Me made Mittwoch: Januarrock

Im Januar habe ich relativ viel genäht, das meiste allerdings für die Kinder, die beeindruckend schnell wachsen zur Zeit. Aber an dem Wochenende, an dem in Bielefeld die AnNÄHerung war, habe ich quasi virtuell mitgenäht und zwar diesen Rock, der schon sehr fest in meine Garderobe integriert ist:

Der Schnitt ist altbewährt, Burda 5/2012, diesmal ohne Knopfleiste und dafür mit rückwärtigem Reißverschluss. Bei Röcken ist mir selten nach Abwechslung. Ich Nähe Tellerröcke, manchmal mit Falten, Simplicity 2451 mal schmal und mal ausgestellt und halt diesen Burda-Rock, auch als der Lotti-Rock bekannt. Im Grunde brauche ich nicht mehr Schnitte, alle anderen Rockdesigns, die ich probierte wurden zu Schrankleichen oder sind zumindest nicht zur Wiederholung vorgesehen.

Bei diesem Rock lag die Herausforderung darin, die Streifenverläufe gut hinzukriegen. Da das Stück eigentlich nur ein Reststück von etwa 1,30m war, war das ziemlich sportlich. Hinten musste ich daher bei den seitlichen Rockbahnen Kompromisse machen. In den Mitten treffen die Streifen aber sehr schön aufeinander.

Der Schnitt eignet sich sehr gut für Streifen oder Karos, weil er einen angeschnittenen Bund hat. Das macht es einfacher, Musterverläufe gut zu verteilen. Und die Paspeltaschen bieten sich an um etwas Ruhe durch einfarbige Paspeln reinzubringen.

Der Stoff ist ein dicker Woll-Poly-Nadelstreifen von alfatex, er hat 3,90€/m gekostet und trägt sich super.

Der Rest des Outfits: Deer and Doe Plaintain, verschmälert und gekürzt aus Viskosejersey sowie ein Häkeltuch von Freundin L. nach dieser Anleitung. Und unten drunter ein neuer Unterrock, eigentlich für hellere Kleider im Frühling und Sommer: ein 3/4 Teller in doppelter Lage aus Futterstoff und Tüll mit Saum-Rüsche.

Katharina tanzt beim heutigen MeMadeMittwoch im Knipkleid vor und ich versuche mal noch schnell da reinzurutschen.

Der Morgenmantel

Natürlich war mein Morgenmantel auch zum Finale schon fertig. Aber zuerst hatte ich keine Zeit für Fotos und dann hatte ich einen anderen wichtigeren Blogpost einzuschieben. Nun will ich aber doch noch schnell kurz vor knapp auch am Finale bei Muriel teilnehmen.

Der Mantel ist wirklich sehr sehr zufriedenstellend geworden. Ich trage ihn fast täglich und er hält mich schön kuschelig warm beim ersten Tee und Kinder fertigmachen.

Ich habe den Schnitt B…. in Gr 12 genäht, obwohl ich laut Tabelle Gr. 16 gehabt hätte. Da aber alle anderen Schnitte, die ich je von Butterick genäht habe in Gr 12 kopiert waren, hab ich die einfach mal genommen. Selbst in der viel kleineren Größe musste ich noch die Schultern verschmälern und ich überschlage ihn auch weiter als vorgesehen- ein Knoten oder eine Schleife würde nämlich nicht mehr zwischen Vorderteil und Seitennaht passen.

Die riesigen Taschen in der Seitennaht sind super, besonders mit Dauererkältung…. Ich habe den Verschluss mit Bindeband gegen einen Verschluss mit Knöpfen und Schlaufen ersetzt.

Außerdem ist mein Mantel gefüttert, daher habe ich statt des angeschnittenen Beleges den Beleg einzeln zugeschnitten und mit den Futtermantel verstürzt. Am Ärmel habe ich eine Manschette statt eines umgeschlagenen Saums genäht. Die gesamte Vorderteilkante hat eine Paspel bekommen, das gibt der Kante auch mehr Stabilität.

