Tutorial: Gästepantoffel-Utensilo

Das Ziel ist in Sicht und meine Diss ist jetzt zur letzten Durchsicht abgegeben und wartet auf das OK zur Abgabe. Jetzt beginnt das lange Warten. Aber die Zeit kann ich nutzen um eine ganze Reihe von aufgeschobenen Posts endlich nachzuholen. Beginnend mit der Anleitung für eine Hängeaufbewahrung:

Wir haben im Flur recht wenig Platz, so dass Pantoffeln, Post und Schlüssel sich gern in der halben Wohnung verteilen. Daher habe ich letzte Woche ein Utensilo genäht, wo das jetzt alles reinkann. Meins ist 35cm breit und 120cm lang, die Maße sind aber frei wählbar.

Das braucht man:

  • Einen schönen Stoff und einen Futterstoff, jeweils zwei Streifen, die so groß sind, wie das fertige Utensilo werden soll plus Nahtzugaben. Also bei mir: Zwei Streifen vom Blumenstoff in 40*125 und zwei gleich große Streifen weißen Baumwollbatist.
  • zwei große Ösen mit Einschlagewerkzeug
  • eine Schnur zum Aufhängen
  • Nähgarn, Nadel, Nähmaschine, Schere

Man könnte natürlich auch die Taschen aus einem anderen Stoff machen, als den die Grundform, dann kann man Reste verwerten.

Los gehts:

  • jeweils einen Streifen des Futters und des Außenstoffs in gleich große Rechtecke für die Taschen schneiden. In meinem Fall hab ich ihn der Länge nach geviertelt und dann die Knicke geschnitten, wer ein längeres Utensilo näht, sechstelt oder achtelt seinen langen Streifen der Länge nach.
  • Zuerst werden die Taschen genäht. Dazu jeweils ein Futterrechteck und ein Außen-Stoff-Rechteck rechts auf rechts an den langen Kanten aufeinandersteppen, die kurzen Kanten bleiben offen. wenden und ausbügeln. Das Ergebnis sieht dann so aus:
  • Nun werden die Taschen auf die Außenseite des Körpers gesteppt. Dazu die erste Tasche am unteren Rand ca. 4cm oberhalb der Unterkante mit dem Futter nach oben anstecken (das ganze wird danach nach oben umgeschlagen, die Taschen steht also beim nähen weit nach unten über den Stoff des Körpers hinaus.) Wenn die erste Tasche festgesteppt ist, diese nach oben umschlagen und die nächste wiederum 4cm oberhalb des Randes der unteren Tasche anlegen (Futter nach außen) und feststecken. Steppen, umschlagen, nächste Taschen feststeppen usw.
  • Wenn alle Taschen festgesteppt sind, diese alle nach oben schlagen und jeweils festpinnen, damit sie nicht mehr verrutschen. Die Faltkanten nicht bügeln, so wird die Tasche etwas bauchig und fast nachher den Inhalt besser.
  • jetzt kommt die Rückseite drauf. Dazu den Rückseitenstoff rechts auf rechts auf die Vorderseite (mit den Taschen) stecken und rundrum steppen,  die untere Kante zum wenden offenlassen.
  • Die Nahtzugaben zurückschneiden, wenden, untere Kante umbügeln und nah an der Kante absteppen.
  • Jetzt kann man die Taschen noch unterteilen. Ich habe sie mit einem Zickzackstich halbiert. Wer ein breiteres Utensilo näht, mag vielleicht dritteln. Einfach immer von der Unterkante bis zur Oberkante rüberrattern.
  • Zum Schluss oben die zwei Ösen einschlagen, eine Kordel durchziehen und aufhängen.

P.S. Man kann auch die Oberkante etwas länger kalkulieren und um einen Kleiderbügel nähen, dann hat man ein „Im-Schrank-Utensilo“.

