Me made Mittwoch: Unkompliziert kompliziert

Heute war ich in einem meiner geplanten Ferienoutfits im Büro.

Prinzipiell zwei sehr einfache Sommer-Kleidungsstücke: ein halber Teller Rock aus Baumwolle und ein Shirt aus Baumwolljersey. Leider sind beide zwar OK aber irgendwie doch kompliziert.

Das Shirt ist das Cabarita Knit Top von Cake Patterns. Ich hatte mir von dem Schnitt viel versprochen. Auf den Schnittzeichnungen sieht das Shirt eng anliegend, kurvig und dabei durch den tiefen Rückenausschnitt doch besonders aus. Tja. Ich wählte die Größe nach meinen Körpermaßen, schnitt im vorgegebenen Fadenlauf zu und…. hatte einen unförmigen aber kurzen Sack an. Ich habe aus der Rückennaht und den Seitennähten insgesamt 10cm (!) Weite raus genommen. Und dennoch ist das Shirt immer noch nicht so körpernah, wie die Schnittzeichnung suggeriert. Bereits für mein D-Körbchen ist der Schnitt nicht kurvig genug, so dass die Brust nun zwar eng, der Rest aber schlabberig sitzt. Ich bin nach dem zweiten Schnitt nun endgültig über zeugt, dass das Größensystem von Cake Patterns Murks ist. Zudem ist das Design auch nicht praktisch, der tiefe hintere Ausschnitt rutscht gen vorn, unter den Armen ist viel zu viel Stoff, so dass ich dort schwitzte, dass zuerst das Halsbündchen angenäht und dann die hintere Naht geschlossen wird, macht es schwierig, die optimale Spannung des Bündchens zu bestimmen. Ich bin recht unzufrieden. 

Der Rock ist aus einem sehr schönen Baumwolldruck in Quiltstärke. Der Stoff hat allerdings einen sehr merkwürdigen Fall, so dass ich die ursprünglich eingenähte Tasche wieder zunähte und heraus nahm, weil sie so sehr am Oberstoff klebte. Die eine Seitennaht dreht sich komisch. Auch nicht ganz super alles. Aber definitiv weit weniger schlimm als Cabarita. 


Ich verlinke mich nun noch sehr spät beim Me made Mittwoch. 

Me made Mittwoch: Vintage-Bluse

Gestern trug ich meine nagelneue und schon sehr geliebte Bluse:

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Es handelt sich um ein Modell aus der Vintage-Knip (4/2016). Das Titelmodell. Ich tue mich ja mit Blusen im allgemeinen schwer. Ich mag das Gewurschtel im Bund nicht, aber auch nicht, wenn sie drüber hängen. Hemdkrägen stehen mir sowieso nicht so und schnell finde ich die Optik zu bieder für mich. Ich fühle mich in Blusen auch immer direkt so eingesperrt und wenig wie ich selbst. Gleichzeitig würde ich wirklich gern auch mal andere Oberteile als schnöde Shirts tragen und suche deshalb schon lang nach zu mir passenden Blusenschnitten. Dieser sprang mir vor allem ins Auge, weil die Abnäherlösung dem Anna Dress ähnelt – und das ist ja bekanntermaßen einer meiner Alltimefavorites (die 4 Annas in meinem Schrank winken enthusiastisch an dieser Stelle). So ging ich beim gemeinsamen Stoffmarktbesuch im Mai mit Birgit, Freundin J. und Minimensch auf die Suche nach einem weich fallenden Blusenstoff und fand diesen hier, der wirklich wunderhübsch ist:

wp-1468383894320.jpgEs handelt sich um sehr schöne weiche Viskose, fällt toll, näht und vor allem schneidet sich eher bescheiden, wie Viskose halt so ist – zickig. Recht schnell begab ich mich auch daran den Schnitt zu kopieren. Dabei verzichtete ich sofort auf die Schluppe, da weiß ich direkt, dass so Gebammsel am Hals mich wahnsinnig macht und pauste stattdessen den Stehkragen einer Kaufbluse ab. Da ich sehr unsicher war, wie die weite Form mir gefällt, aber auch sehr sicher war, dass ich in dem dünnen Stoff nicht allzu viel würde trennen wollen, heftete ich die Teile erstmal zusammen ohne die Abnäher vorn und hinten zu nähen und steckte dann die zugesteppten Falten vorn direkt am Spiegel an die richtige Stelle. Sie sind bei mir deutlich weiter innen und etwas höher als im Schnitt vorgesehen. Hinten ließ ich mir von Freundin L. als sie eh gerade mal zur Stelle war normale Abnäher stecken, weil mir klar war, dass mir viel weite im Rücken garantiert nicht gefallen würde. Dann nähte ich das ganze ohne weitere Änderungen zusammen.

