Weihnachtskleid-Sew-Along: Finale 2013

Tatsächlich habe ich es geschafft und mein Weihnachtskleid ist schon seit Donnerstag fertig. Dieses Jahr war das nähen eine echte Herausforderung, weil ich immer nur am Abend hier und da 30 Minuten daran gearbeitet habe, aber auch, weil ich ein stillgeeignetes Kleid nähen wollte, das trotzdem weihnachtlich, gefüttert und nicht aus Jersey ist. Ich hatte noch nie vorher ein Wickelkleid aus Webstoff genäht und musste das Oberteil auch recht umfangreich anpassen. Außerdem musste ich mir ein Futter ausdenken, da der Schnitt für ein Sommerkleid ist, mein Oberstoff aber leicht kratzig. Aber genug der Vorrede, hier erstmal das Kleid. Tadaaaa.

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Im Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Zwar sieht man der Paspel aus der Nähe etwas an, dass ich sie 3mal heraustrennen musste, bis das Taillenband gerade eingenäht und die Paspel annähernd überall gleich breit war, aber das kann ich verschmerzen.

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Ich habe das Oberteil gefüttert, nicht jedoch die Ärmel, Oberstoff und Futter sind an der Schulternaht als eine Lage verarbeitet. Das Futter des Oberteils habe ich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, weil der Oberstoff stretchig ist. Entlang der Ausschnittkante habe ich einen Streifen Einlage aufgebügelt und den Ausschnitt mit Schrägband eingefasst.

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Das Rockfutter endet etwa eine Handbreit nach innen versetzt, damit es nicht rausblitzt, wobei ich im Nachhinein gedacht habe, ich hätte auch nur die innere Rockbahn füttern brauchen.

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Ich habe den Rock gut 10cm gekürzt. Hätte ich mir das vorher klar gemacht, hätte ich den Rock vielleicht mit schrägem Karoverlauf zugeschnitten, was in der ursprünglichen Länge nicht passte.

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Gesäumt habe ich den Rock mit Schrägband als Saumband, wie hier erklärt, die Ärmelsäume sind mit Schrägband eingefasst.

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Passender Schmuck ist hier reichlich vorrätig, gehört doch Petrol zu den Säulen meines Kleiderschranks. Wenn der Minimensch an Heiligabend im Bett sein wird, werde ich diese Kette und diese Ohrringe anlegen, die ich letztes Jahr von Freundin L. zu Geburtstag und Weihnachten bekam. Passen perfekt, oder?

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Ein paar der Weihnachtskleider habe ich mir schon angeguckt und freue mich sehr darauf hier alle Festkleider zu bestaunen. Danke liebe Katharina für die Organisation des diesjährigen Sewalongs. Das hast du ganz ganz toll gemacht!
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Details:

Schnitt: New Look 6674
Größe 12 mit FBA
Stoff: Woll-Stretch-Mischgewebe von Alfatex. Preis 5,90/m
Satin-Schrägband von ebay, Futter von Alfatex, Einlage aus dem Fundus
Änderungen: Ausschnittlinie leicht verkürzt, Oberteil verlängert, Taillenband verbreitert, Kleid komplett gefüttert, Schrägband-Abschlüsse, Lange Puffärmel von einem anderen Schnitt aus der „Meine Nähmode“ eingesetzt, Rocklänge 10cm gekürzt
Bin ich zufrieden? Ja.

Weihnachtskleid-Sew-Along Teil2

Heute geht es weiter mit dem Weihnachtskleidnähen und davon berichten. Ich habe schon einige recht strebsame Beiträge gelesen und kann nicht leugnen, ich wäre gern auch schon weiter. Aber nunja. Fangen wir von vorn an. Wir erinnern uns, es gab mehrere Schnittkandidaten, die alle aus dem karierten schönen Wollstoff erstehen wollen. Ich war zunächst sehr uneins mit mir, was ich denn da tue. Zwei Kleider nähen, gar scheitern, ein Probekleid, all das kommt zeitlich für mich nicht in Frage. Ich habe Zeit und Energie für genau ein Weihnachtskleid und brauche auch nur eins. Also grübelte ich, während ich viele lange (fast) gerade Nähte an der neuen Krabbeldecke Spielzeugablagestation des Minimenschen nähte und kam, dank meditativer Tätigkeit, zu einem pragmatischen Entschluss mit dem ich nun total im Reinen bin. Zen-mäßige Zufriedenheit stellte sich ein – zunächst.