Wohnzimmerdeko und Blick ins Nähzimmer

Gestern habe ich mich nun mal der Aufhübschung des roten Unglücks in unserem Wohnzimmer gewidmet. Ein Sitzkissen fehlt noch und vielleicht finde ich irgendwann noch Vorhangstoff. Derweil hat sich aber schonmal eine kleine Anzahl bunter Kissen und eine Nackenrolle eingefunden, die von herbstlicher Deko in ihrem Bemühen um angenehmes Wohnklima unterstützt werden. Ich mag den Stoff aus dem die Nackenrolle ist sehr sehr gern, aber man sollte ja auch nicht übertreiben. Seht selbst:

Nach den vielen Nähprojekten der vergangenen Woche sah es im MuFuZi* ziemlich wüst aus. Also hab ich dort gestern mal gründlich Ordnung geschafft, die Stoffe durchgesehen und nach Größe und Material sortiert in Kisten und Schubladen verstaut. Auch der viele Kleinkram, der immer versucht, den Tisch zu erobern, ist jetzt wieder nett verstaut. Und somit ist die Gelegenheit gerade günstig, euch einen Blick in mein Nähreich zu erlauben, wie Nähmarie es vor kurzem vorgemacht hat.

Hinter der Nähmaschine versteckt sich das Nähkästchen meiner Oma, das meine Garn- und Nadelvorräte sowie Maßband, Schere, Kreide und ein Stopfei enthält. Der restliche Kleinkram ist im Sortierkasten. Wofür ich diese Menge an Reißverschlüssen brauche? Das weiß ich auch noch nicht …

 

*MuFuZi = Multifunktionszimmer, kurz für Gäste-Näh-Bastel-Musikzimmer.

Kissentag

Bei dem Regenwetter heute, hatte ich eigentlich zu gar nichts Lust. In Ermangelung eines guten Buches hab ich aber dann doch das Bett verlassen, konnte mich aber weder dazu aufraffen, was im Haus zu tun, noch dazu, das Haus zu verlassen. Also hab ich gedacht, ich mache einen Kleine-Sachen-Nähtag und zeige meiner Nähmaschine mal, dass es auf der Welt nicht nur Jerseystoffe gibt.

DaWanda hat vor einiger Zeit dazu aufgerufen, sich zu Herzkissen-Nähgruppen zusammenzuschließen. Herzkissen können Brustkrebspatientinnen helfen, den Wundschmerz besser auszuhalten, weil sie die Narbe schützen. Ich habe mit dem DaWanda-Shop allerdings schon ein ehrenamtliches Nähengagement und komme derzeit ja kaum dazu, auch nur die Stoffe dort einzustellen. Andererseits ist es doch verblüffend, dass man mit einer derart simplen Nähaufgabe Menschen wirklich helfen kann. Ich habe mich also erstmal pro forma einer Nähgruppe angeschlossen und aber bisher nicht geschafft, Herzkissen zu nähen. Dieses Problem bin ich dann heute mal angegangen. Ich habe meine Stoff-Reste Schubladen durchwühlt und alles hervorgekramt, was sich noch zu einem Herz verarbeiten lässt. Dabei hab ich stets die Vorderseite aus einem „schönen“ Stoff gemacht und die Hinterseite aus T-Shirt-Jersey, weil ich dachte, man mag vielleicht am liebsten einen weichen Stoff an der Wunde haben.

Wo ich dann einmal so gemeinnützig zu Gange war, hab ich auch noch „weggenäht“ was ich in letzter Zeit für den Shop schon zugeschnitten hatte: Ein Kosmetiktäschchen und einen Loop. Beides ab morgen im Shop.

   

Und dann durfte ich zur Belohnung noch zwei „Restekissen“ aus den Stoffen des MuFuZi nähen, die vermutlich im Wohnzimmer landen werden. Wir haben eine rote Couch und seit unserem Umzug betrachten wir sie als „muss bald mal weg“-Möbel. Allerdings haben wir auch noch ein Bett, das in die gleiche Kategorie fällt und einen Trockner auf der ewigen Wunschliste. Bisher war ich aber daher im Wohnzimmer dekomäßig nur recht sparsam am Werke, weil ja praktisch jederzeit eine neue NICHT ROTE Couch auftauchen könnte. Langsam allerdings setzt die Erkenntnis ein, dass der magische Couch-Austausch wohl noch einige Monate auf sich warten lässt. Von daher fange ich nun an, Kissen, Vorhänge und Dekokrams fürs Wohnzimmer zu basteln. Heute erstmal ganz bescheiden, zwei Sofakissen. In Kürze noch eine Nackenrolle und ein Sitzkissen, denk ich. Dann muss ich erstmal nach Vorhangstoff suchen…

So und jetzt ab zum Mädelsabend!

