Weihnachtskleid-Finale 2016

Ich habe fast alle Termine des Weihnachtskleid-Sewalong 2016 geschwänzt und auch zum Finale bin ich reichlich spät. Das liegt daran, dass ich dieses Jahr relativ viele selbst gemachte Weihnachtsgeschenke verschenkt habe, bis einschließlich 22.12. gearbeitet habe und zugleich relativ oft abends ziemlich müde war. Aber, ich habe mein Weihnachtskleid fertig genäht und am 1. Feiertag getragen und es ist toll.

Ja und ich habe es bisher nur im Spiegel fotografiert, mit Kuschelsocken an. 

Dafür aber auch von hinten:

Der Stoff ist von Coupons St. Pierre in Paris, ein Satinjaquard, der innen kuschelig und wunderschön festlich ist. Ich habe den 3m-Coupon mit Freundin Z. geteilt und hatte somit nur 1,50m für mein Kleid. 

Genäht habe ich einen Patternhack aus dem Oberteil von Elisalex (By Hand London) und einem halben Teller. Mit Seitennahttaschen. 

Weil mich das Futter in allen meinen Elisalexen in den Wahnsinn getrieben hat und weil dieser Stoff von innen sehr angenehm ist, habe ich einen Beleg an Hals- und Armausschnitten statt Futter verwandt. Ich habe außerdem am Rückenteil die Naht oberhalb des Reißverschlusses einige Zentimeter zugenäht. Der Halsausschnitt ist dicke weit genug zum reinschlüpfen und der hintere Ausschnitt wirkt so viel schöner als mit einem Häkchen. 

Ansonsten nähe ich Elisalex in Gr. 10, verlängere das Oberteil aber um 3cm und gebe im Stoffbruch des Vorderteils ca 1/2 cm zu. Weil ich eigentlich Kleider nur mit Taillennaht statt Taillenband nicht so schön an mir finde, trage ich das Kleid mit einem Satinband in der Taille. Darunter trage ich ein leichtes Petticoat.

Genäht habe ich das Kleid komplett in der Woche vor Weihnachten als Mann und Kind verreist waren. Und weil ich die Handsäume von anderen immer so bewundernswert finde, habe ich das Kleid mit der Hand gesäumt. Ich habe Saum und Armlöcher mit Schrägband verstürzt und das dann von Hand von außen unsichtbar umgenäht. Das hab ich am Heiligabend nach der Bescherung gemacht.  

Ich bin rundum zufrieden und werde das Kleid Silvester gleich nochmal tragen. 

Und ich hab auch schon ganz viele schöne Weihnachtskleider auf dem Me made Mittwoch-Blog gesehen

Weihnachtskleid 2016, Teil 1 und 2

Ich komme in letzter Zeit zu wenig zum bloggen, weil ich zu viel Serien bingewatche und abends immer deutlich antriebslos bin. Nichtsdestotrotz werde ich definitiv ein Weihnachtskleid nähen, denn ich hab bereits seit September 2015 den festen Plan zu diesem Kleid.

Diese Woche ist schon der zweite Teil des sewalongs und daher nur ein Mini-Abriss meiner bisherigen Weihnachtskleider.

Das erste Weihnachtskleid nähte ich 2011, das war glaub ich auch der erste Weihnachtskleid-Sewalong bei Catherine auf dem Blog. Das Kleid trage ich bis heute ganz gern, auch wenn es heute nicht mehr meinen Nähansprüchen genügt.

2012 war ich schwanger und nähte ein Kleid aus dicken Jersey, an dem ich ziemlich herumdokterte mit dem ich dann nur leidlich zufrieden war und dass ich auch seither kaum trug.

2013 stillte ich und nähte ein Wickelkleid aus tollem Karostoff. Leider ist mir das Kleid ohne Stillbrust zu weit, es ist nämlich wirklich sehr schön.

2014 arbeitete ich dann wieder und hatte insgesamt in der Adventszeit und im Leben zu viel Stress und nähte daher nur ohne Sewalong einen roten Weihnachtsrock.

Im vergangenen Jahr war die Vorweihnachtszeit ebenfalls nicht durch besonders viel Ruhe, Besinnung und Freude geprägt und so machte ich auch nicht beim Sewalong mit, nähte mir aber in der Woche vor Weihnachten, die ich krank  geschrieben war, einen sehr schönen Schotten-Karo-Weihnachtsrock, den ich wirklich heiß und innig liebe und auch dieses Jahr schon anhatte.