Es ist nämlich so, dass 2 meiner 3 Wunschschnitte Hemdblusenkleider sind, eins gar mit Teilungsnähten. Und dass mein Stoff kariert ist. Finde den Fehler. Genau: Was für eine grandios dumme Idee. Es muss zwangsläufig irgendwo doof aussehen, wenn man ein Hemdblusenkleid versucht aus auffällig kariertem Stoff zu nähen. Das geht gar nicht anders. Und was wäre schlimmer als versetztes Karo in der vorderen Mitte??? Außerdem habe ich beim Ausgehputzkittel festgestellt, dass mir gekräuselte Röcke nicht behagen. Ich hätte also noch eine andere Rockform basteln müssen, was vielleicht noch mehr Karoprobleme nach sich gezogen hätte. Kurzum. Das lass ich mal. Cami darf demnächst aus einem unkompliziert einfachen Stoff entstehen und von mir aus auch in der Tonne landen, aber erst im neuen Jahr. Mit dem Putzkittel bin ich noch nicht durch, aber da werde ich auch eher eine Frühlingsvariante anstreben. Es wird folglich New Look 6674 – das Wickelkleid.

Ein genauerer Blick auf die Schnittdetails während des Abpausens (nach dem ersten Schock, wegen 3 Schnittbögen und 17 Schnittteilen) hat mich noch in dieser Auswahl bestätigt. Der Rock ist ein 2/3-Teller, das kommt mir sehr entgegen. Das Oberteil hat 2 Brustabnäher, auch das gut, denn damit habe ich schon viel Erfahrung. Natürlich bräuchte ich wie immer einen Mix aus 3 Größen, aber das kenne ich ja schon.

Bildquelle: sewing.patternreview.com/patterns/14017

Ich nähe Variante A, aber mit dem Rock von C, also dem längeren und weiteren Rock. Ich möchte allerdings ganz gern 3/4-Ärmel annähen. Ich habe den Schnitt kopiert und ein Probeoberteil aus einer alten Gardine zugeschnitten. Dann habe ich das Probeoberteil genäht, anprobiert, getrennt, geändert, genäht, anprobiert, getrennt, geändert, … Das Problem ist – wie immer – die Kombi aus schmalen Schultern, recht großer Brust und normaler Taille. Das führt zu Enge um die Brust bei gleichzeitig klaffendem Ausschnitt. Dies sieht man evtl. hier auf diesem katastrophal schlechten und  bis zur Unkenntlichkeit aufgehellten Foto. Entschuldigt die Qualität – Novemberlicht + Spiegel an falschen Stellen in der Wohnung + unkenntlich matschigrüner Stoff + Handyfoto = unbrauchbar!

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Ich habe also die Abnäher verschoben und ein Stück der Ausschnittkante weggeklappt. Das ging nicht, machte eine Beule, wo sich die Abnäher fast treffen. Also Abnäher zurück, nur Ausschnittkante korrigiert – ging auch nicht – Brustpunkt verschoben. Hmpf. Heute habe ich dann versucht die Ausschnittlinie anstatt durch wegfalten durch verschieben der Mehrweite zur unteren Kante und zur Schulter zu korrigieren, das ist besser. Nun musste ich allerdings den Brustpunkt erheblich verschieben. Im Ergebnis sieht das ganze nun so aus, wie das vorne liegende Teil zeigt. Die Ausschnittkante liegt glatt an, der Brustpunkt stimmt, die Schulternaht musste ich leicht begradigen.

image Hier sieht man die Unterschiede. Das untenliegende Schnittteil mit schwarzen Markierungen ist der ursprüngliche Schnitt, das oben liegende, mit grünen Markierungen ist das angepasste Oberteil. image

Ungelöst ist für mich bei diesem wie jedem Schnitt ohne rückwärtigen Reißverschluss, wie ich die Stoffbeule auf Höhe meiner Schulterblätter wegkriege. Ich brauche die Weite am Ausschnitt und auch im Taillenbereich, aber dazwischen ist zuviel… ich habe die Abnäher nach oben verlängert. Das macht es besser aber nicht perfekt. Außerdem habe ich keine langen Ärmel aus Webstoff, die gut passen, da muss ich mir noch was überlegen. Am besten wäre wohl, die Ärmel von einem anderen  New-Look-Schnitt zu nehmen. Aber ich habe keinen da, der passt. Und schließlich natürlich die Frage: welche Teile schneide ich mit schrägem, welche mit geradem Karoverlauf zu?

Heute abend beim Tatort werde ich das Zuschneiden erledigen – unter Protest des Herrn Siebenhundertsachen, der Foliengeraschel beim Tatort gar nicht gern mag – besonders nicht, wenn es ein potenziell guter Tatort ist…

Die wirklich zahlreichen anderen Weihnachtskleidnäher_innen versammeln sich heute wieder auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog. Was für eine ambitionierte und inspirierende Runde. Danke liebe Katharina für die Organisation und sorgfältige Planung des Sewalongs.