Die letzten Urlaubsmitbringsel

Es war ruhig hier in der letzten Woche, ich weiß. Ich war bzw. bin ziemlich erkältet und habe daher meine Freizeit hauptsächlich im Bett verbracht. Dieses warm-kalt-nass-schwül-Wetter kann einen schon ziemlich umhauen. Alle Zeit, die ich nicht im Bett verbracht hab, habe ich mit dem Packen von Stoffpaketen verbracht, denn kaum sind die Sommerferien vorbei, ist im Dawanda-Shop die Hölle los… zum Glück kriege ich am nächsten Wochenende viele neue Stoffe.

Gestern, am Sonntag, ging es mir zwar schon etwas besser, trotzdem bin ich aber nicht so recht zu sieben Sachen gekommen. Zum einen, weil meine Mutter uns für einige Tage besucht und dann vor allem, weil der Großteil des Sonntags leider von der Montage dieser Tür eingenommen wurde:

Eigentlich ist Türen einbauen nicht so schwierig, vorausgesetzt, die Tür, der Rahmen und der Boden sind in etwa rechtwinklig… Dies war allerdings bei unserer Baumarkttür nicht der Fall. Sie saß immer entweder gerade, dann ging sie aber nicht zu, oder sie war schief, ging zu, ließ sich aber nicht verspreizen, oder, was am unangenehmsten war, fiel mitsamt Rahmen einfach aus dem Loch raus und KABAUZ auf den Boden… es wurde also viel geflucht, geschoben, gezerrt und gemessen und wenig gekocht, gebacken, gebastelt und genäht…

Schlussendlich ist sie aber nun an Ort und Stelle, lässt sich schließen und wackelt nicht. Sie trennt nun das Arbeitszimmer vom MuFuZi*, was schon lang überfällig ist, damit unsere Gäste in Ruhe schlafen können, wir die Nachbarn nicht mehr ganz so stark mit unserer Musik belästigen und ich auch nähen kann, wenn der Gatte nebenan arbeitet. Leider gibt es deshalb aber heute keine 7 Sachen.

Als „Ersatz“ gibt’s noch die letzten beiden Urlaubsmitbringsel zu zeigen:

Nummer eins: Ein Kosmetiktäschchen. Für mich mich mich… juhuu. Ich habe schon etliche dieser Täschchen für den Dawanda-Shop genäht, aber noch nicht ein einziges für mich. Aber da ich im Urlaub (fast) nur für mich genäht hab, durfte auch meine Schminke jetzt endlich in ein hübsches Täschchen umziehen.

Genäht habe ich sie nach dem gleichen Prinzip, wie Anna ihre Make-up-Pouches näht, nur von den Proportionen anders und zusätzlich mit Volumenflies verstärkt.

Nummer zwei: Ein geflochtener Loop-Schal. Auch für mich, hihi.

Auf die Idee gebracht hat mich Frl. Vintage. Ich habe den ungeflochtenen Schal/Schlauch aus zwei Stoffen zusammengesetzt, habe einen geflochtenen Schal aus Baumwoll-Vichykaro und einen aus Jersey angefertigt. Die Länge meiner Zöpfe ist ca. 130cm.

 

*MuFuZi = MultiFunktionsZimmer, kurz für Gäste-Näh-Bastel-Musikzimmer

7 Sachen

Immer wieder sonntags an dieser Stelle und bei vielen anderen, angeführt von Frau Liebe, sieben Bilder von sieben Sachen, für die wir am (gestrigen) Sonntag unsere Hände gebraucht haben:

Die Spülmaschine ausgeräumt.

Den Blumen eine Spüli-Laugen-Dusche verpasst, um ihnen die ungebetenen Gäste auszutreiben.

Cookies gebacken.

Erfolgreich bei der Anbringung von zwei Wandlampen im Schlafzimmer assistiert.

Eine Stiftrollen-Bestellung fertig genäht.

Ein bisschen was gestempelt.

Zwei Brote gebacken.

Großer Sommerputz und Flurdeko

Ich habe mir tatsächlich eine Liste gemacht für den Hausputz, wie vorgestern angekündigt. Streng nach Zen Habits. Eine Liste der Tasks inkl. Zeitfenstern und Pufferzonen für unvorhergesehene Ereignisse. So sah sie aus:

Und dann bin ich streng danach vorgegangen. Ich musste feststellen, dass ich den Zeitbedarf teilweise recht falsch eingeschätzt hab. Aufräumen hat viiiiiiiel länger gebraucht, anderes ging dafür schneller. Außerdem hat mein Mann das Staubsaugen übernommen, was ich sehr gut fand, den staubsaugen kann ich ja mal sowas von gar nicht leiden. Bäh. Insgesamt kann ich stolz verkünden, ich bin sogar vor 17 Uhr fertig geworden und habe dabei in einem Anfall von Fensterfleiß nicht nur die aufgezählten, sondern gleich  mal alle geputzt.