Das Foto von hinten ist leider nichts geworden, von der Seite sieht man aber, dass ich die Form hinten nicht so weit und blusig habe, wie der Schnitt es vorsieht, sondern eher klassisch – dennoch ist der Rücken nicht körpernah angepasst sondern immernoch locker.

Ich mag das Ergebnis sehr. Einige kleinere Probleme könnten für die nächste Version noch behoben werden: Den Halsausschnitt würde ich eine Spur mehr einhalten und somit den Kragen ein klein wenig kürzen, der steht nämlich etwas auf weil er eine Spur zu lang ist bzw mit zu wenig Spannung angenäht. Das eine Armloch ist weiter als das andere – das ist vermutlich beim Annähen des Schrägbandes passiert, der Viskosestoff verzieht sich einfach zu schnell, da würde ich nächstes Mal vorher eine Stütznaht setzen. Die Knopfleiste ist suboptimal geworden, zum allerersten Mal hat die Knopflochautomatik einen Stoff nicht gemocht und hat Stiche ausgelassen oder nicht transportiert, ich habe die Knopflöcher daher von Hand korrigiert und jetzt sehen sie insgesamt nicht ganz gut aus und sind z.T. auch einfach zu groß geraten. Ich würde vermutlich nächstes Mal beide Teile der Knopflochleistenseite, nicht nur den Beleg, mit Einlage versehen und hoffen, dass es dann besser klappt. Ich habe in der vorderen Mitte beidseitig 1,5cm zugegeben, da hätte 1cm vermutlich gereicht, das war es aber an Größenkorrektur auch schon.

Die Bluse passt gar wunderbar zu meinem burgundfarbenen Faltenrock und das erfreut mich zusätzlich, denn der hat sonst nur schwarze und graue Partner. Solang es kühl war, trug ich dazu noch eine petrolfarbene Strickjacke und das ist dann aber wirklich schon sehr bunt für meine sonst eher monochromen Verhältnisse…

Die Bluse hat im Heft noch eine langärmelige Schwester und das sind doch gute Aussichten für den Herbst. Jetzt muss ich dann nur mal ein Auge auf die bisher meist geschmähten anstrengenden Viskosestoffe haben… und was sehe ich da auf den Fotos der MMM-Crew am heutigen MeMadeMittwoch: Stoff mit SCHUHEN! Schade, dass ich in nächster Zeit wohl nicht nach Berlin komme, um ihn zu kaufen…

 

 

