Des Minimenschen neue Kleider #2: Gestricktes

Ich bin ja, wie hier und da schonmal erwähnt, die langsamste Strickerin der Welt. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich fast nur im Bus stricke und da kommt man dann selten über 1-2 Reihen hinaus, was gerade bei komplexeren Strickwerken deprimierend ist. Babysachen sind da natürlich dankbar, weil enorm schnell fertig. Also habe ich in den letzten Wochen so das ein oder andere für den Minimensch gestrickt. Vor allem für ganz oben und ganz unten…

3 Paar Socken, Neugeborenen-Größe. Ich richte mich nach dieser Anleitung, mache aber eine Bumerang-Ferse und den Schaft in 1r1l, weil ich das flexibler finde.

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Die blau-grünen sind aus einem 10g-Probeknäuel von Opal. Die gibts in meinem lokalen Wollgeschäft zum Anstricken von neuen Farbvarianten und 10g reichen haargenau für einmal Größe 50-56 – sehr praktisch. Die roten sind aus einem Rest von Socken von mir. Die türkisen sind aus Bambus-Baumwollmix und damit quasi die Sommervariante. Ich finde Bambusviskose sehr angenehm zu verstricken und sie soll auch relativ formstabil sein.

1 Paar Babylegs aus Resten. Den Tipp mit den Babylegs habe ich vom Bloggerinnentreffen mitgebracht. Ich glaube von Wiebke oder Frau Crafteln, bin nicht mehr ganz sicher.

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Hier habe ich keine spezielle Anleitung verwendet sondern einfach 1r1l gerade hoch gestrickt. Wenn es sich ergibt, dass sie passen, werde ich noch ein zweites Paar aus einem anderen Rest stricken.

3 Mützen. Ich habe etliche Anleitungen bei ravelry durchstöbert und die Maßangaben für Babymützen variieren doch erheblich. Alle Modelle, die ihr hier seht sind angeblich Neugeborenenmodelle – also sie sollten theoretisch gleich groß sein… Ich stricke zwar eher lose, aber korrigiere das bei dünnem Garn mit dünneren Nadeln und fahre damit normalerweise gut. Bei den Babymützen bin ich damit allerdings gebruchlandet.

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Zuerst habe ich nämlich die gelb-grüne nach dieser Anleitung gestrickt. Maßangabe „average newborn“. Ähm nope. Dass das eher was für 4-6 Monate alte Babys wird, war mir recht schnell klar. Ansonsten ist das Muster nett, Halbpatent hab ich lang nicht gestrickt, wird aber schön flauschig und flexibel.

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Danach habe ich die flieder-blau-türkise gestrickt. Die finde ich total super süß. Es handelt sich um den „little knight hat“ und diesmal scheint mir die Größe auch tatsächlich Newborn-Size zu sein. Die Wolle ist Cotton Bamboo Batik von Schachenmeyer. Sehr angenehmes Garn, das sich schön verstrickt und wunderbar weich anfühlt.

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Aus dem gleichen Garn nur in anderer Farbe ist auch die grün-blau-weiße. Hier habe ich nach Maschenprobe gleich die Frühchengröße gestrickt und die ist immer noch größer als der little knight hat geworden. Das Strickmuster heißt „swirl hat“ und strickt sich recht gut. Ich finde, aus dem Muster könnte man auch gut ein Beanie oder eine Baskenmütze für Erwachsene stricken.

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Und bevor jetzt hier jemand Rückschlüsse aus der Farbwahl auf das Geschlecht des Minimenschen versucht: Da fast alles aus Resten ist, würde ich mich da nicht so weit aus dem Fenster lehnen 😉

