#projektbrotundbutter: Finale

Und schwuppdiwupp sind drei Monate vorbei! Das ging dann jetzt zum Ende hin doch irgendwie schneller als gedacht. Bei euch auch? Heute zeigen wir, welche Garderobenerweiterungen wir geschafft haben, wie wir in unserer neuen tollen Alltagskleidung erstrahlen und wie perfekt wir gerüstet sind für die Auf und Ab-Zustände, denen uns das Wetter und das Leben so ausliefern.
image

Ich war im März ziemlich ausgebremst, seit dem letzten Treffen war ich 3 Wochen lang angeschlagen und habe so gut wie nie Zeit und Muße zum nähen gehabt. Auch war ich irgendwie durch Kleinigkeiten blockiert und habe mich statt meinen Garderoben-Staples lieber einer Mütze fürs Kind und einem Pulli für den Mann gewidmet. Immerhin hab ich auf die letzten Meter noch etwas Energie zurückgewonnen und mir den letzten der geplanten Röcke genäht. Dennoch bin ich hinter meinem Plan etwas zurückgeblieben. Der Plan und die Umsetzung sehen so aus:

  • Oberteile:
    • 3 Shirts (langärmelig) – erledigt (2 mal gemustert, einmal Unterziehshirt aus sehr feinem Merinojersey in schwarz)
    • 1 Shirt (kurzärmelig) – ersetzt durch eine Kurzarmbluse, erledigt
    • 1 Bluse (langärmlig)  – noch offen
  • Röcke:
    • 1 Ginger – erledigt und zufrieden
    • 1 Faltenrock – erledigt und sehr zufrieden
    • 1 anderer Rock – erledigt und zufrieden
  • Jacken:
    • 1 Blazer – erledigt und sehr zufrieden
    • 1 Cardigan Hope – erledigt, aber jetzt schon in Richtung Winterklamotten verbannt
  • Kleider:

Außerdem habe ich 3 Unterhosen genäht und ein paar Sachen geflickt. Ich habe auch einiges aussortiert und einige Shirts in Schlafshirts umdeklariert. Mit einer Bluse und einem Kleid, die noch offen sind, bin ich sehr zufrieden. Schließlich ist das geplante März-Nähkränzchen entfallen und ich war einige Zeit ziemlich raus aus meiner Nähroutine.

Fotos der kompletten Kollektion werde ich im Verlauf der Woche machen und nachreichen. Hier erstmal mein Osterrock und damit gebe ich ab zu euch:
image

 

#projektbrotundbutter: Zwischenstand

Heute treffen wir uns wieder beim „Projekt Brot und Butter“ mit den inzwischen über 50 Mitstreiterinnen. Ich freu mich sehr, dass sich sogar noch einige beim letzten Treffen dazu gesellt haben.

In der Zwischenzeit sind wir alle schon mitten drin im Brot-und-Butter-nähen und ich habe mit großer Freude auch schon das eine oder andere Ergebnis auf Twitter und beim Me Made Mittwoch gesehen. Ich finde es sehr schön, dass Zwischenergebnisse auftauchen und relativ viel von dem Projekt „gesprochen“ wird. Das ist sehr anspornend und inspirierend. In den letzten Wochen machte das Wetter ja auch wieder einige Kapriolen, so dass wir die Frübst-Tauglichkeit der neuen Garderobe schon testen konnten. Heute wollen wir also berichten, wie es uns mit dem Projekt geht. Läuft es gut, sind wir im Plan? Oder sind wir stecken geblieben, wissen nicht weiter, haben alle Pläne über den Haufen geworfen und gänzlich neu angefangen? Oder sind gar einige schon fertig und beginnen schon mit der Sommergarderobe und den Extras? Und wie geht es euch mit dem Brot-und-Butter-Nähen? Ist es so zäh und langweilig wie unsere Drückebergerei vor dem Thema im Vorfeld uns Glauben machte?