Außerdem habe ich schon gestern das Flurdeko-Projekt abgeschlossen. Wir haben seit langem die Tradition, unsere Gäste mit einer Sofortbildkamera (zuerst mit einer Original Polaroid, jetzt mit einer Fuji Instax) zu fotografieren. Sie dürfen uns dann auch noch einen lieben Gruß oder dummen Spruch auf das Foto schreiben und wir hängen es in unserem Flur auf. Auf diese Weise ist in den letzten Jahren ein beachtliche Sammlung einzigartiger Fotos entstanden. Nach wie vor hat dieses „nur eine Chance“ einfach einen ganz anderen Reiz als herkömmliche Partyfotos. Mit dem Umzug in die neue Wohnung hatten wir erstmal im neuen Flur keinen Platz mehr für die Fotos. Um ihnen endlich ein würdiges zu Hause zu geben, haben wir daher nach einem Rahmen gesucht. Einem schönen barocken goldigen Rahmen. Schließlich hat meine Schwester einen Spiegel bei ebay-Kleinanzeigen gefunden, der passte. So haben wir nun die Fotos also in einem Spiegel gerahmt. Wobei es mehr Fotos als Platz gab, finde ich aber nicht schlimm. Mit den Fotos ist nun nochmal ein ganzes Stück „zu Hause“ eingezogen, denn wir verbinden viele lustige Erinnerungen damit.

Lunchbox-Rezepte II: Vegetarischer Flammkuchen (plus Projektabschluss)

Die erste zuckerfreie Woche ist vorbei. Und fast ohne schummeln geschafft. Das bedeutet zwar leider auch, dass die erste Chef-weg-Woche und damit die erste der dreiwöchigen Gnadenfrist, bis mein Paper fertig sein muss, auch vorbei ist. Aber wir wollen uns mal am positiven festklammern.

Zunächst hatte ich ja angekündigt zum Thema „zuckerfreie Wochen“ noch ein-zwei Worte zu verlieren: Ich vertrage, auf Grund einer Stoffwechselproblematik, Zucker nicht besonders gut. Er macht mir Verdauungs-, Schlaf- und Hautprobleme. Normalerweise kann ich das mit Tabletten einigermaßen hinbiegen, aber so ca. alle paar Monate merke ich, dass es mal wieder Zeit ist, eine Zucker-Verschnaufpause einzulegen. Dann bemühe ich mich, einige Wochen lang streng auf Zucker und möglichst auch auf Weißmehl zu verzichten. Das macht gar keinen Spaß und es gibt nie einen guten Zeitpunkt dafür, immer feiert gerade jemand Geburtstag, es ist schlechtes Wetter, das nach Kakao ruft, ein Festtag naht oder man muss dringend Eiskaffee trinken. Also muss ich einfach durch. In gewisser Weise ist es auch erhellend mal auf Zucker zu verzichten. Man merkt zum Beispiel deutlich, wie Zucker das Hungergefühl nährt und wie viel weniger man nach einiger Zeit nach Zwischenmahlzeiten lechzt. Außerdem schmeckt man nach ein paar Tagen alles viel süßer. Trotzdem, toll ist anders und deshalb freu ich mich über die erste einigermaßen geglückte Woche. Es ist nämlich auch rein praktisch ziemlich mühsam, man ahnt ja nicht, wo überall Zucker drin ist. Glücklicherweise gehen zumindest im geringen Umfang Fruchtdicksäfte und Honig zum süßen von bspw. Nudel- und Salatsoßen.

Aus aktuellem Anlass also auch alle Rezepte dieser Tage eher herzhaft, vollkornig und zuckerfrei. So wie heute in meiner Lunchbox: Vegetarischer Flammkuchen a la Lorraine.

Man braucht (wie immer in order of appearance):

  • 450 g Mehl
  • 230 ml Wasser (bei Vollkornmehl, Weißmehl braucht etwas weniger)
  • 50 g Öl
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 1TL Salz
  • 1TL Honig
  • 200g Tofu natur
  • Sojasoße, Senf, Rauchsalz
  • 1 Becher Schmand
  • 1 Becher Saure Sahne
  • 200g geriebener Emmentaler
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 Zwiebel
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Der Teig reicht für zwei Bleche, der Belag nur für eins. Ich friere immer den halben Teig nach der ersten Geh-Phase ein, man kann ihn auch für Pizza benutzen.