Lagebericht 13/2013

Danke für all die netten Kommetare und Nachfragen bzgl. meines Krankenhausaufenthalts. Es ist alles gut, wir waren prophylaktisch da und hoffen, dass es auch dabei bleibt. Allerdings hat es sich ergeben, dass dem Minimensch und mir Schonung und ein früherer Start des Mutterschutzes verordnet wurden. Deshalb sind hier jetzt erstmal alle Pläne, Sew-Alongs und sonstigen Aufgaben gecancelt. Wir leben ab heute in den Tag hinein und was ich dann halt nicht schaffe, das bleibt halt liegen. Für mich ziemlich schwierig, alles so liegen zu lassen, wenig strukturiert an den Tag ranzugehen. Da muss ich mich auch erstmal drin üben. Derzeit fühle ich mich noch etwas wie ein Fisch auf dem Trockenen so ohne Struktur und To-Do-Liste. Entsprechend habe ich die 15-Tage-Challenge abgebrochen. Da ich aber davor schon ein paar Aufgaben erledigt hatte, gibt es unter anderem bald nochmal bisschen Wolle im Flohmarktblog. Denn meine Strickprojektekiste brachte recht vieles zum Vorschein, das schon gänzlich in Vergessenheit geraten war.

Und zum Glück ist weder nähen noch stricken körperlich anstrengend, sondern, im Gegenteil, total entspannend – so dass ich hier jetzt auch nicht nur noch auf der Couch hängen und Privatfernsehen gucken muss. PUUUUH.

Weil dennoch meine sozialen Kontakte nun von jetzt auf gleich etwas eingeschränkt sind, habe ich was gemacht, wo ich schon länger mit liebäugle. Ich habe mir einen Twitter-Account zugelegt. Er ist bisher noch jungfräulich und ich fremdele erwas damit. Aber ich hoffe so auf Verminderung meines „von allem abgeschnitten“-Gefühls. Und bin gespannt. Also, ich jetzt auf twitter: @700sachen. Vielleicht schreib ich demnächst auch mal was 😉

Also hier die Lage auf Entspannung eingestellt. Sonne genießen, bisschen werkeln, mir was gutes tun, mittagsschlafen, solche Sachen. In der vergangenen Woche gabs folgendes:

Gewerkelt: Nur gestrickt. Vor allem kleine Sachen.

Garten: Die ersten Salatpflanzen sind draußen. Und auch Kräuter haben es schon auf die Fensterbank geschafft. Mangold ist im Anzuchtgewähshaus, ebenso wie Kürbis. Bald kommt die nächste Fuhre Salat nach draußen. Die Tomaten wohnen nach wie vor drinnen und gedeihen gut. Damit ist jetzt fast alles gesät und das Gartenjahr kommt in Fahrt.

Gekocht: Minestrone, Spaghetti Bolognese, viel Salat, Linsen-Lauch-Gratin.

Gelesen und gesehen: Die heute-Show vom Freitag. Rundum sehenswert, z.B. das hier. Dieser Artikel aus der Zeit bespricht den Umstand, dass Modedesigner, die sich um nachhaltige Kleidung bemühen recht wenig Beachtung hierfür finden, am Beispiel der Conscious Collection von H&M.

Männermütze

In den Winterferien habe ich nicht nur genäht, sondern auch gestrickt. Zunächst ein flottes Zwischenprojekt, eine warme Mütze für Herrn Siebenhundertsachen.
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Das Muster des Hauptteils ist von der Mütze Bankhead (via ravelry) abgeschaut, allerdings weicht meine Mütze bei Garnstärke, Maschenzahl und Bündchen vom Vorbild ab.

Gestrickt habe ich die Mütze aus Drops Baby Alpaca Silk, das an Wärme und Weichheit kaum zu übertreffen ist. Die Krempe ist in doppelter Lage mit einfachem Faden gestrickt, das Kopfteil in einfacher Lage mit doppeltem Faden.

Wie ein doppelt gestrickter Mützenbund gearbeitet wird, kann man z.B. beim Wurm gut nachvollziehen. Konkret habe ich die Mütze so gestrickt: Anschlag 120 Maschen. Nun mit Nadelstärke 2,5 im Bündchenmuster 1 rechts verschränkt, 1 links in Runden stricken, bis die gewünschte Bündchenhöhe erreicht ist. Dann folgt eine Runde nur links, das wird die Knickkante. Jetzt noch einmal die komplette Bündchenhöhe in 1 rv 1 l stricken.