Ich stelle fest, dass das Projekt auf jeden Fall meinen Sinn für Kombinationsmöglichkeiten und modulares Denken im Kleiderschrank schärft. Ich habe schon einige neue Kombinationen aus älteren Teilen getragen in letzter Zeit und achte auch beim Zuschnitt von neuen Teilen viel mehr auf Kombipartner. Das ist wirklich sehr positiv. Ich habe auch meinen Stoffschrank systematisch gesichtet und jetzt wieder einen besseren Überblick.

Und ich bin auch tatsächlich voll im Plan. Ich halte mich sehr sklavisch an meinen Plan, habe zwar viel gestrickt aber fast nichts abseits des Plans genäht (außer ein bisschen NfA). Nach den Teilen, die ich letzten Monat schon hatte (1 Shirt, Blazer und Telisabie), habe ich nun im Februar ein weiteres Shirt, einen Cardigan und zwei Röcke, ein Jerseykleid sowie (Bonus!) zwei Unterhosen und einen Unterrock genäht.

Vom Shirt habe ich nur ein etwas ausschnitthaftes Foto, aber es passt sehr gut zu Telisabie, hier die Kombi:

image

Den Cardigan zeigte ich schon am Me made Mittwoch, ebenso wie den Faltenrock. Zudem ist ein Ginger Skirt mit Diagonalstreifen fertig geworden, den ich am Freitag husch husch fotografierte aber nochmal ausführlicher zeigen werde. Nach etwas Anpassungen passt er gut und macht mich sehr zufrieden.
image

Das Anna Dress aus Jersey stimmt mich nicht vollends froh. Es hat dieses typische Jerseykleidgefühl, dass irgendwie zu wenig Kontur da ist. Ich fürchte, es braucht wärmere Temperaturen und weiße Strümpfe. Mal sehen. Und vielleicht suche ich nochmal nach anderen Schnitten für Jerseykleider, die irgendwie kleidiger und weniger schlumpfig wirken.
image

Nun stehen auf meinem Plan noch 3 Oberteile (2 Shirts und 1 Bluse). Hier werde ich evtl. eine Abwandlung vornehmen und nur 1 Shirt und 2 Blusen nähen. Ich habe spontan eine exakt zum Faltenrock passende Alma Blouse zugeschnitten. Da diese aber aufgrund stark begrenzter Stoffmenge kurzärmlig wird, werde ich dann noch eine Langarm-Alma dazu nähen. Es ist ja auch sehr effizient, den Schnitt gleich zweimal zu nähen, dann sitzen die Änderungen.

Weiterhin fehlt noch 1 Rock. Hier bin ich immernoch unentschieden und schwanke zwischen Simplicity 2451, Variante C, noch einem Ginger oder irgendwas neuem. Auf jeden Fall wird der Rock grau oder blau. Das sagt der Stoffschrank.

Und dann noch ein Kleid. Dann bin ich durch. Das werde ich schaffen, denke ich. Und dann guck ich mal, ob ich vielleicht noch einen Cardigan, mehr Shirts und noch mehr Unterhosen nähe. Stoff für weitere Shirts ist zufällig schon irgendwie zu mir gekommen, evtl. habe ich ihn bestellt. Allerdings schiebe ich, damit es etwas spannender wird, jetzt erstmal einen Pullover für den Mann und eine Mütze für den Minimensch ein. Es muss ja alles sportlich bleiben.

Und ihr so?

Zum Linktool bitte hier entlang:

Noch ein Hinweis: Ich schaue mir alle eure Beiträge an, leider kann ich auf vielen Blogs nicht kommentieren, da sie die Option Name/URL nicht zulassen. Vielleicht wissen manche von euch nicht: das Nicht-Erlauben von Kommentaren via Name/URL und die Roboter-Prüfung machen es für wordpressnutzer aber auch vom Handy aus extrem schwierig zu kommentieren. Vielleicht testet ihr ja mal, wie es ohne Roboter-Prüfung und Login geht. Das würde sicher viele freuen, die bisher nicht bei euch kommentieren konnten.

Projekt Brot und Butter – Erstes Treffen: Bestandsaufnahme

Ich freue mich sehr, dass offenbar einige Lust haben, mit mir zusammen das Projekt „Brot und Butter“ anzugehen. Seid herzlich willkommen und auf geht’s!

wp-1451817513533.jpeg

Das Sewalong-Logo dürft ihr gern verwenden.

