Weihnachtspost #1: (keine) Deko

Ich muss jetzt mal schnell noch alle Weihnachtsdinge verbloggen, die noch in den Blogplänen schlummern, sonst ist nachher Weihnachten vorbei.

Ich bin ohnehin nicht so die Riesendekorateurin. Früher, als ich noch in Blumen machte und später in Geschenkverpackungen, da sah es in meiner Wohnung immer sehr weihnachtlich-festlich aus. Das habe ich mangels Zeit und Priorität schon in den letzten Jahren stark reduziert. Dieses Jahr sind dann noch einige bisher etablierte Dekoelemente wie auf dem Boden stehende Windlichter mit Christbaumkugeln, der Krabbelkindprävention zum Opfer gefallen. So ist es hier eher unfestlich. Einen Adventskranz gibt es, auf einem höheren Regal, wo das Kind nicht rankommt.
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Und Transparentpapiersterne. Damit habe ich schon letztes Jahr begonnen und ich finde sie sehr schön. Katharina zeigte ihre (die sehr viel komplexer sind als meine) schon vor einiger Zeit. Hier nun meine:

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Diese 3 stammen alle aus diesem Buch. Das Buch kann ich nicht so ganz empfehlen. Es enthält letztlich nur einige wenige Elemente, die zu insgesamt 6 Sternen kombiniert werden können und sich z.T. sehr ähneln. Alle sind aus Rechtecken im Seitenverhältnis 1:2 oder 1:3. Die Auswahl an Büchern zum Thema war zumindest in den 3 hiesigen Bastelgeschäften aber auch stark begrenzt – es gab genau eins und das war sehr teuer, so dass ich dieses von meiner Mutter geliehen habe.
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Dieser Stern ist nach einer Anleitung von Handmade Kultur und ich finde ihn für einen achtzackigen Stern sehr hübsch. Er wird aus Quadraten gefaltet, verbraucht also – im Verhältnis – recht viel Papier.
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Diesen „Waldorfstern“ habe ich mir bei Katharina abgeguckt. Ich finde den vollen Farbkreis, so wie in der Anleitung, schon recht *räusper* anthroposophisch, habe daher mit halben Farbkreisen experimentiert und finde das sehr schön. Dieser Stern ist aus Fünfecken und es bedarf etwas mehr Zeit zum zuschneiden der Elemente, dafür faltet er sich total simpel und macht echt was her. Meine Fünfecke haben eine Kantenlänge von 9cm, ich habe aber auch mit 6cm experimentiert, das wird auch sehr schön. Wer, wie ich, das letzte Fünfeck in der Mittelstufe konstruiert hat: ein gleichseitiges Fünfeck hat Innenwinkel von 108 Grad. Ich musste das kurz googlen, shame on me.

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Auf der Fensterbank habe ich zwei – gekaufte – Lichttüten in die ich je durch einen der unteren Sterne auf der Rückseite eine 10er Lichterkette gepfriemelt hab.

Und wenn mich irgendwann am Wochenende noch ganz dicke die Dekorierlaune trifft, verstreu ich vielleicht noch ein paar Filzsterne auf freien Flächen. Wobei: Welche freien Flächen eigentlich?

Kampf dem Zettelchaos

Kennt ihr das, dass man im Portemonnaie und an irgendeinem Platz in der Wohnung lauter Kassenzettel sammelt, weil man die ja 4 Wochen aufbewahren muss wegen der EC-Zahlung? Bei uns liegen sogar bar bezahlte Quittungen rum, weil sie noch ins Haushaltsbuch eingetragen werden müssen. Dieses Problem wollte ich endlich mal angehen.
Dabei konnte ich ein anderes Problem gleich mitlösen. Denn folgende Situation tritt derzeit bei uns mehrfach pro Woche auf:
Frau Siebenhundertsachen: „Oh, wir brauchen XYZ.“ Notiert XYZ auf herumfliegendem Zettel.
2 Tage später bei Erstellung des Einkaufszettels wird alles mögliche aufgeschrieben, nur nicht XYZ weil Zettel weg und Gedächtnis auch.
Einen weiteren Tag später:
“ Ach Mist, XYZ hatte ich dir gar nicht aufgeschrieben. Da müsstest du nochmal schnell los, weil das brauchen wir dringend.“
Kaum ist Herr Siebenhundertsachen unterwegs, fällt mir ein: “ Oh, ABCD ist auch leer.“ Notiert auf herumliegendem Zettel und …
Es muss also ein zentrales Einkaufsgedächtnis her, denn meins ist derzeit nicht verfügbar. Also eine Tafel. Aber nirgendwo in der Wohnung ist Platz für eine Tafel, wir haben nicht viel freie Wand weil viele Fenster. Die Lösung beider Probleme sieht nun so aus:
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Oben die Kassenzettelablage nach Wochen. 1 = max. 1 Woche alt, 2 = 1-2 Wochen alt, usw. Jeden Samstag wird durchgereicht und die älteren entsorgt oder abgeheftet falls Garantie-relevant.
Die Wäscheklammern sind mit Powerstrips angeklebt, darunter ein Streifen Tafelfolie.
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Die große Tafel ist auch aus Tafelfolie, inspiriert von Nike. Da hab ih auch den Trick her, alles erstmal gründlich einzukreiden.