Nun wird der untere Teil des Bündchens nach innen umgeschlagen und die Maschen werden gemeinsam auf die Nadel genommen und zwar so: rechte Masche vom äußeren Teil, also von der Nadel, abheben, 1 M aus der ersten Rippe des unteren Rands, der innen daneben liegt aufnehmen, linke Masche abheben, rechte Masche abheben, 1 Masche aus der nächsten Rippe des innenliegenden Teils aufnehmen, usw. Es werden also nur jeweils die äußere und innere Rippe verbunden, die linken Maschen der Außenlage werden einfach abgehoben, die linken Maschen der inneren Lage bleiben lose, so ist der Anschlussrand flexibler. Nun wird die Anschlussrunde gestrickt, immer 2 r zusammen, 1 links wiederholen.

Jetzt folgt der Wechsel zum Hauptteil mit doppeltem Faden. Dazu wird die Maschenzahl von 120 auf 80 reduziert indem jede dritte Masche abgenommen wird. Also nun mit doppeltem Faden wie folgt arbeiten: 2 r zusammen, 1 r, 2 r zusammen, 1 r usw.

Jetzt auf Nadelstärke 4,5 wechseln und das Muster beginnen:
1. Reihe 4 r, 1l
2. Reihe alle rechts

So wird bis zur gewünschten Höhe, bei mir 12 cm, gearbeitet, dann folgen die Abnahmen:
1. Reihe 2r, 2rzusammen, 1l
2. Reihe alle r
3. Reihe 3 r, 1l
4. Reihe alle r
5. Reihe 1 r, 2r zus, 1l
6. Reihe alle r
7. Reihe 2r, 1l
8. Reihe alle r
9. Reihe 2r zus, 1l
10. Reihe alle r
11. Reihe 1 r, 1l
12. Reihe alle r
13. Reihe 2 r zus
14. Reihe alle r
15. Reihe 2 r zus
Abketten

Ich stricke eher lose, vermutlich würde eine durchschnittliche Strickerin eher mit 140 bis 150 Maschen beginnen müssen und mit Nadelstärke 3 bis 3,5.

Me made Mittwoch: Sofa-Outfit

Meinen (sturm-)freien Tag habe ich heute erstmal mit einem ausführlichen Yogaprogramm begonnen.

Dabei trage ich, neben gekauften Yoga-Klamotten meine relativ neue Abalone.

(Selbstauslöser einschalten, zum Platz rennen UND dann auch noch eine gerade Yogaposition einnehmen, klappt nicht in 10 Sek. habe ich gelernt.)

Die Weste wird von unten nach oben nahtlos gestrickt und ist wirklich herrlich unkompliziert. Ein Strickstück bei dem man auch komplizierterem Fernsehprogramm noch bequem folgen kann. Ich habe sie nicht, wie in der Anleitung vorgesehen in glatt rechts mit krausrechts als Saumabschluss gestrickt, sondern im Perlmuster mit Rollbündchen als Saum.

Weil Perlmuster sich weitet habe ich mit etwas dünneren Nadeln gestrickt. Das Garn ist ein wundervoll weiches Kaschmir-Garn, das mir Nähfreundin Z. aus der Ukraine mitgebracht hat. Was ich beim ändern der Muster nicht bedacht habe, ist, dass ich durch das Rollbündchen auf beiden Seiten je ca. 1 cm verliere. Ist aber nicht schlimm.

Die Weste ist super um an ungemütlichen Tagen den Rücken schön warm zu halten und passt nicht nur zum Yoga, sondern durchaus auch zu Jeans. In dieser Kombi werde ich sie auch den Rest des Tages tragen, denn ich habe floristisches, räumen und kramen und einen kleinen Spaziergang geplant.

Strickmuster: Abalone via ravelry

Garn: 100% Kaschmir

Verbrauch: knapp 200g

Nadelstärke: 4

Würde ich das Muster nochmal stricken? Ja, ich hab da schon rote Wolle für liegen.

 

Und jetzt gehe ich gucken, ob irgendwer heute echte Klamotten trägt oder wir heute lauter schöne selbstgemachte Gammel-Outfits sehen. Und wer ist heute dran mit gastgeben? Wiebke! Danke liebe Wiebke für’s pünktliche Posten am Feiertag!

Auf die Couch

An diesen wirklich kleinen Socken für einen nun schon nicht mehr so frischen Minimensch im Freundeskreis habe ich nun tatsächlich 4 Wochen gestrickt. Ich weiß, dass das eigentlich ne Aufgabe von 2 Stunden ist.
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Davor habe ich 3 Monate an einer Abalone gestrickt. Was jetzt auch weder besondere Strickkunst noch enorm viel Zeit benötigen sollte. Die Fäden sind bis heute nicht vernäht. Ein trauriges Schicksal fristet auch ein Paar Patentsocken für den Gatten, dem nur noch ca. das letzte Drittel des zweiten Socken fehlt. Begonnen vor einem Jahr.