Heute wollen wir erstmal den Bedarf analysieren und uns einen groben Plan machen, was wir in den nächsten drei Monaten von diesem Bedarf wohl decken können, ohne dabei in allzuviel Stress zu verfallen. (Denn Stress finde ich ja an Sew-Alongs meistens doof, und ein Hobby, das Stress macht will ja auch keine.)

Also stellen wir uns mal die Frage, was wir denn tatsächlich bei normalem Ganzjahreswetter – Frübst – und normalen Gegebenheiten so tragen? Welche unserer Kleidungsstücke werden ständig direkt von der Leine wieder angezogen, sind schon ganz fadenscheinig und brauchen Kollegen? Gibt es eine Gemeinsamkeit? Ein „Standardoutfit“ – das wir vielleicht bisher verleugnen, das aber de facto zu uns gehört? Ziehen sich Farben durch? Das Projekt „Brot und Butter“ will aufgreifen, was da ist und dort auffüllen, wo Lücken sind. Also suchen wir den roten Faden in unserer Alltagsgarderobe stilistisch, farblich, vom Material und orientieren uns daran.

Bei mir heißt Alltag: In ein Büro gehen, das im Winter überheizt und sobald die Sonne scheint, dank Südfenster tropisch ist, aber auch von einem Frischluft-fanatischen Kollegen bewohnt, der gern mal über Nacht das Fenster offen lässt. Alltag heißt aber auch auf den Spielplatz, in den Sandkasten, einkaufen und spazieren gehen – zu Fuß und auf dem Fahrrad unterwegs sein genauso wie im Auto. Und auf dem Boden spielen, auf dem Sofa kuscheln, den Haushalt mit-erledigen. Ich ziehe mich dabei selten untertags um. Das heißt meine Garderobe muss modular funktionieren. Ich muss einen Schal oder eine Strickjacke überziehen können, ich muss auch mal ein Teil, das Flecken abbekommen hat, austauschen können und ich muss mich in meiner Kleidung bewegen können. Dafür habe ich selten Bedarf für förmlichere Kleidung, ich fühle mich aber dennoch gern hübsch angezogen und das bedeutet, dass ich fast in jedem Kontext vermutlich als „chic“ wahrgenommen würde.

Eine riguros ehrliche Betrachtung meiner Bekleidung in den letzten Monaten hat ergeben, dass meine Outfits zu mindestens 80% aus Tellerrock und Shirt bestehen. Das ist nicht unbedingt, wie ich es mir wünsche. Ich mag sehr gern Kleider und würde sie gern mehr tragen. Aber einerseits ist ein Kleid halt schnell mal als ganzes dreckig und kann nicht teilweise ausgetauscht werden, ich habe aber andererseits auch zu wenig kombinations-schlaue Kleider. Meine Kleider sind fast durchweg gemustert, haben oft Puffärmel und sind farblich weder auf meine Shirts, noch auf meine Strickjacken abgestimmt. Dadurch sind sie für meine Bedürfnisse zu unflexibel.

Was trage ich also genau?

Ich trage im Wesentlichen derzeit 5 Röcke: 1 roter, 1 petrol-karierter, 1 lilaner, 1 blauer. Ergänzt durch einen Jeansrock, der aber unbequem ist und den Probeträgerrock. Jetzt wo die Temperaturen unter 5 Grad waren, trug ich zudem einen Wollrock in rot, einen Wollrock in grau und den wollenen Trägerrock.

 

Dazu trage ich einfach Shirts aus Baumwoll- oder Viskosejersey in schwarz, dunkelblau, petrol und rot oder Feinstrickpullis in blau, grau, schwarz. Ich besitze derzeit 2 tragbare schwarze, 1 petrolfarbenes, 1 rotes, 1 braunes, 1 blaues mit Punkten und ein türkis-gestreiftes. 2 schwarze, 1 blauer, 1 grauer Feinstrickpulli. Außerdem einen blau-weiß-gestreiften und einen petrolfarbenen Cardi und 3 ungeliebte und ausgewaschene längere Baumwollstrickjacken. Die meisten meiner Shirts sind viele Jahre alt und ich flicke sie nach so gut wie jeder Wäsche, z.T. haben sie Löcher…

Falls ich Kleider trage, dann kurzärmelige mit Strickjacke drüber oder Shirt drunter. Z.b. das Stoffwechsel I-Kleid oder eins meiner beiden Anna-Dresses.