  • Mehl und Salz  in eine Schüssel geben, eine Kuhle reindrücken, das Wasser, den Honig und die Hefe reingeben, mit etwas Mehl bestreuen und 15 Minuten vorgehen lassen. Dann das Öl dazu und lange und gut mit der Maschine kneten. 30 Minuten gehen lassen. Dann den Teig teilen, die Hälfte einfrieren. Die andere Hälfte entweder für 8 Stunden im Kühlschrank oder für weitere 15 Minuten draußen gehen lassen.
  • Den Tofu bröseln und mit Sojasoße, Senf und Rauchsalz marinieren. 20-30 Minuten durchziehen lassen.
  • Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
  • Den Schmand mit der Sauren Sahne und dem Käse verrühren. Den Lauch in feine Ringe schneiden, die Zwiebel fein würfeln. Tofu, Lauch, Zwiebel unter die Käsecreme rühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  • Den Teig dünn ausrollen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit dem Belag bestreichen. 20-25 Minuten auf der mittleren Schiene backen.

So sieht das ganze dann in der Lunchbox aus:

Schmeckt aber auch frisch und warm mit einem Salat und einem Glas Weißwein.

Außerdem schulde ich ja noch die Lösung des Rätsels mit den lackierten Platten:

Es handelt sich um Wandpaneele für die Küche !

         

Unsere Küche hatte keinen Fließenspiegel. Das sah ziemlich weiß und kalt aus und war außerdem äußerst unpraktisch. Bereits nach der ersten Marmelade fanden sich lila Spritzer an der Wand, die nicht mehr weggingen und wir mussten befürchten, es würden sich bald noch Tomatensoße und Kaffee hinzu gesellen. Weil einfaches lackieren der Wand nicht so nett für den Nachmieter ist (insb. bei geputzten Wänden) und gekaufte Paneele teuer und langweilig sind, haben wir uns für die Selbstmach-Variante entschieden.

Dazu haben wir genau passendes Sperrholz der Stärke 4mm zusägen (in zwei Stücken, weils einfacher zu transportieren und anzubringen ist) und uns eine schöne Farbe Lack anmischen lassen. Weil wir uns nicht recht zwischen lila und bordeaux einigen konnten, ist es jetzt pflaumefarben geworden. Ich habe die Platten erst mit Vorstreichfarbe grundiert, dann mit Körnung 240 und 320 geschliffen und dann insg. 3 mal in lila lackiert jeweils mit Zwischenschliff mit 320er Papier. Danach war immer noch ein Hauch von Wolken erkennbar, so dass ich sie, als sie schon an der Wand hingen noch einmal dünn überlackiert habe. Dies erst an der Wand um Montage-bedingte Macken ausbessern und beim endgültigen Lichteinfall arbeiten zu können. Nachdem also eine halbe Woche lang jeden Abend lackieren angesagt war, sind wir nun auch ganz froh, den Wohnzimmerfußboden wieder betreten zu können.

Wir haben die Paneele mit Powerstrips befestigt, um sie später mal möglichst spurlos wieder entfernen zu können. Hat bei dem einen toll, beim anderen nicht so gut geklappt. Hier werden wir die eine Ecke, die sich immernoch hartnäckig von der Wand löst, nun wohl doch mit Montagekleber befestigen müssen. Jetzt muss das ganze noch am Wand- und Arbeitsplattenanschluss silikoniert werden und dann ist es fertig. Abwischen klappt schonmal super, hab ich mit der Marmelade am Sonntag gleich mal ausgiebig ausprobiert 😉

7 Sachen

Frau Liebe hat’s erfunden, ich mache gern mit: Sieben Fotos von sieben Sachen, für die ich am Sonntag meine Hände gebraucht habe, ob fünf Minuten oder fünf Stunden ist egal…

Eine neue Tischdecke aufgelegt und den Frühstückstisch gedeckt.

Letzte Hand an unsere neuen pflaume-farbenen Wandpaneele angelegt, in der Hoffnung, der Wolkigkeit endgültig den Garaus zu machen.

Einen riesengroßen Berg Bügel- und Faltwäsche weggemacht (das ist nicht alles !!!).

Einen ausgedehnten Spaziergang in der Sonne gemacht und dabei einen Blumenstrauß gepflückt…

… und ein paar Brombeeren gesammelt.

Marmelade gekocht (traditionell im Topf und kaltgerührte).

Einen Flammkuchenteig vorbereitet.

Schicksalhaftes Drama mit (beinahe) Happy-End

Mir scheint, ich muss mal was gegen das allgemeine Blog-Sommerloch unternehmen. Eine gute Gelegenheit von meinem „Abenteuer Jersey-Oberteil“ zu berichten. Die Entstehungsgeschichte würde einem Rosamunde Pilcher-Film alle Ehre machen, war aber leider länger als die hierfür vorgeschriebenen 90 Minuten. Es ging eigentlich ganz harmonisch los, dann schien schon alles verloren, einige unvorhersehbare schwere Schicksalsschläge und dann am Ende doch alles nochmal versöhnlich ausgegangen.

Ich hege seit langem ein tiefes Misstrauen gegenüber Jersey und sonstigen Elastikstoffen. Schnitte, die elastische Stoffe erfordern, fasse ich normalerweise aus Prinzip nicht an. Ich fürchte, dass weder ich, noch meine Nähmaschine in der Lage sind, einen elastischen Stoff ordentlich zu verarbeiten. Außerdem ist das abmessen wegen dem doofen zusammenziehen auch schwierig. Aber dann hat Anna von noodlehead mit den „Sewing with knits Mondays“ angefangen. Und ich hatte sowieso nach den vielen Kissen total Lust, was zum anziehen zu nähen. Und außerdem hab ich da so’n Kleid, dass ich mir so gern nochmal nähen würde und das muss auch aus Strickstoff sein. Da hat mich dieses Top in Versuchung geführt, die kategorische Jersey-Ablehnung mal kurz zu vergessen. Ein 1Dollar-1Hour-Project, wie schwer kann das schon sein… (merkt ihr schon wie diese Atmosphäre von falscher Sicherheit entsteht, als würde sich was zusammenbrauen?).

Ich hatte da diesen fliederfarbenen Pünktchenstoff auf dem Tisch liegen, der war im Angebot gewesen und schien mir daher für ein unverbindliches kleines Versuchsprojekt prädestiniert.

Also los… schnell ein T-Shirt rausgekramt und wie im Tutorial einen Schnitt gebastelt. (Die Charaktere steuern vollkommen ahnungslos auf das unvermeidliche Drama zu) Den Schnitt auf den Stoff gelegt und da… die erste dramatische Wendung: Weil ich den Stoff eigentlich für einen Schal gekauft hatte, war es nur ein halber Meter. Und das war, wie man sieht, ca. eine Hand breit zu kurz…

Nun hab ich ja auf Grund der nur 1,10m breiten afrikanischen Stoffe schon Erfahrung im Umgang mit Stoffknappheit. Ich habe mir also überlegt, dass das Shirt bestimmt ohnehin viel besser aussieht, wenn es unten einen Bund hat und habe aus dem Reststück, neben der Ärmel- und Ausschnittstreifen auch noch einen doppelt liegenden Bund zugeschnitten.

Und dann gings los mit nähen. Streifen an den Kragen annähen easy. Streifen umbügeln, is ja schnell gemacht. Denkste. Dieser blöde schmale Jerseystreifen wollte sich einfach dauernd verrollen und partout überhaupt keine schöne Kante machen. Ich grummelte vor mich hin und fand mich in all meiner Jersey-Abneigung bestätigt. Trotzdem hab ich gewonnen und das blöde Ding angezickzackt. Ha! Dann die Seiten geschlossen, den Bund unten angenäht und nur noch gefühlt 3 Stunden fürs umbügeln der Ärmelbündchen gebraucht – fertig. Zwar hab ich’s nicht in einer Stunde geschafft, aber jetzt war ich eh schon zu lang auf, da sind auch 2,5 Stunden drin…

Nur sah das ganze fertige Oberteil dann, weder an mir, noch am Bügel, wirklich ansprechend, geschweige denn im entferntesten so wie auf Annas Fotos, aus. Das einzige was mir gefiel war mein angenähtes Bündchen. Das saß auch gut. Aber der Ausschnitt war viel zu hoch, die Armlöcher etwas klein. Hm, ja ich weiß, ich hätte vielleicht den zusätzlichen Streifen einplanen und keine Nahtzugabe draufschlagen sollen, nachher ist man immer schlauer. Außerdem zog sich der Ausschnitt vorne wie hinten schief zurecht. Und das gezickzackte Bündchen sah sowieso total doof und unsauber aus. Männo.

