Sonntagssachen 37/2016

Nach sehr spät ins Bett für alle war der Minimensch leider trotzdem zur gewohnten Zeit wach. Entsprechend alle eher träge. Frühstück ganz ohne Milchhörnchen. Eisblumen am Dachfenster. Komplexe Bahnkonstruktionen. Keksverzierung. Adventskalenderpäckchen ausgepackt.Zwei Kerzen angezündet. Ein ziemlich steberhaftes Kürbis-Karotten-Brot auf dem nagelneuen Pizzastein gebacken (und mir daran ein wenig den Rücken verhoben… Jaja. Lacht nur.)

Me made Mittwoch: Osterrock

Hallo in die mittwöchige Runde der schönen selbstgeschneiderten Bekleidung. Ich trug am Sonntag und gestern meinen neuesten Brot- und Butter-Rock, den Osterrock.
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Es handelt sich um Simplicity 2451 in einem dezent karierten grauen Wollstoff. Mit pinken Nähten an den Taschen und einem pinken Zierstichsaum. Den Saum könnte ich mir tatsächlich stundenlang verliebt anschauen, nee was find ich den tolimage

l.

Ich habe nach dem Schnitt im Herbst/Winter 2011/2012 insgesamt 5 Exemplare genäht, dreimal Variante C und zweimal Variante B. Dann nähte ich nochmal zweimal Variante C als Umstandsrock im Winter 2012/2013. Von diesen ganzen Röcken sind aber einige schon längst durch gewesen und so hatte ich zum Größenvergleich nur den allerersten Rock, den ich nach dem Schnitt nähte. Den hatte ich scheinbar seinerzeit enger gemacht, ohne das zu notieren, denn der jetzt nach den gleichen Folienschnittteilen aus sehr ähnlich dickem Stoff genähte Rock ist signifikant weiter als der erste. Ja nun. Ich versuche es mir dieses Mal zu merken…

Bis auf den etwas hüftigen Sitz bin ich aber sehr zufrieden. Außerdem habe ich damit ein recht kleines Reststück aus dem Stoffschrank erfolgreich wegverarbeitet. Mit Zuschnitttetris geht nämlich Variante C in Größe 14 auf unter einen Meter Stimage

off.

Der pinke Zierstich führt leider bei mir zum zwanghaften Versuch, nur pink dazu zu kombinieren, was dem eigentlichen Sinn eines grauen Rockes, dass er zu jedem einzelnen Teil meines Kleiderschrankinhaltes passt, recht deutlich entgegen steht. Glücklicherweise habe ich noch 1-2 pink-rote Jerseys herum liegen…

Aussagekräftige Fotos sind heute ein wenig Mangelware, da der Minimensch meine ohnehin nur zwischen Tür und Angel anberaumte Fotosession gehijackt hat.

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Beim Me made Mittwoch gibt es heute schon zum Teil recht frühlingshaftes zu sehen. Schaut doch mal vorbei!

Me made Mittwoch: Alt und warm

Heute trage ich, für einen langen Bürotag mit ein bisschen öffentlichem Auftritt, eins der ersten Kleider, die ich mir genäht habe. Es ist aus dem Winter 2011/2012 und ich trage es nach wie vor gern, aber selten.

 
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Das Kleid ist genäht nach dem Schnitt Simplicity 7275, ein Retro-Schnitt, den ich insgesamt 3 mal genäht habe, einmal mit weitem Rock und noch ein weiteres Mal mit schmalem Rock. Ich dachte auch immer, dass ich noch einige weitere Versionen nähen würde – aber dann kamen andere Schnitte dazwischen und ich schob das ganze auf. Ich mag den Schnitt nach wie vor sehr und trage die Kleider alle gern, auch wenn Kleider mit schmalem Rock einfach seltener aus dem Schrank dürfen, als Kleider mit weitem Rock.