Den Saum hatte ich erst gemeinsam für Außenmantel und Futtermantel durchgesteppt. Dann ist passiert was man auf den Bildern gut erkennen kann: der Crêpe hat sich sehr sehr krass ausgehängt, das Frotteefutter aber nicht so. Dadurch gab es über dem Saum dieses Beule. Also habe ich den Saum noch mal aufgetrennt und beide Lagen einzeln gesäumt. Nun kann der Crêpe von mir aus ins unendlich wachsen, wenn es sein muss.

Daran sieht man auch, dass der Mantel schon ein ziemlich großes Kleidungsstück für diesen Stoff ist. Die Schnittteile sind riesig und hängen sich entsprechend doll aus.

Ein weiteres Problem an dem Stoff ist mir leider erst nach dem Zuschnitt aufgefallen: er ist quer zum Fadenlauf bedruckt. Ich hatte vorher sehr doll geschaut, ob das Muster eine Richtung hat, war aber vollkommen auf die Richtung des Fadenlaufs fixiert. Erst bei der ersten Anprobe fiel mir dann auf, dass die Mehrheit der Kolibris nun am Mantel hoch- und runterfliegen. Das ist mir bei alfatex schon ein paar Mal aufgefallen, dass der Musterverlauf nicht zum Fadenlauf passt. Ich vermute es handelt sich bei diesen Stoffen um Reste aus der Modeproduktion, die für irgendeinen Kunden optimal für dessen Schnittteile/Zuschnitt bedruckt wurden.

Danke liebe Muriel für diesen Sewalong und deinen unermüdlichen Einsatz für die Nähnerd-Vernetzung! Nachdem das oben drüber nun zur Zufriedenheit erledigt ist, sollte ich mich nun mal um ein paar Schlafhosen kümmern…

Kennt ihr alle schon Muriels Podcast? Nein? Dann aber mal los!

Stillgarderobe: Das schlicht-edle Petrolkleid

Dieses Kleid hatte ich schon seit Monaten in Planung, aber dann kam solang was dazwischen, dass ich es jetzt erst Anfang Februar fertiggestellt und auf der Geburtstagsfeier der Drehumdiebolzeningenieurin erstmals getragen habe.

Der Schnitt ist aus der Knipmode 4/2016 und mein geschultes Auge erkannte gleich: das ist eine Abwandlung des Frau-Kirsche-Kleides (Knip 9/2011). Und zwar eine stilltaugliche Abwandlung, jucheee.

Als Stoff habe ich eine petrolfarbene Baumwollpopeline mit Stretch genommen, die ist von Fashion for Designers und ich hab die eigentlich für eine Bluse gekauft. Ich wollte aber ganz gern was aus dem Vorrat nehmen, und da alle winterfarbigen (sprich nicht-weißgrundigen) Baumwollstoffe, die ich fand Geschenke waren und ich die nicht für ein Experiment nehmen wollte, fiel die Wahl vollkommen untypisch auf einen einfarbigen Stoff. Entsprechend war der Zuschnitt Tetris für Fortgeschrittene, besonders da ich den Tellerrock des Frau-Kirsche-Kleides statt des schmaleren Rockes nehmen wollte. Auch die Wahl der Paspel Ton-in-Ton war vor allem dem Vorrat geschuldet. Eine Musterpaspel in petrol hatte ich nicht und eine Kontrastfarbe wollte ich nicht. Jetzt ist die Stoff-Paspel-Kombi ungewohnt schlicht für mich, aber gefällt mir in dieser edlen Anmutung sehr sehr gut.

So ganz direkt losnähen, wie gehofft, konnte ich nicht. Das Oberteil brauchte ein FBA und außerdem habe ich es seitlich in der Rundung an das Schnittteil des Frau-Kirsche-Kleides aus der Knip 9/2011 angepasst. Da schien mir das Schnittteil zu viel Stoff zu haben.  Die FBA-Mehrweite habe ich in den Falten untergebracht. Ich hätte, das sieht man auf den Fotos ganz gut, allerdings noch mehr in der Oberteillänge zugeben sollen. Da zieht die Brust etwas das Taillenband hoch.

Als ich das Kleid dann fast fertig anprobierte, stellte ich fest, dass es so gut sitzt, dass es auch  ohne Knopfleiste vorn nicht aufspringt. Und gleichzeitig sieht es ohne Knopfleiste viel weniger nach Kittel aus, als das Hemdblusenkleider üblicherweise tun. Kurzum beschloss ich, keine Knopfleiste zu nähen sondern nur innen einen kleinen Druckknopf anzubringen.

