Sonntagssachen 35/2017

Wegen abwesendem Minimensch erfolgreich bis 8.21 gedöst! Yeah. Mikromensch nackig rumrollen üben lassen. Den ersten frischen Orangensaft der Saison gemacht – da ist aromatechnisch noch Luft nach oben. Wolle gewickelt – gnarf- ich hasse das. Ich stricke auch nicht gern von selbst gewickelten Knäulen, weil die immer wegrollen und man die von außen nach innen verbrauchen muss. Gibt es da Tricks? Eine Maschenprobe gestrickt, die trotz halb so dünnem Garn und mehr als halb so dicker Nadel genau zur Anleitung passte. Das macht mich recht misstrauisch. Waffeln gegessen und dabei den Minimensch zurück bekommen. Den ersten Rotkohl der Saison gekocht.

Petticoatliebe – Nachlese der AnNÄHerung 2017

Als ich im Januar zur AnNÄHerung fuhr, war ich in der achten Schwangerschaftswoche. Da ich dann recht schnell empfindlich am Bauch würde, habe ich meine dort genähten Projekte seitdem weder im Blog gezeigt, noch getragen. Aber jetzt!

Ich beginne mit dem letzten Stück, das ich dort nähte, ich habe dafür nur den Sonntagvormittag gebraucht: ein schwarzes Petticoat.

Ich wollte schon ewig als Ergänzung zu meinem weißen, sehr steifen Petticoat einen feineren, weicheren Petticoat. Da ich im Winter außerdem nur dunkle Farben trage, bot sich schwarz an. Da meine Hüfte eigentlich breit genug ist, wollte ich außerdem, dass der Rock erst unterhalb der Hüfte „aufspringt“. Nach einigen Überlegungen habe ich mich für folgende Konstruktion entschieden:

– obere Stufe aus elastischer Spitze einlagig, knapp weiter als meine Hüfte an der breitesten Stelle, im oberen Rand ist ein breites Bundgummi mitgefasst.

– ab der zweiten Stufe ist der Rock doppellagig. Der äußere Rock besteht aus einer Stufe Spitze und unten weichem Tüll, der innere Rock hat zwei Stufen aus Tüll.

– die langen Spitze/Tüllbahnen habe ich jeweils mit der Overlock am oberen Rand gekräuselt, das ergibt bei meiner Maschine eine ca 50% Kürzung. Dann habe ich die korrekte Länge anhand der Unterkante der nächst höheren Stufe ausgemessen und die Bahn entsprechend lang angeschnitten und zum Ring geschlossen.

– Ich habe also erst die unteren Teile für außen und innen komplett fertig genäht und dann beide gemeinsam an das obere Stück genäht.

Das Kräuseln war eine super Tätigkeit für ein Nähtreffen weil man dabei sehr schön quatschen kann.

Der untere Saum ist bisher unversäubert. Der Tüll hat eine saubere Kante. Ich könnte natürlich die kompletten über 4 Meter Saumlänge noch mit Schrägband einfassen und dabei evtl auch noch eine Angelschnur mitfassen… aber ich finde derzeit, er bauscht auch so genug.

Seit mir meine üblichen Röcke wieder trage, habe ich ihn schon viele Male getragen und bin schwer verliebt. So fluffig und weich. Ich möchte nun gern noch einen roten, einen altrosa-farbenen, einen nachtblauen und einen in petrol.

Me made Mittwoch: Post-Schwangerschafts-Ashland-Dress

Das heutige Kleid versteckt sich leider etwas unter Strickjacke und Schal, denn es hat nur halbe Ärmel.

Es handelt sich um ein Ashland-Dress allerdings aus Jersey. Genäht habe ich es im Mutterschutz ohne Anprobe nur in Erwartung meiner ungefähren Körbchengröße nach der Geburt. Es passte mir auch tatsächlich in den ersten Wochen gut. Hier ein Bild aus der dritten Lebenswoche des Mikromensch:

Inzwischen ist es mir zu weit. Ich habe es bereits vier Zentimeter enger gemacht. Aber perfekt sitzt es dennoch nicht. Für einen Tag zuhause mit Haushalt und sonst nichts ist es aber ok. Die Knopfleiste ist – der Stilleignung zuliebe mit Druckknöpfen versehen.

Ich werde nun, da ich annähernd Konstante Maße habe, noch ein Ashland aus Webstoff nähen. Der Schnitt gefällt mir schon länger, aber da das auf sehr viele Schnitte zutrifft hat er es bisher noch nicht bis zur Unsetzung gebracht.

