Me made Mittwoch: Fast Peggy Sue

Im vorletzten Jahr begann ich während des Frühlingsjäckchen-Knit-Alongs eine Strickjacke. Es hat bei mir schon Tradition, dass die Frühlingsjäckchen niemals im Frühling fertig werden. Aber zwei Jahre später ist schon ziemlich Late to the Party. Aber irgendwann bringe ich jedes Strickstück zuende, da bin ich eisern.

Das Muster Peggy Sue ist schon ewig in meinen Favoriten bei Ravelry. So ewig dass ich damals noch nicht raus hatte, dass hoch geschlossene Rundhals-Jäckchen gar nicht mal so gut für mich sind. Und als ich dann beschloss endlich ein blaues Jäckchen aus der Drops Cotton Merino zu Stricken, die ich auch bestimmt schon vier Jahre lagere, da dachte ich über diese Erkenntnis auch nicht weiter nach.

Ich strickte also Peggy Sue. Es ging sogar recht flott und ich wurde schon im Sommerurlaub mit der Jacke fertig. Allerdings war dann erst die Knopfleiste doof, die leierte, weil ich zu lose stricke und dann ging sie immer auf.

Nachdem ich sie dann einige Male an hatte, stellte ich fest, dass sie mir schlecht passt. Zu viel Stoff über der Brust, zu eng an der Brust. Die inzwischen verstärkte Knopfleiste hing doof rum. Ich ließ die Jacke also lustlos im Schrank liegen. Und wurde schwanger. Und vergaß die Jacke.

Als ich dann im letzten Herbst meine Vorschwangerschaftskleidung wieder einräumte, beschloss ich, die Jacke nochmal zu ändern. Aber auf die harte Tour.

Ich nahm die Ausschnittform meiner Pfauen-Jacke ab und markierte mir diese mit Reihgarn. Dann nähte ich entlang dieser Linie abzüglich Bündchenbreite beherzt zweimal mit der Nähmaschine drüber und schnitt danach das überschüssige Gestrick EINFACH AB!!! Aus den letzten intakten Maschen vor der Sicherungsnaht nahm ich neue Bündchenmaschen auf und strickte ein neues Bündchen. Und Zack: tragbare Jacke! Hurra!

Der Vollständigkeit halber: darunter trage ich ein Ashland Dress aus Jersey, das ich im Blindflug am Ende der Schwangerschaft für die Stillzeit genäht habe. Es hat auch seinen Dienst gut getan und wurde inzwischen zweimal enger gemacht. Nun ist es ohne Jacke nicht mehr sehr tragbar, aber das ist ja auch ok.

Weihnachtskleid-Sew-Along: Finale 2013

Tatsächlich habe ich es geschafft und mein Weihnachtskleid ist schon seit Donnerstag fertig. Dieses Jahr war das nähen eine echte Herausforderung, weil ich immer nur am Abend hier und da 30 Minuten daran gearbeitet habe, aber auch, weil ich ein stillgeeignetes Kleid nähen wollte, das trotzdem weihnachtlich, gefüttert und nicht aus Jersey ist. Ich hatte noch nie vorher ein Wickelkleid aus Webstoff genäht und musste das Oberteil auch recht umfangreich anpassen. Außerdem musste ich mir ein Futter ausdenken, da der Schnitt für ein Sommerkleid ist, mein Oberstoff aber leicht kratzig. Aber genug der Vorrede, hier erstmal das Kleid. Tadaaaa.

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Im Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Zwar sieht man der Paspel aus der Nähe etwas an, dass ich sie 3mal heraustrennen musste, bis das Taillenband gerade eingenäht und die Paspel annähernd überall gleich breit war, aber das kann ich verschmerzen.

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Ich habe das Oberteil gefüttert, nicht jedoch die Ärmel, Oberstoff und Futter sind an der Schulternaht als eine Lage verarbeitet. Das Futter des Oberteils habe ich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, weil der Oberstoff stretchig ist. Entlang der Ausschnittkante habe ich einen Streifen Einlage aufgebügelt und den Ausschnitt mit Schrägband eingefasst.