Wegen Abneigung gegen Kreide beim männlichen Teil des Haushalts schreiben wir mit Kreidemarkern. Die stauben und quietschen nicht.

Die Tafelfolie ist sehr günstig gewesen und wie auch die Bewertungen prophezeiten, hält sie nur so mäßig gut und das ganze ist wohl nicht für die Ewigkeit. Ich wollte aber das Prinzip erstmal antesten bevor ich da mehr Geld reinstecke, außerdem habe ich Angst vor bleibender Türverschandelung. Weiß jemand eine Quelle für hochqualitativere Folie? Denn im Onlinekaufhaus hatten auch teurere Fabrikate ähnliche Bewertungen.

Bisher klappt das ordnen ganz gut, mal gucken ob das so bleibt.

Babyhängematte

Zur Babyhängematte gab es schon einige gespannte Nachfragen. Seit letzter Woche ist sie fertig und hängt probeweise im Wohnzimmer:

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Wir haben erstmals auf einer Hochzeit im letzten Herbst, ein Baby seelig in einer Hängematte schlummern sehen und waren davon schon ziemlich angetan. Herr Siebenhundertsachen ist ein Riesen-Hängemattenfan und würde am liebsten das Sofa zugunsten einer Hängematte abschaffen, da lag es nahe, eine Hängematte als Reisewiege in Erwägung zu ziehen.

Diese erste, die wir gesehen haben, war konstruiert wie eine „normale“ Hängematte und hing in einem Gestell. Nach einer ausgiebigen Internetrecherche stellte sich heraus, dass Babyhängematten ziemlich teuer sind und dass wir lieber nicht so ein klassisches Hängemattenmodell, sondern lieber ein Hängewiegenmodell wollen. Die klassischen kleinen Hängematten sind nicht unbedingt dazu geeignet, sein Kind unbeaufsichtigt darin schlafen zu lassen, da das Kind sich theoretisch – und nach einigen Berichten im Internet auch praktisch – mit der Hängematte umdrehen kann. Zwar kann man das Kind in den Dingern anschnallen, aber mal ehrlich, Visionen von meinem Baby, wie es mit seiner Hängematte in einem Anschnallgurt hängt sind auch nicht unbedingt zu meiner Beruhigung geschaffen. Wir wollen die Hängematte schließlich gern als mobiles Bett nutzen, sowohl innerhalb unserer Wohnung, ähnlich wie einen Stubenwagen, als auch auf Reisen. Die Alternative stellen dann die Hängewiegen aus Stoff dar, die es von einigen wenigen Herstellern gibt und die, meiner Recherche nach, für den Einsatz als Bettersatz geeignet sind.

Die Websites der Hersteller singen eine ellenlange Litanei auf die Vorteile dieser Hängewiegen, die ich jetzt mal unkommentiert lassen möchte. Für uns war eigentlich der Entscheidungsprozess so: 1. Wow, in sowas würd ich auch gern schlafen. 2. Es scheint medizinisch unbedenklich bis positiv und es gibt die Dinger sogar in Krankenhäusern. 3. Das Ding ist platzsparend und gut transportabel. -> Her damit!