Das Tuch, das hier nicht besonders gut zu erkennen ist, ist auch selbst gestrickt. Ich habe es im letzt- und diesjährigen Sommerurlaub gestrickt. Das Muster ist „Diva“ von Drops und das Garn ist Drops Delight. Hier ein Bild im sonnigen Süden:

Auf dem Me made Mittwoch-Blog ist heute Zusza zu Gast in einem Jeanskleid, das aber sowas von toll ist!

Herz voraus!

Als der Minimensch nach 3,5 Wochen Urlaub vor Kurzem wieder in die Kita kam, da freuten er und seine beste Freundin sich unbändig einander wiederzuhaben. Er redete seit Tagen von nichts anderem und sie wohl auch, so erzählte ihre Mutter. Als der Minimensch allerdings dann am ersten Tag kam, da kam sie zwar strahlend angerannt, erklärte aber dann, sie habe eh nur etwas aus dem Vorraum holen wollen. – Ganz offenbar schämte sie sich ihrer Freude.

Diese Begebenheit geht mir sehr nach. Ist es nicht schlimm, dass schon vierjährige Kinder sich ihrer Gefühle schämen? Dass sie zögern ihre Zuneigung sichtbar sein zu lassen?

Ich bin in einer liebevollen Familie groß geworden. In der es normal war über Gefühle zu sprechen. In der offensichtlich vorgelebt war, dass es etwas großartiges ist, andere Menschen lieben zu dürfen und dass Zuneigung und Vertrauen wertvolle Geschenke sind. In der auch immer klar war, dass es eine Bereicherung ist, anderen Menschen mit Toleranz und einem liebenden Blick zu begegnen. In der ich früh gelernt und oft besprochen habe, dass man sich vielfach, hundertfach in Menschen verlieben kann, dass man sich, mit dem richtigen Blick auf die Welt für viele Menschen begeistern und in vielen etwas besonderes entdecken kann.

Ich hatte das große Glück in der Pubertät in einem Bekannten- und Freundeskreis erwachsen werden zu dürfen, in dem keine Spielchen mit den Gefühlen anderer getrieben wurden. In dem es keine Eifersüchteleien gab. In dem Gefühle haben und zeigen kein Grund war, sich zu schämen, keine Schwäche bedeutete. Ein Freundeskreis, der sehr selbstverständlich alters- und geschlechtsgemischt war. In dem Menschen sehr so genommen und geliebt wurden, wie sie sind. In dem es normal war, miteinander zu kuscheln, sich in den Arm zu nehmen, einander zu vermissen und sich zu freuen einander zu sehen.

Ich kenne auch das andere erleben, das viele in der Pubertät durchlaufen. In meinem Schulumfeld, gerade unter Mädchen, war es oft gefährlich, allzu deutlich Zuneigung zu zeigen. es machte eine schwach und verletzlich. Man konnte ausgenutzt oder ausgelacht werden. Schon wegen kleinen „Verfehlungen“ war man persona non grata. Man hatte die eine Freundin gegrüßt, dann konnte man leider nicht mehr mit der anderen befreundet sein. Pech. Man stand auf den falschen Typen, den hatte doch schon die andere reserviert. Und so weiter. Loyalitäten wechselten täglich. Dieses Umfeld allein, hätte mich verkümmern lassen. Noch etwas schlimmer fand ich das übrigens im Auslandshalbjahr in Frankreich. Da war ich, weil ich auch mit Jungs befreundet war sofort eine Schlampe.

So aber habe ich die meiste Zeit meines Lebens erfahren, dass es eine Bereicherung ist, sich Menschen zu öffnen. Ich zögere selten, Menschen zu zeigen, dass ich sie mag. Ich werfe mein Herz weit voraus und meist kommt es zurück und bringt Freunde mit. Nicht immer natürlich, mein Herz hat auch Blessuren davon getragen. Ich habe Menschen sehr gemocht, geliebt, die das nicht erwidert haben. Ich habe mich Menschen geöffnet, die nicht gut für mich waren. Ich bin verletzt oder ausgenutzt worden.