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Dieses hier war die erste Version, und sehr vieles würde ich heute viel besser können, z.B. weiß ich jetzt, wie man ein ordentliches FBA macht, dass es meiner Hüfte nicht gut gefällt, wenn ich enge Röcke mit ihrem Futter verstürze und dass ich statt Kräuseln unter der Brust Falten oder Abnäher bevorzuge.

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Dennoch, ist das Kleid super, vor allem auch wegen des wirklich schönen und wollig warmen Stoffes, dessen tolle Farben hier in der Sonne erstrahlen:

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Meine heutige Tragevariante ist eher leger, meist kombiniere ich dazu eine Bluse, falls ich irgendwann mal meinen geplanten lila Blazer nähe, würde der auch dazu passen.

Heute gibt es auf dem Me made Mittwoch-Blog eine Gastbloggerin im kurzärmeligen Blumenkleid (brrrrr, kalt!) zu sehen. Und ich freu mich schon, dort vorbeizuschauen, wo sich allmitwöchlich, die Kleidungsnäherinnen der deutschsprachigen Blogszene ein Stelldichein geben. Wunderbarst moderiert und betreut von der Crew!

Me made Mittwoch: Kuscheldecke

 

IMG_20160203_093225909Geht es euch auch so, dass ihr es derzeit ausgesprochen ungemütlich findet? Ich jedenfalls hatte in den letzten Tagen oft, obwohl es ja eigentlich nicht kalt ist, das dringende Bedürfnis, mich sehr kuschelig einzupacken. Decke, warme Socken, Tee, Sofa. Bloß nicht raus in dieses nass-stürmische Grau des herbstesquen Winters. Gerade am Schreibtisch kroch mir da schonmal eine unangenehme Kälte in den Nacken. Igitt! Und so traf es sich gut, dass auf meiner #projektbrotundbutter-Abarbeitungsliste an nächster Position der Cardigan „Hope“ aus der La Maison Victor Sept-Okt 2015 stand. Der lag bereits seit Monaten zugeschnitten herum und wurde von mir in grandiosen 30 Minuten am Montagabend zusammengeoverlockt. Und stellte sich dann bei der ersten Anprobe als tragbare Kuscheldecke heraus. Tatsächlich hat das ganze mit einem Cardigan weniger Ähnlichkeit als mit einem komfortablen Schultertuch – nicht gerade meine ansonsten präferierte Silhouette aber momentan doch dann irgendwie genau richtig.

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Eigentlich sieht der Schnitt noch ein umlaufendes Bündchen und Ärmelbündchen vor – das würde vermutlich den Kuscheldecken-Eindruck etwas abmildern. Allerdings hatte ich dafür nicht genug von diesem wirklich tollen rauchlilanen Strickstoff von dem ich in irgendeiner Umnachtung nämlich nur 1,2m gekauft hatte. Ich habe ihn vor 2 Jahren im Alfatex-Winter-SSV erworben, da kaufte ich ca. 70m Stoff um mich für die Durststrecke nach der Elternzeit zu bevorraten, von denen ich heute noch zehre. Möglicherweise war er ein Reststück, konkrete Pläne hatte ich länger nicht. Für einen Nina-Cardigan reichte er nicht und so beschloss ich, es mal mit Hope zu versuchen. Ich musste bei der Armlänge etwas Kompromisse machen und Bündchen wären definitiv sowas von nicht mehr aus dem Stoff zu quetschen gewesen. Ich hatte dann zunächst Ärmelbündchen und Belege aus einem ebenfalls lilanen Crashjersey zugeschnitten, der auch schon länger lagerte. Als ich dann aber die großen Teile zusammengenäht hatte, fand ich die Farbe und pure Anmutung des ganzen so schön, dass ich einfach nur alle Kanten schmal umgeschlagen und abgesteppt habe.

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Aus den wirklich mickrigen Resten des Strickstoffs konnte ich noch genau Armstulpen zuschneiden, die ich nun bei Bedarf noch als zusätzliche Eskalationsstufe ergänzen kann, falls mir die halben Ärmel zu frostig sind.