Sonntagssachen 22/2016

da ich etwas krank war, waren Mann und Minimensch allein zum zelten im großelterlichen Garten und ich erwachte nach 10 Stunden ununterbrochenem Schlaf und fühlte mich doch deutlich fitter als am Abend zu vor. Ich checkte zunächst mal ob der zweite Teil meiner Brexit-Reihe ordnungsgemäß online gegangen war, schrieb einen Tweet darüber und ergänzte einige Zeilen im Entwurf des dritten Teils. It was a Marie-Antoinette kind of day – das Brot vertrocknet, also gab es zum Frühstück Aprikosen-Pfannkuchen, mit Milchkaffee und auf dem Balkon. Danach Rückkehr aus dem royalen Anflug und Staubsaugen – diese Sanddünen, die sich mit den kleinsten Sonnenstrahlen sofort in Flur und Kinderzimmer und kurz  darauf in jedem Winkel der Wohnung ansammeln, das erzählt einem ja auch keiner vor dem Kinderkriegen. Ich nähte Knöpfe an die Samstag fertig genähte Bluse und bangte etwas, ob die zarten Perlmuttknöpfe wohl das Nähfüßchen aushalten – einer musste dran glauben, der Rest ging einwandfrei. Mit Baumwollgarn stricke ich auch wenn es warm ist noch gern – die Urlaubsstrickpläne müssen also etwas umgestaltet werden. Und dann kehrte auch schon der Rest der Familie heim – Zeltgeneralprobe geglückt, Kind ist Fan, Mann ist müde – erstmal das Kind mit einer Wassertonne auf dem Balkon glücklich gemacht. Und Eis geholt – die portugiesische Eisdiele war vor lauter Nationalflaggen kaum mehr kenntlich… Es wurden ferner mehrere Vorteige angefertigt – das Brotbacken wird hier langsam recht ernsthaft. Und der Jahreszeitentisch schonmal auf Urlaub, Sonne, Strand und Meer getuned.Ja und dann sollte es Börek geben – leider hat der örtliche Edeka den Yufkateig aus dem Programm genommen und ich musste also lernen wie man das selbst macht, so fängt es ja immer an … funktionierte – war aber doofe Arbeit, demnächst darf der gern wieder aus einem Geschäft kommen. Nichtsdestotrotz gab es leckeren Börek und dann einen Weißwein und Fußball, das allerdings aus Langeweile zwischendurch von einer Serie unterbrochen werden musste.

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Me made Mittwoch: Reiseoutfit

Einen schönen guten Morgen aus Washington! Ich grüße von einer Konferenz und da mich ein nicht bestellter Weckruf eine Stunde zu früh geweckt hat, habe ich Zeit, euch heute auf die Schnelle mein gestriges Reiseoutfit zu zeigen.
Ich hatte die Herausforderung zu meistern dass ich von 14 Grad zuhause über zugig-klimatisiert im Flugzeug bis zu über 30 Grad hier in DC alles mit einem Outfit abdecken musste. Und bequem sollte es auch noch sein. Die Wahl fiel auf ein Lagen-Outfit. Die Basis ist mein neues Tiramisu-Dress (Cake patterns), das ich eigentlich für den Sommerurlaub genäht habe. Darunter trage ich sexy Kompressionsstrümpfe und eine petrolfarbige Leggins, darüber Strickjacke und Schal. So war ich am Morgen und in Zug und Flug gut gewärmt. Leider ergab sich aber am Flughafen keine Möglichkeit für ein Ganzkörperfoto:
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Kurz vor der Landung hab ich dann Leggins, Jacke und Schal von mir geworfen. Und konnte so einigermaßen ohne Schwitzen bis zu meinem Hotel gelangen. (Das Taxi war natürlich wieder auf unter 20 Grad klimatisiert und ich brauchte die Strickjacke wieder).

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Das Kleid ist bequem und trotzdem angezogen. Ich bin allerdings vom Schnitt ziemlich underwhelmed. Nachdem ich schon zahlreiche schöne Tiramisus gesehen habe, hätte ich das nicht erwartet. Zunächst war das Kleid mir in der Größe nach meinen Maßen um Meter zu groß. Ich habe im Oberteil locker 2-3 cm aus der Seitennaht, 3 cm aus der Länge genommen. Das Taillenband habe ich 5cm enger gemacht. Das Konzept Jerseytaschen in Jerseykleid überzeugt mich auch nicht. Sobald mein Handy in der Rocktasche steckt, wird der Rock auf der Seite länger und länger.

Auch wenn mir dieses Kleid ganz OK gefällt: das wird sicher nicht mein Sommerjerseykleider-Standardschnitt. Ich werde wohl doch mal wieder Knip-Hefte wälzen müssen.

Und nun schau ich mal beim Me made Mittwoch rein, bevor ich eine Kombination von Klamotten suche, die für 32 Grad draußen und ca. 18 Grad drinnen gleichermaßen taugt.

Sommerrock-Sewalong: Inspiration und Planung

Auf dem Me made Mittwoch-Blog gibt es diesen Juni einen Sommerrock-Sewalong in vier Teilen. Das passt mir sehr, denn ich habe auf meiner Urlaubsgarderoben-Liste noch drei Röcke stehen. Die nähe ich doch gern in Gesellschaft.