Aber das war es wert. Denn ohne mein weit offenes Herz hätte ich viele großartige Menschen nie oder nicht näher kennengelernt. Ich hätte den Mann nicht, den ich liebe. Ich hätte nicht geschafft einige Internet-Bekanntschaften in tolle echte Freundschaften zu verwandeln. Ich wäre um viele großartige Erfahrungen ärmer, um Perspektiven, die mein Leben bereichern, um zahlreiche wundervolle Gespräche und sehr viel wärmendes Lachen. Ich hätte sicher einige Tränen gespart, aber auch die ein oder andere Umarmung zur rechten Zeit nicht bekommen. Ich hätte weniger geküsst, weniger geredet, weniger gelacht, weniger getanzt und weniger gechattet. Und ich wäre nicht die, die ich heute bin. Nicht die Frau, die Freundin, die Mutter, die ich bin.

Wenn ich meinen Kindern eins mitgeben möchte, dann das. Dass ein offenes Herz und ein liebender Blick das Leben bereichern. Dass es nicht lohnt zu zaudern. Dass es großartig ist, Menschen kennenlernen zu dürfen. Dass Zuneigung keine Schwäche ist. Dass man begeistert sein darf und sollte, weil es so viel zu gewinnen gibt.

Ich hoffe, das können wir schaffen, allem Gruppenzwang, aller anderslautenden Erfahrungen zum Trotz. Wir können das vorleben, aber es kommt mir wenig vor, was wir Eltern bewegen können verglichen mit dem sonstigen Umfeld. Aber wenn uns das gelänge, das wäre schön für sie und ein bisschen auch für die Welt.

Sonntagssachen 34/2017

Abgepumpt und dabei den Tageseintrag im Bullet Journal begonnen – ich schöpfe die Methode noch nicht aus, aber taste mich langsam ran. Gefrühstückt- Croissants für die anderen, Dinkelbrötchen für mich. Nägel finalisiert. Eine ziemlich große Brio-Strecke gebaut. Den Nähplatz aufgeräumt. Gearbeitet. Die Ovi auf freundliches Schwarz umgefädelt. Ein TfT genäht- Poloverschluss und ich haben ein handfestes Problem miteinander.

Sonntagssachen 34/2017

Die Uhr vorgestellt. Dem Triceratops beim Basteln assistiert. Gefrühstückt. Taschen ausgepackt. Vorgelesen. Schokolade gehackt. Prä-Schwangerschaftssachen aus dem Lager geholt. Leckeren Kartoffelkuchen gebacken. Hefeteig vorbereitet.

Sonntagssachen 33/2017

Gestillt. Bohnen gepflanzt. Gefrühstückt. Beauty-Gedöns gemacht. Abgepumpt. Im Regen das Fahrradfahren geübt weil Kind unausgeglichen. Babykarten geschrieben. Wäsche gefaltet. Einen Schnitt von unübersichtlichsten Schnittbogen ever abgepaust.

Erfahrungsbericht: Reflux beim Säugling

Wer mir auf Twitter folgt hat in den letzten Wochen ein wenig mitbekommen, dass wir beim Mikromensch so wie auch schon beim Minimensch mit einem Reflux kämpfen. Ich wurde auf Twitter gebeten, meine Erfahrungen hierzu zu teilen und da tatsächlich darüber in Deutschland viel zu wenig bekannt ist, mache ich das gern. „Speihbabys sind Gedeihbabys“ – das scheint auch unter Kinderärzten so verbreiteter Glaube zu sein, dass die Diagnose Reflux oft nicht mal ordentlich gestellt wird, geschweige denn über Ursachen und Handlungsoptionen sauber aufgeklärt.

Was ist ein Reflux?

Reflux kann prinzipiell bei Kindern wie Erwachsenen vorkommen und bezeichnet den Umstand, dass Teile des Mageninhalts in die Speiseröhre zurückfließen. Dies kann mit würgen und sogar Erbrechen einher gehen, muss es aber nicht. Im Falle eines dauerhaften Reflux kann daraus eine Entzündung der Speiseröhre und, je nach Ausprägung, auch eine Reizung der Luftröhre bis hin zu Asthma, Pseudokrupp und anderen chronischen Lungenbeschwerden entstehen.

Bei Säuglingen ist zwischen physiologischem und pathologischem Reflux zu unterscheiden. In den ersten Lebenswochen (bis zu 12) ist das Verdauungssystem von Säuglingen noch nicht vollständig entwickelt. Dies bedingt die berühmt-berüchtigten Koliken und kann auch einen Reflux beinhalten. Bei vielen Säuglingen ist am Anfang zudem der Winkel zwischen Mageneingang und Speiseröhre noch nicht optimal, das gibt sich meist nach dem ersten Wachstumsschub. Der physiologische Reflux reguliert sich von selbst binnen weniger Wochen und ist oft für das Kind auch weitgehend beschwerdefrei.