Die Konstruktion, die Maße und Umsetzung haben wir uns selbst zusammengereimt. Folgendes Material habe ich verwendet:

3 m ungefärbter Bio-Baumwollnessel
1 geschlachtetes Schafwollkissen bzw. den Wollvlies daraus
Kordel von einem alten Bastrollo vom Schweden
Querstreben eines unser geschlachteten Lattenroste
2 Knebelknöpfe aus Holz
1 Streifen Canvas ungefärbt
25cm Gummiband
1 Karabiner

Die Hängematte wird oben an einer Feder aufgehängt, deren Schwingung angeblich die Schwingung im Mutterleib imitiert. Dies sei mal dahingestellt, uns kommt es schneller vor. Man kann diese Federn für Hängewiegen jedenfalls online kaufen und dies haben wir getan.

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Unsere Wiege hat derzeit eine Liegefläche von 35 * 80 cm. Sie kann aber bis 35 * 100cm erweitert werden, so breit ist die Stoffbahn. Im unteren Bereich ist der Stoff gedoppelt und bildet ein Fach in das man von vorn hineingreifen kann. Hier drin versteckt sich eine kleine Matratze mit Schafwollfüllung, die man getrennt waschen und später durch eine längere ersetzen kann.

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Der Einsatz am Kopfende ist mit einem Gummizug gerafft und am unteren Rand abgerundet. Am Fußende lässt sich die Wiege mit zwei Knöpfen schließen, die jeweils unter einem Streifen Canvas festgenäht sind. Wie gesagt, haben wir in der Länge der Liegefläche noch Spiel eingeplant und werden dann, wenn das Baby größer ist, eine längere Matratze einschieben und eine zweite Knopfreihe weiter außen anbringen. Die Feder trägt ein Gewicht bis 15 Kilo, wir hoffen also, der Minimensch hat länger was von seiner Hängematte.

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Die Holzstrebe oben ist 45cm breit und wurde von Herrn Siebenhundertsachen aus einem Querstreben unseres ausgemusterten Lattenrosts aus Buchenholz gefertigt.

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Derzeit hängt sie mit 2 1,5l Wasserflaschen belastet im Wohnzimmer zur Probe. Wir werden wahrscheinlich auch im Nähzimmer eine Aufhängung anbringen. Für den Einsatz in anderen Zimmern und Wohnungen, wollen wir ein Türreck erwerben, so dass sie prinzipiell in jeder Tür hängen kann.

Die Farbwahl fiel übrigens aus rein pragmatischen Gründen auf natur, es ist einfach die günstigste Variante Biostoff, denn 3m durchgefärbter Bio-Stoff in passender Dicke wären erheblich teurer. Sonst hätte ich vielleicht gelb oder ein helles grün genommen.

Die 15-Tage-Challenge

Da das auf- und ausräumen des MuFuZi ziemlich befreiend war, aber ich weder Zeit noch Energie habe, nun dauernd solche Riesenaktionen zu stemmen, habe ich mir vorgenommen, den gewonnenen Elan in eine kleine Aufgaben-Challenge zu investieren und so diverse Schmuddelecken anzugehen, die es schon lang mal nötig hatten. Ab dem kommenden Montag, bis zum offiziellen letzten Arbeitstag am 23.4. habe ich mir für jeden Tag eine kleine Aufgabe ausgedacht:

Mo, 8.4.: Schminkkommode aufräumen und überflüssiges gleich entsorgen.

Di, 9.4.: Strickprojektekiste durchsehen und sortieren, Stricknadeln sortieren, alles ins MuFuZi umziehen

Mi, 10.4. : Posteingangsstapel in der Küche wegsortieren.

Do, 11.4. : Postkarten aufhängen

Fr, 12.4.: Wohnzimmertisch aufräumen (auch unten drunter!)

Sa, 13.4. : Leergut wegbringen

So, 14.4. : Schreibtisch-Stapel sortieren und abheften

Mo, 15.4. : Fensterbänke Küche aufräumen

Di, 16.4. : Gartensachen sortieren, Töpfe spülen, Erde zusammenschütten

Mi, 17.4.: Kinderwagenbezüge waschen

Do, 18.4. : Kramansammlung auf dem Küchenbuffet wegräumen

Fr, 19.4. : Chaos auf der Schlafzimmerkommode wegräumen oder entsorgen.

Sa, 20.4. : Körbe mit Duschgel und Kosmetika aussortieren

So, 21.4. : Bürosachen wegräumen

Mo, 22.4. : Dekokram in die Abstellkammer wegsortieren

Ich habe bei meiner Planung grob einbezogen, wieviel Zeit ich am jeweiligen Tag ca. haben werde und ob ich z.B. so früh zuhause bin, dass ich was draußen machen kann.