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Sollte mir im Laufe des Tages warm genug sein – zum Beispiel nach adrenalingeladener Vorlesung – kann ich dann die Decke abwerfen und darunter versteckt sich ein weiteres #projektbrotundbutter-Teil, nämlich ein Shirt (!) im Paisleymuster (!), das blau, lila und türkis ist. Quasi quietschebunt also und kompatibel mit ca 50% meiner Röcke. Heureka. Der Jersey ist ein edler Markenjersey von Polytex aus Viskose, Baumwolle und Elasthan. Es handelte sich um ein Reststück von 63cm, das ich jetzt ein halbes Jahr lang jedes Mal aus der Restekiste meines lokalen Herzens-Stoffgeschäfts zog und ob des immernoch stolzen Preises zurücklegte. Für #projektbrotundbutter habe ich es dann jetzt doch gekauft und in ein Shirt vernäht. Der Schnitt ist Plaintain von Deer and Doe, allerdings nähe ich den stets abgewandelt: Ich nehme die Weite in der Hüfte und die Länge weg, das habe ich einfach von einem Kaufshirt, das gut saß abgenommen, auch das Armloch verkleinere ich leicht. Ich nähe 34 in den Schultern, 38 in der Brustweite und 36 an Ärmeln und Rücken. Aus Stoffmangel habe ich für dieses Shirt zudem die Arme etwas verschmälert und das Armloch weiter verkleinert, das ging weil der Stoff sehr dehnbar ist.

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Ich bin mit Shirt und Jacke sehr zufrieden und finde auch die für mich gewagte Kombi von drei (!) Farben durchaus stimmig. Vermutlich werde ich den Cardigan zuhause ständig tragen, weil er so schön flauschig ist. Unter dem Mantel ist er eher nicht ideal und zu weiten Röcken passt er auch nur mäßig – aber gut, was soll’s – hauptsachen warm!

Die wundervolle Karin zeigt heute meinen Liebling Anna in Lieblingsfarbe blau und mit einer Jacke, die im Gegensatz zu meiner kein unförmiger Sack ist. Wie schön!

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Der Vollständigkeit halber: Der Rock ist ein alter Bekannter. Der Blaurock, nach Knipmode 11/2012. Inzwischen mit neuem Bund und neuem Reißverschluss und ohne Bindeband.

Weihnachtskleidung

Dieses Jahr habe ich nicht beim Weihnachtskleid-Sewalong mitgemacht. Der Dezember war vollgestopft mit beruflichem Stress, Kita-Infekten und anderen Rückschlägen, dass ich annähernd alle Weihnachtsgeschenke und ein wenig Deko zusammenbekommen habe, erscheint mit rückblickend wie ein Wunder. Da wollte und konnte ich nichts kompliziertes oder auch nur planvolles mehr nähen. Dennoch hatte ich einen Weihnachtskleidungsplan in derHinterhand. Denn schon seit einigen Monaten wartete ein bodenlanger Wollrock aus Tartan auf Weihnachtsrotem Grund, den ich von meiner Schwiegermutter vermacht bekam, auf Umarbeitung. Und das war ein Projekt, das ich auch noch in den letzten Tagen vor Weihnachten meistern konnte. So gab es dann doch noch einen Weihnachtsrock. Und auch ein Weihnachtsoutfit für den Minimensch.