Im Endeffekt ist das Taillenband dieses Schnittes deutlich weniger gebogen als das des Frau-Kirsche-Kleides. Das werde ich bei einer nächsten Variante vielleicht noch mal ändern und das Taillenband des älteren Schnittes verwenden.

Sehr toll finde ich an dem Schnitt, dass er innen im Oberteil überall Belege vorsieht, dadurch sieht das Kleid auch von innen sehr schön aus.

Den Saum habe ich mit Schrägband verstürzt und dann von Hand umgenäht – wo es schon so edel aussah, wollte ich es dann nicht durch eine sichtbare Saumnaht entstellen.

Ich mag das Kleid sehr sehr und hoffe, dass ich es nach der Stillzeit entsprechend kleiner machen kann. Ich werde den Schnitt auch nochmal aus einem gemusterten Stoff nähen. Was ich allerdings erst fast am Ende sah und was sich mir überhaupt nicht erschließt: In der Anleitung steht, der Schnitt sei für Jersey. Aber er hat definitiv zu wenig negative ease um für Jersey zu sein, mit dem bisschen Stretch ist er super bequem aber auch aus nicht-stretchigem Stoff ginge er problemlos. Hmhmhm.

Lauch-Quiche

Seit ich Milch und Käse weglassen muss wegen der Allergie des Mikromenschen, sind Pizza und Flammkuchen leider leider vom Speiseplan verschwunden. Was noch ganz gut geht und auch gleichzeitig noch für Eiweiß sorgt ist Quiche. Deshalb entstehen hier quasi wöchentlich neue Varianten. Diesmal eine mit Lauch und Kräutern.

Für eine Quicheform von 28cm:

240g Mehl

90g Butter

1 Eigelb

1/2 TL Salz

Wasser

1 Stange Lauch

2 großeZwiebeln

2 EL gemischte Kräuter TK

8-10 getrocknete Tomaten (Soft, aus Öl oder vorgeweicht)

Optional 75g geriebener kräftiger Käse

4 Eier

125g Sahne oder Hafer cuisine

Rauchsalz

Salz

Pfeffer

Aus Mehl, Butter, Eigelb, Salz und einige EL Wasser einen geschmeidigen Mürbeteig kneten. Kalt stellen.

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Den Lauch und die Zwiebeln in Ringe schneiden und in Öl ohne Farbe andünsten.

Die getrockneten Tomaten in kleine Stücke schneiden.

Die Eier mit der (Hafer-)Sahne verrühren, die Kräuter zugeben und kräftig mit Salz, Pfeffer und Rauchsalz abschmecken.

Den Teig in einer gefetteten Form zu einem Boden ausdrücken, auch einen Rand hochziehen.

Das Gemüse auf den Teig geben, den Käse dazu und die Eiersahne darüber verteilen.

40 Minuten backen.

Mandarinenmarmelade

Letzte Woche tauchte in den Sonntagssachen die diesjährige Produktion an Mandarinenmarmelade auf. Ich mag sehr gern Zitrusfruchtmarmelade, gerade auch die leicht bittere Note, die durch die Schalen hineinkommt. Aber ich mag es gar nicht, auf Schalen zu beißen, weder haptisch noch geschmacklich. Zum Glück kann man ja beim Selbermachen alles genau so machen, wie man möchte.

Zutaten:

2kg Bio-Mandarinen/Clementinen/Satsumas (Kerne sind egal)

1kg Gelierzucker 2:1

Die Mandarinen heiß waschen und mit Schale achteln und in einen großen Topf geben. Den Zucker zugeben, gut durchrühren und 6-12 Stunden ziehen lassen.

Wenn das ganze gut Saft gezogen hat aufkochen und eine Stunde köcheln lassen. Am Ende sollte sich Saft und Fruchtfleisch weitgehend von den Schalen gelöst haben.

Nun gilt es, die Schalen und Kerne rauszunehmen. Dazu habe ich zwei Varianten erfolgreich getestet: a) Flotte Lotte. Durch das gröbste Blech der flotten Lotte geht das ganz hervorragend. b) Schaumlöffel&Durchschlag. Zuerst mittels Schaumlöffel die Schalen und Kerne abfischen. Dabei kommt noch recht viel Fruchtfleisch mit. Deshalb gibt man die Schalenmatsche dann noch in einen Durchschlag (wichtig kein Sieb, das ist zu fein).

