Sonntagssachen 34/2018

Vorgelesen. Yoga praktiziert. Sehr viel darüber diskutiert, wer den Roller vom Bäcker wieder nach Hause befördern muss. Äpfel geschält und gestückelt. Mini-Mini bis Mini Klamotten durchsortiert. Kuchen gegessen. Dinge für Burrito auf den Tisch gestellt. Futterstoffreststücke gekettelt um sie dem Kindergarten zu schenken.

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Service:

Der Apfelkuchen war schon das zweite sehr leckere Rezept, das ich dieses Jahr probiert hab: Äpfel-Bienenstich. Auch toll und simpelst Französische Apfeltarte.

Bloggen gegen die Bequemlichkeit: Day of the Girl oder Wie ich zur Feministin wurde

Heute ist der #dayofthegirl, der Tag an dem darauf aufmerksam gemacht wird, dass Mädchen auf vielen Ebenen und vielerorts immernoch erheblich benachteiligt sind. Das ist ein sehr guter Anlass, um einen Text fertigzuschreiben, der schon länger in meinen Entwürfen rumliegt.

Vor ein paar Wochen bekam ich (und einige weitere Kolleginnen) eine Mail von einer Kollegin mit einem Feedback zu gemeinsam erarbeiteten Materialien in der der sehr nette Satz stand „Sorry, montags neige ich zu extremem Feminismus.“ Ich schrieb sinngemäß zurück, ich würde ihr beipflichten und das nicht nur montags.

Diese kleine Anekdote hat mir etwas vergegenwärtigt, das ich schon lang mal verbloggen wollte: warum ich Feministin bin. Und ich reihe das hier mal gegen die Bequemlichkeit ein, weil die Zuwendung zum Feminismus, so erlebe ich es bei vielen, zunächst viel mit Unbequemlichkeit zu tun hat und ein großer Schritt aus der Komfortzone ist.

Ich denke, ich spreche von mir als Feministin vielleicht so seit vier bis fünf Jahren. Das fällt nicht zufällig ganz gut mit dem Alter des Minimensch zusammen, das ist aber nur ein Teilaspekt, die halbe Geschichte, das Ende einer längeren Entwicklung.

Aber beginnen wir von vorn. Ich wuchs auf in der absolut festen Überzeugung, dass ich alles werden und alles erreichen kann. Meine Eltern haben, meiner Erinnerung nach niemals irgendetwas mit „Mädchen sein“ oder „Junge sein“ begründet, erklärt oder verboten. In der Grundschule hatte ich zwar ein erstes Erlebnis mit geschlechter-begründeter Ungerechtigkeit, als unsere Lehrerin in der ersten Klasse die Jungen zu wild und im Unterricht störend fand und deshalb zwischen die Jungs jeweils ein Mädchen, quasi als Pufferzone, setzte. Das war unschön und ich habe das Problem der mich von rechts und links störenden Jungs elegant gelöst, indem ich fortan dem Unterricht von unter dem Tisch sitzend folgte. Das hat die Lehrerin im Endeffekt zur Besinnung gebracht. Das nächste Erlebnis, das mir vor Augen führte, dass Mädchen scheinbar anders behandelt werden als Jungs trug sich im Physikunterricht der siebten Klasse zu. Unser Lehrer Herr B. schaffte es nämlich auf beeindruckende Weise, dass in einer Klasse mit 5 Jungs und 13 Mädchen ausschließlich Jungs die Experimente durchführten und ausschließlich Mädchen nachher diese aufräumen mussten. Er nannte außerdem die 5 Jungs beim korrekten Namen, demgegenüber nannte er *alle* Mädchen in der Klasse „Elisabeth“. Ich trug Desillusion und ein mangelndes Interesse an Physik davon. Gut gemacht, Herr B.