Dieses Jahr bin ich fest entschlossen wieder mitzumachen beim Sewalong. Vor allem auch, weil ich eine neue Nähmaschine habe. Allerdings habe ich sicher keine Zeit, mir einen komplexen neuen Schnitt zu erkämpfen. Ich arbeite bis zum 23.12. und habe noch ca. eine halbe Million handgemachte Geschenke auf meiner Liste. Daher wird mein Kleid ein neuer Aufguss des bekannten Themas „Elisalex + Tellerrock“. Ich habe da bereits seit September 2015 diesen Stoff im Lager:

 

wp-1479748360294.jpgDen habe ich in Paris gekauft. Ich habe davon einen halben Coupon, also 1,5m. Es handelt sich um einen mittelschweren Satin-artigen Stoff in schwarz mit Beflockung. Es wird sich vermutlich etwas Stoffknappheit einstellen. Daher werde ich evtl. statt eines Tellerrocks den Rock vom Anna Dress nehmen, der ist durch die Bahnen relativ stoffsparend und hat einen schönen Fall.

Da der Stoff recht schwer ist, werde ich ihn nicht füttern und lieber nur Belege arbeiten, das Futter ist mir bei all meinen Elisalexen bisher noch nie recht gelungen, da muss ich das jetzt auch nicht haben.

Wenn noch Stoff da ist, gibt es einen Gürtel. Dann geht das ganze dann doch sehr in Richtung dieses Kleides aus der Oktober-Knip, das ich wirklich ganz und gar verzückend finde:

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Und jetzt schau ich schnell, was alle andren nähen und bringe mich adäquat in Stimmung.

Weihnachtskleidung

Dieses Jahr habe ich nicht beim Weihnachtskleid-Sewalong mitgemacht. Der Dezember war vollgestopft mit beruflichem Stress, Kita-Infekten und anderen Rückschlägen, dass ich annähernd alle Weihnachtsgeschenke und ein wenig Deko zusammenbekommen habe, erscheint mit rückblickend wie ein Wunder. Da wollte und konnte ich nichts kompliziertes oder auch nur planvolles mehr nähen. Dennoch hatte ich einen Weihnachtskleidungsplan in derHinterhand. Denn schon seit einigen Monaten wartete ein bodenlanger Wollrock aus Tartan auf Weihnachtsrotem Grund, den ich von meiner Schwiegermutter vermacht bekam, auf Umarbeitung. Und das war ein Projekt, das ich auch noch in den letzten Tagen vor Weihnachten meistern konnte. So gab es dann doch noch einen Weihnachtsrock. Und auch ein Weihnachtsoutfit für den Minimensch.

Der Karorock war lange Zeit das ‚festliche Outfit‘ meiner Schwiegermutter, zusammen mit einer weißen Bluse. Tatsächlich kannte ich ihn schon von Fotos von großen Feiern. Erstaunlicherweise war der Rock, den meine Schwiegermutter schon komplett aufgetrennt hatte, gar nicht so sehr wallend weit, wie man von Fotos gedacht hätte. Er bestand aus vier Bahnen und hatte keinen Bund, war oben nur verstürzt. Aus der Weite des unteren Saums konnte ich gerade so einen 1/3-Teller rauskriegen, das Futter war sogar noch schmaler und ich konnte keinen ausreichend weiten Futterrock für meine Hüfte rausbekommen ohne stückeln.
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Ich habe meinen Standard-Tellerrock-Schnitt benutzt und den Formbund von Simplicity 2451. Da ich das Muster für Bund und Rock schräg zum Fadenlauf hatte (sonst hätte es nicht gepasst), habe ich es mit einer Paspel abgesetzt. Gesäumt mit Schrägbanimage

Da ich den Saum aber erst am ersten Feiertag morgens fertig bekommen habe, trug ich am heiligen Abend für unser Kernfamilienweihnachten zu dritt mein Weihnachtskleid 2011. Am 1. Feiertag zum Großfamilienweihnachten dann den Rock mit blauem Pulli und meinem neuen Nina Cardigan in Weihnachtsrot, aus feinem Walk, auch von meiner Schwiegermutter. image

Das Fest verließen wir recht übereilt mit fiebrigem Minimensch, so dass der Rock bequem am 2. Feiertag zum Schwiegermutterbesuch nochmal zum Einsatz kam. image

Am ‚3. Feiertag‘ den wir beim Brunch mit Eltern und Geschwistern bei uns verbrachten, trug ich dieses Jerseykleid.image

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Vorn

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Hinten

Weil ich beim Post dazu gefragt wurde, wie ich das Füttern gemacht habe: hier ein Foto von innen.

Und der Minimensch trug dieses Ensemble

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Me made Mittwoch – Passformgedanken

Hach, diese Sonne. Herrlich. Als ich gestern abend vor dem Kleiderschrank stand um mein Outfit für heute auszuwählen, hätte ich zu gern schon nach einem Baumwollkleid gegriffen. Aber die Vernunft (morgens sind halt doch nur 2 Grad, das ist dann auf dem Fahrrad recht frisch) hat mich dann doch nochmal ein Wollkleid herausziehen lassen: Das Weihnachtskleid 2011.
IMG_20150311_091541IMG_20150311_091401Dieses Kleid zeigt mir deutlicher als viele andere, wie sind mein Nähvermögen und meine Beurteilung von Passform parallel entwickelt haben. Das Kleid hat wirklich erhebliche Passformschwächen. Das sieht man besonders gut von der Seite und von hinten, aber auch der Ausschnitt ist alles andere als optimal. IMG_20150311_091620IMG_20150311_091558Als ich es nähte kannte ich außer dem anpassen von Abnähern noch keine Möglichkeit das Kleidungsstück an meine Figur anzupassen und wusste auch noch nicht genug über meine Proportionen, um dies im vorhinein machen zu können. Während heute sowohl ein FBA als auch eine Anpassung der rückwärtigen Abnäher eigentlich schon im Schlaf und von allein vonstatten gehen, hatte ich hier einfach das Oberteil in einer größeren Größe, passend halt zum angegebenen Brustmaß zugeschnitten und genäht und gefüttert, um dann festzustellen, dass ich in einem um die Brust zu engen und darunter zu kurzen Oberteilsack stecke. Als mir dann über kreativ gesetzte Abnäher und tricksen an Reißverschluss und Seitennaht die Anpassung an meine Figur gelungen war, war ich so stolz, dass ich die verbliebenen Passformmängel gar nicht bemerkte. Jahrelang war ich mit dem Kleid vollkommen im Reinen. IMG_20150311_091453

Und ich trage es auch immernoch gern und ohne mich darin kritisch zu beäugen, das Gefühl von der Fertigstellung hängt einfach am Kleid dran. Sehr viel besser sitzende Kleider, die ich in jüngerer Zeit genäht habe, beäuge ich viel kritischer und lasse ich schon wegen sehr viel kleineren Fehlern öfter im Schrank. Warum? Vermutlich weil ich weiß, dass ich diese Fehler durchaus hätte vermeiden können und sie nur durch Unachtsamkeit und Verpeilung zustande gekommen sind. Das ist in gewisser Weise viel ärgerlicher. Und so ruft mir (und euch) dieses Kleid auch ein bisschen zu: Mensch, sei mal gelassener, es kommt eh nur auf das Gefühl an, das ein Kleidungsstück in dir weckt.

IMG_20150311_091736Zur Abrundung des Outfits trage ich seit dieser Woche wieder mein ganz klar am meisten getragenes Kleidungsstück: den Robson Coat. Ich freue mich jedes Jahr, wenn es wieder Zeit ist ihn aus dem Schrank zu holen und liebe ihn sehr sehr heiß und innig. Er hat vielleicht keine sonnige Farbe aber ist doch für mich DAS Frühlingskleidungsstück schlechthin.

Lucy zeigt heute auf dem MMM-Blog eine wollige Jacke, deren Farbkombi mich schon bei der Entstehung begeisterte und philosophiert auch ein wenig über echte und wahrgenommene Passform von selbstgenähtem.

Weihnachtskleid-Sew-Along: Finale 2013

Tatsächlich habe ich es geschafft und mein Weihnachtskleid ist schon seit Donnerstag fertig. Dieses Jahr war das nähen eine echte Herausforderung, weil ich immer nur am Abend hier und da 30 Minuten daran gearbeitet habe, aber auch, weil ich ein stillgeeignetes Kleid nähen wollte, das trotzdem weihnachtlich, gefüttert und nicht aus Jersey ist. Ich hatte noch nie vorher ein Wickelkleid aus Webstoff genäht und musste das Oberteil auch recht umfangreich anpassen. Außerdem musste ich mir ein Futter ausdenken, da der Schnitt für ein Sommerkleid ist, mein Oberstoff aber leicht kratzig. Aber genug der Vorrede, hier erstmal das Kleid. Tadaaaa.

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Im Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Zwar sieht man der Paspel aus der Nähe etwas an, dass ich sie 3mal heraustrennen musste, bis das Taillenband gerade eingenäht und die Paspel annähernd überall gleich breit war, aber das kann ich verschmerzen.

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Ich habe das Oberteil gefüttert, nicht jedoch die Ärmel, Oberstoff und Futter sind an der Schulternaht als eine Lage verarbeitet. Das Futter des Oberteils habe ich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, weil der Oberstoff stretchig ist. Entlang der Ausschnittkante habe ich einen Streifen Einlage aufgebügelt und den Ausschnitt mit Schrägband eingefasst.

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Das Rockfutter endet etwa eine Handbreit nach innen versetzt, damit es nicht rausblitzt, wobei ich im Nachhinein gedacht habe, ich hätte auch nur die innere Rockbahn füttern brauchen.

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Ich habe den Rock gut 10cm gekürzt. Hätte ich mir das vorher klar gemacht, hätte ich den Rock vielleicht mit schrägem Karoverlauf zugeschnitten, was in der ursprünglichen Länge nicht passte.

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Gesäumt habe ich den Rock mit Schrägband als Saumband, wie hier erklärt, die Ärmelsäume sind mit Schrägband eingefasst.

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Passender Schmuck ist hier reichlich vorrätig, gehört doch Petrol zu den Säulen meines Kleiderschranks. Wenn der Minimensch an Heiligabend im Bett sein wird, werde ich diese Kette und diese Ohrringe anlegen, die ich letztes Jahr von Freundin L. zu Geburtstag und Weihnachten bekam. Passen perfekt, oder?

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Ein paar der Weihnachtskleider habe ich mir schon angeguckt und freue mich sehr darauf hier alle Festkleider zu bestaunen. Danke liebe Katharina für die Organisation des diesjährigen Sewalongs. Das hast du ganz ganz toll gemacht!
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Details:

Schnitt: New Look 6674
Größe 12 mit FBA
Stoff: Woll-Stretch-Mischgewebe von Alfatex. Preis 5,90/m
Satin-Schrägband von ebay, Futter von Alfatex, Einlage aus dem Fundus
Änderungen: Ausschnittlinie leicht verkürzt, Oberteil verlängert, Taillenband verbreitert, Kleid komplett gefüttert, Schrägband-Abschlüsse, Lange Puffärmel von einem anderen Schnitt aus der „Meine Nähmode“ eingesetzt, Rocklänge 10cm gekürzt
Bin ich zufrieden? Ja.

Weihnachtskleid-Sew Along Teil 5

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Eigentlich müsste ich nur noch säumen. Ich habe in der vergangenen Woche doch tatsächlich geschafft Kleid und Futterkleid fertigzustellen und miteinander zu verstürzen. Außerdem habe ich die Ärmel eingesetzt und sie passen wunderbar, obwohl sie ja gar nicht zu dem Schnitt gehören. Ich habe einen Puffärmel von einem anderen Simplicity-Kleid aus der „Meine Nähmode“ genommen und durch die Kräuselung war die Armkugel flexibel anzupassen. Ich musste lediglich die Schultern etwas verschmälern. Ich kann sogar die Arme heben, alles super. Durch den schrägen Fadenlauf sind die Ärmel außerdem sehr bequem, leider einen Hauch zu kurz, selbst ungesäumt.
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Also theoretisch nur noch Saum.

Aber: das verdammte Taillenband ist immernoch schief, genauer es ist unterschiedlich breit und hat sich beim nähen verzogen. Ich habe es bereits zweimal getrennt und langsam lösen sich Stoff und vor allem das nur 12mm breite Band der Paspel auf. Aber ich werde das trotzdem nochmal trennen und im Notfall die Paspel ersetzen. Es ärgert mich einfach zu sehr, wenn ein ansonsten sehr gut gelungenes, bequemes und gut sitzendes Kleid einen so gut sichtbaren Fehler hat. Das kommt davon wenn man müde von durchwachten Nächten und erkältet immer nur halbe Stunden daran arbeitet, es schleichen sich Ungenauigkeiten ein. Also nochmal. Ich habe extra den Beleg noch nicht an das Taillenband gesteppt, weil ich wusste, das würde mir keine Ruhe lassen.

Bis nächste Woche also nochmal die Taille korrigieren, die Länge festlegen, säumen, das Bindeband annähen und die Kante des Futterrocks mit Spitze versehen.

Das ist zu schaffen und glücklicherweise halten geheime Hormonkräfte die Erkältung trotz ganz massiven Schlafmangels (Entwicklungsschub ist ein Arschloch!!!) irgendwie im Zaum.

Viele schöne Kleider in fast allen Fertigstellungsstufen gibt es hier zu sehen.

Weihnachtskleid Teil 3 und 4

Letzte Woche musste ich den Sonntagstermin schwänzen weil ich Geburtstag feiern musste. Ich besitze jetzt neben anderen tollen Sachen Elisalex und Anna von By Hand London. Da lauern schon die nächsten Projekte.

Dass ich verhindert war, hat aber dazu geführt, dass eine Lieferung Schrägband inzwischen eingetroffen ist, die essentiell für mein Kopf-Weihnachtskleid geworden war und so kann ich heute zwar wenig fertiges aber wenigstens hübsches zeigen.

Ich habe, nachdem ich das Probeoberteil fertig angepasst und auf den Schnitt übertragen hatte tatsächlich zugeschnitten. Den Oberstoff am vorletzten Sonntag beim sehr tollen Tatort mit Wotan Wilke Möhrig und der ehemaligen Conny Mey als Kommissarin Brandner. Hachz. Das Futter am Montag. Ich habe mich für geraden Musterverlauf beim Oberteil, schrägen Verlauf beim Taillenband und den Ärmeln entschieden. Beim Rock ist der gerade Lauf an der vorderen Mitte.

Allen Anpassungen am Probeoberteil zum Trotz musste ich dennoch trennen, denn durch den Stretchanteil in meinem Wollstoff saßen die Abnäher dann doch nicht, wo sie sollten.
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Viel grösseres Kopfzerbrechen bereitete mir aber das Futter. Ich will mein Kleid ganz unbedingt füttern. Zum Einen ist der Wollstoff leicht kratzig und ich finde ihn auf der Haut nicht angenehm genug, zum Anderen mag ich einfach gefütterte Kleider. Ein Kleid ohne Futter finde ich im Herbst und Winter nicht vollständig. Nun hat mein Schnitt kein Futter vorgesehen, sondern Belege. Diese sollen mit Einlage verstärkt werden, was gerade bei der langen schrägen Kante auch sehr sinnvoll erscheint. Der Stoff ist deutlich stretchig, aber ich hatte Sorge, mit Stretchfutter könnte dir Ausschnittkante leiern und dann beulen. Ich habe mich, da das Oberteil auch ohne Elasthan gut sitzt, entschieden, ein nicht-elastisches Futter zu nehmen, dieses aber im schrägen Fadenlauf zuzuschneiden. Die Ausschnittkante des Futters habe ich mit einem Streifen Einlage bebügelt. Zudem habe ich mir überlegt, dass es praktisch und festlich zugleich sein könnte, den Ausschnitt mit Schrägband zu versehen. Also schnell Satinschrägband in tatsächlich exakt passendem Petrolton geordert und mir bei eintreffen einen Ast gefreut:
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Perfekt, oder?

Ich habe also mittlerweile ein komplett gefüttertes Oberteil mit versäubertem Ausschnitt:
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Vielversprechend, wie ich finde. Außerdem habe ich das Taillenband zusammengenäht und mit den Bindebändern verstürzt sowie den Rock (ein ca. 2/3-Teller) zusammengenäht. Natürlich hatte ich hier schisshasig deutlich zu großzügig zugeschnitten und hätte bequem in den Rock ohne binden gepasst, mit nur einem der Vorderteile. Das mach ich auch irgendwie ständig.
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Man sieht, ich plane den Kantenabschluss des vorderen Rockteils auch mit Schrägband zu versehen. Außerdem will ich das Band auch ober- und unterhalb des Taillenbandes als Fakepaspel nutzen. Zu viel Band?

Ich denke darüber nach, den Rock nur als Fake-Wickelteil zu arbeiten und nur das Oberteil inkl Taillenband wirklich zu wickeln, mein Vorstellungsvermögen reicht aber nicht aus, um zu sehen, ob das realisierbar ist, ich werde es also heften und ausprobieren. Hätte den Vorteil, dass ich den Futterrock ohne Überlappung arbeiten könnte. Alternativ füttere ich nur das innen liegende Rockteil und das drübergewickelte nicht.

Ich hoffe, in der nächsten Woche etwas mehr Nähzeit zu finden, denn meine Feieroktav endet nach dem heutigen Kaffeeklatsch. Katharina begrüßt uns mit fast fertigem Karokleid. Karo ist einfach toll und total weihnachtlich!

Weihnachtskleid-Sew-Along Teil2

Heute geht es weiter mit dem Weihnachtskleidnähen und davon berichten. Ich habe schon einige recht strebsame Beiträge gelesen und kann nicht leugnen, ich wäre gern auch schon weiter. Aber nunja. Fangen wir von vorn an. Wir erinnern uns, es gab mehrere Schnittkandidaten, die alle aus dem karierten schönen Wollstoff erstehen wollen. Ich war zunächst sehr uneins mit mir, was ich denn da tue. Zwei Kleider nähen, gar scheitern, ein Probekleid, all das kommt zeitlich für mich nicht in Frage. Ich habe Zeit und Energie für genau ein Weihnachtskleid und brauche auch nur eins. Also grübelte ich, während ich viele lange (fast) gerade Nähte an der neuen Krabbeldecke Spielzeugablagestation des Minimenschen nähte und kam, dank meditativer Tätigkeit, zu einem pragmatischen Entschluss mit dem ich nun total im Reinen bin. Zen-mäßige Zufriedenheit stellte sich ein – zunächst.

Es ist nämlich so, dass 2 meiner 3 Wunschschnitte Hemdblusenkleider sind, eins gar mit Teilungsnähten. Und dass mein Stoff kariert ist. Finde den Fehler. Genau: Was für eine grandios dumme Idee. Es muss zwangsläufig irgendwo doof aussehen, wenn man ein Hemdblusenkleid versucht aus auffällig kariertem Stoff zu nähen. Das geht gar nicht anders. Und was wäre schlimmer als versetztes Karo in der vorderen Mitte??? Außerdem habe ich beim Ausgehputzkittel festgestellt, dass mir gekräuselte Röcke nicht behagen. Ich hätte also noch eine andere Rockform basteln müssen, was vielleicht noch mehr Karoprobleme nach sich gezogen hätte. Kurzum. Das lass ich mal. Cami darf demnächst aus einem unkompliziert einfachen Stoff entstehen und von mir aus auch in der Tonne landen, aber erst im neuen Jahr. Mit dem Putzkittel bin ich noch nicht durch, aber da werde ich auch eher eine Frühlingsvariante anstreben. Es wird folglich New Look 6674 – das Wickelkleid.

Ein genauerer Blick auf die Schnittdetails während des Abpausens (nach dem ersten Schock, wegen 3 Schnittbögen und 17 Schnittteilen) hat mich noch in dieser Auswahl bestätigt. Der Rock ist ein 2/3-Teller, das kommt mir sehr entgegen. Das Oberteil hat 2 Brustabnäher, auch das gut, denn damit habe ich schon viel Erfahrung. Natürlich bräuchte ich wie immer einen Mix aus 3 Größen, aber das kenne ich ja schon.

Bildquelle: sewing.patternreview.com/patterns/14017

Ich nähe Variante A, aber mit dem Rock von C, also dem längeren und weiteren Rock. Ich möchte allerdings ganz gern 3/4-Ärmel annähen. Ich habe den Schnitt kopiert und ein Probeoberteil aus einer alten Gardine zugeschnitten. Dann habe ich das Probeoberteil genäht, anprobiert, getrennt, geändert, genäht, anprobiert, getrennt, geändert, … Das Problem ist – wie immer – die Kombi aus schmalen Schultern, recht großer Brust und normaler Taille. Das führt zu Enge um die Brust bei gleichzeitig klaffendem Ausschnitt. Dies sieht man evtl. hier auf diesem katastrophal schlechten und  bis zur Unkenntlichkeit aufgehellten Foto. Entschuldigt die Qualität – Novemberlicht + Spiegel an falschen Stellen in der Wohnung + unkenntlich matschigrüner Stoff + Handyfoto = unbrauchbar!

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Ich habe also die Abnäher verschoben und ein Stück der Ausschnittkante weggeklappt. Das ging nicht, machte eine Beule, wo sich die Abnäher fast treffen. Also Abnäher zurück, nur Ausschnittkante korrigiert – ging auch nicht – Brustpunkt verschoben. Hmpf. Heute habe ich dann versucht die Ausschnittlinie anstatt durch wegfalten durch verschieben der Mehrweite zur unteren Kante und zur Schulter zu korrigieren, das ist besser. Nun musste ich allerdings den Brustpunkt erheblich verschieben. Im Ergebnis sieht das ganze nun so aus, wie das vorne liegende Teil zeigt. Die Ausschnittkante liegt glatt an, der Brustpunkt stimmt, die Schulternaht musste ich leicht begradigen.

image Hier sieht man die Unterschiede. Das untenliegende Schnittteil mit schwarzen Markierungen ist der ursprüngliche Schnitt, das oben liegende, mit grünen Markierungen ist das angepasste Oberteil. image

Ungelöst ist für mich bei diesem wie jedem Schnitt ohne rückwärtigen Reißverschluss, wie ich die Stoffbeule auf Höhe meiner Schulterblätter wegkriege. Ich brauche die Weite am Ausschnitt und auch im Taillenbereich, aber dazwischen ist zuviel… ich habe die Abnäher nach oben verlängert. Das macht es besser aber nicht perfekt. Außerdem habe ich keine langen Ärmel aus Webstoff, die gut passen, da muss ich mir noch was überlegen. Am besten wäre wohl, die Ärmel von einem anderen  New-Look-Schnitt zu nehmen. Aber ich habe keinen da, der passt. Und schließlich natürlich die Frage: welche Teile schneide ich mit schrägem, welche mit geradem Karoverlauf zu?

Heute abend beim Tatort werde ich das Zuschneiden erledigen – unter Protest des Herrn Siebenhundertsachen, der Foliengeraschel beim Tatort gar nicht gern mag – besonders nicht, wenn es ein potenziell guter Tatort ist…

Die wirklich zahlreichen anderen Weihnachtskleidnäher_innen versammeln sich heute wieder auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog. Was für eine ambitionierte und inspirierende Runde. Danke liebe Katharina für die Organisation und sorgfältige Planung des Sewalongs.

Weihnachtskleid-Sew-Along Teil 1

Ich freue mich sehr, dass die sympathische Katharina – meine Knipmode-Schwester im Geiste – auch dieses Jahr wieder einen Sew-Along zum gemeinsamen Weihnachtskleidfabrizieren startet und moderiert. Sie ist damit auf dem Me made Mittwoch-Blog zu Gast und los geht es heute. Ich freue mich darüber einerseits sehr, weil ich solche befristeten, zielgerichteten Gemeinschaftsaktionen sehr gern verfolge. Es gibt jeden Sonntag viele tolle Blogposts zu lesen, man kann verfolgen, auf welch unterschiedliche Art und Weise verschiedene Näherinnen das selbe Ziel anstreben, sich inspirieren lassen und viel viel lernen. Andererseits ist es auch schön selbst mitzumachen. So ein Sewalong ist Ansporn und Motivation, verhilft zu Durchhaltevermögen und gibt Unterstützung bei Problemen. Das kommt mir gerade recht, denn bei meinen kleinen kurzen Nähzeitfenstern trotzdem an einem komplizierteren Projekt dranzubleiben ist nicht immer einfach. Da wirkt ein schneller Rock oder was flottes für den Minimensch dann gern mal attraktiver als ein langwieriges Kleid mit vielen Arbeitsschritten.

Ich habe in beiden vergangenen Jahren mitgemacht und dabei zwei farblich ähnliche aber ansonsten sehr verschiedene Kleider produziert.

2011 nähte ich Simplicity 7275, ein Schnitt, den ich sehr mag und ein Kleid, das mir einfach wunderbar gefällt. Ich habe es auch gern zu verschiedenen Anlässen getragen, z.B. zum Bloggerinnentreffen letztes Jahr und zu einer Emeritierungsfeier.
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2012 nähte ich Butterick 5639 und stellte bereits zum zweiten Mal fest, dass Butterick und ich weniger gut miteinander können, als Simplicity und ich. Das Kleid war auch einer meiner Versuche mit Romanit. Und einer der Gründe, warum ich das Material nicht mag. Ich habe auch dieses Kleid noch einige Male getragen, aber weit weniger gern als das von 2011.
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Es ist also klar: dieses Jahr wieder Webstoff. Und zwar diesen hier:
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Ein grau-petrolfarbiger karierter Woll-Viskose-Stoff. Ich finde ja Karo sehr weihnachtlich und ca. ab Mitte November befällt mich immer große Karosehnsucht (weshalb ich noch so 2-3 Stoffe in Karo da liegen hab) und ich besitze schon einige ganz schicke Karo-Winterkleider – allerdings alle eher Kategorie „Frau Dozentin“ als Kategorie „Viel essen und unterm Tannenbaum rumsitzen“. Der heilige Abend selbst wird bei uns – schon annähernd traditionell – mit Eltern, Schwiegereltern, Geschwistern und Partnern gefeiert. Gern auch noch Freundinnen oder Freunde, die an Weihnachten ansonsten keine große Feiermeute haben. Da kommen einige Leute im Wohnzimmer meiner Eltern zusammen und auch einiges an Essen auf den Tisch. Bequemlichkeit ist da ebenso wichtig wie Festlichkeit, denn große Teile der Bagage sitzen dann während der Bescherung auf dem Boden. An den Feiertagen werden wir uns, dem Minimensch zuliebe, weitere Familienbesuche wohl dieses Jahr klemmen – es muss also zumindest kein 2. Outfit her – puh. Denn meine Nähzeit ist derzeit nicht üppig und will auch noch für alltäglichere Kleidungsstücke genutzt werden.