Ich werde jeweils im Lagebericht am Samstag berichten, ob es geklappt hat, alle Aufgaben zu erledigen. Möchte sich vielleicht jemand anschließen? Viele dieser Schmuddelecken finden sich ja so oder so ähnlich in jeder Wohnung, da kann man sich bestimmt mit wenigen Abwandlungen eine eigene Challenge-Liste stricken. Wer auch sein Karma vom Ballast befreien und Raum fürs Frühjahr schaffen will, ist herzlich eingeladen!

Lagebericht 12/2013

Letzte Woche musste der Lagebericht wegen Familienbesuch ausfallen. Allerdings hatte ich ja auch schon weitgehend alle Tätigkeiten der Karwoche in täglichen MuFuZi-Berichten festgehalten. Diese Woche waren wir die meiste Zeit unterwegs, Familie besuchen und ein Kurzurlaub im Mittelgebirge (und damit im Schnee -juchee). Trotzdem will ich wenigstens ein bisschen berichten und ausblicken. Gestern in zwei Wochen beginnt mein Mutterschutz. Ein merkwürdiges Gefühl… Die nächsten beiden Wochen werden daher wohl mit Büro ausräumen und Abschied nehmen gefüllt sein. Ich bin derzeit beruflich zwar ohnehin in einer Phase , die mir den vorübergehenden Abschied ziemlich leicht macht, ich denke auch nicht, dass ich zuhause nix mit mir anzufangen weiß und die Arbeit schrecklich vermissen werde. Trotzdem ist es ja nun so, dass ich am 1. April vor 6 Jahren dieses Büro bezogen habe und seitdem eigentlich die meiste Zeit recht gern hingegangen bin. Und dann ist die Uni ja auch ein bisschen wie ein Kindergarten, der Jahresrhythmus ist recht starr vorgegeben. Vorlesungszeit, Ferien, Vorlesungszeit, Ferien. Jedes Winter – bzw. Sommersemester wiederholt sich ein Jahr später erneut. Zwischendurch forschen, Konferenzdeadlines sind auch jedes Jahr zur gleichen Zeit. Das schafft ein schön bequemes Gefühl von Sicherheit. Und genau das empfinde ich im Hinblick auf das Elternsein nun gerade nicht. Da gibt es noch keine einzige Routine, nichts was immer so war. Alles neu und ungewohnt. Ein bisschen kann man da schon die Flatter bekommen. Zum Glück sind wir ja zu zweit und zumindest ich habe Hormone, die mich schön in falscher Sicherheit wiegen… Jedenfalls nun also noch zwei Wochen im Büro… Weil ich das auf- & umräumen sehr befreiend fand, hab ich mir ein Anschlussprogramm überlegt – eine 14-Tage-Challenge – für jeden Tag bis zum Beginn des Mutterschutz eine kleine Aufgabe. Mehr gibts morgen! Jetzt erstmal der Blick zurück: Wohnung und Haushalt hab ich ja schon ausführlich berichtet. MuFuZi und Abstellkammer sind geordnet und in neuen Glanz getaucht. Wobei die Abstellkammer noch ein wenig mehr Glanz bekommen wird, wenn wir Mitte April unseren neuen Keller beziehen können. Kulinarisches: Chili sin Carne, Fast Food, Linsensuppe und Lammbraten bei meinen Eltern (ja, Ostern gibts Ausnahmen), Grünkernbratlinge, Spaghetti Bolognese, Crepes, Frittata, Bechamelkartoffeln, Chili-Ofenkartoffeln mit Salat und überbackenem Feta, viele Ostereier und Rüblikuchen. Garten: Der Kübelgarten muss ja derzeit noch mit der Fensterbank vorlieb nehmen. Die Tomatenpflanzen waren schon so weit, aus der Aufzuchtstation in eigene Töpfe umzuziehen und haben nun Stellung am Südfenster bezogen. Nun werden sich bald Zucchini und Kürbis zu den Mini-Salatpflanzen im Gewächshaus gesellen. Mit Frau 101Dinge habe ich außerdem einen Saatgut-Tausch vereinbart, der mich noch in den Besitz von Zuckerschoten bringen wird… Handarbeiterei: Obwohl unterwegs war ich keinesfalls untätig. Ich habe Baby-Legs und zwei Mützen für den Minimensch gestrickt, außerdem ein wenig an meinem Cadence-Pulli. Genäht habe ich für mich ein dringend benötigtes Unterkleid, einen flutschigen Unterrock und eine Jeans-Umstands-Römö, die mich nicht recht glücklich macht. Ich mag Römö einfach nicht besonders, war aber auch unmotiviert, was mit 5 oder mehr Bahnen zu nähen, was ich nur einige Wochen tragen kann. Außerdem den Himmel und das Nestchen für das Bett des Minimenschen. Fotos davon kann ich allerdings erst zeigen, wenn das Bett mal steht, was noch etwas dauern wird. Nun steht ein Umstands-Anlasskleid dringend an. Ich bin noch vor der Geburt auf einer Hochzeit und einem 80sten Geburtstag eingeladen, da würd ich schon gern schick hin. Ein Taftstoff ist schon dagewesen und der Schnitt auch. Ich habe also hochmotiviert das Schnittquelle-Kleid Bridisi zugeschnitten, stecke jetzt aber fest, weil die erste Anprobe des Oberteils nicht sehr befriedigend war und der Stoff außerdem ungeplantermaßen nach Futter verlangt. Ich denke, dem Kleid werde ich in den nächsten Wochen eine kleine Serie widmen. Gelesen und gesehen hab ich auch noch so das eine oder andere. Unter anderem „Die Sopranistin“ von Jörg Tadeusz, Besprechung folgt, dann einen erschreckenden Artikel darüber wie fernab aller Transparenz hinter verschlossenen Türen über den Atomausstieg geschachert wird. Einen lesenswerten Kommentar in der Zeit zur Auswirkung der Akademisierung auf das duale Ausbildugssystem und die Hochschulen selbst und ein großartiges Essay im Merkur über PR und Außenwirkungskampagnen von Universitäten. Den Münchner Tatort am Ostermontag fand ich hochgradig deprimierend. So viele überflüssige Leichen… nee, nix für mich!