Weiterhin stellte ich aber nicht infrage, dass ich im Leben alles machen und erreichen können würde, was ich wollte. Und ich glaube, das ist eine Grundüberzeugung, die Frauen meiner Generation in der Pubertät und ihren frühen 20ern einte. Die Gleichberechtigung war doch durch, oder? Waren wir nicht besser in der Schule als die Jungs, ehrgeiziger, angepasster, zielstrebiger – was sollte uns denn schon aufhalten? Ich werde heute oft etwas wehmütig wenn ich die gleiche Überzeugung an Studentinnen sehe. Diese „ach, wer braucht denn noch Frauenförderung, Gleichstellungsgerede und gendergerechte Sprache? Wir haben doch alles was wir wollen!“-Attitüde. Tja, I beg to differ. Also jetzt.

Ich studierte ein relativ egalitäres Fach, Wiwi hat etwa 52% Absolventinnenquote. Selbst in der Promotion waren noch gefühlt gleich viel Frauen und Männer Wegbegleiter*innen (sind es nicht, etwa 40% sind Frauen, sagt die Statistik). Dennoch mehrten sich Gespräche und Erfahrungen, die mir sagten: „es ist irgendwas schief hier.“ Da wurde eine gefragt, ob sie in eine Berufungskommission gehen könne, weil halt schon die Profs nur Männer seien, da müssten doch wenigstens eine Studentin und eine Mitarbeiterin ran. Da saß ich in Gremiensitzungen, oft als einzige Frau oder eine von zweien und die anwesenden Professoren machten lustig-schlüpfrige Bemerkungen über die Doktorandinnen eines nicht anwesenden Kollegen („Also an der herausragenden Qualifikation liegt es wohl nicht. HAHAHA“) Da standen Studentinnen vor mir und erklärten mir, sie könnten leider die Aufgaben mit Formeln nicht, denn sie seien halt Mädchen und deshalb schlecht in Mathe. Hätte ihre Mama auch gesagt, dass das normal sei. Da bekam ich mehrfach von verschiedenen Professoren gesagt, dass heutzutage ja Frauen geradezu übervorteilt würden im Wissenschaftssystem. Da kriegte ich Texte, die ich gendergerecht verfasst hatte von meinem Chef zurück mit dem Hinweis, ich solle mal nicht so überkorrekt sein. Da war absolut jedem an der Fakultät klar, dass ein bestimmter Professor nur blonde Frauen einstellt, ein anderer besser zu meiden sei bei informellen Anlässen und wenn Sekt im Spiel sei. Und ich begann mich zu fragen, ob ich in dieser Kultur der Männerbünde ständig als einzige Frau den Kampf kämpfen will. Ob ich Lust habe, mein Berufsleben lang an der Grenze zwischen „die hat den Posten ja nur weil sie die Frau war“ und „die kriegt bestimmt Kinder, wie soll das denn gehen“ zu beginnen und in ebensolchem Umfeld weiter zu führen. Und schließlich wurde mir immer offensichtlicher, dass die Art, wie man in Deutschland Professor wird, nämlich über eine Reihe von sehr kurzen Beschäftigungen als Lehrstuhlvertretung an schnell wechselnden Orten und dann über Bewerbungen in mindestens ganz Deutschland so maximal familiengründungs-feindlich ist, dass weder ich noch der Mann das wirklich ernsthaft machen wollten. Und dass dieser Berufseinstieg letztlich dazu führt, dass sich auch in Zukunft dort Männer finden werden, die entweder keine Familie haben oder denen Teilhabe an der Familie weitgehend egal ist, denen eine Frau „den Rücken frei hält“. Das reproduziert die gleichen Boys-clubs die jetzt schon da sind, halt nur in jünger.

Und ohne es recht greifen zu können, wurde ich feministisch radikalisiert. Mit dem krönenden Abschluss der Erfahrung Kinder zu bekommen und sofort einem solch riesigen Paket an Rollenerwartungen ausgesetzt zu werden, dass einer ganz schwindelig werden kann. Und sah mit welchen krassen Rollenerwartungen schon minikleine Kinder konfrontiert sind. Mein lieber Scholli, wo ist denn die heile Welt der 80er hin? Als alles bunt und für Kinder und nicht blau-technisch für Jungs und rosa-crappy für Mädchen war?