Der Karorock war lange Zeit das ‚festliche Outfit‘ meiner Schwiegermutter, zusammen mit einer weißen Bluse. Tatsächlich kannte ich ihn schon von Fotos von großen Feiern. Erstaunlicherweise war der Rock, den meine Schwiegermutter schon komplett aufgetrennt hatte, gar nicht so sehr wallend weit, wie man von Fotos gedacht hätte. Er bestand aus vier Bahnen und hatte keinen Bund, war oben nur verstürzt. Aus der Weite des unteren Saums konnte ich gerade so einen 1/3-Teller rauskriegen, das Futter war sogar noch schmaler und ich konnte keinen ausreichend weiten Futterrock für meine Hüfte rausbekommen ohne stückeln.
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Ich habe meinen Standard-Tellerrock-Schnitt benutzt und den Formbund von Simplicity 2451. Da ich das Muster für Bund und Rock schräg zum Fadenlauf hatte (sonst hätte es nicht gepasst), habe ich es mit einer Paspel abgesetzt. Gesäumt mit Schrägbanimage

Da ich den Saum aber erst am ersten Feiertag morgens fertig bekommen habe, trug ich am heiligen Abend für unser Kernfamilienweihnachten zu dritt mein Weihnachtskleid 2011. Am 1. Feiertag zum Großfamilienweihnachten dann den Rock mit blauem Pulli und meinem neuen Nina Cardigan in Weihnachtsrot, aus feinem Walk, auch von meiner Schwiegermutter. image

Das Fest verließen wir recht übereilt mit fiebrigem Minimensch, so dass der Rock bequem am 2. Feiertag zum Schwiegermutterbesuch nochmal zum Einsatz kam. image

Am ‚3. Feiertag‘ den wir beim Brunch mit Eltern und Geschwistern bei uns verbrachten, trug ich dieses Jerseykleid.image

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Vorn

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Hinten

Weil ich beim Post dazu gefragt wurde, wie ich das Füttern gemacht habe: hier ein Foto von innen.

Und der Minimensch trug dieses Ensemble

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Me made Mittwoch: anNÄHerungskleid

Endlich endlich endlich, kann ich auch mein AnNÄHerungskleid zeigen. Es war ja in Bielefeld eigentlich bis auf die Knöpfe fertig geworden. Die Knöpfe hat Nina mir auch recht schnell geschickt (DANKE!!!), aber dann fehlte erst Zeit und Muße mir ihre Position zu überlegen und sie anzunähen und danach war ich krank und daher nicht dazu aufgelegt das Kleid zu tragen oder gar Fotos zu machen.
Am Montag war es endlich soweit und das anNÄHerungskleid durfte zum ersten Mal ins Büro:IMG_20150209_094409

Es handelt sich um Simplicity 2403, ein Kleid, das ich wirklich schon ewig nähen wollte. Der Schnitt, den man in Deutschland leider nicht kaufen kann, war schon vor langer Zeit als Leihgabe bei mir und ich hatte ihn auch kopiert, dann aber immer angesichts der recht zahlreichen (23!) Schnittteile immer wieder zur Seite gelegt. Da ich aber wusste, dass ich in Bielefeld würde konzentriert und am Stück daran arbeiten können und mindestens zwei Ratgeberinnen zugegen sein würden, die das ganze schonmal umgesetzt hatten, bot sich hier die passende Gelegenheit.

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Ich habe mich mit dem Kleid recht weit aus meiner Comfortzone begeben. Zunächst mal ist braun schonmal nicht meine Farbe. Mir steht nur exakt dieser eine Braunton, und der auch nur so okeish. Ich finde allerdings die Kombi braun-türkis sehr hübsch und wollte deshalb gern ein solches Kleid. Aber vermutlich greife ich nicht unbedingt zu diesem Kleid, wenn es unkompliziert und schnell gehen muss.

Auch ist der schmale Rock für mich vollkommen ungewohnt. Ich habe schmale Röcke bisher nur an Etuikleidern. Die weniger Bleistiftkleider und -röcke, die ich besitze trage ich eigentlich nur zu schicken Anlässen, als Verkleidung quasi. Richtig zuhause fühle ich mich darin nie. Es reizte mich, das ganze auszuprobieren (ich habe sogar in Bielefeld auch noch einen Bleistiftrock genäht) aber auch hier gilt: nichts, das mir natürlich in die Hand fiele, sollte ich ein typisches Kleidungsstück auswählen.