Ein pathologischer Reflux liegt vor wenn 

  • Die Beschwerden über die ersten 12 Wochen andauern
  • Das Kind sichtlich beeinträchtigt ist (Schmerzen, Schlafprobleme, Trinkprobleme, Gedeihstörungen)

Woran erkenne ich einen (pathologischen) Reflux, wie unterscheide ich ihn von „einfach nur spucken“?

Tatsächlich ist ein Reflux nicht immer offensichtlich. Nicht alle Refluxbabies sind Spuckbabies und nicht jedes sog. Spuckbaby hat einen pathologischen Reflux. Beim Minimensch haben wir erst nach fast drei Monaten gewusst, das seine Beschwerden einen Reflux als Ursache haben. 

Folgende Beschwerden können auftreten:

  • Spucken auch noch lang nach einer Mahlzeit
  • Häufiges Aufstoßen bis zu 2 Std nach einer Mahlzeit
  • Schwallartiges Erbrechen ganzer Mahlzeiten
  • Das Baby überstreckt sich plötzlich und würgt, dabei muss nichts ausgespuckt werden – meine beiden Kinder haben so gut wie immer das zurückgeflossene wieder runter geschluckt 
  • Spucken oder würgen sind sichtlich mit Schmerzen verbunden, das Baby erwacht hiervon oder weint
  • Das Baby weint beim trinken oder verweigert das Trinken
  • Unruhiger Schlaf. Das Baby schläft nicht beim stillen/füttern ein, ist lang nach der Mahlzeit unruhig, erwacht sobald man es ablegt, schläft nur aufrecht, wenn es getragen wird
  • Das Kind weint, sucht, hat scheinbar Hunger und verweigert dann die Nahrung

Die Abgrenzung zum normalen Spucken ist einfach. Spucken erfolgt normalerweise kurz nach der Mahlzeit, mit dem Bäuerchen oder wenig später. Das Spucken ist mühelos, oft schläft das Baby vollkommen da drüber. Reflux macht dem Kind Mühe, es hat Schmerzen, es würgt Sicht- oder hörbar. Reflux tritt kontinuierlich immer wieder 1-2 Stunden nach einer Mahlzeit auf. 

Was ist bei einem Reflux zu tun?

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, mit denen man dem Kind Erleichterung verschaffen kann:

  • Stillen oder füttern in einer halb aufgerichteten Position, also einem Winkel von etwa 45-60 Grad
  • Nach der Mahlzeit das Kind einige Zeit aufrecht halten. Ja, das kann schonmal eine Stunde sein. Tragetuch und Schaukelstuhl sind hier sehr nützlich.
  • Den Abstand zwischen den Mahlzeiten von mindestens zwei, besser zweieinhalb Stunden nicht unterschreiten. Das Verdauen einer Milchmahlzeit braucht ca drei Stunden. Wenn der Magen noch teilweise gefüllt ist, ist die Gefahr einer zu großen Füllung größer. Der Mikromensch hielt seine Bauchschmerzen scheinbar für Hunger und wollte je schlimmer der Reflux desto häufiger trinken und das verschlimmerte den Reflux und führte zu schwallartigem Erbrechen. Deshalb haben wir immer versucht erst durch tragen, schuckeln und im Zweifel auch Schnuller zu trösten bevor ich wieder gestillt hab. Auf keinen Fall zum trösten stillen.
  • Übertrinken unbedingt vermeiden
  • Darauf achten, dass man das Kind erst ablegt, wenn es ein Bäuerchen gemacht hat.
  • Vor der Mahlzeit anstatt nach der Mahlzeit wickeln.
  • Eine leicht erhöhte Schlaflagerung herstellen indem man zB einen Aktenordner am Kopfende unter die Matratze legt.
  • Bei Flaschennahrung kann man diese etwas dicker bereiten

All das kann helfen, sollte es trotzdem Gedeihstörungen geben, ist eine Behandlung mit Säureblockern (Omniprazol) möglich – das wird in Deutschland aber kaum je von Kinderärzten in Betracht gezogen, scheint mir.