Ich habe zu Sommerrock an sich ein eher ein gespaltenes Verhältnis. Röcke mag ich einfach gern aus etwas griffigerem Material. Bei flatterigen Röcken bin ich immer sehr unsicher, welcher Schnitt. Im Sommer nähe ich am liebsten Kleider, im Winter dafür gern Röcke. Ausnahme: Maxiröcke, die mag ich sehr sehr sehr.

Ich habe zwei Maxiröcke so wie diesen, die mag ich, aber sie sind nicht unbedingt für jede Gelegenheit geeignet. Dann habe ich einige A-Linienröcke wie diesen. Die sind schön, aber nicht so vollkommen das wahre und auch schon einige Jahre alt.

Allerdings fahren wir im Sommer campen und da muss die Garderobe möglichst kombinierbar und klein zu verpacken sein. Da bieten sich Röcke mit jeweils mehreren passenden Oberteilen sehr an. Daher stehen mindestens 2 Röcke auf der Packliste.

Folgende Rockpläne habe ich so allgemein bis Ende Juli:

1. Lotti-Rock in Jeans: Die beiden Bahnenröcke nach Burda 5/2012 trage ich sehr gern und viel. Grund genug, noch einen zu ergänzen. Im Sinne der Kombinierbarkeit und auch weil es sehr schön ist, will ich gern einen Jeans-artigen Stoff nehmen. Chambray habe ich schon bei The Sweet Mercerie bestellt, aber er ist noch nicht hier. Dazu gibt es Punkte-Paspeln in blau-weiß. Nur Knöpfe muss ich noch suchen.

2. Noch ein Jeans-Bahnenrock, aber schmaler und aus Stretch-Denim. Ich habe einen sehr lang gehüteten Rock von H&M, der an der Hüfte eng anliegt und dann aber im Saum ausgestellt ist. Den würde ich gern nachbauen, als Schnitt werde ich wohl Simplicity 2451 nehmen. Der wird aber zu dick für den Hochsommer und kann deshalb vielleicht noch was warten.

3. Richtige Hochsommerröcke aus dünner Baumwolle. Da werde ich vermutlich irgendeine Variante Tellerrock nehmen, die Weite lege ich je nach Stoffstück fest. Vielleicht auch tatsächlich mal nur einen Viertelteller, das ist mir im Winter zu schmal.
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4. Eine Culottes. Jajaja, ich bin eher late Adopter was Hosenröcke anbelangt, die Nähnerds waren schon letztes Jahr dran an dem Thema. Aber irgendwie war ich immer nur halb bereit, das mal zu versuchen. Aber weil ich ja doch meistens irgendwann mal alles ausprobieren muss, liegt jetzt eine lila Baumwoll-Stretch-Gabardine bereit. Als Schnitt habe ich mir diesen aus der Fashion Style ausgesucht. Ich bin allerdings noch etwas in Schockstarre ob des angegebenen Schwierigkeitsgrades 4/4…
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Und da gemeinsam nähen dazu beiträgt, die Dämonen anzugehen, werde ich mit den Culottes im Rahmen des Sew-Alongs anfangen. Die sind zwar nicht direkt hochsommerlich – aber so werfe ich wenigstens nicht die Flinte ins Korn. Und einen Tellerrock aus Baumwolle kann ich auch mal zur Entspannung dazwischen schieben, wenn die Culottes gerade kritische Klippen zu umschiffen haben.

