Me made Mittwoch: Verjüngter Vichy-Teller

Heute trage ich, genau wie gestern, als ich die Fotos machte, einen Tellerrock aus lila-schwarzem Vichy-Karo. Wie so oft bei mir, ein Kleidungsstück mit Geschichte.
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Genäht habe ich den Rock am vergangenen Wochenende und gestern trug ich ihn, zusammen mit Blazer und (dem Wetter geschuldet) Schal zu einem wichtigen Arbeitstermin. Darunter trage ich unsichtbar einen neuen Unterrock, einen grauen Doppel-Teller aus Tüll nach dem Vorbild von Catherines neuem Lieblingsunterrock.
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Das Material für diesen Rock war ein wadenlanger ganzer Tellerrock von Bogner, den ich sehr liebreizenderweise von der Mutter von Kollege J. geschenkt bekam. Der Rock war an sich toll, nur für meinen Geschmack etwas zu lang und – nunja – etwas eng am Bund, also so ca. 10cm zu eng. Er hatte einen schmalen Bund mit Gürtelschlaufen und einen passenden Gürtel. Außerdem – phänomenal – eine Seitennahttasche. Ich habe den Rock rabiat mittels Schere seines Bundes beraubt und mich dann erstmal sehr gewundert, da er mir dann ca. 8cm zu weit war. Da war einige an Umfang eingehalten worden. Ich habe dann aus dem unteren Rand meinen Standardbund (Simplicity 2451) zugeschnitten, die Mehrweite wiederum eingehalten und schwupps nur noch kürzen, rollsäumen, neuer Rock fertig.
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Am Montagabend habe ich spontan aus grauem Tüll von alfatex zwei halbe Teller zugeschnitten, aus Polyestertaft noch einen halben Teller dazu, einen Reißverschluss in die Seitennaht, Wäschegummi an die Oberkante und ‚kurz‘ drülfzig Kilometer Satin-Schrägband an den Saum und zack, toller neuer Unterrock. Allerdings will ich den Taft-Teller noch mit Spitzensaum ausstatten.
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Ich bin – wie man an der geringen Bloggingfrequenz merkt – derzeit sehr beschäftigt. Daher nicht viele weitere Worte. Guckt mal auf dem MMM-Blog, da zeigt Katharina ein toller Punktekleid und die anderen Damen sind auch selbst benäht gekleidet.

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Upcycling-Dienstag:Gewürzdosen

Jeden Dienstag sammelt Nina Ideen, wie man aus altem und abgelegten wieder nützliches machen kann. Heute bin ich auch mal wieder dabei.
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Diese Dosen, die ursprünglich Abschminkpads enthielten haben schon länger auf ein zweites Leben gewartet. Dieses Wochenende kam ihre Chance, denn ich suchte hübsche Verpackungen um die aus Israel mitgebrachten Gewürze optisch ansprechend an die Familie bringen könnte.
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Also flott gut gespült und die Schildchen abgeknibbelt. Dann den Serviettentechnikkleber rausgekramt. Ich glaub den hab ich seit 5 Jahren nicht benutzt. Serviettentechnik hat für mich irgendwie so ne Kirchenbasar-Bastelmutti-Anmutung. Aber egal. Mit Hilfe von bunten Packpapier in „orientalischen“ Farben Streifenmuster aufgekleistert. Nach dem Trocknen mit Goldstift beschriftet und mit Müsterchen verziert. Voila.
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Auch neu und aus alt  im Hause siebenhundertsachen: Das Aufgabenglas. Die Idee habe ich bei Frau 101Dinge gesehen und auf unsere Bedürfnisse angepasst. Wir kriegen unsere „normalen“ Haushaltspflichten, die man so einmal die Woche macht (staubsaugen, wischen, Bad, Wäsche, usw.) ganz gut hin, weil wir gemeinsam Samstags Haushaltstag machen. Aber in unserer Wohnung gibt es so kleine Horte der Unordnung, die einfach so auftauchen. Keine Ahnung wer dafür verantwortlich ist. Und erstaunlicherweise kann man selbst in einem 2-Personen-Haushalt ganz hervorragend die „Toll-ein-anderer-macht’s-Strategie“ anwenden. Außerdem haben wir ja, wie schon Axel Hacke konstatierte, noch mehrere imaginäre Mitbewohner. Frau Man, Fräulein Einer und Herr Jemand könnten ja auch mal nen Handschlag tun. Damit die und wir jetzt mal der Unordnung mit Taten begegnen, gibt es nun dieses hübsche Glas aus einem alten Gewürzglas. Mit Masking Tape verziert und vielen bunten Aufräumzettelchen gefüllt, hat es seine Bestimmung gefunden.