   

Da musste ich mich erstmal geschlagen geben und schlafen gehen.  Gestern hab ich dann die ganzen blöden Saumstreifen wieder abgetrennt, den Ausschnitt und die Arme größer gemacht und … hatte dann keinen Stoff mehr für neue Streifen. Halber Meter= Schal= kein Oberteil. Mensch… (Alles wirkt aussichtslos, doch dann, wie aus dem Nichts taucht ein neuer, unbekannter, lange verschollener Verwandter/Bekannter/Geliebter auf…)

Zum Glück hatte meine Jersey-Euphorie (ich naives Ding) mich dazu bewegt, mir schonmal dunkellila Stoff für das geplante Kleid zu kaufen. Und zwar genug… So dass ich dort einen Streifen erübrigen konnte. Also habe ich dann schließlich die deutlich vergrößerten Armausschnitte mit jeweils der Hälfte des ehemaligen Kragenstreifens versäumt, und zwar als stinknormale Saumstreifen, ohne umbügeln, Zickzack und Murks. Und den Kragen mit einem dunkellila Streifen, der dankenswerterweise zudem etwas dicker, weniger elastisch und damit auch weniger rollanfällig war. Weil ich nun einmal so innovativ zugange war, und es mir ziemlich gegen den Strich ging, dass die Nahtzugaben auch nach ordentlichem Einkürzen immernoch unordentlich und krumpelig aussahen, hab ich zudem auch noch äußerst vorbildlich und eigenmächtig alle Nahtzugaben Zickzack-versäubert. Jetzt hat mein Oberteil zwar bis auf die Rückenpartie nichts mehr mit dem Tutorial gemein, gefällt mir aber ganz gut. Es könnte für meine Begriffe noch eine Handbreit länger sein, aber das gab der Stoff nun wirklich nicht her und passen tut es auch so. (Erleichterung pur, gerade nochmal vor den Nachrichten zum glücklichen Abschluss gekommen.)

Ich bin stolz wie Oskar auf meine ordentlichen Nahtzugaben, denn da bin ich manchmal bei Sachen für mich selbst etwas schludrig. Erstaunlicherweise hat meine Nähmaschine an dem elastischen Stoff rein gar nichts auszusetzen gehabt (naja, außer als ich wollte, dass sie zwei verschiedene Stoffe verbindet, aber das ist nun auch WIRKLICH viel verlangt) und ich bin daher nun verhalten optimistisch, was das Jersey-Kleid anbelangt…

                          

Achja, das ominöse Holzplattenprojekt befindet sich nun in Phase 2: Zwei eckige Löcher und lila Lack – heute abend gehts damit weiter.

7 Sachen unterwegs

Da wir am gestrigen Sonntag die meiste Zeit auf Reisen waren, gibt es die 7 Sachen erst heute. Außerdem sind leider, wegen der gebotenen Eile, die meisten Fotos etwas unscharf geworden. Hierfür bitte ich vielmals um Entschuldigung. Also hier nun: Sieben Sachen für die ich am gestrigen Sonntag meine Hände gebraucht habe, nach einer Idee von Frau Liebe.

Sehr früh am Sonntag: Kirschkuchen aus dem Ofen genommen, ihn einige Stunden später reisefertig gemacht.

Wäsche aufgehängt.

„Noch schnell“ die Nägel lackiert, zu ungeduldig gewesen, verschmiert, im Auto nochmal lackiert.

Etwa die Hälfte der zweiten Vorderseite meiner Sommerstrickjacke fertig gestrickt, während die bundesdeutsche Autobahn an mir vorbeisegelte.

Kirschkuchen verspeist.

Bei der Zubereitung von mediterranem Fisch mit Tomatenkruste und Rosmarinkartoffeln (hier im Bild) assistiert und sie nachher gegessen.

Unsere Aloe vera, die auf dem schwiegermütterlichen Balkon wegen Lichtmangels in Kur war, wieder in Empfang genommen und nach Hause transportiert (die fachkundige Verzurrung hat der liebe Gatte angebracht und geschleppt hat er sie auch, ich hab sie nur gestreichelt mich gefreut, dass sie wieder bei uns ist.)