Tag 5 – Finale

Heute konnten wir den Tag gemütlicher angehen, denn es stand nur noch putzen und Müll wegbringen auf dem Programm. Außerdem noch sehr viel Wäsche.

Aber jetzt erstmal Fotos vom Ergebnis. Unser neuer Schrank, der eigentlich ein Regal ist:

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Links der Tür, wo vorher meine Nähecke war

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Rechts der Tür - die ehemalige Schmuddelecke des Zimmers

Es ging bei dem Projekt darum, Stauraum zu schaffen, für all den Kram, den wir in unseren Dachgeschosszimmern bisher offen in Regalen, Kisten und rumstehend lagerten. Zusätzlich natürlich neuer Platz für die Sachen des Minimenschen. Dabei sollten folgende Bedingungen erfüllt sein: Den Platz trotz Schräge optimal ausnutzen, weitgehend ‚child proof‘ sein, nicht allzu teuer und nicht gänzlich nur in dieser Wohnung nutzbar. Nach einer denkbar knappen Recherche zu angepassten Schrägen-Schränken war klar, dass diese Option nicht in Frage kommt. Auch einen Schrank komplett zu bauen, haben wir verworfen. In einer Mietwohnung extra angepasste Möbel zu bauen, schien uns wenig zielführend. So kamen wir schnell auf den Trichter, dass eine Regalkombination Sinn machen könnte. Wir entschlossen uns für IKEA-Hacking und das Alltime-Standard IVAR.

Natürlich passen die verfügbaren Leiterlängen nicht exakt. Die längste Grösse (2,26) würde in dem Raum nur genau in der Mitte passen – uns blieben also nur die zwei Maße 1,79 und 1,24 – mehr bietet das abgespeckte Sortiment nicht mehr. Folglich haben wir die Leitern individuell zugesägt. Die kürzeste Leiter ganz links in der Ecke ist unter 40cm lang, die langen neben der Tür 1,79.

Wir haben einige Wochen lang alles abgegrast, was sich an gebrauchten Teilen in der Umgebung aufkaufen ließ und außerdem Bretter und Leitern von Eltern und Schwiegereltern bekommen. Neu kaufen mussten wir nur einen Schrank (links) & eine Kommode (rechts). Folglich eint unser Schrank nun Elemente aus den späten 70ern bis heute. Daher sind sie farblich auch recht unterschiedlich, aber das wird sich ja geben.