Und so begann ich meine Karriere als Feministin. Heute bin ich in Beratungsgesprächen mit jungen Doktorandinnen knallhart ehrlich, wenn es um diese Dinge geht. Und bemühe mich nach Kräften, zumindest an meiner Wirkungsstätte systemisch gegen Boys-Club-Mentalität in der Wissenschaft vorzugehen. Und ziehe meine Kinder so neutral wie möglich an. Und erkläre meinem Sohn und all seinen verblendeten Freundinnen hundertfach, dass es keine Jungsfarben und Mädchenfarben gibt, sondern alle Farben Kinderfarben sind. Und bestehe dauernd auf geschlechtergerechte Sprache, weil ich will, dass es selbstverständlich ist, dass Frauen sprachlich da sind. Weil ich finde, dass wir jetzt lang genug gefeiert haben, dass Frauen wählen und studieren dürfen. Jetzt wäre es mal an der Zeit dafür, dass Frauen auch bestimmen dürfen und sein wie sie wollen und was sie wollen. Dass Frauen sich nicht zähneknirschend beleidigen lassen müssen von schlechtem Pennälerhumor und schlimmerem, und das Wort „Quotenfrau“ auf dem Müllhaufen der deutschen Sprache landet. Ich kenne viele Frauen in etwa meinem Alter, denen es ganz ähnlich geht. Die glaubten, feminismus sei unwichtig geworden, so’n Privat-ding von Alice Schwarzer und Frauen mit Doppelnamen in politischen Parteien. Und die heute desillusioniert sind und sagen müssen: Well, nein. Doch nicht. Es ist noch so viel zu tun.

Sonntagssachen 33/2018

Den kalt gegangenen Kürbisstuten reingeholt. Dinge über Steinzeitmenschen vorgelesen. Der Kürbisstuten wurde leider etwas dunkel aber lecker – das optimiere ich noch. Kindergartenfest, Waffeln, gutes Wetter, zufriedenes Kind – ich lernte, dass in einer anderen Gruppe eine spinnende Erzieherin ist und dort Wolle kadiert und dann zum Filzen genutzt wurde. Kletterkind. Entspannter Kaffee in der Sonne. Kichererbsen eingeweicht. Falafeltasche vertilgt. Eine ziemlich wild gemusterte Schlafanzughose aus Waxprint genäht, mit exakt dem letzten Zentimeter Unterfaden fertig geworden und direkt angezogen.

Me made Mittwoch: Ballerinen

Heute zeige ich euch mein Büro-Outfit von gestern. Ich trug einen Rock, den ich schon länger habe, aber evtl nicht im Blog zeigte, weil es der fünfte oder sechste Rock nach dem Schnitt Simplicity 2451 ist. Dazu eine nagelneue Bluse mit Ballerinen drauf:

Den Ballerina-Stoff musste ich einfach mitnehmen als ich eigentlich nur den Stoff für meinen Morgenmantel bei Alfatex kaufen wollte. Es ist ein sehr feiner Viskosecrepe, der sich fürchterlich verzieht, wenn man ihn nur schief anguckt aber sehr schön fällt und sich schön anfühlt.

Der Blusenschnitt ist „Pam“ aus der La Maison Victor. Allerdings hab ich den bis zur Unkenntlichkeit verändert. Ich habe Abnäher im Rücken hinzugefügt, Taille schmaler gemacht und statt des Schlitzes einen Rundhalsausschnitt gemacht. Der Inhalt der Falten kommt von FBA, den hab ich in den Halsausschnitt statt in die Brustabnäher gedreht.

Ich bin mit der Bluse an sich sehr zufrieden, genauso wie mit der zweiten Pam, die ich in letzter Zeit genäht habe. Allerdings hab ich jetzt auch erstmal wieder genug von Flutschviskose.

Und damit gehe ich nun noch ganz schnell rüber zum Me made Mittwoch. Katharina zeigt dort auch Dienstkleidung, heute.

Bloggen gegen die Bequemlichkeit: sichtbar gegen Rechts

Auch so ein Punkt: Was zur Hölle kann man im Alltag gegen die braune Versumpfung dieses Landes tun?