Egal wie, am Ende ist hoffentlich das Fruchtfleisch in der Marmelade, die Schalen aber nicht. Aus Hygienegründen noch einmal aufkochen und in Gläser füllen.

Am besten auf Brötchen mit Salzbutter!

Quinoa-Frikadellen

Ich beklage hier und da und dort ganz gern, dass mein Feedreader immer langweiliger wird, weil viele geschätzte Bloggerinnen nicht mehr bloggen. Nun könnte man mich altmodisch und trotzig nennen, ich olle Instagram-Verweigerin. Aber ich schätze Blogs wirklich sehr als Wissenssammlung und Nachschlagewerk. Aber auch mein Blog schläft ja im Moment ein wenig vor sich hin, alle beide Blogs eigentlich. Daher – obacht – Neujahrsvorsatz: mehr bloggen. Was halt so da ist, diesmal ein Rezept.

Vegetarische Bratlinge kommen traditionell entweder aus Grünkern oder aus Gemüsepapp daher. Während ich Grünkernbratlinge sehr mag, sind mir diese (Convenience-)Gemüse-Patties, die in Mensen und Burgerketten als Frikadellen-Surrogat auftauchen ziemlich zuwider. Schön, dass Hülsenfrüchte und Scheingetreide auch noch gute Bratlinge-Basis sind.

Für etwa 3 Erwachsene:

100g Quinoa

100g Tofu

Einige EL Kichererbsen/Soja/Dinkel-Mehl

1 kleine Zwiebel

2 Eier

Harissa

Senf

Salz

Pfeffer

Gemüsebrühe

Quinoa mit der doppelten Menge Gemüsebrühe aufsetzen und sehr weich kochen.

Tofu fein bröseln, Zwiebel fein hacken, beides mit dem Quinoa mischen und kräftig würzen mit 1 TL Senf, 1 TL Harissa, Salz und Pfeffer. Wenn fertig abgeschmeckt, die Eier unterrühren und mit Mehl anbinden bis der Teig nicht mehr matschig sondern nur noch klebrig ist. Ich präferiere hier Kichererbsen- oder Sojamehl aber Maismehl oder normales weißes Mehl geht auch.

Öl in einer Pfanne erhitzen und Bratlinge darin bei mittlerer Hitze knusprig von beiden Seiten ausbacken.

Sonntagssachen 37/2016

Nach sehr spät ins Bett für alle war der Minimensch leider trotzdem zur gewohnten Zeit wach. Entsprechend alle eher träge. Frühstück ganz ohne Milchhörnchen. Eisblumen am Dachfenster. Komplexe Bahnkonstruktionen. Keksverzierung. Adventskalenderpäckchen ausgepackt.Zwei Kerzen angezündet. Ein ziemlich steberhaftes Kürbis-Karotten-Brot auf dem nagelneuen Pizzastein gebacken (und mir daran ein wenig den Rücken verhoben… Jaja. Lacht nur.)

Me made Mittwoch: Osterrock

Hallo in die mittwöchige Runde der schönen selbstgeschneiderten Bekleidung. Ich trug am Sonntag und gestern meinen neuesten Brot- und Butter-Rock, den Osterrock.
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Es handelt sich um Simplicity 2451 in einem dezent karierten grauen Wollstoff. Mit pinken Nähten an den Taschen und einem pinken Zierstichsaum. Den Saum könnte ich mir tatsächlich stundenlang verliebt anschauen, nee was find ich den tolimage

l.

Ich habe nach dem Schnitt im Herbst/Winter 2011/2012 insgesamt 5 Exemplare genäht, dreimal Variante C und zweimal Variante B. Dann nähte ich nochmal zweimal Variante C als Umstandsrock im Winter 2012/2013. Von diesen ganzen Röcken sind aber einige schon längst durch gewesen und so hatte ich zum Größenvergleich nur den allerersten Rock, den ich nach dem Schnitt nähte. Den hatte ich scheinbar seinerzeit enger gemacht, ohne das zu notieren, denn der jetzt nach den gleichen Folienschnittteilen aus sehr ähnlich dickem Stoff genähte Rock ist signifikant weiter als der erste. Ja nun. Ich versuche es mir dieses Mal zu merken…

Bis auf den etwas hüftigen Sitz bin ich aber sehr zufrieden. Außerdem habe ich damit ein recht kleines Reststück aus dem Stoffschrank erfolgreich wegverarbeitet. Mit Zuschnitttetris geht nämlich Variante C in Größe 14 auf unter einen Meter Stimage

off.