Ich trage außerdem natürlich auch Unterwäsche und Schlafanzüge und um die ist es ebenfalls katastrophal bestellt.

Das ist alles in allem gar nicht so wenig, allerdings habe ich mich an vielen dieser Kleidungsstücke auch erheblich satt gesehen, sie sind z.T. Jahre alt und ich trage sie in eingespielten Kombinationen.

Bereits für „Brot und Butter beta“ genäht habe ich: 1 geraden Rock, 1 lila Tellerrock, 1 beerenfarbenen Cardi und 2 der genannten Shirts. Der Cardi löst sich leider schon etwas auf und der gerade Rock ist etwas weit. Außerdem habe ich einen Pullunder fertig gestrickt und einen Walk-Cardigan genäht. Ich habe dabei festgestellt, dass ein neues Teil oft ausreicht, um alte Teile reaktivieren und dem aktiven Bestand hinzufügen zu können. So hat z.B. der beerenfarbenene Cardigan das Stoffwechsel I-Kleid winterfähig gemacht und der Walk-Cardigan nimmt dem Stoffwechsel III-Kleid genug seiner gemusterten sommerlichen Festlichkeit, dass ich es auf einmal häufig trage und nicht zu hell für den Winter finde. Der Pullunder macht viele Outfits weniger grau-schwarz und ich trage ihn sehr oft.

Meine Farbpalette ist klar, und da rüttel ich auch nicht dran: blau, petrol, lila, rot, beere. Ergänzt durch grau und schwarz. Ich kombiniere allerdings nach etwas anfänglicher Befangenheit nun lila und rot und petrol und beere oder petrol und lila – was auch wieder erheblich die Vielfalt erhöht.

Ein großes Kopfzerbrechen bereiten mir Muster. Ich  bin sehr zurückhaltend mit Mustermix, mag aber eigentlich auch nicht „ganz in uni“ rumlaufen. Ich nähe also meist gemusterte Röcke und uni-farbene Shirts (weil Muster-Jersey so schwer in schön aufzutreiben ist) und stehe dann aber oft da und es gibt nur noch Uni-Rock und Uni-Shirt und das finde ich langweilig. Mehr kombinierfreudige Muster wären schon schön. Auch müssten es gar nicht zwangsläufig Shirts sein. Ich mag auch Blusen. Unter der Bedingung, das sie keinen Hemdkragen haben und Elasthan im Stoff ist.

Ich werde im Rahmen des Brot-und-Butter-Nähens etwas zweigleisig fahren. Einerseits fülle ich auf, was ich bis dato viel trage, nähe also Röcke und Shirts. Andererseits nähe ich Ergänzungsteile, die mir erlauben auch mal wieder öfter ein Kleid/was gemustertes zu tragen – auch hier wären das dann Shirts, Cardigans, Blazer oder Pullunder aber auch mal Blusen. Vorzugsweise werde ich dabei Stoffe verarbeiten, die ich schon habe und da kann ich in meinem Schrank ganz bequem im Bereich lila, petrol, beere, grau und schwarz was finden. Blau ist derzeit eher dünn besetzt, aber an blau hängt mein Herz auch nicht so wirklich.

Hätte ich unendlich viel Zeit, würde ich mir eine komplette Batterie von 12-14 Oberteilen, 4-5 Röcken, 2-3 Kleidern und 5 Jacken sowie mehrere Schlafshirts und sehr viele Unterhosen nähen. Konkret plane ich für diesen Sew-Along, also für knapp 3 Monate aber nur folgendes:

  • 5 Oberteile in mindestens 3 Farben und mindestens eins davon eine Bluse
  • 2 Röcke, davon keiner ein halber Teller
  • 1 Trägerkleid, das mit Shirt drunter getragen werden kann
  • 1 Blazer
  • 1 Cardigan
  • 2 Schlafshirts
  • Bonus: ein Jerseykleid

Hui, das klingt viel. Aber ich kalkuliere ein, dass ich zur AnNÄHerung fahre und mindestens ein Nähkränzchen in die Zeit fallen wird, außerdem werde ich präferiert auf bereits abgepauste und angepasste Schnitte zurückgreifen.