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Das Rockfutter endet etwa eine Handbreit nach innen versetzt, damit es nicht rausblitzt, wobei ich im Nachhinein gedacht habe, ich hätte auch nur die innere Rockbahn füttern brauchen.

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Ich habe den Rock gut 10cm gekürzt. Hätte ich mir das vorher klar gemacht, hätte ich den Rock vielleicht mit schrägem Karoverlauf zugeschnitten, was in der ursprünglichen Länge nicht passte.

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Gesäumt habe ich den Rock mit Schrägband als Saumband, wie hier erklärt, die Ärmelsäume sind mit Schrägband eingefasst.

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Passender Schmuck ist hier reichlich vorrätig, gehört doch Petrol zu den Säulen meines Kleiderschranks. Wenn der Minimensch an Heiligabend im Bett sein wird, werde ich diese Kette und diese Ohrringe anlegen, die ich letztes Jahr von Freundin L. zu Geburtstag und Weihnachten bekam. Passen perfekt, oder?

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Ein paar der Weihnachtskleider habe ich mir schon angeguckt und freue mich sehr darauf hier alle Festkleider zu bestaunen. Danke liebe Katharina für die Organisation des diesjährigen Sewalongs. Das hast du ganz ganz toll gemacht!
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Details:

Schnitt: New Look 6674
Größe 12 mit FBA
Stoff: Woll-Stretch-Mischgewebe von Alfatex. Preis 5,90/m
Satin-Schrägband von ebay, Futter von Alfatex, Einlage aus dem Fundus
Änderungen: Ausschnittlinie leicht verkürzt, Oberteil verlängert, Taillenband verbreitert, Kleid komplett gefüttert, Schrägband-Abschlüsse, Lange Puffärmel von einem anderen Schnitt aus der „Meine Nähmode“ eingesetzt, Rocklänge 10cm gekürzt
Bin ich zufrieden? Ja.

Weihnachtskleid-Sew Along Teil 5

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Eigentlich müsste ich nur noch säumen. Ich habe in der vergangenen Woche doch tatsächlich geschafft Kleid und Futterkleid fertigzustellen und miteinander zu verstürzen. Außerdem habe ich die Ärmel eingesetzt und sie passen wunderbar, obwohl sie ja gar nicht zu dem Schnitt gehören. Ich habe einen Puffärmel von einem anderen Simplicity-Kleid aus der „Meine Nähmode“ genommen und durch die Kräuselung war die Armkugel flexibel anzupassen. Ich musste lediglich die Schultern etwas verschmälern. Ich kann sogar die Arme heben, alles super. Durch den schrägen Fadenlauf sind die Ärmel außerdem sehr bequem, leider einen Hauch zu kurz, selbst ungesäumt.
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Also theoretisch nur noch Saum.

Aber: das verdammte Taillenband ist immernoch schief, genauer es ist unterschiedlich breit und hat sich beim nähen verzogen. Ich habe es bereits zweimal getrennt und langsam lösen sich Stoff und vor allem das nur 12mm breite Band der Paspel auf. Aber ich werde das trotzdem nochmal trennen und im Notfall die Paspel ersetzen. Es ärgert mich einfach zu sehr, wenn ein ansonsten sehr gut gelungenes, bequemes und gut sitzendes Kleid einen so gut sichtbaren Fehler hat. Das kommt davon wenn man müde von durchwachten Nächten und erkältet immer nur halbe Stunden daran arbeitet, es schleichen sich Ungenauigkeiten ein. Also nochmal. Ich habe extra den Beleg noch nicht an das Taillenband gesteppt, weil ich wusste, das würde mir keine Ruhe lassen.

Bis nächste Woche also nochmal die Taille korrigieren, die Länge festlegen, säumen, das Bindeband annähen und die Kante des Futterrocks mit Spitze versehen.

Das ist zu schaffen und glücklicherweise halten geheime Hormonkräfte die Erkältung trotz ganz massiven Schlafmangels (Entwicklungsschub ist ein Arschloch!!!) irgendwie im Zaum.