Fangen wir banal an: vernünftig wählen. Nicht nur nicht AfD, Reps, NPD und ProWasauchimmer. Wer konservativ ist, sollte sich dennoch fragen, ob er oder sie durch eine Stimme für die CDU auch der CSU den Weg ebnen will. Wer liberal ist, sollte sich trotzdem fragen, ob er oder sie das offensichtliche Fischen am rechten Rand durch Kubicki und Co mittragen kann. Und wer Links wählt sollte sich fragen, ob die rassistische und pro-russische Politik von Sahra Wagenknecht denn wohl dem eigenen Verständnis von links entspricht. Und lautet die Antwort „Nein“, so wäre es doch gut, die betreffenden konservativen, Liberalen, linken Politiker darüber in Kenntnis zu setzen, dass ihnen ihre Nazi-Verharmloser-Parteifreunde gerade die Wählerbasis wegekeln. Und wo wir schonmal dabei sind: schon über einen Parteieintritt nachgedacht?

Fast genauso banal: Geld hilft. Organisationen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, das Bündnis „unteilbar“, Exit, Netz gegen Nazis oder NSU Watch aber auch unzählige lokale Initiativen leisten wertvolle Arbeit gegen Rechts und sind oft auf Ehrenamt und Spenden angewiesen.

Den Hintern hochkriegen: „Geh mal wieder auf die Straße“ (das zugehörige Ärzte-Lied habe ich vor kurzem dem Minimensch nahe gebracht) – einfach mal auf ne Demo gehen. Oder halt auch öfter mal. Vielleicht sogar wöchentlich. In jedem Fall gilt: Wenn in deiner Stadt eine rechte Demo stattfinden soll, dann musst du zur Gegendemo gehen. Keine Ausreden. Bringt nix? Hast du mal die Bilder vom Women’s March gesehen? Oder wie Beatrix von Storch in München nicht zu verstehen war, weil so viele wackere Gegendemonstranten dagegen angebrüllt, gepfiffen und getrommelt haben? Zu zeigen, dass dem Nazimob die Straße nicht gehört und dass auch nicht nur sog. ‚linke Autonome‘ dagegen stehen, sondern einfach jede*r mit gesundem Menschenverstand ist zwar nicht das einzige was zu tun ist, aber eben doch eine wichtige Basis. #wirsindmehr kann nicht nur auf Twitter gelten, sondern muss auch in der echten Welt sichtbar sein.

Apropos: Nach außen tragen, dass rechter Mist nicht ok ist, sollte jeden Tag selbstverständlich sein. Z.B. mittels Button, Shirt oder Einkaufsbeutel. Zu bestellen hier, hier oder auch hier oder an vielen anderen Stellen (keine affiliate Links, nur was ich so gefunden hab – such dir selbst was aus, es gibt unendlich viel Auswahl). Oder auch selbst zu machen – ich verweise hier auf die wundervolle Tasche der Drehumdiebolzeningenieurin und wetze schonmal die Stofffarbe. Oder vielleicht eine neue Bürotasse bemalen? Ich ersetze erstmal ein paar Stoffbeutel durch welche mit Message, die kommen ja viel rum.

Und dann, ganz wichtig: Gegenrede! natürlich mag es nutzlos sein, zu versuchen eingefleischte Rassisten wie Höcke, Gauland, von Storch und schlimmere wieder auf den Weg des gesunden Menschenverstands diskutieren zu wollen. Aber die richtig schlimmen Rassisten sind nicht die einzigen Wähler der AfD. Aber wie viele Menschen kennst du, die AfD wählen weil „die ja wenigstens den Mund auf machen“, „die anderen Parteien ja nichts tun“, „die da oben uns vergessen haben“ usw? Und wieviele kennst du, die zumindest zugucken und im stillen hier und da zustimmen? Erschreckend viele. An der Kasse in der Schlange, an der Theke beim Bäcker, im Bus, im Treppenhaus, an der verwandtschaftlichen Kaffeetafel, beim Klassentreffen, in der Musikschule oder im Turnverein. Hand aufs Herz. Viele. Wie oft sagt jemand abfällig etwas über „naja, solche halt…“ und meint damit Menschen nicht-weiß-nordeuropäischen Aussehens? Wie oft lästert jemand ein klein wenig über Schwule und Lesben? Wie oft äußert sich jemand mit Unverständnis über Barrierefreiheit oder geschlechtergerechte Sprache? Usw. Ich nehme mir derzeit sehr bewusst vor, einfach immer dagegen zu halten. Diese kleinen Sachen zu spiegeln, kritisch zurück zu fragen. Nicht mitzumachen beim stillen Einverständnis „Wir gegen Die da“. Konsequent Ausgrenzungen verbaler Art verweigern, mich nicht gemein machen mit kleinem feinem gesellschaftlich akzeptiertem Rassismus, Homo- und Transfeindlichkeit etc. Kein „das wird man doch noch mal sagen dürfen“ mehr mit mir.