Welche Schnitte und Stoffe ich umsetze werde ich dann beim nächsten Treffen in drei Wochen berichten und dann kann ich auch sicher schon erzählen, was ich in der Zwischenzeit so genäht haben werde.

Und nun ihr! Was tragt ihr viel, was braucht ihr dringend, was nehmt ihr euch vor?

Das Linktool öffnet sich bei Klick auf den Button in einem neuen Fenster – das erlaubt wordpress mir nicht anders. Das „Projekt Brot und Butter“ ist ein offener Sewalong, jede ist herzlich eingeladen mitzumachen egal wieviele Teile ihr euch vornehmt, ob gehäkelt, gestrickt oder genäht, solang es sich um Alltagskleidung für euch selbst handelt. Ich bitte allerdings darum, keine Werbung zu verlinken und im verlinkten Blogpost auf die Aktion zu verweisen und einen Backlink zu diesem Post zu setzen. Das Linktool bleibt jeweils eine Woche geöffnet.

#projektbrotundbutter jetzt für alle

Im vergangenen Jahr ging mir irgendwann im Herbst auf, dass ich im Verhältnis viel zu wenig ‚Übergangskleidung‘ habe. Also Kleidung für die ca 10 Monate im Jahr mit Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, die wir gemeinhin als Übergangszeit in unserer Jahreswahrnehmung klein reden. Aber gerade wer in tendenziell überheiztem Büro arbeitet, braucht recht wenig wollene Gewänder und die ganz flattrig dünnen Sommerfähnchen auch nur in der Freizeit. Ich stellte an mir eine Tendenz fest, mir zu viel außergewöhnliches und zu wenig alltägliches zu nähen, denn klar, das außergewöhnliche macht ja viel mehr Spaß.

Ich habe gerade 10 Sommerkleider und 10 Sommerröcke eingemottet und es warten ebensoviele Winterkleider, die aber eigentlich selbst im Winter oft zu dick sind. Und dazwischen stehen nur einige Röcke und zunehmend löchrig-dünne Shirts und ungeliebte Feinstrickpullis. Dabei ist es die Übergangs- oder eigentlich Jahreshauptbekleidung, die die Hauptrolle in der Kleidungsrealität spielen sollte. Und auch könnte, wenn man sie nicht so stiefkindlich behandeln würde.

Und so proklamierte ich ab Oktober das Brot-und-Butter-Nähen und fertigte tatsächlich immerhin zwei Röcke und zwei Oberteile, einen Cardigan und einen Pullunder, zudem reparierte ich auch noch zwei Röcke. Dennoch ist das #projektbrotundbutter für mich noch lang nicht beendet. Gerade Oberteile brauche ich dringend. Und einige Workhorses meines Keiderschrankes muss ich aussortieren. Daher werde ich dem berühmten Januar-Nähtief mit einer Fortsetzung des Projektes entgegenwirken. Denn im November und Dezember musste das Ganze wegen Wintermantel, Geschenkfabrikation, Arbeitsstress und allerlei gesundheitlichen Tiefschlägen leider ruhen. Und weil ich auf Twitter ein verhaltenes aber positives Echo erhielt, möchte ich euch einladen, dabei zu sein.
image

Hiermit rufe ich das #projektbrotundbutter als Sewalong oder Blogchallenge ins Leben. Wer auch schon länger denkt, sein Kleiderschrank brauche mal ein paar mehr Alltagsstücke, ein bisschen Basics, ein paar Workhorses*, Kombitalente für Zwiebellook an all den unentschieden halb kalt halb warmen Tagen, die das Jahr zu bieten hat, der ist hiermit aufgerufen, sich mir anzuschließen und die traditionelle Saure-Gurken-Zeit vor der fiebrigen Frühjahrsnäherei sinnvoll zu nutzen.