Die Kommode mit den kleinen Fächern war pottenhässlich OP-grün lackiert. Nach Anschliff hab ich sie 3mal weiß lackiert- leider ist fast nichts so schwer wieder auszubügeln wie ein mit viel Liebe und Dilletantismus erfolgter Lackanstrich-perfekt ist das Ergebnis nicht. Alle anderen Teile hat Herr Siebenhundertsachen z.T. sehr mühsam abgeschliffen und ich hab sie danach geölt.

Die Schränke links der Tür fassen nun grob den Bereich „werkeln“ . Hier ist nun mein Stofflager, meine Schnitte und Nähzeitschriften. Die weiße Kommode enthält Bastelsachen und Kurzwaren. Darüber ist die Fotolabor-Ausstattung des Gatten eingezogen.

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Rechts der Tür ist weitgehend Minimensch-Zone. Die Kommode ist seiner Kleidung zugedacht, der Schrank darüber fasst Decken und zugehörige Bezüge, Schaffelle und anderes. Ganz außen das kleine Regal, soll mal Kisten mit Spielzeug enthalten.

Leider fehlen uns noch passende Holzkisten für die kleinen Ecken. Es gibt nirgendwo welche in 50 tief und 40 breit. Ich werde daher wohl noch welche basteln müssen – eine Idee hab ich schon.

Das Zimmer ist einmal dem Minimenschen zugedacht, aber erst, wenn er unserem Schlafzimmer entwachsen ist. Zum Glück muss icn selbst dann nicht auf eine Nähecke verzichten. Ein Alternativplatz ist schon ausgeschaut. Erstmal bleibt sie aber noch im MuFuZi, sie ist an die gegenüberliegende Wand, neben das Fenster umgezogen.

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Auch unsere Instrumente dürfen noch etwas bleiben, bevor der Minimensch ihnen gefährlich wird…

Ich bin sehr zufrieden. Das Zimmer hat deutlich an Ordnung und Stauraum gewonnen. Einiges wurde entsorgt, Kram aus anderen Zimmern untergebracht, ein Grundstein für die langsame Evolution vom Gäste-Näh-Musik-Zimmer zum Kinderzimmer ist gelegt.

Nebenbei sind damit nun auch die anderen Räume bewohnbar geworden, so dass wir nun die restlichen Urlaubstage genießen können.

Tag 4

So langsam wird es. Nach einer Runde Eier färben und Wäsche aufhängen wurde heute nun der Schrank eingeräumt. Endlich ist mein Stofflager gut verstaut und auch die Bastelsachen sind sortiert und in Schubladen und Schränken verstaut. So manches, was bisher an anderen Orten im Wege stand, hat nun einen echten Platz. Zum Beispiel die Fotoentwicklungsausstattung von Herrn Siebenhundertsachen oder das eine oder andere herumfliegende Notenblatt. Die Kommode und der Schrank des Minimenschen sind noch leer und warten, dass alle kleinen Klamotten aus der Wäsche kommen. Ein bisschen Platz hat der Schrank noch – aber der darf ruhig erstmal als Puffer dienen. Was bisher lose und in Regalen im Zimmer war, ist nun verstaut.
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Ein Scheitern auf der ganzen Linie, war allerdings der Baumarktbesuch. Wir wollen das Holzlager mit OSB-Platten verkleiden. Eine Platte hatten wir noch und wollten nun passend noch zwei weitere besorgen und zuschneiden lassen … tja. Leider gab es nur das falsche Maß und zugeschnitten werden die auch nicht… also sieht das Holzlager nach wie vor so aus:
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Außerdem wollten wir Holzkisten besorgen, für die Stellen, an denen Regal ohne Türen ist. Leider hat die Holzkisten-Auswahl doch stark abgenommen und unser gewünschtes Maß von 40*50cm Grundfläche, das den Platz optimal ausnutzen würde, gab es gar nicht. Deshalb gibt es nun leider noch solche Schmuddelecken:

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Weiß jemand, wo man günstig Holzkisten in 50 tief, 40 breit und 20-30 hoch herkriegen könnte?