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Auf jedem Zettel steht ein Platz, wo sich im allgemeinen ein kleines Chaoshäufchen zum beseitigen findet, ohne dass man dafür mehr als 10 Minuten aufwenden müsste. Und bevor jetzt etwas schönes wie nähen, fernsehen, lesen getan werden darf, muss erst ein Zettelchen gezogen werden.

Me made Mittwoch: Der Pulli-Rock

Ich trage heute meinen Upcycling-Bleistift-Rock aus einem alten Strickpulli mit doofem Halsausschnitt (obere Lage) und einem in alle Richtungen ausgeleierten Jersey-Rock (untere Lage und Bund).

Ich habe diesen Rock vor einigen Wochen schonmal beim Upcycling-Dienstag vorgestellt. Dort gibt es Fotos wie er drunter aussieht. Heute sind dafür die Tragefotos gelungen. Auch nach einigen Wochen Praxistest trage ich ihn immernoch sehr gern. Er ist gemütlich und warm.

Ich habe einen ähnlichen Rock aus einem Strickpulli irgendwann vor meiner eigenen Blogzeit mal beim MMM oder beim MMM-Februar gesehen. Leider weiß ich nicht mehr wo. Falls die betreffende Dame hier mitliest, bitte melden, dann verlinke ich die Inspirationsquelle mit großer Freude. Neue Inspiration kann man sich heute wieder bei Catherine und den Me-made-Damen besorgen.

 

Angucken!

Ich verfolge sehr gern die meist zeitkritischen Leseempfehlungen in Mellenis Wochenrückblicken. Heute habe ich zwei Anguck-Empfehlungen.

Die Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“ wurde am Dienstag auf Arte ausgestrahlt (sie war schonmal auf 3sat und auch im ORF zu sehen, so weit ich weiß). Sie beschäftigt sich mit der sogenannten „geplanten Obsoleszenz“ also der Tatsache, dass Hersteller ihre Produkte derart konstruieren, dass sie nach Ablauf einer bestimmten Lebensdauer automatisch kaputt gehen. Vor dem Hintergrund von Ressourcen-Knappheit und Müllproblematik eine höchst fragwürdige Praxis, die aber offenbar von vielen schulterzuckend hingenommen wird. Die Doku spricht auch Lösungsansätze an, bleibt hier aber eher utopisch bis vage. Trotzdem eine klare Empfehlung!

Hier ein Ausschnitt:

Ausschnitt Kaufen für die Müllhalde

Hier gehts zu „Kaufen für die Müllhalde“ (in voller Länge)

Außerdem bin ich gestern abend eher zufällig in den Nahost-Themenabend reingestolpert und dann bei „Waltz with Bashir“ hängengeblieben. Ich wollte den Film eigentlich im Kino sehen, bin aber dann wohl nicht dazu gekommen (was mir eigentlich mit 95% der Filme, die ich gern sehen möchte so geht). Ich war dann allerdings schon am Fernseher so berührt und schockiert über den Film, dass ich vielleicht sogar froh bin, ihn nicht im Kino gesehen zu haben. Ein zurecht hochgelobter und ausgesprochen verstörender Film. Man muss sich an das „Doku-Comic-Drama-Format“ etwas gewöhnen, nimmt es aber bald nur noch am Rande wahr.

Hier ein Ausschnitt:

Ausschnitt Waltz with Bashir

Hier gehts zu „Waltz with Bashir“ (in voller Länge)

Der wundervolle Service arte+7 sorgt dafür, dass man beides noch auf der Website angucken kann (bis Montag, bzw. Dienstag). Was man dort auch angucken kann ist die Dokureihe „Belle France“, die wirklich wundervoll gefilmt und für Frankreich-Fans, wie mich, ein wahres „Nachhausekommen“ ist.

Upcycling-Dienstag: Aus2mach1-Rock

Heute sammelt Nina wieder Ideen, wie man aus ausrangiertem wieder was nützliches machen kann.

Leider haben sich heute die öffentlichen Verkehrsmittel, die Arbeit und anderes gegen mich verschworen, so dass nur ein Posting vom Handy mit grottigen Fotos drin ist.

Ich zeige gern eins meiner Ferienprojekte. Ein Lagenrock aus einem zu kurzen Pulli mit zu engem Kragen und einem fehlgekauften Jerseyrock. Der Pulli war schon mehrfach auf dem Weg in die Tonne. Der Rock, knielang mit Raffbund war zum tragen ungeeignet, weil er furchtbar leiert und sich selbst ohne Strumpfhose sehr unschön an Beine und anderes klebt. Zusammen sind Sie ein Dreamteam.

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Ich habe dem Pulli die Kragenpartie abgeschnitten und die Ärmellöcher zugenäht. Dann habe ich ihn rechts auf rechts und in der Länge hochgeklappt auf den Rock genäht. Runtergeschlagen und mit noch einer Naht fixiert. Fertig.

