Kleid ist auch sehr bequem, wenn auch relativ warm.
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Ich musste allerdings mal wieder feststellen, dass ich wirklich mal die Oberteilproduktion angehen müsste. Ich finde die Bluse eigentlich zu schick zum drunterziehen für eine „normale“ Vorlesung, außerdem ist sie mir etwas knapp, musste aber feststellen, dass meine farblich passenden Langarmshirts einen nicht passenden Ausschnitt haben. Das ließe sich bei einem selbst genähten Shirt leicht anpassen, allein mir fehlt die Muße, mich damit zu beschäftigen.

Dennoch, ich mag das Kleid und es ist eine gute Wahl für eine lange Vorlesung mit langer Autofahrt rundrum.
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Die Details:

Schnitt: Simplicity 7275 (leider vergriffen), Variante A
Größe: Hinten 10, vorne 12
Stoff: Wolle vom Stoffmarkt, 8 Eur/Coupon – Futter unbekannter Herkunft,
Verbrauch : 1,50m
Änderungen: Komplett gefüttert statt nur Oberteil, Futter mit Oberkleid auch am Saum verstürzt (nicht nachmachen!), FBA
Empfehlenswert? JA.

Und was tragen andere Damen landauf landab so ins Büro oder wohin auch immer sie heute so gehen? Auf dem MMM-Blog sind die selbstgemachten Outfits zu bewundern. Beim Anblick von Catherines Kostüm war ich schon begeistert und freue mich, dass ich mih gestern durchgerungen habe, mein erstes Jackett zuzuschneiden.

Me made Mittwoch: der Ausgehputzkittel

Heute zeige ich mein Outfit von Sonntag, denn da trug ich erstmals mein neues Hemdblusenkleid, den sogenannten Putzkittel. Auf Twitter konnte die Entstehung dieses Kleides verfolgt werden, es war keine einfache Geburt und das Ergebnis überzeugt mich auch nur zu 7/8. Aber erstmal ein Bild:
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Den Schnitt habe ich, zusammen mit Frau Drehumdiebolzeningenieur und Lotti in einem gemeinsamen Bestellrausch aus Amerika bestellt. Es ist New Look 6587, der Hauptgrund meiner Bestellung. Nach meinem ersten, selbstgebastelten Hemdblusenkleid, wollte ich gern noch andere Schnitte ausprobieren. Dieser erschien mir sehr tauglich, da er Teilungsnähte hat und daher – theoretisch – gut anzupassen ist.
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Den Stoff, ein Retromuster auf Viskose-Poly-Mischung konnte ich bei einer Buttinette-Bestellung nicht zurücklassen, weil ich das Muster und die Farbe einfach großartig finde. Ganz genau meins. Er war auch recht günstig, weshalb ich ihn trotz unbekanntem Schnitt tapfer anschnitt. Hier ein Selbauslöserouttake, der das Muster gut zeigt.
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Nunja. Das Kleid und ich und der Nahttrenner hatten viele gemeinsame Stunden. Nach Blick auf die Maßtabelle bekam ich zunächst einen kleinen Schock ob der Größe, die ich angeblich brauche und stellte außerdem fest, dass ich ein FBA – eine Anpassung für großen Busen – würde machen müssen. Da ich das bisher bei Schnitten mit Teilungsnähten immer verbockt habe, nahm ich extra das Burda-Standardwerk zur Hand und folgte brav den dortigen Instruktionen. Ich vergaß vor lauter Eifer, dass ich bereits bei anderrn Simplicity-Schnitten festgestellt habe, dass ich locker eine Größe kleiner wählen kann, als die Maßtabelle empfiehlt und dass ich schmale Schultern habe. Stattdessen schnitt ich freudig zu, nähte das Oberteil zusammen und ZACKBUMM steckte in einem schlecht proportionierten Sack. Zwar war die Busenmehrweite schon erforderlich, aber überalll sonst war das ganze Kilometer zu weit. Also genau, was man mit einem FBA theoretisch vermeiden möchte. Ich nahm also Zentimeter um Zentimeter weg, über der Brust, unter der Brust, aus der Seitennaht, … schließlich passte es vornerum fast – dachte ich – das zuviel an Weite im Rücken kriegte ich allerdings nicht mehr weg, hier wäre dann der Halsausschnitt zu eng geworden. Also nähte ich Rock und – im Schnitt nicht vorgesehenen – Futterrock an das Oberteil, probierte das ganze an und ZACKBUMM steckte in einem Putzkittel. Einem hübsch gemusterten immerhin, aber dennoch. Die #nähnerds auf Twitter machten mir Mut, lobten gute Ansätze, schlugen vor erstmal die Ärmel einzusetzen und hielten mich so bei der Stange. Ich nahm noch 2 cm aus der Taille raus, mehr ging nicht ohne den angeoverlockten und fertig gekräuselten Rock wieder abzutrennen, setzte die – zu engen – Ärmel ein, korrigierte die Ärmel, korrigierte die Länge und nähte das ganze fertig.
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Mit Gürtel ist der Sitz ok, ohne Gürtel sieht man das Ausmaß der Putzkitteligkeit:
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Es ist immernoch zu weit, auch die Schultern sind noch einen Tick zu weit, im oberen Rücken ist massig zu viel Stoff, die Taille geht gar nicht. Das ganze Gekräusele ist überhaupt nix für mich … aber : ich lass das jetzt so. Punkt.
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Die Putzkittelaura ist mit Gürtel einigermaßen gebannt und so wie es – wie ich kürzlich erst bei Wiebke lernte – Präsentierschürzen gibt, muss es ja auch Präsentierputzkittel geben, oder? Ich liebe den Stoff und die Taschen und es knittert nicht, sehr positiv. Also halt mit Gürtel und viel Platz für Kuchen, öhöm.

Nochmal die Details:
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Schnitt: New Look 6587
Stoff: Retroprint Viskose von Buttinette
Änderungen: FBA, Ärmel verlängert, Rock gefüttert (an der Knopfleiste und der Taillennaht mitgefasst), Schultern und Oberbrustbereich verschmälert, Taille enger gemacht.
Würde ich den Schnitt nochmal nähen? Es juckt mich sehr, es auszuprobieren. Dann aber eine Grösse kleiner, mit Tellerrock oder Falten im Rockteil und nur mit Nesselprobe. Ich müsste endlich mal die letzten nötigen Anpassungen an meinem Grundschnitt vornehmen und dann den Abgleich immer gleich vorher machen.
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So und jetzt schauen wir mal, ob noch wer im Hemdblusenkleid bei der heutigen Mittwochsparade dabei ist … Melleni trägt ein tolles Tellerkleid, das kann ich schonmal sagen.

Kleiner Nachtrag mit Handyfoto. Ich trage das Kleid heute auch, allerdings da ich einen längeren Kinderwagenausflug vorhaben mit einem weiteren Unterrock drunter und Pullover drüber. Finde ich aber auch nett.
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