Nichtzuletzt ist der auffällige Kragen sicher nichts für jeden Tag, da muss man schon auch in der Laune sein, ein solches Kleid, das immer leicht nach Stewardessen-Uniform aussieht anzuziehen, find ich.

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Nun erstmal zum Kleid an sich: Ich habe einen braunen Stretchstoff gewählt, der bei – ich glaube – buttinette als „Hosenstretch“ verkauft wurde und im Angebot war. 97% Baumwolle, 3% Elasthan, das erschien mir bei einem engen Rock ratsam. Die Paspel ist Satinpaspel, als petrol bestellt, türkis bekommen, ein altbekanntes Problem. Aber gut, ich mag ja auch türkis. Der Stoff schnitt und nähte sich gut, fusselt nicht, lässt sich gut bügeln und hat eine angenehme Dicke für winterliche Baumwollkleider. Ich habe den Rock gefüttert, mit Resten vom Mantelfutter und das innere Taillenband und die Taschen – rebellisch wie immer – aus Punktestoff zugeschnitten. IMG_20150209_094352

Frau Drehumdiebolzeningenieurin hatte mich bereits gewarnt, dass das Oberteil eher knapp ausfällt und in der Tat habe ich die Oberteil-Stücke um ca. 2 cm weniger weit überlappen lassen, als vorgesehen – weswegen die doppelreihige Knöpfung auch nicht mehr hinhaute. Auch das Taillenband musste ich verlängern, und zudem – das hat mich in Bielefeld viel Arbeit gekostet – um die Hüfte ganz ordentlich die Nahtzugaben rauslassen. Zuhause habe ich dann festgestellt, dass bei meinen anderen engen Röcken die Hüftrundung einfach etwas weiter unten ist, als dieser Schnitt vorsieht.   Ich würde beim nächsten Mal wohl um die Brust und Hüfte eine Größe größer wählen als für den Rest. Den Rock habe ich um 2 cm verlängert und 2 cm weiter eingestellt. Die im Schnitt vorgesehenen Puffärmel habe ich durch Tulpenärmel ersetzt. Wie das geht hat Lotti mir geduldig erklärt. Danke! IMG_20150209_094605

Bei der Anpasserei habe ich übersehen, dass ich –  zur Hohlkreuzkorrektur – das hintere Taillenband zwar verschmälert, dies aber an der Reißverschlussseite nicht hatte auslaufen lassen. So treffen sich die Paspeln am Reißverschluss nun nicht so wirklich. Ich sag da dann jetzt Kunst dazu. Ich habe die Knöpfe einfach durch alle Stofflagen hindurch aufgenäht, öffnen würde ich sie – dank Reißverschluss – ja doch nie. Ich habe auch den Ausschnitt, um ungewünschte Einblicke zu vermeiden, mit der Hand etwas zugenäht.

Nach dem ersten Tag tragen kann ich recht sicher sagen, dass ich das Kleid zwar schon mag. Allerdings ist es sehr sehr ungewohnt. Der enge Rock kommt mit meinem weit ausholenden Gang nicht so gut zurecht, obwohl der Rock dank Stretch sehr bequem ist, bin ich befremdet, wenn das typische Rock-Schwingen fehlt. ich finde auch, dass die Falten im oberen Rock, die ihn von vorn sehr hübsch machen, in der Seitenansicht ein wenig am Bauch auftragen. Auch der Kragen, so schön er ist, verleitet mich etwas zum zuppeln und er liegt auch wirklich manchmal recht komisch. Dicker Pluspunkt sind natürlich die hübsch gelösten Taschen.