Grundsätzlich sollte man außerdem eine Ursachenklärung anstreben. Denn obwohl viele Kinderärzte es so darstellen, ist es keineswegs so, dass man immer nur die Möglichkeit hat, abzuwarten bis das Kind Brei bekommt und in eine aufrechte Haltung kommt. Es gibt Ursachen, die behoben werden können.

Ursachen für pathologischen Reflux

Ich kenne inzwischen einige Eltern mit Refluxbabys und bei keinem wurde der Reflux vom Kinderarzt ernsthaft diagnostisch angegangen. „Ja, das mit den Bäuerchen fällt halt manchen Babys schwer“, „Speihbabys sind Gedeihbabys“, „Ja, da hat man dann leider viel Wäsche“, „Das verwächst sich“ – das sind eher so die Reaktionen von denen mir erzählt wurde. Ich finde das vor dem Hintergrund der durchaus möglichen Lungenschädigungen sehr bedenklich. Außerdem ist ein Reflux für Kind und Eltern kein Pappenstiel. Das Kind quält sich teilweise enorm, die Eltern sind übermüdet vom aufrecht tragen des Kindes. Und so ein schwallartig erbrechender Säugling stimmt besorgt, das sag ich euch. Ich finde, das gehört ernst genommen. Kinderärzte hierzulande liefern wenn überhaupt nur eine Erklärung für den Reflux: anatomische Gründe. Doch es gibt mehr Ursachen:

  • Anatomisch bedingter Reflux – der sog Magenpförtnerkrampf. Eine Störung der Schließfähigkeit des Mageneingangs. Hier stimmt in der Regel das „verwächst sich“ und „gibt sich wenn das Kind aufrechter wird“. Ist der Reflux auch im Krabbel- und Laufalter weiter da, muss ggf eine OP erwogen werden. Ansonsten kann man außer den oben genannten Maßnahmen wenig tun. In vielen anderen Ländern wird hier schneller zu Säureblockern gegriffen als in Deutschland.
  • Allergisch bedingter Reflux: In Australien und den USA wird bei Reflux immer eine Allergiediagnostik vorgenommen denn Studien zufolge sind zwischen 30&45% der Refluxfälle durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst. Die meisten Kinder sind gegen Kuhmilcheiweiß allergisch (90%), weitere häufig vorkommende Allergene sind Soja, Weizen und Schaf- und Ziegenmilch. Der Mikromensch ist übrigens gegen all das allergisch. Eine Allergie als Ursache ist umso wahrscheinlicher, wenn die Eltern Allergiker sind, die erbrochene Milch weitgehend unverdaut ist, das Kind auch Blähungen hat, die über die ersten 12 Wochen hinaus bleiben. 

Da Allergietests bei Säuglingen noch nicht zuverlässig sind (und wer will denn dem Baby Blut abnehmen lassen?!) erfolgt die Diagnose normalerweise über Eliminationsdiät bei der stillenden Mutter Bzw. Umstellung auf Kuhmilch-freie Spezialnahrung bei Flaschenkost (das ist nicht HA-Nahrung, die ist immernoch allergen) . Die Allergene müssen dabei nacheinander durchgetestet werden, ein Effekt ist frühestens nach 24 Stunden erkennbar, meist dauert es 2-3 Tage. Vollständige Besserung wird frühestens nach drei Wochen ohne das Allergen erreicht. 

    Frühe Nahrungsmittelallergien regulieren sich oft mit der Zeit, wenn das Allergen weggelassen wird. Daher kann regelmäßig etwa im Abstand von drei Monaten, wieder probiert werden, ob das Allergen nun wieder vertragen wird.

    • Reflux durch Fehlbesiedelung des Darms: hiervon habe ich bisher von zwei Babies gehört, bei denen eine Therapie mit Darmbakterien den Durchbruch brachte. Da meine Kinder allergischen Reflux haben , weiß ich nicht sehr viel hierüber.
    • Reflux durch Haltungsfehler: eine Fehlstellung, die im Mutterleib oder unter der Geburt entstanden ist, wie etwa das KISS-Syndrom kann ebenfalls einen Reflux bedingen, da sie zu Zug auf dem Zwerchfell führen kann, das die Speiseröhre ja umschließt. In diesem Fall wird eine Behandlung der Fehlhaltung etwa durch Physiotherapie auch den Reflux bessern

    Es wird z.T. auch eine Kombination sein. Beispielsweise manifestiert sich eine Allergie natürlich vor allem dann als Reflux, wenn dies anatomisch eh eine Schwachstelle ist.
    Weiterführende Informationen: