Weihnachtskleid-Sew-Along Teil 1

Ich freue mich sehr, dass die sympathische Katharina – meine Knipmode-Schwester im Geiste – auch dieses Jahr wieder einen Sew-Along zum gemeinsamen Weihnachtskleidfabrizieren startet und moderiert. Sie ist damit auf dem Me made Mittwoch-Blog zu Gast und los geht es heute. Ich freue mich darüber einerseits sehr, weil ich solche befristeten, zielgerichteten Gemeinschaftsaktionen sehr gern verfolge. Es gibt jeden Sonntag viele tolle Blogposts zu lesen, man kann verfolgen, auf welch unterschiedliche Art und Weise verschiedene Näherinnen das selbe Ziel anstreben, sich inspirieren lassen und viel viel lernen. Andererseits ist es auch schön selbst mitzumachen. So ein Sewalong ist Ansporn und Motivation, verhilft zu Durchhaltevermögen und gibt Unterstützung bei Problemen. Das kommt mir gerade recht, denn bei meinen kleinen kurzen Nähzeitfenstern trotzdem an einem komplizierteren Projekt dranzubleiben ist nicht immer einfach. Da wirkt ein schneller Rock oder was flottes für den Minimensch dann gern mal attraktiver als ein langwieriges Kleid mit vielen Arbeitsschritten.

Ich habe in beiden vergangenen Jahren mitgemacht und dabei zwei farblich ähnliche aber ansonsten sehr verschiedene Kleider produziert.

2011 nähte ich Simplicity 7275, ein Schnitt, den ich sehr mag und ein Kleid, das mir einfach wunderbar gefällt. Ich habe es auch gern zu verschiedenen Anlässen getragen, z.B. zum Bloggerinnentreffen letztes Jahr und zu einer Emeritierungsfeier.
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2012 nähte ich Butterick 5639 und stellte bereits zum zweiten Mal fest, dass Butterick und ich weniger gut miteinander können, als Simplicity und ich. Das Kleid war auch einer meiner Versuche mit Romanit. Und einer der Gründe, warum ich das Material nicht mag. Ich habe auch dieses Kleid noch einige Male getragen, aber weit weniger gern als das von 2011.
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Es ist also klar: dieses Jahr wieder Webstoff. Und zwar diesen hier:
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Ein grau-petrolfarbiger karierter Woll-Viskose-Stoff. Ich finde ja Karo sehr weihnachtlich und ca. ab Mitte November befällt mich immer große Karosehnsucht (weshalb ich noch so 2-3 Stoffe in Karo da liegen hab) und ich besitze schon einige ganz schicke Karo-Winterkleider – allerdings alle eher Kategorie „Frau Dozentin“ als Kategorie „Viel essen und unterm Tannenbaum rumsitzen“. Der heilige Abend selbst wird bei uns – schon annähernd traditionell – mit Eltern, Schwiegereltern, Geschwistern und Partnern gefeiert. Gern auch noch Freundinnen oder Freunde, die an Weihnachten ansonsten keine große Feiermeute haben. Da kommen einige Leute im Wohnzimmer meiner Eltern zusammen und auch einiges an Essen auf den Tisch. Bequemlichkeit ist da ebenso wichtig wie Festlichkeit, denn große Teile der Bagage sitzen dann während der Bescherung auf dem Boden. An den Feiertagen werden wir uns, dem Minimensch zuliebe, weitere Familienbesuche wohl dieses Jahr klemmen – es muss also zumindest kein 2. Outfit her – puh. Denn meine Nähzeit ist derzeit nicht üppig und will auch noch für alltäglichere Kleidungsstücke genutzt werden.

Meine Anforderungen sind also: ein schickes Kleid aus Webstoff, das durch einen weiten Rock gut für den Bodenaufenthalt taugt und stillgeeignet ist. Schön wäre ausserdem, wenn es nicht allzu kompliziert wäre, denn Fehler und Sackgassen kann ich mir nicht leisten.

Stilleignung heißt – sofern man trotzdem schick und adrett aussehen und nicht einen Pulli mit Raffung unter der Brust tragen will – entweder geknöpft oder gewickelt. Natürlich ginge auch eine Kombi aus Rock und Oberteil, aber da bin ich störrisch, ich mag einfach am liebsten Kleider. Zur Auswahl stehen daher ein paar Schnitte, die ich alle im Vorrat habe:

Derzeit heißester Kandidat ist dieser Schnitt – ich müsste allerdings lange Ärmel konstruieren und auf jeden Fall ein Probeoberteil nähen, denn mit Wickelkleidern hab ich sehr wenig Erfahrung.

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Alternativ ein Hemdblusenkleid. Hier nähte ich gerade New Look 6587, liebevoll „der Putzkittel“ getauft und noch deutlich optimierungsfähig. Vorteil hier wäre, dass ich zumindest schon weiß, was mich erwartet.
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Dann käme noch das Cami-Dress in Frage, hieran mag ich, dass die Knopfleiste nur oben ist. Vom Putzkittel hab ich aber schon gelernt, dass ich besser keinen gekräuselten Rock möchte. Also Falten oder einen Tellerrock. Genug Stoff hätte ich wohl.
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Zuletzt besteht noch die abgefahrene experimentelle Idee, ein Kleid, das eigentlich aus Jersey und gar nicht echt gewickelt ist, nämlich das von mir schon zahlreich genähte Jurk aus der Knip 12/2011, aus Webstoff und mit einer Wicklung nur im Oberteil zu machen. Hier ist aber die Tonnenproduktionsgefahr sehr groß.

Wenn ich kein Stillkleid wollte, würde ich übrigens das aktuelle Lemmingkleid Nr. 1, Butterick 5951, auch bekannt als „Tina-Kleid“ nähen und ich vermute diesen Plan werden bestimmt noch einige andere Teilnehmerinnen des Sewalong haben, das geh ich doch gleich mal überprüfen.

Weihnachtskleid Sew Along – Finale

Kurz vor Toresschluss schlüpfe ich auch noch rein in die große Weihnachtskleidparade, die heute auf dem Me made Mittwoch-Blog stattfindet. Da ich schon bei meiner Familie bin, gabs keine Zeit für Fotos. Schöne Fotos reiche ich vielleicht noch beim Finale der Herzen nächste Woche nach. Aber jetzt Vorhang auf fürs Weihnachtskleid, vorm noch ungeschmückten Baum:
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Der Schnitt, zur Erinnerung, war dieser hier:

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Allerdings war unser Weg eher steinig. Zuerst hatte ich einen Weihnachtssack und erst nach rabiater Engermachung um insg. 6cm bis 8cm, wurde ein tragbares Kleid draus. Für den nötigen Schick sorgt das Satinband und das Paillettenband am Saum.

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Dadurch glockt der Saum auch sehr nett und das Kleid ist ein echtes Schwingkleid.

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Ich mag es nun sehr, wo es doch noch was geworden ist. Es hat Taschen und es ist sehr bequem.

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Nochmal die Fakten:

Schnitt: Butterick 5639
Größe 12, erheblich verschmälert
Stoff: Romanitjersey vom Stoffmarkt
Änderungen: Ausschnitt mit Wäschegummi abgeschlossen, dafür ungefüttert, verschmälert, Schrägband gesäumt, Oberteil verlängert, Träger gekürzt.
Schwierigkeitsgrad: schwieriger als ich dachte. Viele Schnittteile, viele Anpassungen

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Heute bloggt Katharina auf dem MMM-Blog, aber vorher hat sie uns in ihrem virtuellen Zuhause willkommen geheißen und diesen Sewalong initiiert. Liebe Katharina, das war ganz schön toll von dir! Danke!

Euch allen frohe Weihnachten mit schickem Kleid, tollem Essen und ganz viel Freude!

Weihnachtskleid Sewalong Teil 4

Heute mittag war ich kurz davor, den Weihnachtskleidplan ad acta zu legen und lieber doch in der Jogginghose unterm Baum zu sitzen. Dieses Kleid will nicht, ich spür das.

Im Verlauf der Woche hatte ich das Oberteil und das Oberteilfutter genäht und angepasst. Durch die Prinzessnähte ging das anpassen ganz gut, allerdings war ich schon vom Sitz an der Puppe nicht so ganz überzeugt.

Auch ist zwar stable knits als Stoff mit angegeben, aber ich hatte dennoch den Eindruck, dass Schnitt und Stoff nicht recht zusammenpassen.

Nachdem ich so schonmal 18 der 32 Teile wegvernäht hatte, machte ich mich heute an das zusammennähen des Rocks. Das klappte danm exzellenter Anleitung und Markierungen recht flott, so dass ich schon am frühen Nachmittag Rock und Oberteil zusammensetzen konnte.