Ich bin eigentlich keine große Meisterin auf dem Gebiet des planvollen Nähens, der SWAPs und großer Konzeptnäherei. Ich folge oft der Lust oder dem letzten Stoffkauf, der sofort vernäht werden möchte. Ich beginne meist das letzte Sommerkleid noch im September und den Wintermantel am ersten Schneetag. Ich kann also nicht sehr viel strategisches beitragen. Aber einen groben Zeitplan, ein klein wenig Orientierung, den biete ich schon an. Und ansonsten seid ihr frei, euch eure Ziele so zu stecken, wie es passt. Manche mag – wie ich – eher die Masse in ihrem Schrank missen, anderen mag eher das eine Teil fehlen, das zu vielem passt. Wieder andere haben vielleicht gerade ihren Stil gewandelt und wollen neue Sachen schaffen, die sie bisher noch gar nicht hatten. All das kann uns zu einer besseren Grundausstattung führen, zu einem Kleiderschrank, der uns erlaubt, blind hineinzugreifen und erwas herauszuziehen, das in unseren Alltag passt.

Ich will hier stilistisch keine Grenze setzen. Alltag und Übergangswetter stellen sicher nicht bei jeder die gleichen Erfordernisse. Die inhaltliche Klammer soll allein die Alltagstauglichkeit sein, Brot und Butter eben. Da kann dann durchaus auch ein Blazer dazu gehören. Oder endlich gut sitzende Unterwäsche. Oder eben doch Oberteile, zur Bekämpfung der berühmt-berüchtigten Oberteilschwäche.

Also der Zeitplan:

Ich habe mir überlegt, dass ein Zeitraum von drei Monaten wohl ganz passend ist. Auch würde ich nicht öfter als alle vier Wochen ein Treffen ansetzen, denn wir arbeiten ja nicht engmaschig an einem – alle dem gleichen – Kleidungsstück, sondern jede folgt ein wenig ihrem eigenen Tempo und Rhythmus. Der Wochentag ist dabei nicht ganz so entscheidend, da ich das Linktool eh jeweils eine Woche offen lasse. Daher wie folgt:

Freitag, 8.1.2016: Plan und Konzept
Was brauche ich denn überhaupt? Welche Kleidungsstücke trage ich in heavy rotation, bis sie auseinanderfallen? Welche vermisse ich jedes Mal, wenn ich ratlos am Morgen vorm Kleiderschrank stehe? Fehlen mir nur bestimmte Elemente (Oberteile, Röcke, Hosen, Jacken, Bhs) oder ganze Outfits oder doch das entscheidende eine Teil (ein grauer Blazer, ein schwarzes Strickjäckchen, eine weiße Bluse)? Was hat Priorität? Was kann ich realistisch in knapp drei Monaten schaffen?

Sonntag 31.1.2016: Projekte vorstellen
Jetzt haben wir alle begonnen zu nähen, stricken und häkeln, haben uns Stoffe rausgelegt, konkrete Schnitte gesucht, Material nachgekauft. Zeit unsere Pläne zu konkretisieren, die ersten konkreten Projekte vorzustellen, oder gar schon erste Ergebnisse zu präsentieren. Vielleicht lagen ja noch ein paar Ufos rum, die schnell beendet wurden? Oder ein flott genähtes Shirt gibt uns ersten Aufwind im kalt-grauen Januar?

Sonntag, 28.2.2016: Zwischenstand
Jetzt haben wir ganz sicher schon was fertig, es gar schon getragen und auf Herz und Nieren geprüft. Vielleicht haben wir auch unseren Plan korrigiert. Oder wir kommen nicht weiter und brauchen aufmunternde Worte? Oder wir haben ausgemistet und uns von 3/4 der abgeliebten Schätze getrennt und Platz für frisches geschaffen?