Me made Mittwoch: Graue Jella

Gestern trug ich zu einem wichtigen Termin eine Kombi aus meinem gekauften Lieblingsfaltenrock (den ich nun auch klonen kann) und einem gekauften Blazer (den ich nun ebenfalls klonen kann) sowie einem neuen und selbstgenähten Wasserfallshirt in seriös-langweiligem grau:
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Unterm Blazer sieht das Shirt so aus:
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Es handelt sich um den Schnitt „Jella“ von konfettipatterns, den ich vor einigen Wochen beim MMM entdeckte – ich weiß nicht mehr bei wem. Und da ich ja derzeit an meiner Urlaubsgarderobe arbeite kam mir ein luftiges Shirt recht genehm. Ein leichter grauer Viskosejersey war als Beifang in einem stoffe.de-Paket und so konnte ich eine Probeversion wagen.
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Ich hab den Schnitt plotten lassen und dann laut Maßtabelle Gr. 38 ausgeschnitten. Die habe ich dann erstmal was enger gemacht, weil ich sie insb. in der kurzen Version erheblich zu weit fand – und auch jetzt finde ich noch, dass es enger sein könnte. Das ist aber natürlich Geschmacksache. Ich werde nächstes Mal 36 zuschneiden und vermutlich dennoch etwas in der Taille wegnehmen, damit es für mich stimmig aussieht zum weiten Rock (denn das ist ja meine Anwendung)
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Derweil kann ich das Shirt aber trotzdem prima tragen und mich so gleichzeitig auch an das Tragegefühl weiter geschnittener blusiger Oberteile gewöhnen, denn auch lockere Blusen lassen mich bisher eher fremdeln.  Weitere Jellas aus eher sommerlich gemusterten Stoffen werden sicher folgen, ich finde den Schnitt aber auch „für chic“ sehr geeignet und denke, er würde sogar mit leichter Viskose ohne Stretch funktionieren, zumindest an etwas weniger kurvigen Oberkörpern als meinem.

Ich fühlte mich in dem Outfit recht wohl für den Anlass und das ist ja oft sehr wichtig, dass man sich stimmig fühlt, wenn es drauf ankommt.

Heute zeigt Nadine auf dem MMM-Blog auch eine weite Bluse. Die Oberteile liegen wohl in der Luft…

 

Me made Mittwoch: Schmetterlinge und Vögel und Anna – again

Vollkommen überraschend – für mich – zeige ich heute ein Kleid mit Tieren. Dabei habe ich ja keine Kleidung mit Tieren, dachte ich. Das Tiermotto des MMM hätte ich also nicht erfüllen können und so habe ich auch überhaupt nicht daran gedacht als ich dieses Kleid letzte Woche nähte. Die Fotos sind von Samstag, als es noch relativ warm war und ich das Kleid zu einem ausgedehnten Ausflug in die Essener Gruga trug. Da ich es erst danach fotografierte ist es leicht knittrig (es saß den Tag über auf Picknickdecken und Rutschen) und das Licht etwas fotofeindlich, da es schon deutlich nach 20 Uhr war.

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Der Schnitt ist das Anna Dress von By Hand London, das derzeit eine Renaissance in der Nähbloggerinnenwelt erfährt, wie mir scheint. Vollkommen zurecht. Ich bin Fan der ersten Stunde, dies ist mein viertes Anna Dress. Neben der Tatsache, dass das Kleid mir mit sehr geringen Anpassungen in einer schmeichelhaft kleinen Größe passt, mag ich daran vor allen, dass es sich hervorragend für auffällig gemusterte Stoffe eignet. Deshalb fiel die Wahl auch auf diesen Schnitt, als ich mich entschloss, endlich den Stoff zu verarbeiten. Der Stoff lag nun drei Jahre in meinem Stoffschrank, ich bekam ihn von meiner Schwiegermutter geschenkt, fand ihn direkt wunderschön (Schmetterlinge! Vögel! Türkis!) – aber hatte Hemmungen ihn anzuschneiden, weil ich nicht wusste, wie ich die Streifen schlau platzieren sollte, vor allem weil bei querer Verarbeitung die Vögelchen aus den Streifen fallen würden… Irgendwann ging mir jedoch auf, dass das Anna Dress genug Raum bietet, um die Streifen weitgehend ungebrochen zu verarbeiten und so legte ich los.

imageMit dem Ergebnis bin ich absolut zufrieden. Durch den diagonal verarbeiteten Rock ist der Querstreifen-Gefangenen-Montur-Effekt abgemildert und dennoch sind von vorn alle Vöglein aufrecht. Hinten stehen sie allerdings Kopf – das gab der Stoff nicht anders her. Dafür ist mir der Streifenanschluss am rückwärtigen Oberteil perfekt gelungen, da bin ich ziemlich froh drüber.

imageAn der Seite passen die Streifen nicht ganz, das liegt daran, dass ich das vordere Oberteil durch das FBA um zwei Fingerbreit verlängere, das hintere aber – durch das Hohlkreuz – nicht. So musste ich zwischen oben passend oder unten passend einen Kompromiss finden. imageDas Kleid ist für den Sommer gedacht und daher nicht gefüttert, auf den Fotos trage ich ein Petticoat darunter. Einzige sonstige Änderungen (neben FBA): Rockteile durch einen halben Teller ersetzt und Seitennahttaschen hinzugefügt.

imageUnd nun reihe ich mich bei den bereits über 100 Damen in vielerlei Getier auf dem Me Made Mittwoch-Blog ein.