Tja und dann kam die Anprobe und das böse Erwachen. Das Kleid ist mit absoluter Sicherheit das am schlechtesten sitzendste Kleidungsstück, das ich je genäht hab. Es war am Rücken etwa 8 cm zu weit. An der Brust saß es zwar, das Oberteil war aber entschieden zu kurz und die Schulternaht saß auch etwa 4 cm unterhalb der Schulter. Außerdem ist das Teil für meine Begriffe zu kurz. Das Oberteil wird ja gefüttert und ich hatte es entsprechend mit Jersey gedoppelt. Der drehte sich aber entlang des ganzen Ausschnitts nach außen. Hübsch ist anders. Ich kann mir das ganze echt nicht erklären, ich habe wie eigentlich immer das vordere Oberteil eine Größe größer genommen als hinten und Rock und mich für hinten und Rock an Taillen- & Hüftmaß orientiert. Wo diese wallende Weite herkommt ist mir schleierhaft.

Mein erster Instinkt nach der Anprobe:

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Ab in die Ecke und her mit dem Kleid vom letzten Jahr.

Kurz ein wenig rumgewütet und mich selbst bemitleidet. Dann :

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… aufgetrennt.

Ich habe ein komplett neues verlängertes und angepasstes Oberteil zugeschnitten. Das wird jetzt nicht gedoppelt, stattdessem hab ich den Hals- und Ärmelabschluss mit Wäschegummi in schwarz gemacht.

Aus dem Rock hab ich am allen Nähten je 1cm rausgenommen, so dass der Rock nun 6 cm enger ist. Das Maß hat sich aus dem angepassten Oberteil ergeben.

Dies ist nun also der Status :

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Frau Puppe scheint es nun zu passen, für eine Probe an mir fehlte mir der Mut.

Noch zu tun: 1. Ausschnitt absteppen – dafür muss ich erst richtig richtig passendes Nähgarn besorgen. 2. Den Rock ca. 1cm höher setzen, da hab ichs mit der Verlängerung doch zu gut gemeint. 3. Träger hinten festnähen. 4. Säumen. Dafür werde ich, damit es nicht noch kürzer wird, ein Schrägband aus Satin nehmen. Das muss ich auch noch besorgen. Ich überlege noch, ob ich a) den oberen Rand der Taschen auch noch mit Schrägband versehen sollte und b) die Empirenaht mit einer Paspel betonen oder lieber nicht.

Ohne Sewalong wäre dieses Kleid ganz sicher still und heimlich beerdigt worden. So hab ich mich durchgebissen und denke, ich kann es zu einem guten Ende bringen. Irgendein Klimmbimm fehlt mir allerdings noch, aber ob ich dafür noch Zeit habem werde ist sehr fraglich.

Die meisten anderen sind ohne nennenswerte Katastrophen heute schon recht versöhnlich (beinahe) fertig. Das kann man bei Katharina bestaunen.

Weihnachtskleid-Sew Along Teil 3

Letzte Woche konnte ich nicht teilnehmen. Geburtstagsfeiereinachwirkung und Kaffeegäste haben mich effektiv gehindert am Weihnachtskleid zu nähen oder darüber zu bloggen. Aber in dieser Woche habe ich erste Schritte unternommen. Ich habe mich aufgerafft und den Schnitt kopiert, für mich die schlimmste Aufgabe. Vor allem musste ich feststellen, dass mein Traumschätzchen 13 Schnitteile hat. Ganz schön viel für ein ärmelloses Kleid ohne Kragen…

So sah der Abpaushaufen aus.
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Und so nach dem Ausschneiden.
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Dann hegte ich kurz Angst, der Stoff könne nicht reichen. Zwar hatte ich so viel, wie auf der Packung angegeben, aber diese ganzen vielen Teile, die man alle doppelt braucht, schienen mir irgendwie mehr zu sein als 1,6m. Gestern habe ich mich dann aber doch an den Zuschnitt gewagt und siehe da, passt alles:
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Und das ist auch mein derzeitiger Stand 32 hübsche Jerseyteile und eine zum Glück gut verständliche Anleitung warten darauf, dass ich mich heute nachmittag mit ihnen befasse.
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Danach werde ich hoffentlich zumindest ein fertiges Oberteil haben, bei den vielen Nähten hoffe ich, dass es sich gut anpassen lässt und verzichte daher auf ein Probeteil.