Sonntag, 27.3.2016: Fertig!
Schon sind annähernd drei Monate rum, der Frühling ist da und wir haben ordentlich was geschafft. Keine Temperatureskapaden, keine Waschrückstände können uns mehr etwas anhaben. Wir haben was anzuziehen und können uns jetzt mit Wonne in die Planung von außergewöhnlichem, unpraktischem und Schnickschnack stürzen. Zeigt her eure Brot und Butter-Stücke!

Auf Twitter können wir uns unter #projektbrotundbutter austauschen. Stricken, nähen, häkeln, alles ist erlaubt. Auch umarbeiten, reparieren, fertigstellen**. Alles was euch passt. Ich bitte jedoch darum, keine Werbung zu verlinken und die Aktion adäquat im jeweiligen Post zu erwähnen. Das Bildchen dürft ihr gern mitnehmen!

*Zitat von Mamamachtsachen, die mit ihrem Style Bootcamp eine Möglichkeit gibt, dem ganzen konzeptionell auf den Grund zu gehen.

** wie ich höre wird Muriel auf ihrem Blog Nahtzugabe5cm wieder einen Ufo-Sewalong hosten, das lässt sich doch verbinden.

Me made Mittwoch: Der Flauschrock (#projektbrotundbutter Nr. 3)

Gestern trug ich erstmals und mit großer Freude einen neuen Rock, der als weiteres Element meiner Frübst-Garderobe auf der Stelle super in meine Garderobe passte und ein neues Lieblingsstück ist:

IMG_20151103_090740727[1]

Der Rock heißt Flauschrock, weil sich in ihm ganz viel #nähnerdflausch versteckt. Der Schnitt ist aus der Burda 5/2012 (Modell 106) und ist für mich vollkommen untrennbar mit Lotti verbunden, die mir auch das Heft lieh. Sie hat gefühlt 10 Röcke nach diesem Schnitt, alle toll oder toller und so erwachte bei mir der dringende Wunsch nach auch einem. Da ich aber ja keine Probeteile mache, musste zunächst ein günstiger Stoff dafür her. Diesen fand ich bei einem Spontanbesuch bei Alfatex vor drei Wochen. In der Filiale in Bochum gibt es seit einigen Monaten einen „Schnäppchen“-Bereich, der normalerweise nur absolut ekelhaften Ramsch enthält (aber alles unter 5 Euro/m) – als ich dort kurz hinschaute stand da aber ein ganzer Tisch mit stark reduzierten Anzug- und Kostümstoffen mit Wollanteil und es lagen auch etliche Ballen sehr brauchbare Hosen- und Kostümstoffe zwischen den üblichen Polytierchen. Ich kaufte daher 8m Stoff für 24 Euro, darunter diesen hier. Ein dünner Köperstoff, denim-artig vom Ansehen aber dünner vom Anfassen her. Der Stoff hat schwarze, lilane und hellgraue Fäden und war laut seinem Ballen aus 60% Baumwolle und 40% Polyester. Durch die schwarzen Schussfäden und die abwechselnd lila und grauen Kettfäden ergibt sich eine leicht melierte oder verwaschene Optik. Nach Feinwäsche und Bügeln bin ich da nicht ganz sicher, denn er ist etwas steif und recht bügelekelig geblieben. Innen im Bundbeleg und in den Taschen verstecken sich wohl-gehütete Reste meines Stoffwechselstoffs von Meike aus dem ersten Stoffwechsel, was mich bei jedem angucken erneut sehr erfreut und so hab ich einen Rock der mich zeitgleich an gleich zwei wundervolle tolle Mitbloggerinnen erinnert. Total super.

IMG_20151103_090834116[1]IMG_20151103_090824191[1]