Ich habe es lang nicht wahrhaben wollen, aber das Strickzeug und ich stecken in einer tiefen Beziehungskrise. Ich fürchte wir werden um eine professionelle Paartherapie nicht drumrum kommen.

Also beginnen wir die erste Gruppensitzung. Die meisten Probleme sind ja schon in der Kindheit angelegt. Aber da kann ich wirklich keine Fehler entdecken. Stricken war praktisch mein Einstieg ins handarbeiten. Zwar habe ich eine nähende und häkelnde Mutter, die uns dank Knippie mit lauter hübschen selbstgenähten Sachen ausstattete, aber ich habe früh das stricken für mich entdeckt und strickte mich munter durch die Schulzeit (unter der Bank) an der Seite von meiner lieben Freundin L., mit der gemeinsam ich schließlich sogar das Sockenstricken lernte. Blumen, Perlen , nähen, das alles kam erst deutlich später. Das Strickzeug und ich, unzertrennlich seit 2 Jahrzehnten. Und nun das. Wir finden nicht mehr zueinander. Haben wir uns etwa auseinander gelebt? Ich betrachte glückliche Strickerin-Strickzeug-Paare täglich neidvoll in Blogs und denke „das könnten wir auch haben“. Und wir hatten doch noch so viele Pläne. Ich habe voll der Hoffnung auf einen zweiten Frühling für uns nur das feinste vom feinen im Drops-Supersale gekauft. Allein es nützt nichts. Vielleicht mangelt es mir an Durchhaltevermögen, an der Risikobereitschaft, ein langes Projekt mit ungewissem Ausgang anzugehen… Tatsache ist, wenn wir uns nicht bald zusammenraufen werde ich womöglich eine dünne Strickjacke kaufen müssen, und die Füße des Gatten werden den zweiten Winter in den löchrigen Socken verbringen müssen.

Liebe Therapiegruppe, was sagt ihr? Auch manchmal Probleme mit dem Strickzeug? Ist eine professionelle Therapeutin anwesend?

Nordpolexpedition meets Dinner-Einladung: Auftritt Kapuzenschal

Gestern im Fernsehen ein vorherrschendes Thema: Es ist verdammt kalt. Auch in vielen Blogs: Kälte, Kälte, Kälte. Ich dachte ich zeig mal, was ich heut so trage. Ich sah bisschen aus wie ein Brauereipferd auf Urlaub, wie ich ich heute morgen zur Bushaltestelle wankte. Zudem auch noch schwer bepackt. Warum? Ich muss heute erst büromäßig gekleidet sein (und das heißt in der Uni eigentlich: Alles ab Schlafanzug ist akzeptabel, schon Lederschuhe machen einen verdächtig und eine Bluse kann einen leicht fälschlich als Juristin ausweisen). Danach bin ich aber auf einem schicken Dinner zur Verabschiedung eines Professors eingeladen. Hinzu kommt natürlich, dass es so kalt ist, dass man eigentlich nur in Skiklamotten das Haus verlassen will (was im Büro stilmäßig völlig ok, aber zu warm wär).

Ich trage daher heute das Weihnachtskleid in der „casual am Nordpol“-Variante. Mit Thermoleggins und Stiefeln und einem dicken langen Cardigan drüber. Schlank ist anders… aber egal.

Damit keine Mütze meine Frisur ruinieren kann hab ich meinen Kopf heute in einem alten Schätzchen verhüllt, den ich euch schon lang mal vorstellen wollte. Der Kapuzenschal. Hier also Frau Siebenhundertsachen im the Dark-Lord-Look, inkognito inbegriffen.

Das Grundprinzip des Schals ist denkbar einfach. Es ist ein monsterlanger, breiter Schal (glatt rechts mit Bündchen an den Enden), der halb gefaltet und auf einer Länge von 30cm an einer Kante zusammengenäht oder gestrickt wird.