Alle Weihnachtskleidmitstreiterinnen versammeln sich heute wieder bei Katharina. Und ich hab schon einige vielversprechende Zwischenstände gesehen.

Weihnachtskleid-Näherei

Habt ihr schon gesehen? Auch dieses Jahr gibt es wieder einen Weihnachtskleid-Sew-Along. Die wunderbare Katharina vom Blog sewing addicted hat ganz spontan die Weihnachtskleider adoptiert und gibt uns nun in der Adventszeit ein ruhiges Plätzchen um unserem Hobby zu fröhnen und uns über das passende Outfit für’s Fest auszutauschen. Das ist ganz schön toll von ihr!

Ich hab total strebermäßig schon Schnitt und Stoff für mein Weihnachtskleid gehortet – aber ich freu mich trotzdem sehr auf Sonntag und die große Ideensammlung zum Weihnachtskleid-Sew-Along-Auftakt! Denn all diese Planungen und Ideen versetzen mich immer in ganz euphorisch-freudige Nähstimmung.

Vielleicht seid ihr noch unentschlossen oder schon fest auf Weihnachtskleid-Kurs? Schaut mal bei Katharina vorbei, sie hat sich einen sehr guten Zeitplan überlegt. Und auch wer bisher vielleicht noch nicht viel Kleidung genäht hat, oder noch nie ein Kleid, für den ist so ein Sew-Along eine tolle Motivation und Unterstützung, weil man ganz viele Ideen, Tipps und Tricks mitbekommt. Und natürlich muss nicht jede gleich ein Ballkleid nähen, es geht vielmehr darum, sich in der Adventszeit nicht nur schöne Sachen für andere zu überlegen, sondern sich auch selbst was gutes zu tun und sich ein schönes Outfit für untem Baum zu gönnen. Eins in dem man sich wohlfühlt und das genau zu den eigenen Vorstellungen passt. Also los jetzt: Alle mitmachen und am Sonntag gemeinsam mit uns Ideen entwickeln, gegeneinander abwägen, verwerfen und neue finden!

Nordpolexpedition meets Dinner-Einladung: Auftritt Kapuzenschal

Gestern im Fernsehen ein vorherrschendes Thema: Es ist verdammt kalt. Auch in vielen Blogs: Kälte, Kälte, Kälte. Ich dachte ich zeig mal, was ich heut so trage. Ich sah bisschen aus wie ein Brauereipferd auf Urlaub, wie ich ich heute morgen zur Bushaltestelle wankte. Zudem auch noch schwer bepackt. Warum? Ich muss heute erst büromäßig gekleidet sein (und das heißt in der Uni eigentlich: Alles ab Schlafanzug ist akzeptabel, schon Lederschuhe machen einen verdächtig und eine Bluse kann einen leicht fälschlich als Juristin ausweisen). Danach bin ich aber auf einem schicken Dinner zur Verabschiedung eines Professors eingeladen. Hinzu kommt natürlich, dass es so kalt ist, dass man eigentlich nur in Skiklamotten das Haus verlassen will (was im Büro stilmäßig völlig ok, aber zu warm wär).

Ich trage daher heute das Weihnachtskleid in der „casual am Nordpol“-Variante. Mit Thermoleggins und Stiefeln und einem dicken langen Cardigan drüber. Schlank ist anders… aber egal.

Damit keine Mütze meine Frisur ruinieren kann hab ich meinen Kopf heute in einem alten Schätzchen verhüllt, den ich euch schon lang mal vorstellen wollte. Der Kapuzenschal. Hier also Frau Siebenhundertsachen im the Dark-Lord-Look, inkognito inbegriffen.

Das Grundprinzip des Schals ist denkbar einfach. Es ist ein monsterlanger, breiter Schal (glatt rechts mit Bündchen an den Enden), der halb gefaltet und auf einer Länge von 30cm an einer Kante zusammengenäht oder gestrickt wird.

Ich habe den Schal vor einigen Jahren in einem einsamen Praktikum in Kiel gestrickt. Ich habe dabei die Kapuzennaht direkt mitgestrickt indem ich ab dem gewünschten Knick immer am Ende der Reihe in die Randmasche des schon gestrickten Stücks eingestochen und mitgestrickt und die überzählige Masche in der Rückreihe wieder abgenommen habe. Ist einfach und erspart das nähen, schönes wird’s außerdem.

Die Idee haben meine Schulfreundin L. und ich uns von einem uralten Schal abgeschaut. Ich kann das Konzept nur empfehlen. Es tut gute Dienste wenn man Jacken ohne Kapuze oder eine Mützenphobie hat.

Heute abend werde ich dann Cardigan und Stiefel von mir schmeißen und stattdessen Pumps und den zum Kleid gehörenden Loop anziehen und bin für’s schicke Restaurant gerüstet. Und jetzt: Vortrag üben.

Me made Mittwoch: Das Probekleid

Heute trage ich das Probekleid zu meinem Weihnachtskleid, also Simplicity 3673, in der ausgestellten Variante. Und es gibt auch endlich mal wieder ein Foto mit einigermaßen tragbarem Licht.

Ich finde, man sieht am Probekleid schön all die kleinen Schwächen, die ich beim Weihnachtskleid noch korrigiert habe, aber eben für das „Alltagskleid“ nicht alle angegangen bin.

  • Zum einen ist das Kleid im Rock zu weit, ich habe ja das Weihnachtskleid untenrum eine Größe kleiner zugeschnitten und noch enger gemacht. Beim Probekleid habe ich lediglich an den Seitennähten ein wenig nachjustiert. Unsere ehemalige Sekretärin würde sagen: „Naja, da haben Sie noch Platz für die Zukunft“ und in der Tat würde auch ein kleiner Babybauch reinpassen.
  • Dann sieht man hier ganz schön, warum ich beim Weihnachtskleid im Ausschnitt zwei Abnäher reinschummeln musste.
  • Ferner ist das Oberteil etwas kurz und wirft aber in der Mitte eine Querfalte, die habe ich beim Weihnachtskleid noch in die Naht geschummelt.
  • Außerdem habe ich das Probekleid, wie in der Anleitung vorgesehen, nur im Oberteil gefüttert. Und schon der Weg zur Arbeit hat mir gezeigt, dass das total dumm ist. Die rechte Seite des Rocks versuchte die ganze Zeit sich hinter meiner Handtasche zusammen zu wurschteln, während die linke Seite sich um mein linkes Bein wickelte. Ich fürchte, das ist dann jetzt der Anlass, mir endlich einen Unterrock zu nähen.
  • Ich bin auch mit der Gürtellösung nicht ganz zufrieden. Ich finde, das Kleid braucht, gerade mit dem zu weiten Rock, einen Gürtel. Ein Crash-Satin-Band, wie beim Weihnachtskleid, finde ich aber für den Alltag und zum Nadelstreifenstoff zu schick. Da weiß ich noch nicht so recht…

Trotzdem mag ich den Schnitt sehr und werde in Kürze (ähem) auch die schmale Variante mal ausprobieren. Jetzt werde ich mal in die heutige Modenschau bei Catherine einreihen und heute abend, nach dem Vorbereitungsgespräch zu meiner Disputation, entspannt die Bahnfahrt mit der Betrachtung schöner Kleider verbringen. Heute ist außerdem Tag eins einer langen  langen Phase ohne Zucker und Weißmehl, da kann ich jede Ablenkung brauchen.

Das Weihnachtskleid

Puh, geschafft! Es ist fertig! Schon seit Dienstag und es ist wunderwunderschön! Mrs Siebenhundertsachen really proudly presents:

(es gibt wirklich NIRGENDWO in unserer Wohnung auch nur einigermaßen ordentliches Licht heute…)

Simplicity 7275. Genäht in Kurzgröße, Oberteil um 3,5 cm verlängert, unten locker 10cm gekürzt.

Den Gürtel hab ich noch dazugenäht, weil ich fand, das passt gut. Leider war weder Satinband in passender Farbe noch ein schöner Gürtel aufzutreiben, also hab ich ihn genäht. Er ist aber leider etwas kurz.

Ich habe mit dem Gedanken gespielt, mir, so wie Catherine, einen passenden Loop zu nähen, der dann wie ein Kragen aussieht. Leider war dazu keine Zeit mehr und heute werde ich es auch nicht mehr schaffen. Ich bin nämlich (einzig) mit dem Sitz des Ausschnitts nicht gaaanz zufrieden.

Sehr stolz bin ich dafür auf den sehr gelungenen Schrägbandsaum.  Dank neuer Maschine ist der wirklich richtig exakt geworden. Der Unterrock ist übrigens mit schwarzer Spitzenborte gesäumt. Neckisch, sag ich euch.

Und dann noch schnell ein Blick auf meine Lieblingspumps, die zum Kleid passen als hätte man sie dafür erfunden!

Ich habe außerdem auch passenden Nagellack mit Glitzer (mein Mann war entsetzt ob dieses Anflugs von Tussi-Haftigkeit) erworben und in den letzten Tagen einige Stoffrosen nach dieser Anleitung gemacht, die dann mein Haar zieren können.

Jetzt aber husch husch in die Jeans und wenigstens etwas Ordnung und Sauberkeit vortäuschen. So ganz wird das nix mehr, denn heute war eine sehr wichtige Deadline für meinen Mann, die uns heute nacht bis vier Uhr wachgehalten hat. Und naja  „both of us can’t look good at the same time, it’s either me or the house.“

Ich freu mich, heute abend, nach Ankunft bei meinen Eltern eine ausgiebige Runde durch die Galerie der Weihnachtlichen Schönheiten bei Catherine zu drehen. Hier einen dicken dicken Dank für die grandiose Idee. Der Sew Along hat mich bei der Stange gehalten und darüber bin ich nun sehr froh! Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten, gut gekleidet seid ihr ja schonmal.

Weihnachtskleid-Sew-Along Teil 5: Panik? PANIK!

Jaja. Hochmut, Fall, wir kennen das…

Sagte ich nicht letzte Woche, es sei wirklich alles hervorragend on track und nur noch Reißverschluss und Saum? Tja, denkste… Reißverschlussannähen war dank neuem Maschinchen extrem easy-peasy. Saß gut, sah (bis auf ganz unten) passabel aus. So weit… Dann mal zur letzten Anprobe geschritten. Und was soll ich sagen: SITZT NICHT! VERDAMMT!

Ich hätte einfach mal machen sollen, was der Schnitt sagt. Oberteil verlängern und sonst alles nach Anweisung. Aber ich mal wieder gedacht, ich sei schlauer. Mir überlegt, die Taille hochzusetzen: DUMME IDEE! Und dann viel viel weggenommen: Auch dumme Idee. Im Ergebnis sah nämlich die höhere Taille irgendwie schwanger aus. Hinten ging der Reißverschluss genau bis auf den Hintern und rechts und links davon gab’s eine Beule. Mist.

Hier mein Kleid und ich bei der Krisensitzung:

Also hab ich nochmal den Schnitt rausgekramt, die Abnäher in Originallänge markiert und die Abnäher entsprechend verlängert, dass die Taille nun doch auf der Taille sitzt. Außerdem den Reißverschluss um 10 cm gekürzt.

Von hinten sitzt das ganze nun aber immernoch nicht. Da sind die Original-Abnäher zu lang und ich krieg einen „Kastenhintern“, gleichzeitig ist es an der Taille immernoch zu weit. Also nochmal den Auftrenner gezückt und die verlängerten Abnäher wieder aufgetrennt. Ich werde jetzt heute abend die Abnäher am Rücken in kürzer aber breiter nähen und dann hoffen, dass es dann sitzt, dann muss ich „nur noch“ säumen. Juhuu.

Ich hab allerdings, wie Catherine,  in der Tat auch noch anderes zu tun, was mich abhält:

1. Bügelwäsche (viel viel viel)

2. Alle Geschenke wollen noch verpackt werden.

3.  Es sind noch nichtmal alle Geschenke fertig gebastelt/genäht/gekocht.

Mal gucken wie groß die Panik unter den Weihnachtskleidnäherinnen so ist? Hier gehts lang.

Edit am Montag um 21 Uhr: HAHAHAHAHA, was ein paar cm an Abnähern ausmachen können. Der Kastenhintern ist Vergangenheit. Back on Track! Chacka!

Weihnachtskleid Sew-Along Teil 3: Zuschnitt

Heute gehts weiter mit dem Weihnachtskleid. Zur Erinnerung, ich nähe diesen Schnitt:

Die Fotos vom Stoff waren zwar nicht schön, finden sich aber hier. Pepita-Karo in Brombeer-Schwarz.

Ich habe bereits geahnt, dass ich das Kleid würde kürzen müssen und hatte mich ja bereits letzte Woche hier gefragt, ob ich dies wohl in der Taille tun sollte. Nachdem mir on- und offline hierzu geraten wurde, habe ich mich entschieden, eine höhere  Taille mal an einem Probekleid auszuprobieren. Ich bin also im Stoffladen gewesen, den Blick fest auf den Angebotstisch geheftet, nicht nach links und rechts geschaut und einen grauen Rockstoff mit feinen Nadelstreifen gegriffen.

Gestern gemütlich ans abpausen gemacht. Ich finde zuschneiden nicht schlimm, aber abpausen ist für mich Höchststrafe. Insbesondere mit flatterigem Mehrgrößen-Schnittpapier. Bah ekelhaft. Ständig muss man sich fürchten, man macht es kaputt. Aber da musste ich durch. Nach den Maßen auf dem Umschlag wäre 14 noch zu knapp gewesen. Ich kenne aber ja meine Figur und die Simplicity-Kalkulation schon ein bisschen. Und bei 1,5cm Nahtzugabe ist immer noch ein bisschen Spiel. Also hab ich mal 14 abgepaust.

Schon die „Anprobe“ sprich Anklebung der Folienschnitteile bestätigte meine Vermutung: 14 war so gut wie überall zu weit und das Rockteil auf jeden Fall zu lang, das Oberteil hingegen zu kurz (ein Problem das Catherine auch schonmal mit diesem Schnitt hatte). Ich habe, um nicht zu riskieren trotzdem 14 aus dem Probestoff zugeschnitten, das Oberteil aber gleich 1,5cm verlängert.

Dann habe ich Oberteil und Rock des Probekleids mit großen Stich geheftet und aneinander gesteckt. Zunächst mal war ich begeistert, denn das ganze saß schon ziemlich gut, nur viel zu lang und etwas weit. Ich bin aber froh, dass ich das Probekleid gemacht hab. Denn ich habe die Anleitung zum füttern des Oberteils jetzt schon 5 mal gelesen und es immernoch nicht gerafft und werde das also nun am Probekleid üben können. Außerdem konnte ich so eine Stunde lang vorm Spiegel rumhüpfen und den Rock mal kürzer mal länger mal höher mal tiefer anheften, bis ich mich für die perfekte Taille entschieden hatte. Dabei war es leider schon zu dunkel um Fotos zu machen. Wäre schneller gegangen, wenn ich eine Schneiderpuppe hätte, ich weiß…

Ich habe mich nun für folgende Änderungen entschieden:

1. Auf jeden Fall reicht Größe 12. (jippie!)

2. Das Oberteil habe ich nun um 2,5cm verlängert.

3. Ich nähe die Kurzgröße, wie im Schnitt abgetragen, falte die Taille aber nochmal 2cm höher und kürze außerdem am Rock unten 4cm. Wobei das zum Teil auch darauf zurückzuführen ist, dass ich das Kleid mit Samtband säumen möchte. Trotzdem ganz schön viel Kürzung, dafür dass ich mit 1,72m sicher nicht in die Zielgruppe „Kurzgröße“ falle.

4. Die Abnäher vorn müssen etwas nach außen versetzt werden.

5. Das hintere Oberteil ist zu breit. Weiß der Henker warum. Aber das mach ich nachher am fertigen Kleid.

Nachdem ich all das abgesteckt habe, hab ich das Probekleid vollständig wieder aufgetrennt und alles fein säuberlich auf die Schnittteile übertragen. Man was bin ich stolz auf mich… und weil ich jetzt so eine obersorgfältige Schneiderin bin, werde ich für die Markierung der Abnäher am echten Kleid dieses antiquierte Helferlein verwenden:

Aus dem Nähkästchen meiner Oma und mit diesem ererbt, die Midinette. Zum heften, durchschlagen und markieren. Von Fachleuten und Hausfrauen gleichermaßen geschätzt, wie die Packung verkündet. Die Anleitung verspricht:  „schneider-fachgerechte Schnittmarkierung“. Also los!

Viele weitere Zuschnitt-Einblicke, die man sonst selten bekommt, gibt es heute wieder bei unserer Sew-Along Gastgeberin Cat zu sehen. Da kann ich mir sicher noch ein paar Tipps holen!