Ansonsten steht nun für morgen das große Putzen an, denn sowohl das MuFuZi als auch alle anderen Zimmer sind noch ziemlich baustellig anmutend. Und wenn dann das eine Zimmer geschafft ist (und die Anstellkammer als Bonus) – dann steht uns in 2-3 Wochen noch das Arbeitszimmer bevor, das tritt nämlich einen Teil seines Inhalts an den neu hinzugewonnenen Keller ab…

Tag 3

Auf Grund einer quasi schlaflosen Nacht, war ich heute eher nicht so zu gebrauchen. Nachdem ich heute morgen die zweite Hälfte der Abstellkammer des Schreckens aufgeräumt hatte und wir die Schwedentour zur Beschaffung der fehlenden Teile hinter uns hatten, musste ich erstmal schlafen. Zum Glück habe ich einen tollen Gatten, der derweil den neuen Schrank geschliffen und den Rest der Regalschrankwand aufgebaut hat. Nun steht sie fix und fertig da und wartet darauf, befüllt zu werden.

Naja, fast fix und fertig. Das Op-Kittel-Grün hat sich immernoch nicht geschlagen gegeben. Deshalb habe ich heute abend die Schubladen der Kommode nochmal lackiert. Sie trocknen nun und werden dann morgen auch befüllungsfertig sein.

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Schon eingerichtet ist hingegen der Nähtisch am neuen Platz. Endlich konnte ich auch meinen Garnrollenhalter montieren.

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Morgen früh werden also erstmal Stoffvorrat, Bastelutensilien, Fotoausstattung und Dekokram einziehen. Und danach werden die Kleidungsstücke des Minimenschen ein-zwei Ründchen in der Waschmaschine drehen. Derweil wird Herr Siebenhundertsachen zur Abwechslung mal wieder den Baumarkt visitieren. Denn das Holzlager braucht noch eine ordentliche Verkleidung.

Bücherregal-Upgrade

Eigentlich ist heute Upcycling-Dienstag und ich hätte sogar was zu zeigen. Aber gerade stauen sich die Posts etwas und weil das Wetter mir doofe Laune macht, die Arbeit auch derzeit nicht unbedingt zur Launenerhellung beiträgt und überhaupt hier zu viele Nähposts sind in letzter Zeit gibt es jetzt erstmal unser Herzensprojekt zu sehen: Der wesentliche Ausbau der literarischen Einrichtung unseres Wohnzimmers.

So sah unsere Leseecke kurz nach dem Einzug aus:

Davor steht inzwischen ein gemütlicher Sessel und das Regalchen sieht wunderschön aus, wie es sich da unter die Treppe kuschelt, beleuchtet und genau passend. Das Problem ist: Es ist inzwischen rappelvoll. Auf allen Buchreihen liegen noch Bücher quer und manche Fächer haben noch eine zweite Reihe. Bei unserem Bücherkonsum keine dauerhaft tragbare Situation.

Vor kurzem saßen wir auf dem Sofa und betrachteten diese Misere und philosophierten darüber, wie schön es wäre, eine Bibliothek zu haben mit Regalen bis unter die Decke und Leitern um überall dran zu kommen. Dann fiel unser Blick auf den leeren Platz neben dem Sofa und die dort knapp 4m offene Raumhöhe (Galerieausbau) und unsere Augen begannen zu glitzern.

Neben dem Eingang zum Wohnzimmer liegt ein Kaminvorsprung und dahinter ist ein Plätzchen welches genau einen Meter breit und 3 Meter hoch ist. Wie geschaffen für ein richtig richtig richtig großes Bücherregal in Bibliotheksdimension. Nach gründlichem Messen sind wir also in unserem Urlaub Anfang Januar zum Einkaufskampf beim Möbelschweden aufgebrochen und haben dort ein hohes (1,99) und ein kleines (1,06) Billyregal erworben. Der liebe Mann hat dem kleinen Billy zunächst das „Füßchen“ abgesägt. Da waren sie zusammen noch 2,98 m hoch. Und ein kleines Puzzlestündchen am Sonntag später waren wir bereit, die beiden zu stapeln.

Unten steht das große, drauf das kleine. Zur Sicherheit ist das kleine oben mit Winkel an der Wand verankert (seitlich in Billy geschraubt und dann durch die Rückwand und ein Abstandsklötzchen in die Wand). In dieser Disziplin haben wir schon Erfahrung denn in unserer alten Wohnung hingen unsere Billys an der Wand. Wer sich genauer für die Konstruktion interessiert, möge sich melden.

Und nach zweimal bohren, schrauben und feste Daumendrücken und Bretter einsetzen sah das ganze dann so aus:

Alle Fotos sind leider sehr schlecht von der Qualität, denn ich bin im Moment IMMER nur im Dunkeln zu Hause (kein Wunder, dass meine Laune täglich schlechter wird). Sonntagabend sind dann die bisher gestapelten und gequetschten Bücher in das große Regal umgezogen. Und es ist noch sooooo viel Platz für viel viel mehr Lesestoff. Und Zeitschriftenkörbe. Traumhaft. Erstaunlicherweise wirkt der Raum jetzt höher als vorher und nicht enger und vollgestellter.