Der pinke Zierstich führt leider bei mir zum zwanghaften Versuch, nur pink dazu zu kombinieren, was dem eigentlichen Sinn eines grauen Rockes, dass er zu jedem einzelnen Teil meines Kleiderschrankinhaltes passt, recht deutlich entgegen steht. Glücklicherweise habe ich noch 1-2 pink-rote Jerseys herum liegen…

Aussagekräftige Fotos sind heute ein wenig Mangelware, da der Minimensch meine ohnehin nur zwischen Tür und Angel anberaumte Fotosession gehijackt hat.

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Beim Me made Mittwoch gibt es heute schon zum Teil recht frühlingshaftes zu sehen. Schaut doch mal vorbei!

Me made Mittwoch: Alt und warm

Heute trage ich, für einen langen Bürotag mit ein bisschen öffentlichem Auftritt, eins der ersten Kleider, die ich mir genäht habe. Es ist aus dem Winter 2011/2012 und ich trage es nach wie vor gern, aber selten.

 
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Das Kleid ist genäht nach dem Schnitt Simplicity 7275, ein Retro-Schnitt, den ich insgesamt 3 mal genäht habe, einmal mit weitem Rock und noch ein weiteres Mal mit schmalem Rock. Ich dachte auch immer, dass ich noch einige weitere Versionen nähen würde – aber dann kamen andere Schnitte dazwischen und ich schob das ganze auf. Ich mag den Schnitt nach wie vor sehr und trage die Kleider alle gern, auch wenn Kleider mit schmalem Rock einfach seltener aus dem Schrank dürfen, als Kleider mit weitem Rock.

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Dieses hier war die erste Version, und sehr vieles würde ich heute viel besser können, z.B. weiß ich jetzt, wie man ein ordentliches FBA macht, dass es meiner Hüfte nicht gut gefällt, wenn ich enge Röcke mit ihrem Futter verstürze und dass ich statt Kräuseln unter der Brust Falten oder Abnäher bevorzuge.

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Dennoch, ist das Kleid super, vor allem auch wegen des wirklich schönen und wollig warmen Stoffes, dessen tolle Farben hier in der Sonne erstrahlen:

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Meine heutige Tragevariante ist eher leger, meist kombiniere ich dazu eine Bluse, falls ich irgendwann mal meinen geplanten lila Blazer nähe, würde der auch dazu passen.

Heute gibt es auf dem Me made Mittwoch-Blog eine Gastbloggerin im kurzärmeligen Blumenkleid (brrrrr, kalt!) zu sehen. Und ich freu mich schon, dort vorbeizuschauen, wo sich allmitwöchlich, die Kleidungsnäherinnen der deutschsprachigen Blogszene ein Stelldichein geben. Wunderbarst moderiert und betreut von der Crew!

Me made Mittwoch: Kuscheldecke

 

IMG_20160203_093225909Geht es euch auch so, dass ihr es derzeit ausgesprochen ungemütlich findet? Ich jedenfalls hatte in den letzten Tagen oft, obwohl es ja eigentlich nicht kalt ist, das dringende Bedürfnis, mich sehr kuschelig einzupacken. Decke, warme Socken, Tee, Sofa. Bloß nicht raus in dieses nass-stürmische Grau des herbstesquen Winters. Gerade am Schreibtisch kroch mir da schonmal eine unangenehme Kälte in den Nacken. Igitt! Und so traf es sich gut, dass auf meiner #projektbrotundbutter-Abarbeitungsliste an nächster Position der Cardigan „Hope“ aus der La Maison Victor Sept-Okt 2015 stand. Der lag bereits seit Monaten zugeschnitten herum und wurde von mir in grandiosen 30 Minuten am Montagabend zusammengeoverlockt. Und stellte sich dann bei der ersten Anprobe als tragbare Kuscheldecke heraus. Tatsächlich hat das ganze mit einem Cardigan weniger Ähnlichkeit als mit einem komfortablen Schultertuch – nicht gerade meine ansonsten präferierte Silhouette aber momentan doch dann irgendwie genau richtig.