Ich habe den Schal vor einigen Jahren in einem einsamen Praktikum in Kiel gestrickt. Ich habe dabei die Kapuzennaht direkt mitgestrickt indem ich ab dem gewünschten Knick immer am Ende der Reihe in die Randmasche des schon gestrickten Stücks eingestochen und mitgestrickt und die überzählige Masche in der Rückreihe wieder abgenommen habe. Ist einfach und erspart das nähen, schönes wird’s außerdem.

Die Idee haben meine Schulfreundin L. und ich uns von einem uralten Schal abgeschaut. Ich kann das Konzept nur empfehlen. Es tut gute Dienste wenn man Jacken ohne Kapuze oder eine Mützenphobie hat.

Heute abend werde ich dann Cardigan und Stiefel von mir schmeißen und stattdessen Pumps und den zum Kleid gehörenden Loop anziehen und bin für’s schicke Restaurant gerüstet. Und jetzt: Vortrag üben.

Me made Mittwoch: Generationenkooperationspulli

Heute trage ich einen Refashion-Pulli mit dem ich ausgesprochen zufrieden bin. Hier ein erster Eindruck:

Gestrickt hat den Pulli meine Oma. Allerdings ursprünglich, glaube ich, für sich. Da meine Oma seit Jahrzehnten nicht mehr strickt, würde ich ihn auf die 70er datieren. Irgendwann hat er zusammen mit einigen Paketen Wolle und einer passenden Pudelmütze den weg zu mir gefunden. Ich habe ihn auch ab und zu getragen, aber so recht glücklich war ich damit nie. Denn ursprünglich hatte er eine stark quadratische Form:

Die Vorher-Fotos habe ich leider spät am Abend und mit dem Handy gemacht, deshalb sind sie farblich etwas  grünlich-dunkel… jedenfalls war der Pullover mir eindeutig zu weit, aber gleichzeitig zu kurz, um als gewollt oversize durchzugehen. Zudem hatte er einen höchst merkwürdigen halsfernen Mini-Rollkragen, durch den der Kopf schwer durchpasste und der das Tragen von Schals verhinderte. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen waren auch noch die Ärmelbündchen ziemlich eng. Trotzdem wollte ich ihn nicht wegwerfen, er hat irgendwie nostalgischen Wert und riecht selbst nach Jahren in meinem Schrank immernoch ein bisschen nach Omas Parfüm. Außerdem ist er mega warm. Also habe ich zur Schere gegriffen und ihm den Rollkragen sowie an beiden Seiten ca. 4 cm in der Breite genommen.

Praktischerweise habe ich vor kurzem bei Buttinette ein Restpaket Strickbündchen bestellt und es war tatsächlich eins in dicker Qualität und einem sehr schön passenden Lila dabei. Somit habe ich den Pulli nicht nur schmaler wieder zusammengenäht, sondern auch seinen Ausschnitt mit einem Bündchenstreifen gesäumt und den Pulli unten galant um eine Handbreit Strickbund verlängert (ohne den eh nicht mehr erkenntlichen Rippenbund abzuschneiden). Frohlockend habe ich danach festgestellt, dass der Rest des Bündchens noch genau für zwei lange Ärmelbündchen reicht, die find ich ja todesschick.

Das Endprodukt kann sich sehen lassen, finde ich. Die Ärmel und der Sitz in den Schultern sind jetzt natürlich im Verhältnis zum Rest sehr weit und ich hatte erst überlegt, hier auch noch was wegzunehmen. Aber eigentlich finde ich die bauschigen Ärmel jetzt zusammen mit den langen Bündchen sehr hübsch. Drunter trage ich meine Lieblingsjeans, die ich schon so oft geflickt habe, dass sie auch schon fast als Me-Made durchgehen kann 😉

Auch mit weitem Ausschnitt ist er immernoch so warm, dass ich heute nur eine Lederjacke drüberziehen musste. Das ist auch gut so, denn heute abend steht der erste Weihnachtsmarktbesuch an.

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Viele weitere selbstgemachte und schicke Kleidungsstücke versammeln sich heute wieder in Catherines Blog, ich freu mich schon aufs Stöbern dort!