Für die Kaminwand direkt rechts daneben wünsche ich mir noch ein literarisches Wandtattoo. Aber hier ist noch ein wenig innerhaushaltliche Verhandlung nötig, bis Text, Schrift und Farbe konsensfähig sind. Trotzdem: wir sind begeistert!

Tutorial: Gästepantoffel-Utensilo

Das Ziel ist in Sicht und meine Diss ist jetzt zur letzten Durchsicht abgegeben und wartet auf das OK zur Abgabe. Jetzt beginnt das lange Warten. Aber die Zeit kann ich nutzen um eine ganze Reihe von aufgeschobenen Posts endlich nachzuholen. Beginnend mit der Anleitung für eine Hängeaufbewahrung:

Wir haben im Flur recht wenig Platz, so dass Pantoffeln, Post und Schlüssel sich gern in der halben Wohnung verteilen. Daher habe ich letzte Woche ein Utensilo genäht, wo das jetzt alles reinkann. Meins ist 35cm breit und 120cm lang, die Maße sind aber frei wählbar.

Das braucht man:

  • Einen schönen Stoff und einen Futterstoff, jeweils zwei Streifen, die so groß sind, wie das fertige Utensilo werden soll plus Nahtzugaben. Also bei mir: Zwei Streifen vom Blumenstoff in 40*125 und zwei gleich große Streifen weißen Baumwollbatist.
  • zwei große Ösen mit Einschlagewerkzeug
  • eine Schnur zum Aufhängen
  • Nähgarn, Nadel, Nähmaschine, Schere

Man könnte natürlich auch die Taschen aus einem anderen Stoff machen, als den die Grundform, dann kann man Reste verwerten.

Los gehts:

  • jeweils einen Streifen des Futters und des Außenstoffs in gleich große Rechtecke für die Taschen schneiden. In meinem Fall hab ich ihn der Länge nach geviertelt und dann die Knicke geschnitten, wer ein längeres Utensilo näht, sechstelt oder achtelt seinen langen Streifen der Länge nach.
  • Zuerst werden die Taschen genäht. Dazu jeweils ein Futterrechteck und ein Außen-Stoff-Rechteck rechts auf rechts an den langen Kanten aufeinandersteppen, die kurzen Kanten bleiben offen. wenden und ausbügeln. Das Ergebnis sieht dann so aus:
  • Nun werden die Taschen auf die Außenseite des Körpers gesteppt. Dazu die erste Tasche am unteren Rand ca. 4cm oberhalb der Unterkante mit dem Futter nach oben anstecken (das ganze wird danach nach oben umgeschlagen, die Taschen steht also beim nähen weit nach unten über den Stoff des Körpers hinaus.) Wenn die erste Tasche festgesteppt ist, diese nach oben umschlagen und die nächste wiederum 4cm oberhalb des Randes der unteren Tasche anlegen (Futter nach außen) und feststecken. Steppen, umschlagen, nächste Taschen feststeppen usw.
  • Wenn alle Taschen festgesteppt sind, diese alle nach oben schlagen und jeweils festpinnen, damit sie nicht mehr verrutschen. Die Faltkanten nicht bügeln, so wird die Tasche etwas bauchig und fast nachher den Inhalt besser.
  • jetzt kommt die Rückseite drauf. Dazu den Rückseitenstoff rechts auf rechts auf die Vorderseite (mit den Taschen) stecken und rundrum steppen,  die untere Kante zum wenden offenlassen.
  • Die Nahtzugaben zurückschneiden, wenden, untere Kante umbügeln und nah an der Kante absteppen.
  • Jetzt kann man die Taschen noch unterteilen. Ich habe sie mit einem Zickzackstich halbiert. Wer ein breiteres Utensilo näht, mag vielleicht dritteln. Einfach immer von der Unterkante bis zur Oberkante rüberrattern.
  • Zum Schluss oben die zwei Ösen einschlagen, eine Kordel durchziehen und aufhängen.

P.S. Man kann auch die Oberkante etwas länger kalkulieren und um einen Kleiderbügel nähen, dann hat man ein „Im-Schrank-Utensilo“.