Sonntagssachen 15/2016

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Ein schwül-regnerischer Zuhausesonntag. Duplo gespielt – anderes wird hier derzeit kaum in Erwägung gezogen. Fußnägel sommerlich lackiert. Marienkäfer gebastelt. Gearbeitet. Einen mehrseitigen Fragebogen für den neuen Kindergarten ausgefüllt, der der US-Heimatschutzbehörde alle Ehre machen würde. Balkonpflanzen gegossen (also die, die im Trockenen stehen). Restquark vom Samstags-Picknick gesnackt. Das EM-Jäckchen weitergestrickt (Peggy Sue, aus Cotton-Merino in blau). Mit Wein die Regenluft genossen und dabei gebloggt.

Balkongarten-Stand: es sprießt und wächst

Inzwischen ist der Balkongarten schon gut gediehen. Ich habe Anfang Mai zwei Tomatenpflanzen und zwei Gurkenpflanzen eingepflanzt und auch die einjährigen Kräuter und die Blumen. Die Gurken habe ich leider einmal abends vor einer Frostnacht draußen vergessen und dann in der Folge versehentlich der einen überlebenden Pflanze den Stiel abgebrochen… nun werde ich also jetzt nach den Eisheiligen nochmal zwei Gurken nachpflanzen. Ansonsten gedeiht aber alles sehr gut.

Wir ernten schon ordentlich Pflücksalat, der Rucola schießt schon, auch der Spinat, da wird schon bald nachgesät. Die Salatmischung wächst toll, auch der Eichblatt. Da bin ich dieses Jahr sehr zufrieden. Ich dünge den Salat alle zwei Wochen und säe die Kästen etappenweise nach. Später im Jahr dann mit Feldsalat und Asiasalaten.
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Die 5 Erdbeerpflanzen haben alle Blüten und Fruchtansätze, die erste Erdbeere ist schon leicht rosa, ich hoffe, sie überlebt die Regenfront.
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Auch Radieschen haben wir schon einige geerntet, da säen wir auch nochmal nach.

Die Erbsen wachsen gerade fleißig in Richtung Geländer.

Minze, Rosmarin, Thymian und Bohnenkraut sind nach dem Winter super neu ausgetrieben. Leider hatte die Minze einen starken Lausbefall, so dass ich sie recht radikal beschnittem hab, um die Nachbarpflanzen zu schützen. Oregano, Basilikum, Petersilie und Schnittlauch haben wir Anfang Mai ausgepflanzt und ernten wir fortlaufend.
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Auch die Tomaten sind prächtig gewachsen und setzen Blüten an. Sehr gespannt bin ich, ob das Pflaumenbäumchen des Minimensch wohl tragen wird, toll geblüht hat es jedenfalls.

Derzeit bin ich sehr zufrieden, ein bis zwei Sommerblumen kommen wohl noch dazu. Dann muss ich mal langsam die Ferienbewässerung bedenken.

Me made Mittwoch: Das verhinderte Hochzeitsgastkleid

Ich gebe es zu, ich trage das Kleid gar nicht heute (was bei mir ja sonst eiserne Regel am MMM ist) – ich werde es aber aller Voraussicht nach am kommenden Samstag in Paris tragen, wo ich zu einer Konferenz sein werde, bei spätsommerlichem Wetter. Eigentlich hatte es jedoch eine andere Bestimmung. Es war als Hochzeitsgastkleid geplant. Für die Hochzeit von Freundin L. am Meer. Die war vergangenes Wochenende und fiel für uns leider aus. Dickeste Erkältung bei allen drei Haushaltsmitgliedern verhinderte, dass wir die Autofahrt, Party und Hotelübernachtung heil überstehen konnten und so konnte das Kleid leider nicht das Meer sehen und tanzen. Dabei hätte es, wie ich Fotos entnahm, perfekt zur Blumendeko gepasst. Ich bin darüber recht sehr traurig, wegen mir und L. und dem Kleid und überhaupt. Ich hab da ein ganz mieses Hochzeitsgastkleid-Karma. Ich habe exakt NOCH NIE ein geplantes zu nähendes Kleid dann auch zu der Hochzeit getragen, es wurde nicht fertig, ich wurde schwanger oder ich kriegte ein Kind und konnte nicht hin oder das Kind hatte Bronchitis oder oder oder. Hochzeitsgastkleider vermiesen Hochzeiten. Dennoch plane ich schon wieder eins, für die nächste Hochzeit Ende September, denn da wird es mir für dieses Kleid zu frisch sein. Stay tuned.