Viele schöne Kleider in fast allen Fertigstellungsstufen gibt es hier zu sehen.

Weihnachtskleid Teil 3 und 4

Letzte Woche musste ich den Sonntagstermin schwänzen weil ich Geburtstag feiern musste. Ich besitze jetzt neben anderen tollen Sachen Elisalex und Anna von By Hand London. Da lauern schon die nächsten Projekte.

Dass ich verhindert war, hat aber dazu geführt, dass eine Lieferung Schrägband inzwischen eingetroffen ist, die essentiell für mein Kopf-Weihnachtskleid geworden war und so kann ich heute zwar wenig fertiges aber wenigstens hübsches zeigen.

Ich habe, nachdem ich das Probeoberteil fertig angepasst und auf den Schnitt übertragen hatte tatsächlich zugeschnitten. Den Oberstoff am vorletzten Sonntag beim sehr tollen Tatort mit Wotan Wilke Möhrig und der ehemaligen Conny Mey als Kommissarin Brandner. Hachz. Das Futter am Montag. Ich habe mich für geraden Musterverlauf beim Oberteil, schrägen Verlauf beim Taillenband und den Ärmeln entschieden. Beim Rock ist der gerade Lauf an der vorderen Mitte.

Allen Anpassungen am Probeoberteil zum Trotz musste ich dennoch trennen, denn durch den Stretchanteil in meinem Wollstoff saßen die Abnäher dann doch nicht, wo sie sollten.
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Viel grösseres Kopfzerbrechen bereitete mir aber das Futter. Ich will mein Kleid ganz unbedingt füttern. Zum Einen ist der Wollstoff leicht kratzig und ich finde ihn auf der Haut nicht angenehm genug, zum Anderen mag ich einfach gefütterte Kleider. Ein Kleid ohne Futter finde ich im Herbst und Winter nicht vollständig. Nun hat mein Schnitt kein Futter vorgesehen, sondern Belege. Diese sollen mit Einlage verstärkt werden, was gerade bei der langen schrägen Kante auch sehr sinnvoll erscheint. Der Stoff ist deutlich stretchig, aber ich hatte Sorge, mit Stretchfutter könnte dir Ausschnittkante leiern und dann beulen. Ich habe mich, da das Oberteil auch ohne Elasthan gut sitzt, entschieden, ein nicht-elastisches Futter zu nehmen, dieses aber im schrägen Fadenlauf zuzuschneiden. Die Ausschnittkante des Futters habe ich mit einem Streifen Einlage bebügelt. Zudem habe ich mir überlegt, dass es praktisch und festlich zugleich sein könnte, den Ausschnitt mit Schrägband zu versehen. Also schnell Satinschrägband in tatsächlich exakt passendem Petrolton geordert und mir bei eintreffen einen Ast gefreut:
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Perfekt, oder?

Ich habe also mittlerweile ein komplett gefüttertes Oberteil mit versäubertem Ausschnitt:
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Vielversprechend, wie ich finde. Außerdem habe ich das Taillenband zusammengenäht und mit den Bindebändern verstürzt sowie den Rock (ein ca. 2/3-Teller) zusammengenäht. Natürlich hatte ich hier schisshasig deutlich zu großzügig zugeschnitten und hätte bequem in den Rock ohne binden gepasst, mit nur einem der Vorderteile. Das mach ich auch irgendwie ständig.
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Man sieht, ich plane den Kantenabschluss des vorderen Rockteils auch mit Schrägband zu versehen. Außerdem will ich das Band auch ober- und unterhalb des Taillenbandes als Fakepaspel nutzen. Zu viel Band?

Ich denke darüber nach, den Rock nur als Fake-Wickelteil zu arbeiten und nur das Oberteil inkl Taillenband wirklich zu wickeln, mein Vorstellungsvermögen reicht aber nicht aus, um zu sehen, ob das realisierbar ist, ich werde es also heften und ausprobieren. Hätte den Vorteil, dass ich den Futterrock ohne Überlappung arbeiten könnte. Alternativ füttere ich nur das innen liegende Rockteil und das drübergewickelte nicht.