Oft ist das übrigens erstaunlich wenig konfrontativ. Eine einzige kleine Verständnisfrage „Nein, ich weiß gar nicht was Sie meinen. deuten Sie an, dass Menschen, die nicht weiß sind, generell mit Misstrauen behandelt werden sollten?“ löst oft schon sofortigen Rückzug aus. Und ich habe durch den einfachen Satz „Ich gehöre zum Glück keiner diskriminierten Minderheit an, deshalb maße ich mir nicht an, zu beurteilen, wie über Menschen mit anderem Aussehen oder einer anderen sexuellen Orientierung zu sprechen ist, sondern höre einfach darauf, was diese Menschen sagen.“ schon erstaunlich viele Menschen zum innehalten und nachdenken gebracht. Dadurch wird niemand sofort seine Meinung ändern, aber vielleicht ja zumindest einen Denkprozess anfangen.

Also los: alle ein bisschen was beitragen, damit niemand sich hier klammheimlich breit macht und auf einmal sind wir gar nicht mehr mehr.

Bloggen gegen die Bequemlichkeit: Wachstuch

Heute gibt es einen Praxis-Tipp zur Plastikvermeidung. Schon lang wurmt mich, dass wir so viele Lebensmittel in Plastik wickeln zum aufbewahren. Käse wird alle 2 Tage neu in Frischhaltefolie verpackt, Brötchen kommen in ZIP-Beutel um sie für den nächsten Tag frisch zu halten, offene Gefäße werden mit Alufolie abgedeckt, was in der Lunchbox nicht rummatschen soll kommt auch in Frischhaltefolie. Zwar ist der Erdöl-Verbrauchsanteil von Plastik sehr gering (das merkt man ganz gut am leichten Gewicht), aber das Recycling von Plastik ist energieintensiv, erfolgt immernoch nicht zu 100% und wenn dann unsere Gelben Säcke entweder verbrannt oder in andere Länder exportiert und dort verklappt werden, da muss man ja nicht mehr zu beitragen als nötig. Plastik ist zwar eben relativ leichter Müll, aber gar kein Müll ist ja immernoch besser.

Also hab ich vor einiger Zeit mal testweise ein 3er Pack Wachstuch zur Aufbewahrung bestellt (das gibt es inzwischen bei vielen Öko-Versendern und auch beim großen Läden mit A). Diese Tücher sind mit Bienenwachs imprägniert und sollen zur Aufbewahrung von allem außer Fleisch gut geeignet sein. Sie kosten allerdings auch ein halbes Einfamilienhaus.

Nach einer Testphase war für uns klar: das klappt gut für uns. Der Käse bleibt sehr viel länger schimmelfrei als in Folie, umpacken unnötig und das Tuch lässt sich super reinigen. Also hab ich jetzt einige solche Tücher selbst gemacht. Das war erstaunlich unkompliziert, der Minimensch könnte super mithelfen und günstig war es auch. 100g Bienenwachs-Pastillen in reinster Qualität gibt es ab 3-4€ (eBay) und daraus konnte ich 5 mittelgroße Tücher (Käseeinschlaggröße) und einen Brötchenbeutel machen. Ich habe mich dabei an diese Anleitung gehalten, aber bräuchte nur je eine Lage Backpapier.

Wir haben jetzt 6 Tücher in passender Größe für Käse oder Butterbrot (30×40), 2 größere zum Abdecken von Schüsseln (40×50), 1 sehr großes (50×60) um unser Brot einzuschlagen. Aus einem weiteren großen in 30×60 habe ich einen Beutel für Brötchen genäht.