Ich bin mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden. Die Burda-Anleitung habe ich natürlich ignoriert, ich bin Burda-Legasthenikerin aus Überzeugung und wollte ohnehin die unsichtbare vorgesehene Knopfleiste durch eine sichtbare Knopfleiste ersetzen, so wie Lotti dies jüngst bei ihrem Sommerexemplar aus Jeans tat. Ich habe zudem nur die obersten vier Knöpfe tatsächlich nutzbar gemacht, der Rest der Knopfleiste ist zwar genäht aber dann miteinander versteppt und die Knöpfe sind durch alle Lagen aufgenäht. Warum? Weil der Rock gefüttert ist. Der Futterrock hat demnach eine vordere Mittelnaht und ist im oberen Bereich unsichtbar von Hand an die Knopfleisten angenäht. Bis auf die Tatsache, dass die vorderen Belegteile zu schmal waren – weiß der Henker was mir da passiert ist, ich nehme an, ich habe irgendwo die Nahtzugabe vergessen, denn ich nähe ja selten nach Schnitten ohne enthaltene Nahtzugabe – passt der Rock hervorragend ohne Änderungen bis auf radikales kürzen um ca. 10cm.

IMG_20151103_090725093[1]

IMG_20151103_090807081[1]

Allerdings werde ich das Oberteil wohl stets drüber und nicht in den Bund gesteckt tragen, denn trotz sorgfätigen Bebügelns mit (Gewebe-)Einlage, recht robustem Stoff und der Tatsache, dass mir der Bund sogar etwas weit ist, ziehen sich die oberen beiden Knopflöcher leider unschön. Das habe ich bei Röcken mit Knöpfen öfter und kann es mir nicht recht erklären, ich werde es wohl mit einem Druckknopf zwischen den beiden Knöpfen zumindest etwas abmildern.

IMG_20151103_090529871[1]

IMG_20151103_090602301[1]

Der Me made Mittwoch steht heute unter dem Motto Jeans und da passt mein optischer Jeansrock doch ganz gut rein, nicht wahr?

Me made Mittwoch: Projekt Brot und Butter 1

Letzte Woche bloggte ich am Mittwoch Gedanken zur sogenannten Übergangsgarderobe. Also den Arbeitstieren im Kleiderschrank. Wenig beachtet aber zuverlässig. Brot und Butter. Heute kann ich dazu direkt Ergebnisse zeigen, was bin ich strebsam.

Heute ist ein sehr typischer Tag aus dem Vereinbarkeitshamsterrad. Ich habe eine ganztägige Coachingveranstaltung von der ich im Vorhinein nicht weiß, wer und was mich da erwartet. Zeitgleich ist der Mann auf Dienstreise und die Anschlussbetreuung muss also jetzt direkt mal den Ernstfall decken. Ich brauche also Kleidung, die semiformell genug ist, dass ich in einer unbekannten Gruppe OK reinpasse. Die bequem genug ist, Morgenroutine und Kitarun in der Sonderschwierigkeitsstufe ‚allein‘ zu meistern und die am besten auch noch als Rüstung taugt gegen die latente Awkwardness auf solchen Postdoc-Karriere-Vernetzungsevents.

Fotos gibt es nur in Eile vorm Spiegel heute.

image

Der Rock ist frisch genäht. Es handelt sich um ein weiteres Exemplar des „Wahlsonntagsrocks“ aus der Knip 2/2013(?). Ich habe festgestellt, dass ich meine beiden Exemplare dieses Schnittes sehr viel trage, obwohl ich die Rockform jetzt nicht soooo sehr mag. Also hat er sich für’s Brot-und-Butter-Nähen qualifiziert qua Erfolg im Alltag.

image

Den Stoff (Foto unten) habe ich beim Bloggerinnentreffen in Bielefeld vom Tauschtisch genommen. Bunte Nadelstreifen auf einem schwarzen Mischgewebe. Ich vermute viel Kunstfaser und viel Elasthan. Der Rock ist also bequem und hoffentlich pflegeleicht.

image

Ich bin so OK zufrieden. Der Stoff ist weicher als meine anderen beiden Varianten, was den Rock zu weit und etwas labberig macht. Ich habe ihn recht rabiat gekürzt, weil er im Original überknielang war. Jetzt denke ich, 1cm länger wäre besser.

image
Hier nun noch der Stoff, vielleicht erkennt ihn ja eine wieder?
Natürlich fehlt es an pinken und türkisen Oberteilen dazu, aber wir wollen nicht so viel meckern.

Die wunder-bezaubernde Ella tanzt heute beim MMM vor und zwar in einem Traumstoff. Guckt mal dort vorbei!