Ich besitze leider keine passende Strickjacke. Als ausgewiesen langsamste Strickerin der Welt war es mir bisher noch nicht möglich, eine türkise Strickjacke zu produzieren. Immerhin habe ich aber gleich zwei farblich exakt passende Schulterwärme-Dingse. Das eine davon, ein Schultertuch ist recht neu. Es handelt sich *tusch* um mein Sommer-Projekt 2014, das im Januar fertig wurde (ja, wirklich!). Ein Schultertuch, das aber ordentlich Substanz hat. Denn Lace-Stricken macht mich fertig, mit so dünnen Fädchen rumhampeln liegt mir nicht. Daher habe ich bei ravelry nach der Garnstärke gefiltert (Nadelstärke 4,5 – bei mir dann 4, ich stricke lose) und mir dann die einfachste Anleitung rausgesucht. Das war diese. Kuura. Ich bin sehr zufrieden, strickte sich gut und interessant, wurde wie erhofft und gefällt mir gut. So sieht das ganze dann aus:

 

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Heute tanzt Frau Exclamation Point beim Me made Mittwoch vor. Ihr Blog ist jetzt schon meine Entdeckung des Jahres!

Me made Mittwoch – Weihnachtsoutfit

Ich habe heute einen home office Tag und trage (und zeige) mein Weihnachtsoutfit, das ich noch gar nicht verbloggt habe. Für ein Weihnachtskleid war Ende des letzen Jahres keine Zeit und Lust da, aber einen weihnachtlich-roten Rock habe ich mir im Dezember schnell genäht und auch am Heiligabend getragen.
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Ich mag rote Kleidung eigentlich sehr gern, als Kombifarbe zu rot fällt mir aber immer nur grau und schwarz ein. Ich bin ja eigentlich grundsätzlich eher monochromatisch gekleidet, finde das aber manchmal schade. Dabei passt auch marine und lila sehr gut zu rot. Daher hab ich mir ein passendes blaues Punkte-Shirt genäht, damit ich mich erinnere, nicht immer nach einem schwarzen zu greifen, wenn ich zukünftig diesen extrem alltagstauglichen, kuschelig warmen und schönen roten Rock trage.
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Der Rock ist wirklicht nichts besonderes. Mir war dieses Jahr zu Weihnachten sehr viel mehr nach Entspannung denn nach Glitzer. Ein halber Teller nach eigenem Schnitt ist da eine sichere Bank. So lebt der Rock vom tollen Stoff. Ein dicker Wollstoff mit schräg verlaufendem Webmuster, der bei Alfatex „Shetland-Wolle“ heißt. Lotti hat bei der Annäherung aus dem gleichen Stoff in tieforange einen gar traumhaften Mantel genäht. Ich habe meinen Meter für 8,90 Euro im Herbst gekauft, als ich auch den Stoffwechsel-Stoff für Constance ausgesucht habe und fand ihn schon da sehr weihnachtlich. Kombiniert habe ich ihn mit einem rot-gemusterten Patchworkstoff und blauem Schrägband am Saum.
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Das Shirt ist nach meinem Standard-Shirtschnitt, einer sehr stark angepassten Variante, des Deer-and-Doe-Plaintain-Tops. Ich habe den Schnitt mit gut sitzenden Kaufshirts verglichen und danach das Armloch verkleinert, die Taille verschmälert und es insg. gekürzt. Der Stoff ist von stoffkontor.eu – ein Baumwoll-Stretch-Jersey, der sich sehr angenehm trägt.
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FrauCrafteln zeigt heute auch ihr Weihnachtskleid, das sich auch als Alltagsheld entpuppt hat und auch rot ist, na sowas. Ich grüße fröhlich hinüber, schicke euch alle zur MeMadeMittwoch-Seite und Bestaunung der selbstgenähten Outfits des heutigen Tages und gehe dann mal zurück an den Schreibtisch.

Wintermantel – endlich fertig

Auf den aller allerletzten Drücker kommt mein Wintermantelpost. Der Mantel ist seit einer Woche fertig, ich habe ihn jeden Tag getragen und auch schon am Montag Fotos gemacht. Leider fehlte mir dann entschieden die Zeit, einen ordentlichen Beitrag dazu zu verfassen.