Edit: Weil jetzt einige gefragt haben, wie ich es genau gemacht hab:

  • Man braucht keine Overlock. Ich habe eine Doppelnadel und relativ lange Stiche genommen. Falls das Gestrick schlecht transportiert wird, kann man einen schmalen Stoffstreifen unter die Naht legen.
  • Ich musste an der Seite nicht extra versäubern, quer zum Gestrick und etwas verfilzt, da ribbelt das nicht so schnell.
  • Am Kragen habe ich direkt nach dem Schneiden erst einmal gezickzackt, weil dort ja in „Ribbelrichtung“ geschnitten wird.

Sonst noch Fragen?

Knöpfschal (inkl. Anleitung)

Heute zeig ich euch ein Wohlfühl-Blitzprojekt. Einen geknöpften Schalkragen.

So sieht er aus:

Und offen:

Ich habe diese Wolle schon eine Weile, sie war ein Restposten, es gab nur drei Knäuel. Ich wollte aber unbedingt eine Mütze UND einen Schal daraus. Zuerst hatte ich einen kurzen Loop im Zopfmuster, dann im Perlmuster gestrickt. Aber irgendwie saß es nie so, entweder zu kurz oder zu lang. Vor einiger Zeit habe ich dann bei Cozihome (heute Suddenly Found) diesen Schal mit Reißverschluss gesehen. Das hat mich auf die Idee mit den Knöpfen gebracht.

Jetzt reicht die Länge und er sieht auch noch ziemlich gut aus, finde ich. Die Knöpfe hab ich vor einigen Wochen auf dem Markt gekauft und habe dann diese Woche (nachdem die Strickweste fertig war) spontan Lust bekommen, das ganze anzugehen. Und es ging wirklich flott. Insg. zwei Tage Bus zur Arbeit, dann war er fertig. Ich hab als Muster Vollpatent gewählt, einerseits liebe ich Patent einfach, weil es so schön dick wird. Aber ich brauchte auch ein Muster, das ordentlich Stand hat und von beiden Seiten gleich schön ist, damit das Umschlagen gut geht. Ein normales Rippenmuster müsste aber auch gehen.

So gehts:

  • 100g eines Garns für Nadelstärke 7-8 kaufen, das nicht allzu unregelmäßig in der Dicke ist und keine langen Puscheln hat, ein eher festes Garn ist gut. Meins ist von Lana Grossa, aber es gibt es leider nicht mehr. Ich denke aber, bspw. Anouk von Lang Yarns müsste gut gehen.
  • Wer im Patent stricken will, kann sich hier angucken wie’s geht. Ist eine super Möglichkeit, es zu lernen. Patent ist ein einfaches und sehr sehr schönes Muster, weil es so deutliche Rippen produziert. Ich kann übrigens alle Strickvideos von nadelspiel.com nur wärmstens empfehlen.
  • Der Schal ist insg. 70 cm breit und 28 cm hoch. Eine Maschenprobe im gewünschten Muster anfertigen und dann die entsprechende Anzahl Maschen anschlagen. Für Patent habe ich mit Nadelstärke 7 50 Maschen angeschlagen. Bei normalem Rippenmuster wird es bei etwa 70 Maschen liegen, denke ich.
  • 4 cm über die volle Breite stricken. Dann an der linken Kante das erste Knopfloch 2cm hoch arbeiten und zwar vor der letzten sichtbaren Rippe, also vor der drittletzten Masche. Wie ein Knopfloch geht? Kann man sich hier  angucken.
  • Dann wiederum 4 cm über die volle Breite stricken. Dann das nächste Knopfloch.
  • Usw. bis man 4 Knopflöcher hat. Bei 4, 10, 16, 22 cm Höhe. Der Schal sollte dann jetzt 24cm hoch sein. Noch weitere 4 cm über die volle Breite stricken, dann abketten.
  • An der Gegenkante 4 hübsche Knöpfe annähen, hier kann man nun durch die Position bestimmen, wie weit die beiden Kanten sich überlappen sollen.
  • FERTIG!

 

 

 

 

Sockenspanner

Bereits unter den Urlaubsmitbringseln habe ich ja die ersten Patentsocken präsentiert. Das Problem an ihnen ist, dass sie „fersenlos“ gestrickt werden. Das mag manchem als Vorteil erscheinen, der Sitz und das Aussehen sind aber am Anfang noch nicht ganz optimal. Das Buch empfiehlt daher, die Socken zu dämpfen oder anzufeuchten und dann mit einem Sockenspanner in Form trocknen zu lassen.