Meine Anforderungen sind also: ein schickes Kleid aus Webstoff, das durch einen weiten Rock gut für den Bodenaufenthalt taugt und stillgeeignet ist. Schön wäre ausserdem, wenn es nicht allzu kompliziert wäre, denn Fehler und Sackgassen kann ich mir nicht leisten.

Stilleignung heißt – sofern man trotzdem schick und adrett aussehen und nicht einen Pulli mit Raffung unter der Brust tragen will – entweder geknöpft oder gewickelt. Natürlich ginge auch eine Kombi aus Rock und Oberteil, aber da bin ich störrisch, ich mag einfach am liebsten Kleider. Zur Auswahl stehen daher ein paar Schnitte, die ich alle im Vorrat habe:

Derzeit heißester Kandidat ist dieser Schnitt – ich müsste allerdings lange Ärmel konstruieren und auf jeden Fall ein Probeoberteil nähen, denn mit Wickelkleidern hab ich sehr wenig Erfahrung.

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Alternativ ein Hemdblusenkleid. Hier nähte ich gerade New Look 6587, liebevoll „der Putzkittel“ getauft und noch deutlich optimierungsfähig. Vorteil hier wäre, dass ich zumindest schon weiß, was mich erwartet.
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Dann käme noch das Cami-Dress in Frage, hieran mag ich, dass die Knopfleiste nur oben ist. Vom Putzkittel hab ich aber schon gelernt, dass ich besser keinen gekräuselten Rock möchte. Also Falten oder einen Tellerrock. Genug Stoff hätte ich wohl.
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Zuletzt besteht noch die abgefahrene experimentelle Idee, ein Kleid, das eigentlich aus Jersey und gar nicht echt gewickelt ist, nämlich das von mir schon zahlreich genähte Jurk aus der Knip 12/2011, aus Webstoff und mit einer Wicklung nur im Oberteil zu machen. Hier ist aber die Tonnenproduktionsgefahr sehr groß.

Wenn ich kein Stillkleid wollte, würde ich übrigens das aktuelle Lemmingkleid Nr. 1, Butterick 5951, auch bekannt als „Tina-Kleid“ nähen und ich vermute diesen Plan werden bestimmt noch einige andere Teilnehmerinnen des Sewalong haben, das geh ich doch gleich mal überprüfen.

Weihnachtskleid Sew Along – Finale

Kurz vor Toresschluss schlüpfe ich auch noch rein in die große Weihnachtskleidparade, die heute auf dem Me made Mittwoch-Blog stattfindet. Da ich schon bei meiner Familie bin, gabs keine Zeit für Fotos. Schöne Fotos reiche ich vielleicht noch beim Finale der Herzen nächste Woche nach. Aber jetzt Vorhang auf fürs Weihnachtskleid, vorm noch ungeschmückten Baum:
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Der Schnitt, zur Erinnerung, war dieser hier:

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Allerdings war unser Weg eher steinig. Zuerst hatte ich einen Weihnachtssack und erst nach rabiater Engermachung um insg. 6cm bis 8cm, wurde ein tragbares Kleid draus. Für den nötigen Schick sorgt das Satinband und das Paillettenband am Saum.

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Dadurch glockt der Saum auch sehr nett und das Kleid ist ein echtes Schwingkleid.

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Ich mag es nun sehr, wo es doch noch was geworden ist. Es hat Taschen und es ist sehr bequem.

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Nochmal die Fakten:

Schnitt: Butterick 5639
Größe 12, erheblich verschmälert
Stoff: Romanitjersey vom Stoffmarkt
Änderungen: Ausschnitt mit Wäschegummi abgeschlossen, dafür ungefüttert, verschmälert, Schrägband gesäumt, Oberteil verlängert, Träger gekürzt.
Schwierigkeitsgrad: schwieriger als ich dachte. Viele Schnittteile, viele Anpassungen

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Heute bloggt Katharina auf dem MMM-Blog, aber vorher hat sie uns in ihrem virtuellen Zuhause willkommen geheißen und diesen Sewalong initiiert. Liebe Katharina, das war ganz schön toll von dir! Danke!

Euch allen frohe Weihnachten mit schickem Kleid, tollem Essen und ganz viel Freude!