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Eigentlich sieht der Schnitt noch ein umlaufendes Bündchen und Ärmelbündchen vor – das würde vermutlich den Kuscheldecken-Eindruck etwas abmildern. Allerdings hatte ich dafür nicht genug von diesem wirklich tollen rauchlilanen Strickstoff von dem ich in irgendeiner Umnachtung nämlich nur 1,2m gekauft hatte. Ich habe ihn vor 2 Jahren im Alfatex-Winter-SSV erworben, da kaufte ich ca. 70m Stoff um mich für die Durststrecke nach der Elternzeit zu bevorraten, von denen ich heute noch zehre. Möglicherweise war er ein Reststück, konkrete Pläne hatte ich länger nicht. Für einen Nina-Cardigan reichte er nicht und so beschloss ich, es mal mit Hope zu versuchen. Ich musste bei der Armlänge etwas Kompromisse machen und Bündchen wären definitiv sowas von nicht mehr aus dem Stoff zu quetschen gewesen. Ich hatte dann zunächst Ärmelbündchen und Belege aus einem ebenfalls lilanen Crashjersey zugeschnitten, der auch schon länger lagerte. Als ich dann aber die großen Teile zusammengenäht hatte, fand ich die Farbe und pure Anmutung des ganzen so schön, dass ich einfach nur alle Kanten schmal umgeschlagen und abgesteppt habe.

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Aus den wirklich mickrigen Resten des Strickstoffs konnte ich noch genau Armstulpen zuschneiden, die ich nun bei Bedarf noch als zusätzliche Eskalationsstufe ergänzen kann, falls mir die halben Ärmel zu frostig sind.

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Sollte mir im Laufe des Tages warm genug sein – zum Beispiel nach adrenalingeladener Vorlesung – kann ich dann die Decke abwerfen und darunter versteckt sich ein weiteres #projektbrotundbutter-Teil, nämlich ein Shirt (!) im Paisleymuster (!), das blau, lila und türkis ist. Quasi quietschebunt also und kompatibel mit ca 50% meiner Röcke. Heureka. Der Jersey ist ein edler Markenjersey von Polytex aus Viskose, Baumwolle und Elasthan. Es handelte sich um ein Reststück von 63cm, das ich jetzt ein halbes Jahr lang jedes Mal aus der Restekiste meines lokalen Herzens-Stoffgeschäfts zog und ob des immernoch stolzen Preises zurücklegte. Für #projektbrotundbutter habe ich es dann jetzt doch gekauft und in ein Shirt vernäht. Der Schnitt ist Plaintain von Deer and Doe, allerdings nähe ich den stets abgewandelt: Ich nehme die Weite in der Hüfte und die Länge weg, das habe ich einfach von einem Kaufshirt, das gut saß abgenommen, auch das Armloch verkleinere ich leicht. Ich nähe 34 in den Schultern, 38 in der Brustweite und 36 an Ärmeln und Rücken. Aus Stoffmangel habe ich für dieses Shirt zudem die Arme etwas verschmälert und das Armloch weiter verkleinert, das ging weil der Stoff sehr dehnbar ist.

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Ich bin mit Shirt und Jacke sehr zufrieden und finde auch die für mich gewagte Kombi von drei (!) Farben durchaus stimmig. Vermutlich werde ich den Cardigan zuhause ständig tragen, weil er so schön flauschig ist. Unter dem Mantel ist er eher nicht ideal und zu weiten Röcken passt er auch nur mäßig – aber gut, was soll’s – hauptsachen warm!

Die wundervolle Karin zeigt heute meinen Liebling Anna in Lieblingsfarbe blau und mit einer Jacke, die im Gegensatz zu meiner kein unförmiger Sack ist. Wie schön!

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Der Vollständigkeit halber: Der Rock ist ein alter Bekannter. Der Blaurock, nach Knipmode 11/2012. Inzwischen mit neuem Bund und neuem Reißverschluss und ohne Bindeband.