Ich hoffe, in der nächsten Woche etwas mehr Nähzeit zu finden, denn meine Feieroktav endet nach dem heutigen Kaffeeklatsch. Katharina begrüßt uns mit fast fertigem Karokleid. Karo ist einfach toll und total weihnachtlich!

Commitment: Hemdblusenkleid

Ich schiebe mein gegenwärtiges Nähprojekt gerade Tag für Tag raus. Dabei wäre der Zeitpunkt günstig, da des Minimenschen Vater gerade einen seiner Elternzeitmonate hat und ich also mehr Zeit hab als gewöhnlich und außerdem so ein Sommerkleid ja schon zum Sommer fertig sein sollte. Das Problem ist: ich trau mich nicht. Denn es handelt sich um ein tragbares Probemodell für ein insgesamt gewagtes Projekt. Und zwar ein Hemdblusenkleid. Gewagt ist daran, dass ich 1. Noch nie mehr als ein Knopfloch auf einmal geschweige denn eine ganze Knopfleiste genäht habe. 2. Ich ebenfalls noch nie einen Hemdkragen genäht habe. 3. Mir Hemdblusen eigentlich gar nicht stehen und deshalb fraglich ist, ob ein Hemdblusenkleid es täte. 4. Ich mir den Schnitt selbst zusammengestückelt habe und 5. Der Probestoff ein extrem ribbelnder Leinen ist, an dessen Auftrennbarkeit ich ernsthafte Zweifel habe. Bin ich verrückt? Womöglich…

Wie bin ich also auf diese irrwitzige Idee gekommen?

Es fing damit an, dass ich ein stilltaugliches Kleid nähen wollte, das nicht aus Jersey ist. Denn so nett Jerseykleider im Alltag sind, manchmal ist mir doch nach etwas mehr Förmlichkeit, als diese Jogginghosen in Kleidform bieten können. Nun habe ich aber bereits das perfekte Sommerkleid. Es ist New Look 6069 und ich liebe es. Die Idee war also zunächst, das vordere Oberteil von New Look 6069 stilltauglich umzukonstruieren. Dann nähten auf einmal alle dieses sogenannte McCalls-Drecksding. Und der Lemming kam um die Ecke und überhaupt. Allerdings hatte der Lemming dann Streit mit dem Geizhals Sparfuchs. Und der Sparfuchs hat gewonnen, denn 1. Wer weiß ob mir das steht. 2. Ich bestell doch keinen Schnitt in den USA wenn kein Sale ist. 3. Ich habe den Plan so kurzfristig gefasst, dass Versand über den großen Teich auch viel zu lang gedauert hätte. Außerdem wollte ich keinen Reverskragen, sondern einen angerundeten hochgeschlossenen.

Ich habe also ein lustiges Schnittpuzzle begonnen, das nun Passe, Kragen und Ärmel eines Hemdblusenkleids aus der Februar-Knip mit dem Oberteil meines Quasi-Grundschnitts Simplicity 7275 und dem Rock von New Look 6069 sowie einer selbst-hinzugefügten Knopfleiste verwurschtet. Ja, ich weiß… übermütig.

Dann hab ich nach Stoffen im Lager gesucht und ein tolles Mischgewebe-Leinen von Alfatex gefunden, von dem der Geizhals ich trotz sehr gutem Sale-Preis nur 1,5m erworben hatte. Also ca. 70cm zu wenig. Das mach ich ständig. Und lerne nie draus. Aber: ich hab alle Teile draus zugeschnitten bekommen und Unterkragen, Innensteg und Taschen WOLLTE ich aus anderem Stoff! Echt!
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So weit so gut. Hier steh ich nun. Und trau mich nicht.

Ich hab mir also erstmal einen Plan gemacht, ganz viele Tutorials auf youtube angeguckt, alle Teile versäubert (das mach ich sonst NIE vorweg), hübsche Knöpfe gekauft, …
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Und JA! Ich fang an! Versprochen! Deshalb poste ich das ja hier, sozialer Druck und so… ich lege also jetzt mal los und werde dann demnächst, später, irgendwann, bald berichten…