Hier ist er erstmal:
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Wie man sieht, fehlt noch der Gürtel. Den habe ich schon zugeschnitten, als ich den Mantel das erste Mal trug und einen ’normalen‘ Gürtel darüber, hab ich mir aber überlegt, dass ich lieber einen Gürtel mit Schnalle dazu hätte anstatt einen geknoteten, wie vorgesehen. Eine erste Suche nach einer passenden Schnalle war aber nicht erfolgreich. Alle zu klein. Mein Gürtel wird 7cm breit, da finden sich nicht viele Schnallen. Solang trage ich den Mantel so wie hier mit farbigem Gürtel oder auch ganz ohne Gürtel. Das geht auch hervorragend, denn er sitzt gut. Es gibt eine leichte Falte vorn an der Schulter, die wäre wohl weniger ausgeprägt, hätte ich nicht vergessen, die schon zurecht gelegten Schulterpolster auch einzunähen. Außerdem fällt die vordere Kante komisch, weil ich eine Kurve reingenäht hab. Das trenne ich noch mal auf und begradige das.
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Ansonsten bin ich mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Ich finde das weite Rockteil super, auch wenn es durch die Wattierung jetzt so wirkt, als hätte der Mantel ein Petticoat, das ist eigentlich cool. Er ist auch wundervoll warm. Bei den derzeitigen Temperaturen von um 5 Grad fast noch etwas zu warm. Da macht auch die Winddichtigkeit viel aus, denke ich.
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Am Anfang, als ich den Schnitt gerade ausgesucht hatte, war ich nicht sicher, ob ich diesen kleinen Stehkragen praktisch finden würde. Er ist aber sehr gut. Wenn es ganz warm sein soll, wickel ich den Schal außen rum. Aber mit einem normalen Schal/Halstuch und offenem Kragen geht es auch ganz gut und es weht nicht rein.
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Ich bin sehr erleichtert, dass er fertig und gut ist, denn das nähen war wirklich nicht schön. Da ich den Außenmantel anprobieren und ggf auch trennen können wollte, habe ich Windstopper und Thinsulate nicht als eine Lage mit dem Außenstoff, sondern als eine Lage mit dem Flutschfutter verarbeitet. Das war maximal ätzend, denn das verrutschte dauernd und ist insgesamt auch recht krumpelig geworden. Beim nächsten Mal würde ich das anders machen. Von innen bin ich mit dem Mantel deshalb auch nur so semi zufrieden. Aber gut, ich musste auch wirklich kämpfen, denn neben meiner Nähmaschine steht recht nah schon die Overlock und Platz um das Riesenmantelgerät mit seinem voluminösen Innenleben gescheit zu rangieren ist da einfach nicht. Entsprechend bin ich ganz froh, dass überhaupt alles zusammen hängt und hält. Und wärmt. Und gefällt.
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Ich habe für den Mantel schon sehr viel Lob bekommen und bin in der Tat auch selbst sehr angetan. Allerdings brauche ich jetzt auch erstmal eine ausgedehnte Mantelpause. Irgendwann im Sommer setz ich mich dann vielleicht mal an eine Jacke. Vorher gibt es nix mehr mit Funktionsfütterung oder so. Nee, da brauch ich jetzt erstmal viele Kleider, Röcke und evtl. ein Kostüm als Erholung.
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So, und jetzt noch ein großer Dank an Chrissy und Frau Dreikah, die uns alle zusammengebracht, organisiert, angetrieben und bei der Stange gehalten haben. Und ein herzlicher Gruß an alle, die genauso kämpfen mussten wie ich.
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Und Detailbilder:
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Me made Mittwoch: Halb-Kostüm