Auf der Suche nach diesen besagten Dingern bin ich natürlich schnell im einschlägigen Handarbeits-Internet fündig geworden, der Preis hat mich allerdings ziemlich umgehauen. Für ein Paar dieser kleinen in Form gesägten Holzbrettchen, die jeder Drittklässler mit einer Laubsäge herstellen könnte, möchte eine bekannte Stricknadel-Firma (die ohnehin mit Buchverlag und Wollfirma gleichen Bekanntheitsgrads unter einer Decke steckt) 20,- (in Worten ZWANZIG) Euro haben! Und dann sind die nichtmal exakt eine oder zwei Größen sondern nur „klein“, „mittel“ oder „groß“. Auch die NoName-Sockenbrett-Produzenten wollen immernoch 10-15 Euro haben. Und man braucht ja doch zumindest welche in der eigenen Größe, der Größe vom Herzensmann, der von Mama-Papa-Bruder-Schwester-Oma-Hund und Nachbarin. Da kommt schnell mal ein hübsches Sümmchen zusammen. Zudem würde es bequem eins von den Dingern pro Größe tun, die Socken werden ja eh nacheinander fertig.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich bin nicht bereit, den Wert eines neuen Möbelstücks in zurechtgesägte Frühstücksbrettchen zu stecken, also hab ich mir überlegt, wie ich sowas selbst machen kann. Da ich allerdings keine Laubsäge habe, bin ich auf eine Pappvariante verfallen, die folgendermaßen gebastelt wird:

Man nehme ein großes dickes Stück Pappe, der Deckel einer Spiegelverpackung kam mir gerade recht, und zeichne zunächst die Länge des fraglichen Fußes an:

Nun lege man den Fuß quer aufs Pappstück und markiere die Höhe des Spanns und die Breite des Knöchels.

Aus diesen Punkten lässt sich auch ohne besonderes zeichnerisches Geschick eine Fußform konstruieren. Nun beherzt zum Teppichmesser gegriffen und ausgeschnippelt.

Voilà.

Da man die Socken ja feucht auf den Spanner zieht und auch nicht nach zwei Socken die Bastel-Action von vorn beginnen, habe ich den ganzen Pappfuß mit Gewebeklebeband umwickelt, das sollte den Dampf eine Zeit lang aushalten.

Socke passt drauf und wird tatsächlich schön Fuß-förmig.

Ätschi du Firma mit den überteuerten bunten Nadeln und du Blogger-Ausbeuter-Verlag! Fast für umsonst und maßgefertigt für MEINEN Fuß. (Ich glaube übrigens nicht, dass ich je zuvor so viele Fotos von meinem Füßen gemacht habe…)

7 Sachen

Ein wunderschöner Spätsommer-Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte liegt hinter mir und war wieder angefüllt mit Dingen, für die ich wundervollerweise meine Händer benutzen konnte:

1. Haarkur in die Haare schmieren und während der Einwirkzeit, die Augenbrauen zupfen und die Zehnägel lackieren.

2. Einen Sockenspanner basteln und eine Socke spannen.

3. Endlich die drei Teile einer gefühlt seit 200 Jahren in Arbeit befindlichen Stricknacke zusammennähen. Bergfest. Jetzt „nur noch“ Kapuze, Ärmel und Beschläge. Ich bin der Welt langsamste Strickerin, fürchte ich.

4. Einen ziemlich platten Kuchen gebacken.

5. Ca. 2 00000000000000 Stoffe streicheln und einen großen Teil davon auch erwerben auf dem Stoff- und Tuchmarkt in Werden, zudem ein altes Buch, ein Knäuel Sockenwolle und einen neuen Korb auf dem Herbstmarkt dort und ein leckeres Eis. Gratis dazu ganz viel Sonne.

6. Erste entscheidende Schritte auf dem Weg zum lila Jerseykleid unternehmen. Ich befürchte allerdings, es wird zu weit…

7. Federweißen und Flammkuchen essen (Rezept am nächsten Freitag).

 

Die Idee zu den 7 Sachen stammt von Frau Liebe, die aber gerade im Südurlaub weilt.