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Nun aber zunächst dieses Kleid. Es ist ein Traum, ich liebe es, leider habe ich es zu spät im Jahr genäht, um es noch öfter als 1-2 Mal tragen zu können.

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Es handelt sich um das Oberteil von Robe Belladonne von Deer and Doe mit einem halben Tellerrock. Ich habe mich für einen weiteren Rock entschieden, weil der Stoff mir dies zu verlangen schien.

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Der Stoff ist Viskose-Jacquard mit Druck, wahnsinnig schön im Detail, von fashion for designers, ich kaufte ihn, als ich im Mai mit Lotti dort im Showroom war und habe damit eine ganz hervorragende Verarbeitungs-Bilanz meiner bisherigen FFD-Einkäufe, nämlich ca. 2/3 verarbeitet binnen jeweils 6 Monaten nach Kauf (Futter-Coupons nicht eingerechnet). Der Stoff fasst sich toll an und hat einen tollen Fall. Das hindert ihn keineswegs daran, ein Verarbeitungsbiest zu sein. Die Schnittteile wandelten ihre Form nur vom schräg angucken und dehnten sich im schrägen Fadenlauf mal locker um 1/3 aus. Als der Rock fertig ausgehangen war, war er an den Seitennähten 18cm (!) länger als in der Mitte, wo der gerade Fadenlauf liegt. Ich habe nachher gedacht, ich hätte den schrägen Fadenlauf in die Mitte legen sollen, das fällt viel schöner. Da der Stoff durchsichtig und zudem sehr fragil ist (Löcher vom trennen sind tunlichst zu vermeiden) habe ich das Oberteil mit Baumwoll-Nessel gedoppelt. Ich habe dabei die Kanten des Rückenlochs verstürzt ansonsten aber beide Lagen wie eine verarbeitet, dadurch ist das ganze an den neuralgischen Stellen Armloch und Reißverschluss sehr viel stabiler. Der Rock ist auch gefüttert. Ganz edel mit Venezia-Futter, wenn schon denn schon.

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Ich musste am Oberteil nicht viel ändern. Ich habe Gr. 38 zugeschnitten und nach einer Nesselprobe ein FBA von 1,5cm im Brustumfang gemacht. Das war’s. Indieschnitte und ich – das passt, ich füge Deer and Doe meiner Gelingliste hinzu.  Bis auf das doppeln habe ich auch komplett die (französische) Anleitung befolgt und fand sie ausreichend und verständlich. Der Rock ist mit dem Rollsaumfuß der Nähmaschine gesäumt.

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Da es ja nun doch nicht mehr über 30 Grad ist, trage ich dann wohl auch kommenden Samstag darüber eine Strickjacke. Und zwar – tadaa – die Frühlingsjacke 2014. Ich habe ihr endlich die Ärmel nochmal neu angestrickt. Diesmal ganz klassisch, ohne Puff. Also eingestrickt von oben mit verkürzten Reihen. Nun gefällt sie mir sehr gut und ist sehr sehr warm (sie ist nämlich aus Merino extra fine von drops). Dass die Farbe so perfekt passt, hat die Pedantin in mir natürlich sehr gefreut. Dazu habe ich neue alte Schuhe, die ich seitdem schon so oft anhatte, dass ich mich frage, wie ich je ohne lila Schuhe auskam.

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Beim Me made Mittwoch gibt es heute eine Gastbloggerin, die ein wundervolles Färbeexperiment zeigt. Super beeindruckend!

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