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Die Tragefotos sind grottig weil dunkel, Spiegel halb blind und überhaupt, aber ich denke man sieht, er ist ein knielanger Bleistiftrock mit einem neckischen kräuseligen zweiten Saum. Schön warm und hat mir schon einige Komplimente eingebracht.

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Viele weitere Upcycling-Ideen findet ihr auch auf dem Pinterest-Board.

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Liebe Upcyclerinnen: ist jemand von euch aus dem Ruhrgebiet oder kennt kreative Menschen hier? Ich möchte hier nochmal auf meine Blogaktion „Pott kreativ“ hinweisen. Macht mit!

Upcycling-Dienstag: Ein schickes Gewand für’s Bügelbrett

Ich wette, in mindestens jeder zweiten Wohnung steht ein Bügelbrett rum, das etwas so schrömmelig ausschaut wie meins:

Fleckig, angeschmort, nicht mehr besonders gleitfähig und irgendwie fies. ABER: Das muss nicht sein. Dagegen kann man was tun. Man braucht nur etwa einen halben Meter Stoff (1,40breit) oder einen Stoffrest der etwas größer als das Bügelbrett ist. Am besten hübsch und auf jeden Fall aus 100% Baumwolle. Und eine Nähmaschine. Das war’s schon.

Zuerst muss man das Bügelbrett sezieren und in seine Einzelkomponenten zerlegen:

Beim mir ergab das: einen Bezug, eine Molton-Unterlage und das Brett selbst. Falls euer Brett keine Moltonunterlage hat, dann ist der Bezug mit Molton gefüttert. Das geht trotzdem.

Jetzt muss man erstmal den alten Bezug auf schönem Stoff abpausen. Dabei noch eine Nahtzugabe von 0,5-1cm einplanen. Jetzt den neuen Bezug ausschneiden und vom alten Bezug das Zugband inkl. ebenfalls einer Nahtzugabe von etwa 1 cm abschneiden.

Wer keine Molton unterlage hat sollte jetzt den Rest des alten Bezugs genau auf die Größe des Bügelbretts zuschneiden, er dient später als Polsterunterlage.

Dann das Zugband an den ausgeschnittenen neuen Stoff nähen. Dabei nur drauf achten, die Kordel nicht festzunähen.

Und voilà schickes neues Bügelbrett. Mein Stoffrest kam vom Möbelschweden. Aber man könnte auch easy einen alten Bettbezug verwerten oder sogar ein Patchwork aus verschiedenen Stoffresten machen.

Es bügelt sich super drauf!

Weitere Verwertungs- und Verschönerungsideen sammelt heute wieder Nina.

Upcycling-Dienstag: Rumlümmelhose

Die liebe Nina, deren Blog werkeltagebuch ich seit langer Zeit mit viel Spannung verfolge, lädt ab heute jeden Dienstag dazu ein, recyceltes zu zeigen. Egal welcher Werkstoff und welche Technik. Hauptsache verwertete Materialien. Da trifft es sich prima, dass heute 1. ein wirklich fieser ekeliger Wind draußen weht, ich 2. nicht aus dem Haus muss und 3. gerade gestern eine gemütliche Rumlümmelhose als erstes Projekt für meinen neuen Rollschneider angegangen bin.

Die Rumlümmelhose ist das Endprodukt aus gleich zwei Verwertungs-Zyklen. Denn ursprünglich war sie mal Bettwäsche vom Möbelschweden. Diese wurde von meiner Mutter in Flanellgefütterte Gardinen für die zugige einfachverglaste holländische Wohnung meiner Schwester umgewandelt. Irgendwann ist meine Schwester aus der Wohnung wieder ausgezogen und die Gardinen lagen einige Jahr bei meinen Eltern herum. So haben sie dann den Weg zu mir gefunden. Ich habe zunächst zur Schere gegriffen und Flanell und Bettwäsche wieder getrennt.

Danach hatte ich lauter ca. 1,50m*1,50m große Stücke rot-pink karierte Baumwolle. Also habe ich den Schnitt einer gut sitzenden Schlafanzughose abgepaust, den neuen Rollschneider gezückt und ratzfatz ein paar Beinchen zugeschnitten.

Es war meine erste Hose und das erste Mal mit dem Rollschneider… danach musste ich nur noch aus dem Restposten-Paket Strickbündchen, dass ich vor einiger Zeit mal „auf Verdacht“ bei Buttinette gekauft hab, eins in passender Farbe raussuchen.

Und schwuppdiwupp hatte ich eine schöne weite bequeme Hose mit angenehmem elastischem Bund, der die Weihnachtskilos abkann und sich so weit hoch ziehen lässt, dass man bestimmt nicht friert.

Gut, sie ist jetzt nicht direkt ein Figurschmeichler. Aber außer mir ist ja auch keiner hier, den das stören könnte.

Weitere Sachen aus verwerteten Materialien könnt ihr bei Nina und auf ihrem Pinterest-Board bewundern.