Heute war mein letzter Einsatz im Zweitjob im Rheinland. Da ich dafür unmenschlich früh aufstehen muss, war mir sehr nach warm und kuschelig, Jogginganzug oder so. Da aber Prüfung war und ich dummerweise die Prüferin, habe ich mich dann doch für ein etwas förmlicheres Outfit entschieden.
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Der Rock ist genäht nach dem gleichen Schnittmuster wie mein Wahlsonntagsrock. Allerdings aus einem dicken Köperstoff mit Elasthan. Er sitzt deshalb schlechter, denn er rutscht, ist aber sehr bequem. Dazu trage ich einen gekauften Rolli und ein sehr geliebtes Kaufjackett. Dieses Jackett hat mir gezeigt, dass es auch Jacketts gibt, die mir stehen. Und mein geheimer Plan ist, eine verbesserte Kopie davon in mehreren Farben zu nähen. Denn leider ist weder der Grauton noch der Satinkragen so richtig brilliant zu kombinieren. Zu diesem Rock (und auch zum Wohlsonntagsrock) geht es aber gut.

Die beiden Röcke nach diesem Schnitt gehören zu den Alltime-Favorites in meinem Kleiderschrank. Obwohl mir diese leichte A-Linie gar nicht soooo sehr gut gefällt. Aber sie sitzen gut, kombinieren sich gut und sind beide dank außergewöhnlichem Stoff besonders.
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Heute Nachmittag habe ich das Jackett gegen einen Wollpulli und eine Kochschürze getauscht und war auch zum Plätzchenbacken passend angezogen.

In der Hand halte ich übrigens meinen Wintermantel, der fertig, warm und flauschig ist, den ich auch schon fotografiert aber noch nicht verbloggt habe. Kommt! Hier ein erster Eindruck:
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Frau Crafteln zeigt heute das erste Ergebnis ihrer Suche nach der Hosenweisheit. Da ziehe ich tief den Hut, das würde ich mir nicht zutrauen. Mit FrauCrafteln hab ich heute auch die Autofahrt verbracht, zumindest als Podcast – Habt ihr bestimmt alle schon gehört, oder?

Schnitt Rock: Knipmode Januar 2013
Änderungen: Eingriffstaschen von einem anderen Rock dazu konstruiert, vorderes Rockteil im Bruch statt mit Teilungsnaht, gefüttert
Schnitt Mantel: Butterick 5966, Änderungen: mit Thinsulate und Windstopper-Zwischenlage gefüttert.

Me made Mittwoch: müde

Die Drehumdiebolzeningenieurin schrieb letzte Woche sehr treffend und persönlich, dass es Tage gibt, an denen man die Kleidung als Rüstung braucht. So ein Tag ist heute. Mein Körper hat, nachdem ich schon deutlich zu spät ins Bett gegangen bin, beschlossen, dass Schlaf nach 4 Uhr überbewertet ist, entsprechend bin ich heute deutlich unter Betriebstemperatur. An solchen Tage wünsche ich mir Kleidung, die hübsch genug ist, dass sie mir zusammen mit Schminke den Eindruck zu vermitteln im Stande ist, ich sei wach(er), zeitgleich sollte sie aber so kuschelig, warm und weich wie mein Bett sein.
Eine gute Rüstung für mich ist petrol, die Farbe steht mir sehr und mindert damit schonmal den Leiche-Gesamteindruck etwas. Wichtig ist außerdem ein kuscheliger Schal und ein weiter Rock. Da habe ich heute morgen zielsicher zum Lotti-Gedächtnisrock, petrolfarbiger Strickjacke und einem schönen Schal mit Punkten gegriffen, den ich zum Geburtstag bekommen hab. Bequem, nicht zu auffällig, Wolle und weich. Eine gute Rüstung an einem lausigen, müden Tag.
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Wir hatten heute erstmals ein kleines bisschen Schnee und sehr eisigen Wind, da musste dann auch die Woll-Bermesenzer noch unter den Unterrock. Brr.
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Claudia zeigt auf dem MMM-Blog heute eine gefütterte Luxus-Hose, das wär auch eine gute Rüstung.